Auf den Spuren der Traumwagen Teil 2

Ein paar 1000 Kilometer auf Fotosafari

Horizonte erweitern

Horizonte erweitern

Die Sonne erhebt sich träge und kernfusionierend über dem Horizont des zweiten Tages auf einer Reise durch die Welt der schrägen und schrillen Autos. Gestern war ich noch bei Sportwagen Engel in Andernach und hatte die halbe Nacht meine liebe Not, das Erlebte zu verarbeiten. Im idyllischen Gewerbegebiet fiel ich später in einen von der türkischen Pizza angedursteten, unruhigen Schlaf. Immerhin. Und ich träumte von Autos, alten Autos, schnellen Autos, schönen Autos. Heute ist mein Ziel Dornbirn in — Österreich! Vier coole und einzigartige Klassiker. Mein Navi behauptet, das sei irgendwo am Bodensee, man sagt da seien sogar ein paar Berge. Aber fangen wir auch in diesem Teil vorne an.

Vorne, das ist das Frühstück im Etap Hotel Mannheim.

Über die innenarchitektonischen Qualitäten dieser Etablissements habe ich an dieser Stelle bereits philosophiert, und auch auf Facebook nahm man episch Anteil an dem Design meines Zimmers und der aus einem Stück gegossenen Nasszelle. Wer aber hätte gedacht, dass auch das Frühstück weitestgehend aus Plastik besteht?

Ein reichhaltiges Plastikfrühstück

Ein reichhaltiges Plastikfrühstück

Nun, irgendwie bin ich dennoch satt geworden, vielleicht auch weil ich ein paar mal aus Versehen die Verpackungen mitgegessen habe und auf diese Weise vermutlich an ausreichende Mengen an Vitaminen und Nährstoffen gekommen bin. Der Mensch ist sagenhaft leidensfähig, und die Aussicht auf einen sonnigen Tag am Bodensee zwischen netten Menschen und alten Autos regt meinen Kreislauf offensichtlich an. Ich hätte genauso gut die Servietten essen können, aber der Kaffee war okay.

Hinterm Horizont geht's weiter

Hinterm Horizont geht's weiter

Mein treuer, grüner Rudolf ist zwischenzeitlich zu einer ungewollten virtuellen Angriffsfläche für Drivestyle-Aktivisten geworden. Klar – mit einem 65er Mustang oder einem 1971er Ford Taunus Knudsen Coupé V6 und ein bisschen Sepia wären diese Bilder vermutlich mehr Kalender-kompatibel geworden. Aber es geht ja in diesem Fall nicht um mich oder meinen geduldigen Lastesel (auch wenn ich, wie El Gigante aufgefallen ist, auf mehr als 50% der Fotos drauf bin 🙂 ), sondern um die Menschen im Land und ihre Leidenschaft: Autos. Während der 1.9 TDI noch verschlafen aufwärmend die Melodie der Direkteinspritzung nagelt, rieche ich schon das Land hinter den Bergen! Oder ist es doch der Wirtschaftshof hier im Gewerbegebiet? Egal, es riecht nach Frühling, nach Landstraße und nach neuen automobilen Abenteuern!

Ganz unten im Süden des Landes

Ganz unten im Süden des Landes

Ah. Stau. Na endlich, ich hatte mich bereits über den gestrigen fast schon unsittlich flüssigen Verkehr gewundert. Hier unten ist aus der Sicht eines Norddeutschen alles ein bisschen weniger flächig und dafür umso drängeliger, und was wäre ein Roadmovie ausschließlich mit Passat-Bildern, bei denen ein Blogger auf der Motorhaube fläzt? Nein, ein Stau gehört da schon mit rein 🙂 Ich vermisse mein Automatikgetriebe aus dem V8. Erkennt meine Work-Life-Balance kuppeln und schalten als Sport an? Und wie komme ich überhaupt auf solche Gedanken? Es muss wohl verbrannter Diesel sein, der Endtopf des Volkswagens pöppelt irgendwie ein bisschen lauter als sonst und reiht sich damit größenwahnsinnig in die akustischen Schmankerl der Fotomotive ein 😀 Ja hallo erstmal. Nach einer tristen grauen Grenze geht es plötzlich mitten durch einen großen Berg voller Abgase und Gegenverkehr, ohne Radioempfang und Navigation. So plötzlich, dass ich nur aus dem Augenwinkel das böse Schild in mahnenden und komische Sachen assoziierenden Farben wahrnehme, das irgend etwas von einer Mautpflicht erzählt. Aber ich bin doch gleich da! Oder filmen die hier mit intelligenten Plaketten-Scan-Systemen? 😯

