Schweizer Käse Loslassen

Bereit für die große Reise

Ich kann nicht gut loslassen. Autos kommen und gehen. Einige bleiben nur kurz, andere bleiben lange. Einige sind nur etwas schrägere Transportkisten für den notwendigen Weg von A nach B, andere haben eine lange Geschichte und begleiten einen ganzen Lebensabschnitt emotional und bleibend. Der 1971er VW K 70 gehört zu meinen Autos mit Geschichte. Mit eigener, persönlicher Geschichte aus meiner Kindheit und nach über 10 Jahren auch mit einer neueren, selbst erlebten Geschichte in der Welt der Erwachsenen. Aber so viele Geschichten sich auch stapeln – ein Tag hat nur 24 Stunden und ein Jahr hat nur 365 Tage. Ich habe inzwischen gelernt, dass ich das nicht ändern kann. In meinem Leben ist kein Platz mehr für einen kleinen, liebebedürftigen Goldklumpen aus Salzgitter. Und die Rumsteherei macht ihn nicht besser. Jetzt wohnt er wieder in der Schweiz, wo er mal herkam.

Es war hart genug, das Inserat aufzusetzen.

Zu verkaufen

Das Ding kam vor über 10 Jahren zu mir. Anfang 2008 lebte ich noch ein völlig anderes Leben als jetzt. Meine Ehe war seit zwei Jahren keine mehr, und das halbfinnische Fräulein Altona war nur die Freundin einer Exfreundin aus den 90ern, als mir diese Kindheits-K70-Gedanken in den Kopf kamen. Im selben Jahr noch tat ich mir den goldenen KaSi an, und als ich ihn zusammen mit Örg auf meine therapeutische Herbstlaub-Tour vorbereitete telefonierte ich schon fast jeden Abend mit der Halbfinnin, mit der ich heute zwei gemeinsame Töchter habe. So lange ist das schon her. Und wer bei den „Vorbereitungs“ Geschichten zur Retrotour ganz genau hinguckt kann im Hintergrund das Knudsen Coupé sehen, das ich seit drei Jahren fahre 🙂 Die Welt ist ein Dorf, und Kiel sein Marktplatz. Auf diesen Marktplatz hatte ich den KaSi bei ebay Kleinanzeigen geworfen. Erfolgreich, wenn auch erst nach 12 Monaten.

Fast schon sauber…

Und jetzt sitze ich auf dem Beifahrersitz und räume das Handschuhfach leer. Wie immer habe ich einen Karton auf dem Schoß, in den alle Reliquien vor einem Autoverkauf reinwandern und der dann die nächsten Jahre vermutlich irgendwo im Regal zur Zeitkapsel reifen wird. Da liegen noch Ahoi-Brause Tüten, Schleckmuscheln und Kaugummis von unserer Herbstlaub-Tour, vielleicht die emotional aufwühlendste Reise, die ich in meinem bisherigen Leben gemacht habe. Visitenkarten mit Adressen, die es schon gar nicht mehr gibt. Eine schreckliche Krawatte und das Foto von meinem Papa, auf dem er halb so alt war wie ich heute. Das pinnte immer auf dem Armaturenbrett, denn mein Papa war es, der damals einen K 70 gefahren hat. So. Ich glaube ich habe alles raus, Kofferraum leer, Handschuhfach, alle Ablagen… so aufgeräumt sah der Kleine schon lange nicht mehr aus. In zwei Stunden kommt Sven mit seinem Freund aus der Schweiz. Die nehmen den dann mit…

Von der Bühne herunterrangieren

Und als die beiden wirklich da sind wird mir schon ein bisschen schwer ums Herz. Von den regelmäßig bewegten Autos waren mein Audi V8 und dieser KaSi die beiden mit der längsten Beständigkeit. Jeweils 10 Jahre, das ist fast ein Viertel meines Lebens. Wobei ich den V8 im Alltag bewegte und den KaSi immer nur mal mit einem Überführungskennzeichen, als es das noch für Autos ohne TÜV gab. Vornehmlich passierte das im Winter bei Schnee und Eis oder zum Weihnachtsmarkt in Uelzen mit meiner kleinen großen Tochter. Den V8 herzugeben fiel mir schon nicht leicht, aber da war der Leidensdruck der anstehenden Reparaturen größer als meine Geduld. Und außerdem gibt es ihn ja noch immer, mit vielen anderen neuen Teilen drin, aber es ist immer noch „mein“ V8 😉

Zack drauf auf dem Trailer

Der KaSi hat mir nie was getan. Der war immer da, mal in dieser Scheune, mal in jener Garage. Er sprang immer an, er rostete nicht mehr als gewöhnlich und er wurde nicht sonderlich älter über die Jahre. Und trotzdem war seine Zeit für mich gekommen. Er ist inzwischen in einem Zustand, wo man ein wenig Hand ans Blech anlegen muss (ja jaaaaaaaa El Gigante, ich WEISS, das liegt auch an meinen schrecklichen Salzfahrten…), um ihn am Leben zu halten. Die Technik ist gesund, alles funktioniert, aber untenrum braucht das Auto Liebe. In Form von Blech. Und vielleicht auch ein bisschen Lack. Wenn das jetzt gemacht wird, hat man ein Leben lang Freunde an dem Auto ohne Lobby. Wenn das jetzt nicht gemacht wird, ist der Aufwand irgendwann so groß, dass sich keiner mehr rantraut. Und ich habe keine Zeit dafür. Wenn ich Zeit in ein Auto investiere, dann wäre es mein Granada in der Garage im Keller. Das ist meine ureigene Vergangenheit. Der KaSi war „nur“ Zeitzeuge.

Zeit, lebewohl zu sagen.

