Der Straßenarbeiter

Essen auf Rädern

Essen auf Rädern

Streetworker wär‘ nicht mein Job. Nicht im klassischen Sinn, also Menschen da draußen in schwierigen Lebenssituationen Hoffnung und Perspektiven in homöopathischen Dosen in den Alltag zerstäuben. Auch mit Helm, oranger Jacke und Presslufthammer könnte ich nicht auf der Straße arbeiten, zu wenig Armmuskeln, und die klassischen Klischees erfülle ich auch nicht – ich bin nicht so der Bier- und Fußballfan. Pfeif auch keinen Frauen nach. Ich schreib lieber Texte und Geschichten. Und weil die zwar oft, aber nicht immer von alleine zu mir kommen fahre ich manchmal zu ihnen, quer durch eine kleine Welt aus Asphalt, Rädern, Staus, Musik und ungesunden Nahrungsmitteln. Immer mit dem Büro auf dem fellbezogenen Beifahrersitz…

Nicht direkt um die Ecke

Nicht direkt um die Ecke

Wenn Ihnen ganz ganz früh morgens der Bildschirm des alten TomTom links und rechts neben der Route schon anteilig Neubrandenburg und die Niederlande zeigt wissen Sie, dass es zumindest nicht nur ins Nachbardorf zu Hans-Peter und seinem Opel Corsa geht. Diesmal ist es Minden. Irgendwo bei Bielefeld (was es aber gar nicht gibt, warum zeigt mir das Navi das dann an?). Ich muss mal ein Update machen…. Ach nee, das ist ja zu alt 🙂 Egal, mit stark veraltetem Kartenmaterial unterwegs sein ist ein bisschen wie eine Schatzsuche mit einem alten Plan aus einer Flaschenpost, das erhöht die Spannung unterwegs. Minden liegt in einer kleinen Ecke in einem Flächenland mit Atomkraftwerken und Schafherden, dort ist die „Classic Car Ranch“ und da warten 4-6 ziemlich coole Autos auf mich, fahrbar und sehr artikelwürdig. Ab Hamburg ist das wahrhaftig keine Weltreise, aber schon ein bisschen Strecke zu fahren (zumal entlang meiner verhassten A7). Schauen wir also lieber nochmal nach dem Öl, der Funktion der Bordsteckdose und werfen wir ein Ohr auf das mitgeführte Musikprogramm.

Vor ein paar Jahren noch mit freiem Oberkörper

Vor ein paar Jahren noch mit freiem Oberkörper

Öl ist fein. Knapp unter Maximum. Was mich immer wieder beeindruckt, dieser Motor hat nun schon 652.000 Kilometer hinter sich, aber nennenswerter Ölverbrauch ist da nicht zu beklagen. RUMMS Klappe zu. Ich stecke die dicke aktiv gekühlte Bordsteckdose in den Anschluss auf der Mittelkonsole neben dem Aschenbecher/Eurodepot, damit mein Laptop, das Navi und das Handy ausreichend mit Strom versorgt werden und breite die digitale Informations- und Schreibtechnik auf dem zubbeligen Fell des Beifahrersitzes aus. Regelmäßig nach den Mails gucken, Facebook-Postings absetzen (beruflich wie privat) und erreichbar sein. Doof? Nein. Das muss so, schließlich ist es ein Arbeitstag, auch wenn ich den mit insgesamt sechs Autos auf der Straße verbringe. Streetworker. Irgendwie krass, dass sowas heute problemlos möglich ist, online von überall und im Auto sitzend. Kann’s los gehen?