Und schon fühlt man sich wie im Urlaub

Und schon fühlt man sich wie im Urlaub

Wie dem auch sei – guten Tag Austria! Auf der anderen Seite der Gesteinsmassen spuckt mich der Tunnel in ein sonnendurchflutetes Tal aus, umsäumt von schneebedeckten Bergen. Das Radio im Passat benebelt meine Sinne umgehend mit lokaler Volksmusik, kombiniert mit schlechtem bis gar keinem Empfang. Und noch während ich gedankenverloren auf dem Sendersuchknopf rumdrücke verpasse ich fast die Ausfahrt nach Dornbirn, welche direkt nach diesem verqualmten Bergschlund kommt. Und schon sind wir da, mein Rudolf und ich. Ganz ohne Maut. Hinter einem schönen alten Haus eröffnet sich mit einer kleinen Halle ein wahrhaftes Schrauberparadies der ganz besonderen Art…

Eine Ponyzahl größer als 1

Eine Ponyzahl größer als 1

Hier lebt Robert Willinger, privater Sammler von alten Autos, Schrauber, Ami-Fan und Veranstalter der immer zu Pfingsten stattfindenden US-Car-Show in Dornbirn. Ein Mann und sein junger, kleiner Wuschelhund. Klasse. Die Mittagssonne beleuchtet schon die ersten Fahrzeuge, wegen denen ich eigentlich hier bin. Eigentlich. Da ist es wieder einmal, dieses alles offen lassende Wort, denn wie auch schon gestern werde ich hinter dem einen oder anderen Hallentor noch weiterer Autos gewahr, die nicht weniger interessant scheinen als die vier auf meiner To-Do-Liste…

Miet me at midnight

Miet me at midnight

Nach einer kurzen Führung durch die willinger’schen Gemächer beginnen wir mit einem ’65er Mustang Fastback 350H, an sich schon ein wunderschöner Autowagen. Das vor mir gierig im Standgas vor sich hin schnorchelnde Exemplar ist darüber hinaus noch exakt der ’66er HERTZ Variante nachempfunden. Bis in die letzte Plakette. Der Autovermieter orderte in jenem Jahr 1003 Exemplare dieses Mustang mit verstärkten Bremsen, leistungsgesteigertem Motor und Sonderlackierung, um den geschwindigkeitshungrigen Amerikanern ein handle- und mietbares Muscle-Car unter den rindfleischbulettengeformten Hintern zu stellen. Mit großem Erfolg. Es drängt sich in diesem Fall die lokale Autovermietung in Dornbirn als Fotomotiv regelrecht auf…

Ich kann mein Lenor-Gewissen sehen

Ich kann mein Lenor-Gewissen sehen

Es ist gar nicht so einfach, im glänzenden Lack weder vorbeiröhrende Kleinwagen noch mich selbst spiegeln zu lassen. In diesem Fall ist es mir nicht gelungen 😉 Die ganze Geschichte dieses Fahrzeuges und alle Bilder bekommen Sie als großen Artikel wieder in einer der nächsten TRÄUME WAGEN Ausgaben… Lass brüllen, Robert, wir haben noch viel vor. Das Pony bringt uns nach den Fotos zurück zur Garage, es will dabei mit gut dosiertem Gas bei Laune gehalten werden, weil die Nockenwelle ein wenig heißer ist. Warum habe ich eigentlich keinen Mustang? Jeder hat einen Mustang. Nur ich nicht. Sollte ich das ändern? Gibt es ein schöneres Auto? Hm. Vielleicht. Nehmen wir diesen Dodge Coronet hier zum Beispiel, Kandidat Nummer zwei für heute.

Die Sonne zeigt, was die Zeit geschlagen hat

Die Sonne zeigt, was die Zeit geschlagen hat

Er kommt aus der selben Zeit wie der Mustang, ist allerdings schneeweiß wie eine Jungfrau, keusch, unbefleckt und rein… beziehungsweise…. nein, streichen Sie das. Willinger hat gerade den Motor angelassen und rollt einmal über den Platz. Die Töpfe, in denen Benzin verbrannt wird leisten wesentlich bessere Arbeit als der abfaulende Auspuff an meinem Passat. Hier spielt ein Verbrennungs-Orchester eine Wagner-Oper für acht Töpfe in Krass-Dur! Diese weiße Schönheit vor der hiesigen Kirche zu parken grenzt an Blasphemie, aber vielleicht merkt es ja keiner. Habe ich den Überrollkäfig im Innern des Dodge erwähnt? Nein? Ich war wohl abgelenkt.