Während ich so in Gedanken vor mich hinschwardoniere und alte Geschichten ausgrabe und verlinke, laden Sven und sein Kumpel den Goldklumpen auf selbstfahrend auf den Trailer. Ich habe den beiden noch alle maladen Stellen gezeigt. Ich verkaufe Autos lieber ehrlich und etwas unter dem Preis als teuer und mit späteren Nachfragen. Der VW ist nicht im besten Zustand, aber er ist im Kern gesund, vollständig und fahrbereit. Ich wollte vor einem Jahr mal viel mehr Geld dafür, als ich jetzt bekommen habe. Wie weiter oben geschrieben – es ist ein Auto ohne Lobby. Wer den abfeiert, der hat schon mindestens einen. Und wer vielleicht einen will hat gerade nicht genug Geld oder eine Frau, die zurecht sagt, dass die anderen fünf Autos auf dem Hof aber erstmal weg müssen. Viele nehmen den K70 nicht wahr, und nur alle zwei Jahre kommt mal jemand daher und will genau SO EINEN. Sven ist so jemand. Und dann ist er auch noch ein echt netter Zeitgenosse. Meine Kinder finden das auch, denen hat er nämlich zwei große Tüten randvoll mit Schweizer Schokolade mitgebracht 🙂

Fahren die beiden jetzt echt mit meinem KaSi weg? Ja. Ich fürchte ja.

Da rollt er dahin.

Was mich hier und heute beruhigt ist, dass der kleine Goldene in sehr liebevolle Hände kommt. Sven kennt die über 30 Geschichten von dem Auto, und auch wenn ich nun kein „prominenter Vorbesitzer“ bin ist die Historie zumindest der vergangenen 10 Jahre schriftlich nachvollziehbar. Er will den Wagen wieder neu aufbauen und sich dafür viel Zeit nehmen. Und das ist gut für das Auto, bei Sven in der Schweiz hat er es definitiv besser als bei mir im hohen Norden. Trotzdem fühlt es sich komisch an, als die beiden den Trailer aus der Einfahrt meines kleinen Häuschens rauszirkeln. Die Einfahrt, die es in sich hat, weil links und rechts viele große und kleine Findlinge liegen. Ein Teil von mir will hinterherlaufen und rufen „STOP! STOP! Alles zurück, ich will ihn DOCH behalten!!“ Und ein anderer Teil ist froh, dass der treue Wagen nun besser behandelt wird als von mir. Hach.

Mein allerletztes Kasi Bild

Und weg. Die beiden wollen heute Abend noch ein bisschen Strecke machen, dann irgendwo in einem Hotel übernachten und morgen Abend in ihrer Heimat in der Schweiz ankommen. Zollformalitäten haben sie schon im Vorfeld geklärt, das ist ja auch nicht immer so einfach. Ich stehe noch lange auf der Straße in der kalten Dunkelheit und blicke einem Auto nach, das schon seit Minuten verschwunden ist. Das war sie dann also, meine Zeit mit dem K70. Ein Auto, mit dem ich ausschließlich schöne Erlebnisse verbinde. Jetzt, wo er weg ist habe ich Platz für neue Ideen. Äh… nein, noch nicht ganz. Erstmal muss auch der Scorpio vom Hof. Aber Platz für Neues ist ja so oder so gut. Neue alte Autos, neue Geschichten.

Ich stiefel langsam über den Rasen hoch zu meiner Terrasse. Dort zünde ich mir eine Pfeife an und trinke etwas zu viel Oppenheimer Krötenbrunnen, einen lieblichen Weißwein, den ich immer raushole, wenn ich nachdenklich bin. Ein leiser, winterlicher Landregen tropft von den Eichen auf die Laternen. Ich bin traurig.

Das muss Liebe sein.

Sven ist NICHT traurig 😀 Sven freut sich über sein neues Goldstück, und die Bilder, die er mir von unterwegs schickt, sprechen ihre eigene Sprache. Vielleicht geht die Geschichte des KaSi ja doch noch weiter, nur eben in einem anderen Land. In einem Land, in dem er auch zugelassen war, bevor er erst zu den Ludolfs kam. Ab Minute 36, schaut mal rein…

Bezeichnenderweise kommt in der Folge auch ein schwarzer Scorpio vor, das war mir damals gar nicht aufgefallen… Nach den Ludolfs landete er bei mir, na ja, und ab da wart ihr ja alle quasi dabei. Der goldene Käse bekam in den 10 Jahren ein paar Löcher, aber die machen ihn ja erst so richtig schmackhaft. Schweizer können ja gut mit Käse 😉 Und wie geht es jetzt weiter?

Hallo in der Schweiz

Das weiß nur der Sven. Ich schreib ihm gleich mal wieder. Der KaSi ist jedenfalls gut in einer trockenen Tiefgarage angekommen und wartet nun auf seine Wiederauferstehung. Und spätestens wenn er fertig ist, werde ich wieder einmal in die Schweiz fahren. Ich war da schon viel zu lange nicht mehr, dabei kenne ich doch ein paar wirklich nette Zeitgenossen da unten!

Nächste Woche wird der Schlacht-Scorpio abgeholt. Und die Woche drauf der schwarze Glupschi. Also… eigentlich sind die alle schon weg, aber ich will ja ein bisschen die Chronologie einhalten 😉 Ich kann nicht gut loslassen. Und ihr? Werdet ihr KaSi vermissen? Oder seid ihr eher neugierig auf das, was als nächstes kommt? Wie lesen uns!

Sandmann

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Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.

38 Responses to Schweizer Käse Loslassen

  1. bronx.1965 says:

    „Werdet ihr KaSi vermissen? Oder seid ihr eher neugierig auf das, was als nächstes kommt?“

    Ich vermisse ihn jetzt schon, bin ja auf dem laufenden. Du und der goldene Herr, das war für ich so eine Art Naturkonstante. Deswegen habe ich es überhaupt nicht verstanden, das du dich von ihm getrennt hast. Unser Telefonat neulich schaffte da etwas Klarheit, trotzdem ist es einfach komisch wenn der Karren nun einfach weg ist. 🙁

    Gegrüßt!

