Väterchen Frost und der Eiskratzer

Ein bibberndes hallo, liebe Blog-Gemeinde,

Durchblick? Tunnelblick!

Durchblick? Tunnelblick!

meine Freude über die Restbräune aus dem Sizilienurlaub ist noch nicht ganz erblichen, da schlägt Petrus schon unbarmherzig zurück! Als würde er es nicht ertragen können, nach einem schlechten deutschen Sommer mit viel Regen und Kälte nun wenigstens noch einen goldenen Oktober zuzulassen. Montag Morgen, ein letzter Schluck Kaffee schwappt noch in meinem Mund, als ich aus der Haustür trete und in ein Winterwunderland blicke. Moment – hatten die das denn im Wetterbericht angesagt? Bereifte Wiesen und klirrende Kälte all überall auf den Tannenspitzen. Und noch etwas Bereiftes steht da vor mir und friert: Mein Audi V8. Zum ersten mal in diesem Herbst vereiste Scheiben, das Los des Nicht-Carport-Besitzers. Und jetzt?

Man kann sich aber auch anstellen, denken Sie vermutlich.

Oh verdammt, ist der Sommer denn schon vorbei?

Oh verdammt, ist der Sommer denn schon vorbei?

Stimmt. In Sachen Kälte benehme ich mich sehr damenhaft, sobald sie ab März oder April verschwindet, verschwinden auch die Winterutensilien aus meinem Auto. Zum Beispiel der Eiskratzer. Jedes Jahr packe ich alles in einen kleinen Karton in meine Garage, an einen Ort, wo ich die Sachen auch garantiert im Herbst wiederfinde. So ähnlich verhält es sich auch mit meinen Winterreifen, die stehen fein aufgestapelt hinter dem KaSi hinten in der Garage (weshalb ja auch der V8 draußen frieren muss…) Dort verbringt das Winterkistchen dann im Kreise der Lieben die warme Jahreszeit und bereitet sich auf das immer wiederkehrende Ritual vor. Das Ritual des Wiederfindens, Zeiten der nachhaltigen Freude, schöne Zeiten des gebraucht werdens.

Ja wo kann er denn nur sein?

Ja wo kann er denn nur sein?

Oder auch nicht. Weihnachtslieder summend schwebe ich in eben jene Garage und komme zu der gleichen Erkenntnis wie in jedem Herbst: Winterreifen findet man irgendwie immer wieder, das Kistchen mit dem Eiskratzer – nicht. Das einzige, was an diesem Ritual wiederkehrt ist der Gang zu Karstadt, einen neuen Eiskratzer kaufen. Theoretisch müsste ich inzwischen 20 Stück haben, für jeden meiner Autowinter einen. Und da sind die ganzen Werbegeschenke von Versicherungen und Werkstätten noch gar nicht eingerechnet. Wo sind die alle hin??? Gibt es einen Ort, an den Eiskratzer sich unentdeckt zurückziehen können? Eine Art Himmel, wie es ihn auch nachweislich für Kugelschreiber und Gitarrenplektrums gibt? Immer das gleiche, den Weihnachtsschmuck finde ich Ostern und umgekehrt, deshalb habe ich nun schon eine Kombinationskiste angelegt. Und ich weiß auch, wo im Schuppen sie steht. Aber die Eiskratzer… die werden mir immer ein Rätsel bleiben!

Immer das selbe... arme Parkscheibe...

Immer das selbe... arme Parkscheibe...

Muss also wieder einmal die Parkscheibe herhalten. Die ist immerhin aus Plastik und glänzt durch eine gewisse, sich der Wölbung der Scheibe anpassende Flexibilität. Bei dem leichten Eisfilm heute mag das noch funktionieren, aber ich sehe mich nachher schon wieder meine Mittagspause damit verbringen, einen neuen Kratzer mit einem dicken, flauschigen Griff zu erwerben. Das nächste dicke Blitzeis kommt bestimmt. Und wenn dieser Winter vorbei ist, werde ich alle Sachen aus meinem Auto rausholen und in einen kleinen Karton legen. Und ganz dick WINTER mit einem Edding draufschreiben. Und diesen Karton dann so ins Regal in meiner Garage stellen, dass ich ihn den ganzen Sommer über im Blick habe. Oder wie lösen Sie dieses Problem?

Sandmann

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About Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.