Spieglein Spieglein...

Spieglein Spieglein...

Und schon wieder können wir den Verfasser im Rückspiegel erblicken. Das hat System, denn in diesem Making-Of verwende ich das Material, was sie in den späteren Berichten nicht zu sehen bekommen werden 😉 Der Coronet kniet mit seinen dicken Slicks tief in der Straße und schreit alle an, die sich nach ihm umdrehen. Er will auf den Strip. Doch heute darf er noch nicht. Ist er schöner als der Mustang? Das ist Geschmackssache, und Sie können ihn ja nicht einmal ganz sehen 🙂 Kann mir mal bitte irgend jemand hier an diesem heiligen Ort die Beichte abnehmen? Ich glaube, ich habe gesündigt. Meine Gedanken sind nicht mehr so rein wie der Lack des 45-Jährigen Sunnyboys. Mein Herz schlägt nicht mehr ausschließlich für einen grünen Passat, ich werde untreu. Wenn auch nur in Gedanken. Und die sind immer noch frei, oder? Komm, Robert, lass uns hier verschwinden.

Wo der ist da steht noch mehr

Wo der ist da steht noch mehr

Zurück in den Hallen der Unvernunft hinterlassen wir eine verstörte Gemeinde am Bodensee. Ungläubig blickende Dorfbewohner laufen verwirrt durch die Straßen, in denen noch der Geruch von unkatalysiert verbranntem Benzin hängt. Die Kirchenglocken läuten. Dabei haben die noch nicht den Chevy Nova Street Racer gesehen oder gehört. Oder den 1940er Ford Pickup. Aber dazu morgen mehr. Heute genügen meine Eindrücke, die SD Speicherkarte in meiner Kamera hat erhöhte Temperatur und der Akku würde gern einen Happen zu Abend essen. Doch bevor wir eine verdiente Pause machen stromer ich noch ein bisschen zwischen den anderen Autos hindurch, die ich gar nicht auf der Rechnung habe. Weil sie hier zum Alltag gehören, so wie dieser voll ausgestattete Mustang (der sogar einen original Kleenex-Halter für die Dame unter dem Armaturenbrett hat) oder der dahinter stehende ’63er Käfer, den Frau Willinger fährt. Savoir vivre. Hier und jetzt.

Hot rodding in Tuffig-Hausen

Hot rodding in Tuffig-Hausen

Ich komm hier einfach nicht weg! Abschließend für heute lasse ich mich noch im Vorbeigehen von dem ’37er Chevrolet Coupé blenden, einer so derart klaren Liebesansage an die Hot Rod Community, dass man weinen möchte! Neunzehnhundertsiebenunddreißig, meine Damen und Herren. Das Ding ist noch vor dem zweiten Weltkrieg gebaut worden! Und es sieht aus wie eine schillernde Diva, die einfach nicht altern will. Ein Kompressor im Heck pumpt das Fahrwerk ein bisschen nach oben, damit dieses Meer aus Blech und Plüsch überhaupt rollbar ist. Nein. Neiiiiiin wir müssen für heute endlich mal Feierabend machen, wie soll ich denn sonst heute Nacht Schlaf finden???

Transportmittel jeglicher Art

Transportmittel jeglicher Art

Schlaf. Ein gutes Stichwort. In Robert Willingers kleiner Privatsammlung sind so unterschiedliche Fahrzeuge aller Epochen und Leistungsstufen vorhanden, dass ein unscheinbares und offensichtlich noch viel älteres Fahrzeug fast gar nicht auffällt. Es steht inmitten all der liebevoll zusammengetragenen Gegenstände, alle irgendwie rund ums Auto und eine Lebenseinstellung angesiedelt und alle dekorativ in der Halle platziert. Der Kinderwagen, in dem Willingers Vater als Baby gelegen hat symbolisiert die Liebe dieses Mannes zu Geschichten, zur Geschichte und zu Details in einem bunten Leben. Ich bin wieder einmal beseelt und ziehe mich vorerst zurück. Adé.