    • Sandmann says:

      Ay Bronx,

      faktisch ist es ja schon ein bisschen her, dass der Goldklumpen abgeholt wurde, aber tatsächlich fehlt er mir da hinterm Haus auf der Auffahrrampe noch immer. Da steht jetzt zwar ein erheblich größerer, weißer und für mich praktisch besser nutzbarer Oldtimer, aber ich weiß noch nicht ob ich mit dem warm werde. Vermutlich ja. Der KaSi war Liebe auf den ersten Blick 🙂 Aber wie das auch bei der Musik so ist… die Lieder, die du sofort gut findest, nutzen schnell ab. Track Nummer 5 auf dem Album, der dir eingangs nicht so gut gefiel, das ist das Lied was du heute noch manchmal anmachst. Oder?

      Ich glaube und hoffe, dass der Sven mich auf dem laufenden halten wird.
      Sandmann

      • bronx.1965 says:

        Heya nach Westen,

        ich weiß nicht ob ich da so mitgehe. Der Vergleich mit der Musik zündet nur bedingt. Aber man findet immer Vergleiche mit denen man sich eigene Entscheidungen „schönredet“. Keine Kritik, das ist unser Naturell. 😉 Und menschlich, es erleichtert Entscheidungen. Gut so!

        Im Fall des KaSi bin ich andererseits aber auch ERLEICHTERT das sich ihm wirklich jemand mit Gründlichkeit und Liebe annehmen will. So bleibt dieses Auto wenigstens erhalten, schön! 🙂

        Auch mir sind die ‚ungeliebten‘ Autos lieber als die, die gehypt werden. Wie du weißt habe ich mir kürzlich auch so ein eher verkanntes Ding weggestellt. Zwar wesentlich jünger als der goldene Herr, aber auch auf dem besten Wege, in der Versenkung zu verschwinden. Ur-Twingos der ersten Serie werden rar. Mit einer kompletten, selten georderten Ausstattung erst recht. (jetzt würde der Musik-Vergleich wieder greifen. 😀 )

        Also, lassen wir uns auf weitere Geschichten ein, ich mit Monza und Twingo, du mit dem white body!

        Es bleibt spannend. . . 😉

    • Herr Lehmann says:

      Ich bin ehrlich, dieses KFZ kenne ich erst durch Deinen Blog. Vorher hatte ich dieses Art von Wägelchen nie wahrgenommen… 😉
      Der Scorpio kommt auch weg? Finde ich sehr schade.
      Was bleibt dann noch der W210 und der Taunus?

      Als ich mich 2017 nach über zwölf Jahren von meinem 5er trennte, bin ich am selben Tag in der Firma abgeklappt und per RTW ins Krankenhaus eingeliefert worden… Ernsthaft!
      Ein kausaler Zusammenhang zwischen Trennung vom Autochen und der Einlieferung ins KKH konnte medizinisch nicht nachgewiesen werden. 🙂
      Aber eine wirkliche medizinische Ursache auch nicht.

      Wie geht es weiter? Was kommt neues? Bin gespannt…

      • Sandmann says:

        Ay Herr Lehmann,

        der K 70 ist heute so selten, dass niemand den kennen wird, der ihn damals nicht in irgend einer Form selbst erfahren hat. Im Straßenbild ist er komplett gelöscht, auf Treffen sieht man ihn manchmal. Aber die wenigsten fahren den einfach so, wie ich. Das wäre auch mit TÜV im Alltag gegangen. Auf diese Art habe ich das Auto über 10 Jahre Sommer wie Winter wieder ins Sichtfeld einiger gerückt. Hier und da wird mir auch dafür gedankt 🙂

        Der Scorpio IST schon weg. Ich bin ein bisschen hinterher mit der Schreiberei. Das Leben war ein bisschen zu vielschichtig, langsam kommt wieder Ruhe in den Kessel. Und da ich hier mit keinem einzigen Wort Geld verdiene muss die Aktualität manchmal ein bisschen ruhen. Das Werner-Rennen, also das von 2018!!!, muss ich auch noch aufarbeiten 😀
        Aber auch der Glupschi ist in gute Hände gekommen. Glaube ich. Der neue Besitzer will ihn wieder aufbauen, das bedeutet vor allem etwas Blech und einen neuen Kabelbaum. Der Rest ist ja okay. Wir werden sehen.

        Du bist abgeklappt, als du nach 12 Jahren deinen 5er verkauft hast?? Krass. Wenn das kein Zeichen ist 😉 Noch kannst du ihn zurück kaufen. Oder?

        Wie es weitergeht? Konkrete Ansage: S-Klasse, 1986. Der 210er ist und bleibt der Familienbomber meines halbfinnischen Fräulein Altonas, der Taunus ist eine nicht diskutierbare Konstante.
        Wir lesen uns
        Sandmann

    • Buongiorno,

      ich weiß, dass meine Kommentare polarisieren. Das haben sie immer getan. Das werden sie immer machen. Beim Thema K 70 habe ich allein schon aus dem Grunde eine fundierte Meinung, weil ich selbst zwei dieser Fahrzeuge mein Eigen nenne. Diese Meinung ist auch nicht an nur diesem Modell festgemacht – sie gilt für JEDES alte Fahrzeug.

      Mir ist auch klar, dass Jens bezüglich des Umgangs mit alten Automobilen unbelehrbar bleibt… das liegt jedoch wohl weniger an den Autos, als an ihm selbst – das ist nun mal leider eben so. Und ich bin froh, mich davon mit der Zeit auch irgendwie entfernt zu haben – denn ganz eigentlich geht es mich ja nicht wirklich etwas an.

      Ganz ehrlich? Ich weiß, dass es der einstmals „Goldklumpen“ genannte K 70 jetzt sehr VIEL besser hat. Ich bin in gutem Kontakt mit Sven, dem neuen Besitzer – dieser K 70 wird ganz sicher NIE wieder über salzige Winterstraßen fahren müssen. Von den anderen „Greueltaten“ mal ganz abgesehen, ist der Geschundene jetzt im besseren Leben angekommen – das Leben, was er sich eigentlich längst redlich verdient hat.

      Sein bisheriges Dasein war etwa mit der Fahrt über eine alte, knarzende Brücke vergleichbar. Ich habe stets bangen Herzens zusehen müssen, wie der Wagen mit Aufgaben betraut wurde, unter denen wissentlich Raubbau an seiner Materie betrieben wurde und dieses als hip und cool dargestellt wurde. Die Zukunft des K 70 war eher düster… ob er wirklich unbeschadet über die wackelige Brücke gekommen wäre?