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10 Responses to Väterchen Frost und der Eiskratzer

  1. Markus1975 says:

    Hey Jens

    Väterchen Frost klopft an unsere Tür? Allso habe ich mir den Reif doch nicht eingebildet, an diesen gewissen Tag. Das Moos sah so komisch aus hier bei uns in Wahlstedt. 😉

    Da ich ja bekennender Garagenwarmhalteparker bin, brauche ich den Eiskratzer nicht allzu oft. Allerhöchstens einmal wenn man unterwegs von dem kalten Fön parkend erwischt wird. WENN ich ihn dann finden würde! Du kennst ja meine Kiste mit allen Untensilien zur Pflege des Lackkleides / Öl / Wasser / Relais und Knarrenkasten. Eigentlich ist dort auch der Eiskratzer drin. Sollte er wenigstens.
    Jedenfalls ist er dort nicht mehr. Ich war selbst recht erstaunt, gerade weil ich so ein Ordnungsfernatiker bei mir im Wagen bin. Aber gesucht und gefunden. Hehe
    Der Schlingel hatte sich im Laufe des Sommers aus der Kiste gestohlen und hatte sich direkt unter ihr versteckt. Können Eiskratzer eigentlich grinsen? Ich hatte jedenfalls das Gefühl ein leises Lachen zu hören, als ich die Kiste von ihrem angestammtem Platz schob. 😉
    Ansonsten hätte man den Wagen ja auch „warmlaufen“ lassen können. Frierend draußen stehend, wahrscheinlich ein leichter eisiger Wind…aber die Vorfreude auf ein warmes Auto mit ebensolchen warmen Sitzen überwiegt.
    Was würden wir bloß ohne diese ganze Technik machen? Wassergekühlte Motoren etc.

    Wenn ich da an meinen Käfer denke… 🙂
    Decke über den Fahrersitz, Fellbezug über dem Lenkrad und immer fleißig mit dem Eiskratzer an arbeiten. Wenn dieser nicht während der Fahrt wie mir damals in zwei Hälften bricht. Aaaahhhh!!!!!!!!!!!!!!!!

    V8 mäßige Grüße

    Markus der sich von einem kleinen Autobahnabenteuer mit Dankeskaffe erholen muß

    • Sandmann says:

      Ay Markus,

      also wenn ich den V8 hier mit seinem Kühlwasservolumen in den Dimensionen eines kleinen Bergsees warmlaufen lasse, werde ich umgehend von Greenpeace-Aktivisten erschossen. Die Zeiten sind wohl langsam vorbei, wo man den Wagen warmlaufen lässt, während man daneben steht oder Eis kratzt. Das mache ich allerhöchstens mal kurz, damit die Vorwärmung für das Gas schneller heizt.
      Ansonsten ist es ja belegt, dass der Wagen unter Last viel schneller auf Betriebstemperatur kommt. Und meine Sitzheizung springt sehr schnell an 🙂

      Alles andere wäre Aufgabe der Standheizung, eines der wenigen Extras (neben den elektrischen Sitze hinten), die mein Auto damals nicht bekommen hatte.

      Autobahnabenteuer…?

      Sandmann

  2. Markus1975 says:

    Hey Jens

    Nur so am Rande

    Wir waren heute beim Felgendock in Stockelsdorf ( Frau hat wieder ihres Amtes gewaltet). 🙁
    Rücktour über die A20. Regen OHNE Ende. Plötzlich Warnblinker auf dem Nothaltestreifen. Wir sind angehalten und da saß eine junge Familie mit Schwiegermutter. Liegengeblieben auf einer Probetour mit dem neuen gebrauchten. Ölpumpe ist während der Fahrt weggeflogen. Kein Witz! War nicht mehr vorhanden. Das Auto war komplett ausgeblutet. Wir haben dann die schwangere jungere Mutter mitsamt Kind zum Händler gefahren, während Schwiegersohn und Schwiegermama am Wagen auf den Händler gewartet haben.
    Wir sind beim Händler dann noch auf zwei Zigarettenlängen geblieben, falls dieser „böse“ werden sollte, wenn er alle auf dem Hof hat. War aber alles ganz easy.
    Danach gab es eben ein Kaffe für uns.
    War ein schönes Gespräch und wir haben Telephonnummern ausgetauscht, während Leonie und die andere Kleine draußen vor dem Cafe gespielt haben. 🙂
    Zurück in die Redaktion

    V8 mäßige Grüße

    Markus

    • Sandmann says:

      Ach schön…

      Ich glaube ja, dass solche Aktionen dein Punktekonto bei den Schutzengeln ordentlich ins Plus rücken. Uneigennützige Hilfsbereitschaft wird sich immer irgendwann im Guten auszahlen. Weiter so.

      Morgen mache ich mich OHNE Radio auf den Weg in den tiefen Osten. Das Navi ist immerhin mit ein wenig Musik bestückt… Puh, 2.5 Stunden hin, 2.5 Stunden zurück. Lebenszeit. Wenigstens in einem angenehmen Auto. Na dann, wir lesen uns!

      Sandmann

      P.S.: Markus… bau dir mal ein Profilbild! Wie das geht ist bei „Was mach ich hier“ erklärt 😉

  3. Markus1975 says:

    Hey Jens

    Dein Radio geht immer noch nicht? Mist! Gerade Du der die Musik zum Leben braucht…es muß quasi die Hölle sein. 😉
    Mit dem Profilbild muß ich mal schauen. Ist ja alles auf englisch. Aber irgendwie bekomme ich dies schon hin.
    Paß auf Dich auf wenn es in Richtung Osten geht und halte Dir die Stoßstange sauber.