Aufarbeitung der Bilder

Aufarbeitung der Bilder

War ich nicht gerade noch am Rhein und habe mit in einem SLR Frühlingsinsekten ins Gesicht wehen lassen? Lümmelte ich nicht eben noch auf dem kommoden Gestühl eines Stutz vor der Kulisse einer süddeutschen Burg? War das erst gestern? Mit einem Gläschen Rotwein aus einheimischer Produktion in der Hand lasse ich die Bilder von gestern und heute am Abend noch einmal Revue passieren. Ich kann das alles gar nicht in Worte kleiden, und ich muss mich arg zusammenreißen, um meinem halbfinnischen Fräulein Altona (gefühlt gerade am anderen Ende der Welt) nicht 42 euphorische Blasen ans Ohr zu quatschen. Wo werde ich das alles los? Argh! 😯 Facebook? Ich schreibe schon mal los. Sonst platzt mir der Kopf vor neuen Eindrücken.

Amen

Amen

Immerhin, hier unten haben sie eine Menge Statuen an den Wänden hängen, die einem ein wenig Last abnehmen. Last in sehr positivem Sinn. ER scheint mir auch nicht böse zu sein, dass wir ein wahrhaft sündiges Automobil vor SEINER Kirche geparkt haben. Ich glaube, ER mag das. Und auch, dass ich die österreichischen Behörden aus Versehen um eine Tunnelplakette gebracht habe wird ER mir wohl vergeben. Wenn ich mein Gehirn wieder ein wenig aufgeräumt habe, kommen noch zwei weitere Kracher und der Wuschelhund dran. Ich bin sehr auf das Frühstück gespannt. Ach nee, ich hab ja gar keins gebucht. Na – schauen wir einmal, was die Tankstellen auf dem Weg so anbieten, schließlich ist es ein Roadmovie…

Sandmann

Hier geht es zum Ursprungsartikel mit weniger Sandmann 🙂 KLICK

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About Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.

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17 Responses to Auf den Spuren der Traumwagen Teil 2

  1. bronx says:

    Sehr, sehr schön. Es muss doch schwer sein, da nicht verrückt zu werden. 😀
    Der 63er Käfer, ächz!! Mann…
    Das Frühstück ist echt übel. *Grien*
    Bronx

    • Sandmann says:

      Ay Bronx,

      ja, ich hatte meine Schwierigkeiten, alle Sicherungen drin zu lassen. Vor allem, wenn dann die Leute, mit denen du sprichst auch noch alle echt supernett sind und du in jedem Satz merkst, dass hier ein paar Menschen ihre Passion zum gut gehenden Beruf gemacht haben. Klasse 🙂
      Das macht irgendwie glücklich, und wenn dann noch die Sonne scheint….

      Das Frühstück im Etap gleiche ich heute Morgen mit einem echt französischen Croissant und einer Tasse frisch gemahlenem Kaffee aus. Während über Kiel die Sonne aufgeht. Das Leben ist schön!

      Sandmann

      • bronx says:

        Da sprichst du wahr! Es braucht nicht viel um glücklich zu sein.
        Ein gutes Frühstück erleichtert doch den Start in den Tag ungemein.
        Croissants? Gute Idee mal wieder… Lange nicht gehabt.

        Diese, ich nenne sie mal stellvertretend, „Etap-breakfast“ kenne ich von meinen Dienstreisen zur genüge. Man kann es auch direkt übersetzen *Brechfest*. 😀

        Mich begeistert übrigens Bild 10. SO schön können Aussenspiegel sein. Das ist direkt eine Art von Kunst. Ehrlich.

        Bronx

        • Sandmann says:

          Hi Bronx,

          es ist der absolute Wahnsinn, wie detailverliebt die Hersteller in den 60er Jahren an den Autos gebaut haben. Die waren noch aus dem Vollen gefräst und weitestgehend ohne Plastik, auch die europäischen Modelle.
          Ich brauche glaube ich einen 65er Mustang. Und den Käfer ja sowieso. Und einen DeLorean, aber das ist nur ein Traum. Und… und….. ARGH…..

          Sandmann

          • bronx says:

            Moin Sandmann,

            ja, da saßen denen noch keine Erbsenzähler im Nacken. Austoben im Detail war noch erwünscht.
            Und Brüssel gab es auch noch nicht, somit noch keine unsinnigen Bestimmungen, welche heutiges
            schlimmes Design noch mehr verschlimmbessern.