      Sven hat hingegen gleich verstanden, wie mit dem geliebten alten Blech umzugehen ist – was dem KaSi hoffentlich zu einer respektvollen, artgerechten Zukunft verhelfen wird.

      Viva goldener K 70!

      Arrividerci!

      • Jo says:

        🤣🤣🤣🤣🤣

        Egal WAS du genommen hast……es war auf jeden Fall überdosiert 🥴🥴🥴

        • Warum wundert mich so ein unqualifizierter Kommentar von Dir nicht, Jo? 🙂

          • Jo says:

            Vermutlich weil du gar keine Zeit zum wundern hast sondern stattdessen Pillen zählst ob noch alle da sind ?! 😎🤣🤣
            „Och das arme güldene Auto, es ist GEFAHREN worden man stelle sich die Frevelei vor. Und zum Transport von Gütern ist es auch genutzt worden das arme Töff Töff……“ – nee also für solche Texte muss man doch echt Lack gesoffen haben oder so.
            Das Kraftfahrzeug als lebender Organismus, als beseelter Freund des Menschen der brav ist und fein Sitz macht wenn er nur schön sein Fresschen und Streicheleinheiten bekommt….ja nee, is klar 🤦‍♂️.

            Ein Auto ist und bleibt ein dämlicher Nutzgegenstand, egal wie alt, und ist mal sicher nix zum beweinen. Nix hält ewig und muss es auch nicht, kann mir nicht vorstellen das die Nachfolger der Homo Sapiens nach der nächsten Eiszeit ’n Ständer kriegen wenn sie irgendwo an einem Gletscher bei Drebber ’n zentraloxidierten K70 aus dem Eis pickeln. Vermutlich denken die eh das wäre ’ne alte Gefriertruhe oder so bei der Kastenform.

            Ich bin da echt bei Jens: ein Auto ist da zum nutzen, zum Erleben von Geschichten damit an die man sich gern erinnert, zum Fahren von A nach B. Das ist bei Neuwagen und Oldies gleicher Sinn und Zweck.
            Hinterher heulen kann man Menschen,Tieren, schönen Orten……aber doch bitte keinen Gebrauchsgegenständen !

            Ein bischen war ich früher auch so – aber ich hab mich weiterentwickelt. Zumindest fühle ich mich nicht mehr verantwortlich irgendwelche Autos bis zum Sankt Nimmerleinstag zu erhalten um jeden Preis. Da gibt es wirklich bessere Dinge die man in seiner begrenzten Lebenszeit mit seinem Geld anstellen kann.

      • Sandmann says:

        Bester Andreas,

        manchmal kommst du mir vor wie ein militanter Veganer, der auf einer Grillparty steht und jeden davon überzeugen will, dass Fleisch echt scheiße ist 😀
        Du tust deine Meinung kund, und das ist gut so. Darum bitte ich ja regelrecht, und auch in Zukunft. Dass du aber gerade beim Thema K70 immer eine leicht belehrende Keule schwingst finde ich ein bisschen schade. Das bringt regelmäßig eine negative Prise Vorwürfe an mich auf das Tablett. Das kann man machen, ich verstehe aber nicht warum? Ja, ich gehe mit alten Autos anders um als du. Das ist weder verwerflich noch kriminell. Ich fahre sie auch im Winter, ich setz mich mal auf die Haube, ich esse darin und sie stehen draußen im Regen. Das mache ich nicht, um „vermeintlich hip und cool“ zu sein, sondern weil es alte Autos sind, die dafür gebaut wurden.

        Warum drückt das bloß so große Knöpfe bei dir? Du bist da anders. Das ist ja auch okay. Ich schreibe aber doch auch nicht ständig, dass du ein wattestäbchenpolierender Vollspießer bist, der seine Autos klinisch totrestauriert und dadurch eine gehörige Portion Spaß im Leben verpasst 😉 Mal davon ab dass ich das auch gar nicht denke, aber das wäre das Pendant zu deinem Kommentar.

        Aber ist doch schön dass Sven jetzt ein guter neuer Besitzer des KaSi ist. Dann sind doch am Ende alle glücklich. Und ich reite den nächsten Klassiker in den salzigen Sonnenuntergang 😀
        Und bitte, Jo und du: Jetzt nicht wieder die kleinen Hahnenkämpfe in den Kommentaren anfangen okay?

        Rock’n Roll
        Sandmann

        • 😀

          Ich denke, unsere unterschiedlichen Einstellungen zu den alten Autos entstammen unserer ganz andersartrigen Lebensgeschichten. Bei Dir war Dein typisch geprägter Umgang mit Deinen Autos immer provokativer Ausdruck Deiner ganz persönlichen Individualität und Freiheit. Abgesehen davon, dass ich zehn Jahre älter bin, war mein Leben im gleichen Lebenszeitraum bestimmt von väterlicher Unterdrückung – mir war der Besitz eines Fahrzeugs (bewusst finanziell unterdrückt) nichtmal ansatzweise möglich. Folglich konnte sich meine jugendliche Entwicklung in den „Rüpeljahren“ nicht an vierrädrigem Besitz und dem Umgang damit äußern… was ich damals auch sicherlich liebend gern gemacht hätte. Daher hatte so ein Fahrzeug einen ganz anderen Wert (und Respekt) für mich. Ich habe dann halt wesentlich später damit angefangen. Und heute äußert sich meine Vergangenheit ja (im Ausgleich zu meiner Jugend) im Besitz von sechs Fahrzeugen.

          Den wattestäbchenpolierenden Vollspießer weise ich bei dieser Gelegenheit natürlich auch weit von mir. Meine Autos sind eigentlich alle ready to drive… bspw. mein K 70 ist 46 Jahre alt und hat großflächig noch den ersten Lack – mit all seinen Beulen und Schrammen. Das könnte der o.g. Vollspießer nicht ertragen. Ich sehe diese Makel schlicht als Spuren der Zeit – ein Mensch trägt im Alter auch Narben und Falten.