    V8 mäßige Grüße

    Markus

    • Sandmann says:

      Na ja, The National oder Eskobar klingen über ein Navi einfach… nun… ein bisschen dünn 🙂
      Inzwischen bin ich wieder hier, aber morgen früh geht es gleich wieder los Richtung Hamburg. Wieder mit einer Kiste voll Rechnern und einem Beamer.
      Der Audi schnurrt und schnurrt. Herrlich ist das…

      Zum Radioreparieren komme ich momentan genau so wenig wie zum Holz hacken. Und der Winter kommt mit großen Schritten, gerade geht draußen in Sachen Regen ein ganz klein bisschen die Welt unter!

      Also: Ofen an und eingemummelt und die Dunkelheit genossen!

      Sandmann

  4. El Gigante says:

    Moin Sandman,

    irgendwann werden deine eddingbeschrifteten „Winter“kästchen wieder aus den Tiefen des Garagenuniversums auftauchen. Dann hast du zwanzig (oder mehr?) kurzzeitig genutzte Ice-Scrapper! Das ist doch die optimale Voraussetzung für einen Garagen-Flohmarkt, oder?

    Es ist übrigens kein Wunder, dass gerade Winterreifen im Gewusel deiner (und jeder anderer) Garage NICHT, die kleinen Dinge des Autowinters ABER untergehen. Den ganzen Sommer über liegen, stehen oder hängen die fetten Winterpuschen im Weg und nerven… und bringen sich dadurch eklig penetrant immer wieder in die Windungen der grauen Gehirnmasse ein. Wie oft musste man den Rasenmäher drüberweg heben oder den Grill dahinter abstellen?
    Die kleinen, unscheinbaren Sachen sind dagegen schon wenige Wochen nach dem Einmotten „aus den Augen – aus dem Sinn“… und bei mir z.B. beim Sägen irgendwelcher Holzleisten von ihrem Standort gerissen, gestossen, gefallen… und „Auf nimmer Wiedersehen“ zwischen irgend welche andere Gegenstände gefallen.

    Und auch ich möchte mir jedes Mal beim Suchen in den Hintern treten. Warum ist man so ein Schlonz? Meine Garage hat inzwischen aufgehört, nach mir zu rufen… sie ist an dem ganzen Gerödel erstickt! Seit Jahren nehme ich mir vor, da endlich mal klar Schiff zu machen. Inzwischen wird’s brenzlig, weil auch Werkzeug verschwindet 😉

    Übrigens: einen Eiskratzer und Enteisungsspray und so’n Gedöns brauch‘ ich nicht: zuhause stehen die A2 unter einem Carport vor der überfüllten Garage (darin auch noch zwei KaSi) und wenn ich bei der Arbeit bin, steht mein A2 an der Stelle, wo mein Fahrschulauto nachts parkt: in einer Garage.

    So, ich muss jetzt, glaube ich, mal eine große Mulde bestellen… Garage ausmisten!?! Och nöööö… is grad so kalt!

    Andermal! 😐

    El

    • Sandmann says:

      Ay El,

      eiiiiigentlich hatte ich im vergangenen Sommer genau das gemacht – meine Garage aufgeräumt! In die großen Regalbretter an der Wand mal eine konkrete Ordnung gebracht und mich gewundert, dass ich tatsächlich vier Unterbodenschutzdosen, drei Felgensprays, fünf mal Autowachs und auch andere Dinge in nennenswerten Duplikationen habe. Tz.
      Deshalb wundert es mich ja umso mehr, dass diese Winterkisten kontinuierlich verschwinden…

      Aber ich habe da so eine Ahnung… Aber da muss der KaSi erstmal raus, der genießt ja das Privileg der trockenen Garage 🙂

      Wenn ich einmal zu unerwartetem Reichtum kommen sollte, bau ich neben der Garage in den Hang noch einen Doppelcarport mit Steinwall. Wer macht mit? Bier-und-Grillfleisch-Flatrate garantiert!

      Sandmann

  5. Markus1975 says:

    Hey Jens

    Allso solltest Du unerwartet zu Reichtum gelangen und Dir einen Doppelcarport bauen wollen (Grube nicht vergessen!!!), dann bin ich gerne mit dabei.

    Schipp schipp hurra! 🙂

    V8 mäßige Grüße

    Markus

    • Sandmann says:

      GRUBE.
      Wie geil, daran habe ich gar nicht gedacht… Dann lohnt sich ja schon bald der Minibagger und ein großer Container, weil sowieso ein Teil meiner Böschung abgetragen werden muss. Hm. Verlockend…
      Ich bring mal in Erfahrung wo die Erdgasleitungen laufen, und dann denke ich mal ganz doll nach….. Danke für dein Angebot!

      Sandmann

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