            Wenn…, ja WENN ich wählen dürfte, wäre mein absoluter Ami-Favorit der 59er Bel-Air Cevy.
            Ganz dicht hinten dran der 1947er Chevrolet Station als Woody, die perfekte Surferkutsche. Mit der obligatorischen Sonnenschute und ausklappbarer Fahrerscheibe, wie beim Samba.
            Soviel Frischluft schafft kein Gebläse.
            Ich stehe auf Woodys, total. Wenn ich sowas sehe, verlier ich alle Hemmungen…

            2 meiner Träume Wagen. Ich brauche PLATZ!!

            Bronx

            • Sandmann says:

              Ay Bronx,

              das sind in der Tat TRÄUME WAGEN 🙂 Da brauchst du nicht nur Platz, für einen Bel Air aus dem Baujahr brauchst du inzwischen auch einen Haufen Geld. Der ist ja auf der ganzen Welt inzwischen Kult, weil: Wunderschön…

              Ich schieß mich immer mehr auf einen 65er Mustang ein und habe auch ein paar im Auge. Ein Autor von Artikeln über rockige Autos muss doch auch ein rockiges Auto fahren, oder nicht…?

              Heute Abend geht der nächste Teil der Reise online, ich hab da schon mal was vorbereitet…

              Sandmann

  2. bronx says:

    Hi Träume Macher 😉

    dann lass sehen, ich bin gespannt.

    In der Tat, ein 65er Mustang stünde dir gut. Dann brauchst du aber einen 3er Carport.
    Ja, der Bel-Air ist schon ne Skulptur. mich faszinieren seine Formen jedesmal auf`s
    neue. Am schönsten für mich ist der 56er. Da stimmt alles. (2 Door Sedan)
    Nicht nur der Chevy kostet inzwischen enorm Kohle…

    Auf Oahu traf ich vor ca 13 Jahren beim Surfen einen Typen aus Tampa, der auf Kahoolawe einen
    umgestrickten Lincoln Zephyr im Woody-Look von einem Einheimischen für schlappe 500 Bucks gekauft hatte. Das Ding ließ er sich per Fähre nach Oahu bringen.
    Damit pendelten wir abends nach`m Spaß auf dem Wasser immer in`s Nachtleben nach Pearl-City oder Honolulu. Von „The Beach“ Haleiwa keine 30 KM.
    Was soll ich sagen, am zweiten Tag überließ ich meinen Mietwagen einem freundlichen Belgier, der am Airfield Pech gehabt hatte.
    Die Bananen transportierten wir auf dem Tailgate, den unteren Teil konnte man einfach offen lassen.
    Da der Mann aus Tampa gern den ein oder anderen Cocktail zu sich nahm, fuhr des öfteren meine Wenigkeit das gute Stück.

    Da ist es einfach passiert. Seitdem bekomme ich feuchte Augen und Hände beim Anblick solcher Kisten. Wenn ich dann in solch einem Ding sitze, auf einem Treffen oder so, das Auto rieche, dann brauch ich nur die Augen schließen und ALLES ist wieder da.

    Bis zum heutigen Tag ärgere ich mich, dem Florida-Boy den Wagen nicht abgekauft zu haben. So ein Wagen wäre heute gut und gerne 20-25 Riesen wert. Euros! Nach EU hätte ich ihn schon bekommen und wenn ich ihn als Military-Cargo deklarieren hätte müssen, es wäre mir egal gewesen.
    Das wäre mein ganz persönlicher Granada geworden 😀

    Bronx

    • Sandmann says:

      Ay Bronx,

      whoah. Was für eine super Geschichte, kein Wunder dass dir da einige Erinnerungen hängen geblieben sind. Warum plünderst du nicht mal irgend einen Sparstrumpf, nimmst ein paar Kontakte auf und schaust, ob man so einen Woody in restaurierungsbedürftigem Zustand drüben bekommen kann? Du kannst doch schweißen. Und dann wird das dein nächstes Projekt…..?

      Also bei so viel Herzblut in der Geschichte… da muss man doch was machen können? Da ist unsere Käfertour doch nur eine Probefahrt… 🙂

      Sandmann

      • bronx says:

        Hey Sandmann,

        was denkst du was ich plane? Ich werd ja bald fünfzig und da ist noch was offen. In DIESEM Leben. Meine Lady zieht da mit..
        Hol du dir deinen Mustang, ich sag doch immer, mit Geduld geht vieles…
        Die Käfertour wird auf jeden Fall mehr als nur eine Probefahrt.
        Dafür sorge ich 😀

        Bronx

        • Sandmann says:

          Irgendwie klingen für mich die Ausblicke auf diese Jahr und die nahe Zukunft noch nach einer Menge guter Erlebnisse und Geschichten 🙂

          Sandmann, jetzt seinen Auspuff schweißend

          • Snoopy says:

            Mustangspezis habe ich ein paar als Freunde. Ich hätte ja auch sooo gerne einen 65 Cabrio. Mein Bekannter fährt immer mit einem 67 Cabrio vor meiner Nase rum…
            Guck dir das gute Stück gut an. 1000 Tipps gibts auf http://www.dr-mustang.com .
            Auspuff schweißen ? Lohnt sich das bei den Teilepreisen ? Eine Komplettanlage kostet weniger als eine Tankfüllung 😉

            • Sandmann says:

              Geile Seite, danke für den Tipp!

              Lohnen? Bei dem Auspuff nicht, ein kompletter neuer mit Rohr, zwei Pötten und allem Anbaumaterial kostet für den 110 PS TDI gerade mal 138,00 Euro 🙂 Aber ich wollte unbedingt eine vorläufige Sidepipe-Lösung anwenden und mein neues E-Schweißgerät antesten. Ich werde berichten.

              Sandmann

  3. El Gigante says:

    … warum textet Bronx hier nicht? Das sind doch Geschichten, die hier hin gehören, oder?

    El

    • Sandmann says:

      Er texte doch vehement.
      Aber immer, wenn er was hochladen will schmiert sein System ab 🙂

      Ich habe vorhin auch gedacht, dass ich die Woody Geschichte gern mal bebildert sehen will. Bronx?
      Und wenn es GAR nicht klappt mail mir Text und Bilder, dann mach ich das klar…

      Sandmann

      • bronx says:

        Hi ihr beiden,
        bei mir dauert sowas etwas länger, wie ihr ja beide wisst. Danke für das nette Angebot.
        Mit den Bildern ist es so eine Sache, ich besitze noch ein paar Fotos von Asien-Trips, vorzugsweise Thailand, Lamai ist auch immer für einen Ride gut 😀
        Leider entschloss sich meine EX im Zuge unserer Trennung vor nunmehr 7 Jahren, mein gesamtes Fotomaterial, frei nach dem Motto -wenn ich es nicht haben kann, soll es eben in den Ofen-,
        zu vernichten!
        Das möge zur Erklärung reichen, ich habe lange gebraucht, den Verlust zu verdauen. Es waren einige ECHT geile Sachen dabei.
        Im Fotografieren alter Schule mit so ner Spiegelreflex war ich bedeutend besser als heute am PC.
        Die Kamera war natürlich auch weg, denn der Auszug erfolgte
        entgegen unserer Absprache, als ich auf Usedom zu den Ausscheidungs-Wettkämpfen weilte.
        Ich war so naiv, zu glauben, man könne sich auch in diesem Zerfalls-Stadium einer Beziehung auf eine Absprache verlassen.
        Mea Culpa!

        In den Jahren danach hatte ich weiß Gott andere Sachen zu tun als privat zu reisen. Leben neu ordnen und so. Die ganze Latte, die einen dann erwartet und ne Menge Kraft kostet. So what?
        Ich glaube, ihr wisst beide was das bedeutet. Ich erinnere an El`s Aussage „das sowas echt Lebenszeit kostet“.

        Das möge als Erklärung reichen, mehr gehört hier nicht her 😉
        Habt Geduld mit mir, okay?

        Bronx

  4. calimero says:

    Tach Sandmann,
    ich habe schon ein bißchen weiter hinten gewildert, du schreibst immer wieder davon, daß du dich in einen Mustang verguckt hast. Ist das hier vielleicht ausgelöst worden? Der sieht ja wundervoll aus, schwarz mit goldenen Streifen. Da kann ich verstehen daß du auch einen willst.
    Ich reite immer noch auf meinem Golf 1 rum, der will irgendwie nicht kaputt gehen.
    Abel

    • Sandmann says:

      Ay Calimero,

      na ja, mein Passat läuft und läuft. Aber irgendwie mache ich ein Magazin, das TRÄUME WAGEN heißt, da muss man doch insgesamt auch noch was rockigeres rumstehen haben, oder?
      Auf der Tour sind die Grundsteine gelegt worden. Der Blick über die Haube und die Armaturen… Und wenn du mal einen Ami hattest (so um 1995 war es ein Ford LTD Sedan und um 2000 rum ein Cadillac Eldorado Biarritz) lässt dich das nicht mehr los…

      Sandmann

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