          Dennoch versuche ich meinen Fuhrpark so lange wie möglich fit und ansehnlich zu erhalten und Langzeitschäden durch die Nutzung fernzuhalten. Denn obwohl ich eben sechs Fahrzeuge besitze, heißt das noch lange nicht, dass dafür auch unbegrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung stehen – deshalb bin ich eben zur Sparsamkeit erzogen und verpflichtet.

          Wie Du ja schon selbst oft beschrieben hast, bekommt man durch den Umgang mit den Autos tatsächlich den Eindruck, als hätten diese eine Seele. Für dieses Gefühl muss man jedoch empfänglich sein. Rein ökonomisch gesehen ist solch ein Mensch-Auto-Verhältnis natürlich die reinste Katastrophe (siehe Jo). So kann sich keine zwischen-menschlich-maschinliche Beziehung entwickeln.

          Aber darüber brauchen gerade wir beide uns keine Gedanken machen. Nur, unsere persönliche Entwicklungen liegen auf zu unterschiedlichen Ebenen. Da ich das bereits vor einiger Zeit erkannt und eingesehen habe, schieße ich ja auch schon gar nicht mehr aus dem Hinterhalt. Die K 70-Story, in deren Kommentarfunktion ich hier gerade schreibe, war lediglich ein kleiner Rückfall. Die Geschichte ist schließlich ja auch schon einiges älter und der Stoff ist eigentlich noch aus der Zeit, in der ich so’n Shit kommentiert habe.

          Du wirst aber zugeben müssen, dass meine, diese Kommentare seltener geworden sind. Mit dem Alter kommt die Ruhe… und die Einsicht (dass man bestimmte Dinge nicht ändern kann und das auch gar nicht mehr will).

          Das hört sich sicherlich irgendwie gleichgültig an… im Endeffekt ist es das auch. Ich werde ganz sicher keine Berge mehr versetzen, auch nach mir wird die Sonne immer im Osten auf und im Westen untergehen…

          So what?

          Gruß aus der Provinz
          Andreas

          • Sandmann says:

            Bester Andreas,

            du weißt ja auch, dass ich dich persönlich sehr schätze und vor allem sehr respektiere, was du mit deinen Autos so treibst. Allein der RedStar ist ein rollender Beweis dafür, dass du echt was kannst und deine Sache auch ernst meinst.

            Und ja, du bist schon lange nicht mehr so mopperig wie „damals“. Ob das jetzt daran liegt dass du älter und milder geworden bist oder dich tatsächlich damit abfindest, dass andere anders sind als du (und auch mit dir liebgewonnenem Material anders umgehen), das weiß ich nicht. Und ich sage nochmal: Sei bitte weiterhin kritisch und sage (schreibe) was du denkst. Tatsächlich bekomme ich aber eben auch manchmal den Eindruck, du hast „deine Pillen nicht genommen“ 😉 weil ab und an aus heiterem Himmel eine doch recht treffsichere Schimpftirade kommt. Und ich weiß dann manchmal gar nicht, was los ist. Ich erinnere mich da an ein paar Kommentare über Freundschaft, Vernachlässigung und Aufgabe. Kann man öffentlich machen, muss man sicherlich nicht, aber gut – so bist du eben. Und am Ende des Tages, da ich dich persönlich kenne und schätze, kann ich nur sagen: Ja nun, irgendwie ist es ja auch gut so, dass er ist wie er ist 🙂

            Ich glaube schriftlich werden wir beide immer aneinander geraten. Was ich gut finde ist: wenn wir uns dann mal sehen, wird es immer wieder ein wirklich guter Abend 😉

            Sandmann

        • Jo says:

          NEEIINNN !!! Auf gar keinen Fall !
          Ich hab gesagt was ich sagen wollte – was sich im übrigen so ziemlich mit deinem Text deckt – und dann ist auch gut.
          Grundsätzlich ist mir der wattestäbchenpolierende Fahrlehrer in natura gegenüber am Grill ohnehin lieber: schön mittelschwer angefettet so das es mit der belehrenden Keule nicht mehr so recht klappen will, leicht die Körperbeherrschung verlierend und dummes Zeug sabbelnd geht der Typ voll klar 👍😅😉

          • Sandmann says:

            Jo,

            da ich dich ja nun auch schon ein bisschen länger kenne und deine typographische Cholerik mehrfach ertragen musste glaube ich, dass das jetzt quasi nett gemeint war 😉
            El Gigante ist ja KEIN wattestäbchenpolierender Fahrlehrer. Er behandelt seine Autos schlicht besser als ich, und er beschimpft mich regelmäßig dafür. Irgendwie legitim 😀 Mal mehr, mal weniger.

            Fassen wir zusammen: Wir sollten uns alle mehr live sehen, grillen und was zusammen trinken. Und wenn wir schreiben, dann immer erstmal tief durchatmen. In diesem Sinne PROST
            Sandmann

            • Hahaha!… „typografische Cholerik“? *Finger heb* Die Typografie beschäftigt sich ausschließlich mit der Gestaltung von Web-Texten und Druck-Erzeugnissen nach ästhetischen Gesichtspunkten. Man erkennt Jo’s Texte am Inhalt, nicht an der Gestaltung! 😀

              Ich weiß… ich bin ein KLUGSCHEISSER! 😛

              Alle live sehen? Grillen? Zusammen trinken? Wann? Wo? Is schon wieder Vatertach? 🙂

              Dingens

              • Jo says:

                Der beste Schiss ist der Klugschiss….oder so 😅😅

                Ich finde wir machen die Häufigkeit vom Vatertag an der Kinderanzahl des Themenstarters fest – da wird man dann glatt zum Quartalssäufer 🤣🤣🤣

                • Meine Frau und ich haben zusammen fünf Kinder… gilt das auch? 🙂

                  Und wie ist das noch bei Dir, Jo? 😉

                  Aber die Zeit des Saufens ist bei mir längst vorbei. Bei mir kommt es bei solchen Events tatsächlich auf die teilnehmenden Gesprächspartner an. Auch wenn die mich per Internet manchmal heftigst anpissen. 😀

                  • Jo says:

                    Na das wird ja immer besser…..ich hab nur ein vierbeiniges Kind, das zählen wir einfach mit dazu 😉

                    Hab ich saufen geschrieben ??
                    Ups…..ich meinte natürlich genießen 😅

                  • Sandmann says:

                    So Jungs,

                    Und nun mal genug Kinder gezählt, einigen wir uns darauf, bald mal wieder was gemeinsam zu trinken.
                    Dänemark fällt diesen Herbst aus, ich bin zu viel in München und halte meinen Alabasterkörper in eine Kamera. Das also erst wieder im Frühling.
                    Aber Uelzener Weihnachtsmarkt… Jo, mindestens mit dir geht da ja was, richtig? Und ein paar anderen können wir ja auch noch Bescheid sagen, wenn sie den Wunsch auf Punsch haben 🙂

                    Sandmann

  2. MainzMichel says:

    Moin!

    So viele Paralellen, die mir so oder zumindest ähnlich auch bekannt sind.
    „(…)oder eine Frau, die zurecht sagt, dass die anderen fünf Autos auf dem Hof aber erstmal weg müssen.“
    Das sind bei mir zwar nur zwei (Autos!), aber vorher kann/darf das 87er Audi Coupè auf den Hof.

    „Ein Teil von mir will hinterherlaufen und rufen „STOP! STOP! Alles zurück, ich will ihn DOCH behalten!!“ Und ein anderer Teil ist froh, dass der treue Wagen nun besser behandelt wird als von mir.“
    So wird es mir wohl beim T3 ergehen. 😉

    „Oppenheimer Krötenbrunnen“? Du trinkst Wasser? https://www.stadt-oppenheim.de/krotenbrunnen/
    Das liegt übrigens bei mir in der Nachbarschaft. Falls Du Dich mal direkt versorgen willst.
    Übrigens hat auch für mich der KaSi ganz fest zu Dir gehört.

    Adios
    Michael

    • Sandmann says:

      Ay Michael,
      du mein allerbester Bulli-Warmhalter.
      Wir werden sehen, wer was vom Hof fährt und wer dann ruft oder nicht oder was weiß ich. Und ich werde berichten 😉

      Der Krötenbrunnen ist noch ein Relikt aus meiner Teenagerzeit, als ich Gruppenleiter bei der Evangelischen Jungschar in Plön war. Als ich zuletzt sowas schrieb hatte ich ein paar Tage später einen bekehrenden Weltverbesserer in meinem Posteingang. Egal. Unser Diakon hat auf den Freizeiten während der Ferien immer Wein angeschleppt, und da war der dabei. Und Kröver Nacktarsch. Großartige Namen. Liebliche Weißweine sind eigentlich ein NO GO, aber irgendwie… also zusammen mit Erdbeerwein… ach was, das ist eine andere Geschichte. SO oder so, ich werde den Bulli mit viiiiiel Krötenbrunnen beladen, wenn ich ihn abhole und für viele neue Geschichten vorbereite 😉

      Und mal sehen welchen Wagen ich jetzt als „fest zu mir gehörend“ etablieren kann. Ich arbeite daran.
      Allerbeste Grüße in die Mainzelmännchenstadt
      Sandmann

  3. dette ecker says:

    ich bekomme hier eine Gänsepelle nach der anderen….
    Solange du nicht wieder mit so einem Scorpio-Mist ankommst, hast du alles richtig gemacht. Trotzdem, und wie komisch ist das denn?, könnte ich fast mitheulen!
    Ich bin mir sicher, dass „die“ (zumindest früher) irgendwas in die Autos reingebaut haben, dass benutzen und wegschmeissen unmöglich macht.
    Gibt es eigentlich einen Gegenpart zu Emphatie im Autobereich? Autophatie, vielleicht????

    Noch was: Lass den Fruchtsaft aus dem Kopf! Grauburgunder macht den Kopf für solche Sachen klar… 😉

    • Sandmann says:

      Ay dette ecker,

      ach komm, der Scorpio hat polarisiert. So ein Mist kann der gar nicht gewesen sein. Er war komfortabel, preiswert und groß. Längs eingebauter Motor vorn, Antrieb hinten. Sowas hat Ford danach nie wieder gemacht. Allein dafür ist er schon ein Klassiker….

      Zum Oppenheimer Krötenbrunnen: Das ist Wein mit Geschichte. Das ist nicht meine erste Wahl 😉 Normalerweise trinke ich im Sommer Grauburgunder, Weißburgunder, Riesling oder Gin Tonic. Im Winter kippt es dann ins rote.

      Auf die Autopathie. Was auch immer sie ist 🙂
      Sandmann

      • dette ecker says:

        Prösterchen, 😉
        Eigentlich wollte ich ja nur kundtun, dass diese Geschichte mal wieder der Hammer ist. In jeder Beziehung. Toll erlebt und toll geschrieben. Danke dafür!

        • Sandmann says:

          Ach jeh 🙂 Danke schön.
          Dabei bin ich doch tiiiiiief in meiner Midlife Crisis, wie einige behaupten. Na ja, solange sich noch irgend jemand unterhalten fühlt geht’s doch 😉

          Sandmann

  4. Jo says:

    Na die Antwort von mir wird dich sicher nicht verwundern: weg mit dem Dreck. Für dich irgendwas aus der Kindheit, für mich nur ein unzulängliches hässliches Auto – da fällts mir leicht. Vermutlich hätte ich sowas nicht mal gekauft, es sei denn ich hätte ’ne Winterhure für ein Jahr gesucht 🤷‍♂️

    Das mit dem loslassen ist meist so eine andere Sache: kann ich oft auch nicht so gut, zumindest so lange der betreffende Gegenstand mir noch irgengetwas bedeutet oder gibt. Ist das Thema.jedoch durch oder jener Gegenstand hat mich nachhaltig vergrämt kann ich sehr wohl und dann auch ziemlich rigoros loslassen. Und so ist das mit den Autos halt auch, wenn der Drops aufgelutscht ist und der Geschmack fad wird war’s das.
    Und da gibt es keine Zeitfenster für, das kann nach zwei Monaten so weit sein oder nach zwei Jahrzehnten…..bei Autos jedoch liegt die Messlatte bei 6 Jahren.

    Es hat halt alles seine Zeit.

    Und den Oppenheimer trinke ich auch gerne 😎

    • Sandmann says:

      Ay Jo,

      jahaaaaa ich weiß dass du dem K70 nicht hinterher trauerst. Das ist okay, allerdings bist du da auch kein Maßstab. Du siehst Autos mit anderen Augen als ich, du gehst anders an sie ran. Als du mir erzählt hast, dass du mal eine nennenswerte Anzahl an Kilometern mit deinem BMW einfach nur so durch die Gegend gefahren bist, weil es so entspannend war – da hatte ich für einen kurzen Moment das Gefühl, du würdest vielleicht verstehen, was mich mit alten Autos umtreibt. Vielleicht verstehst du das sogar. Du magst einfach den K70 nicht.

      Und dass deine Weine eher lieblich sind weiß ich seit dem Uelzener Weinmarkt 2018. Als ich noch einen Liter und noch einen und dann noch einen kaufte. Nicht, dass es 2019 „besser“ gewesen wäre, aber immerhin haben wir gemeinsam mit Clint Ivie getrunken, der ja sowas wie ein Uelzener Exportschlager zu sein scheint 😀

      Auf einen Wein. Bald. Bitte.
      Sandmann

  5. Santana-Klaus says:

    10 Jahre ist schon eine Zeit, aber noch überschaubar.
    Meinen Opa-Santana gibt es seit fast 37 Jahren in der Familie, meinen Golf II habe ich seit 22 Jahren, den meteor GX5-Santana seit 19 Jahren, den GX5-Jahreswagen seit 15 Jahren …. und ich könnte noch weitere aufzählen 😉

    • Sandmann says:

      Ay Klaus,

      oha. Quasi schlimmer geht immer. Wobei schlimm in diesem Fall nicht schlimm ist.
      Ich stelle mir gerade vor, dass der Käfer meines Opas Anfang der 80er Jahre nicht gegen einen Jetta eingetauscht worden wäre. Oder dass der limagelbe 1977er Audi 100 5E meines Papas noch da wäre. Aber vielleicht sind diese Gedanken auch nur so groß, weil diese Autos eben NICHT mehr da sind und es auch nie mehr sein werden. Alles ist vergänglich. Dein Opa-Santana vielleicht nicht, aber alles andere 😉

      Sandmann

  6. Na ja,

    wenigstens beisst Dich ja ein ganz kleines bisschen das Gewissen (immerhin komme ich deshalb ja sogar im Text namentlich vor) – unsägliche Salzfahrten und Rumgehocke auf ebenen Karosserieblechflächen wird man Dir sowieso nicht abgewöhnen.

    Du hast eben eine komplett andere Einstellung zu alten Kraftfahrzeugen (als ich) – da werden wir auch sicherlich nie deckungsgleich. Diese Hoffnung stirbt nicht zuletzt – sie ist sogar bereits beerdigt.

    Nun denn…

    • Sandmann says:

      Allerbester Andreas,

      nein, das wirst du und das wird auch niemand anders mir abgewöhnen können. Und das ist toll 🙂 Das sind Autos. Blech. Geschichte. Ich mache meine eigenen Geschichten, und wenn dabei Beulen in der Motorhaube oder Rostschäden an den Schwellern bei rauskommen – what the FUCK? Dann wird das ausgebeult oder geschweißt oder auch nicht. Dass man dieses Kulturgut hegen und pflegen sollte, um es der Nachwelt zu erhalten…. oder andere Gründe für Wattestäbchenpolituren… ich weiß nicht. Es gibt ja viele, die das machen. Gut so. Dann wissen auch meine Enkel und Urenkel noch, wie ein D-Kadett aussieht und sich anfühlt. Herrlich.

      Ich finde es großartig, wie du dich der Materie hingibst. Ernsthaft, ohne Ironie. Wie du KaSi um KaSi rettest, schweißt, lackierst und auch deine Kinder damit infizierst. Das ist ganz großes Kino. Mach BITTE weiter so. Ich bin halt anders 😉 Aber solange es Menschen wie dich gibt, gibt es alte, seltene Autos. Ich schreib dann die Geschichten, und danach gibt es die Autos nicht mehr. Aber die Geschichten. Aber irgendwas ist ja immer 😀

      Sandmann

  7. Michael1973 says:

    Moin Sandmann,
    auch wenn ich lange nichts geschrieben habe – ich bin aktiv am mitlesen, schmunzeln, stirnrunzeln … und verstehe auch, warum Du „erst“ jetzt dem KaSi einen gebührenden (schriftlichen) Abschieb zukommen lässt 🙂
    Ich teile Deine Hoffnung, das das Golstück bei den Eidgenossen auch wieder goldenen Zeiten entgegen blicken wird, verdient haben das Autos mit persönlicher Geschichte 🙂 Auch wenn Stories über Verschleissautos nicht sooo nachvollziehbar sind, selbst hässliche Autos wie der Glubschi (oder mein Haufen, der mich seit 2012 begleitet) leiden im Alltag brav und erleben nebenbei auch wichtige Zeiten im Leben mit und werden so ungewollt ein Teil davon – mein ungeliebter Karren wird wohl nächstes Jahr den Besitzer wechseln und dann geschlachtet. Das wird sich sicher auch komisch anfühlen …
    Vielleicht suche ich mir dann ein Auto aus den 80ern und lasse mich dafür beschimpfen 😀

    Aber mein Polo, der darf in seiner Garage weiter ruhen, das ist genau so eine (finanziell hirnrissige) Beziehung wie Du zu manchen Deiner (Ex-)Autos hast 🙂
    In diesem Sinne: machs gut kleiner KaSi.

    Grüße vom Bruder im Geiste

    Michael

    • Sandmann says:

      Ay Michael,

      ich glaube ja sogar, dass man mit nagelneuen Autos auch spannende, unterhaltsame oder anrührende Geschichten erleben kann. Ich glaube, der Grund, warum wir so viele Geschichten mit und von alten Autos lesen sind nicht die Autos als solche, sondern ihre Besitzer. Jüngere Menschen mit neueren Autos haben eine andere Beziehung zum Fahrzeug. Heute ist für einen Mittzwanziger ein Auto weder ein Statussymbol noch ein Symbol für Freiheit. Es ist ein möglichst stylischers Transportmittel von A nach B, genau wie ein Car to Go oder ein E-Roller oder ein Moja Shuttle. So erlebst du natürlich nix. Willste aber auch nicht.
      Ob die Roadmovies aussterben?
      Egal, so lange ich noch keine Gicht in den Fingern habe werde ich euch hier mit kleinen und großen Belanglosigkeiten zuschwallern. Und wenn wir alle tot sind, dann erlebst der Rest halt alles elektrisch. Aber dann ist es mir ja auch egal 🙂

      Sandmann

  8. Sven says:

    Hallo Jens,
    auf diesen Artikel hab ich ja schon so lang gewartet :-). Dem KaSi geht es also sehr gut und er fühlt sich Pudelwohl auf seinem Garagenplatz. Zur Zeit sind wir an der Planung der Blecharbeiten und einen neuen Lack wird er dann auch nochmal bekommen. Aber derzeit steht einfach die Mfk für kommendes Jahr auf dem Plan und dann mal viele Kilometer mit dem KaSi machen. Auf jeden Fall wird er keinen Schnee mehr sehen, dass habe ich dem Andreas hoch und heilig versprochen. Und wenn er dann mal ganz fertig ist, kommen Sherlock und Ich auf einen Kaffee in Kiel vorbei.

    • Sandmann says:

      Ay Sven,

      ich wollte dir noch eine WhatsApp schicken, dass wir online sind 🙂 Nun hast du es schon selbst gesehen. Ja, nun komme ich endlich mal dazu, etwas Alltagschronologie nachzuarbeiten. Die eine Tochter ist jetzt ein Schulkind und die andere ein Kitakind. Ich habe wieder etwas mehr Zeit 🙂
      Freut mich, dass es dem Goldklumpen bei euch gut geht. Und ich bin gespannt, wann und wie es losgeht. Schick mir bitte gern immer mal wieder ein kleines Update, wenn ich weitergemacht habt.
      Und wenn ihr wirklich mal auf einen Kaffee diese Strecke machen wollt – dann seid mir herzlich willkommen! Und ein Gästebett steht in Kiel auch bereit!
      Im Fahrersitz ist übrigens unter dem rechten Oberschenkel eine Sprungfeder, die nervt auf längeren Touren. Die kommt höher als die anderen. Die solltest du im Auge behalten 😀

      Sandmann

    • Michael1973 says:

      Moin.
      allein Eure Fahrt ist ja schon eigen – Ihr seit echt zuhause mit dem Trailer gestartet und habt den leer bis zum Sandmann gefahren? Mit dem eigenen Trailer zu fahren, ist sicher günstiger als sich in Kiel einen zu leihen, der wie gewöhnliche Leihwagen innerhalb des Vermieter-Geschäftsbereich von eben diesen nach der Vermietung zum benötigten Standort transportiert wird … aber die einfache Strecke kratzt doch schon an der 1000 km-Marke! Ist euch das nicht zu langweilig geworden?
      Als ich meinen Marbella zum Verkauf aus dem Bremer Umland nach Fehmarn gefahren habe (mit nem lauten, untermotorisiertem Bulli als Zugfahrzeug), hatte ich ich auf dem Heimweg den starken Wunsch den leeren Trailer einfach stehen lassen zu können um schneller nach Hause zu kommen 😉 Als Alternative hab ich die Tachobeleuchtung runtergedreht – das macht schneller 😀 Schon klar, ne 😉
      Will sagen: solche Aktionen machen eine Fahrt zur Reise und man kann drüber reden/schreiben. So wie der Jens 🙂
      Wenn ich hier einen Wunsch äussern darf:
      Schreib doch nächstes Jahr einen Gastbeitrag über den KaSi, das Abholen als Einsteiger und dann wie es weiterging/-geht.
      Ich würde mich darüber freuen. Ich fand es jedenfalls lustig, bei einem Dänemark-Trip wieder auf mein ehemaliges Auto zu treffen 🙂

      Gruß
      Michael

      • Anonymous says:

        Hi Michael,
        ich kann Dir sagen, dass ich die nächsten Jahre kein Auto mehr im Norden abhole :-), auch wenn es Spass gemacht hat. Irgendwann hat man es dann wirklich mal gesehen, auch wenn man in Deutschland wenigstens (wenn auch etwas illegal) mit 100 fahren durfte. Der Weg war das Ziel und die Vorfreude auf den kleinen KaSi, hat so manche Strapaze und Schlafmangel vergessen lassen.Es sind knapp 1100 Km einfach gewesen von uns bis nach Kiel (mit einem kleinen Umweg über Brunsbüttel). Der Plan war eigentlich einen kleinen 3,5t mit Autoladefläche zu bekommen, aber das ist bei uns in der Schweiz aussichtslos. So blieb nur die Variante einen Hänger zu mieten welches recht günstig war. Wir fanden einen Vermieter der uns den Hänger von Freitag Morgen-Montag Abend für 300 Chf überliess ohne Kaution zu hinterlegen. Wenn ich nur halb so gut schreiben könnte wie der Andreas und der Jens, dann gebe es sicher schon einen kleinen Beitrag. Aber ich werde mich darin üben und vielleicht gibt’s dann was kleines zur Überfuhr vom KaSi in die Schweiz 🙂

        • Sandmann says:

          Ay Sven nochmal,

          also wenn du dich echt ransetzen magst, dann schreib gern was. Schick’s mir als Word.doc oder txt Dokument, und dann bau ich dir gern einen kleinen Artikel 🙂 Du hast bestimmt auch noch mehr Fotos. Ich würde mich sehr freuen.
          Und grüß den kleinen Goldenen mal bitte ganz lieb von mir. Sag ihm, ich vergesse ihn nicht…
          Sandmann

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