Sonne scheint, dann kann es ja losgehen

Sonne scheint, dann kann es ja losgehen

Ich denke schon. Die schon gut wärmende Sonne krabbelt hinter hohen hamburger Häusern langsam nach oben. Sowohl mein Taxi als auch ich haben Hunger, diesen Task werde ich gleich noch vor dem Eintauchen in den Elbtunnel von der ToDo Liste streichen. Und jetzt schreibe ich auch wieder auf Deutsch. Der Verkehrsfunk orakelt zumindest bis ins nördliche Niedersachsen entspannte Straßen (wie kann das sein?), bevor Radio Schleswig-Holstein zu „Radio Gaga“ von Queen wechselt und ich daraufhin den Sender, weil ich das echt nicht mehr hören kann. Haben sich eigentlich fast alle Radiostationen bundesweit abgesprochen, dass man aus den 70ern und 80ern nur genau die Lieder in Dauerschleife wiederholen darf, die uns allen schon in den 90ern auf den Sack gegangen sind? Dieses klebrige Repertoire von rund 20 perma-repetierten Dauerbrenneroldies werde ich niemals verstehen, schon gar nicht bei den Öffentlich Rechtlichen mit einem angeblichen Bildungsauftrag, für den ich auch noch unfreiwillig Gebühren bezahle. Radio 1 in Berlin/Brandenburg schafft das doch auch. Die machen, dass ich nachgucke, was das für ein Lied ist und bei iTunes dann das Album kaufe. Aber Berlin ist leider weit weg. Obwohl… wenn ich mein Navi so angucke… oh Verzeihung, ich habe mich gehen lassen. Zurück zum Thema Hunger.

Diesel fürs Taxi, Mettbrötchen für den Fahrer

Diesel fürs Taxi, Mettbrötchen für den Fahrer

In den Tank des großen elfenbeinfarbenen Sternenkreuzers gluggern viele Liter schmieriges, stinkendes Zeug. Ich kauf mir an der Kasse für mich selbst auch sowas ähnliches. Ob das meinem Körper mehr schaden wird als ein Liter Diesel kann erst durch Langzeitstudien herausgefunden werden, der Nährwert ist jedenfalls vergleichbar, der Brennwert nicht ganz – aber geben wir dem allgemeinen Mettbrötchen noch vor 8:00 Uhr eine echte Chance, okay? Dazu kalte Erdbeermilch aus der Flasche, die gibt es gefühlt seit 40 Jahren in dieser Form, ich kenne absolut niemanden außer mir der die kauft aber sie ist immer da. Schön 🙂 Ach ja, und Kaffee. VIEL Kaffee. Das alles zusammen kostet mehr als ein Dreigängemenü im Maritim, ich denke oberflächlich über alternative Ernährungspläne nach und setze mich derart gut bestückt wieder ans Steuer des vollgetankten automatischen Fünfgängemenüs. Es riecht nach Zwiebeln vom Mettbrötchen und Diesel von meinen Fingern. Mit dem sicheren Gefühl, hier und heute mit meinem Auto nicht den Preis für den Sexiest Place on Earth zu gewinnen beschleunige ich auf die A7 in Richtung Süden.

Tunnelblick

Tunnelblick

Vergrößern Sie sich dieses Bild, drucken Sie es aus und hängen Sie es sich gerahmt über das Bett. Das ist der Elbtunnel in Richtung Süden OHNE stehenden Verkehr. Wenn ich mir die Bauvorhaben rund um dieses Loch unter dem großen Fluss in den kommenden 10 Jahren anschaue wird dieses Foto schon sehr bald Seltenheitswert haben, und man wird beim Betrachten sowas sagen wie: „Weißt du noch damals…? Als man durch den Elbtunnel einfach so durchgefahren und am anderen Ende wieder rausgekommen ist? Das waren gute Zeiten…„. So wie heute. Vielleicht wird das gar eine komplett unstressige Reise, geprägt von Eindrücken einer längst vergangenen Sauriermotorengeneration? Vielleicht. Ein freier Elbtunnel verströmt noch keinen Optimismus im Sinne einer absurden Navi-Zeitberechnung oder solchen hahnebüchenen Stau-Echtzeitberechnungen, wie sie die lokalen Radiosender hier rausblasen. Wer die A7 kennt weiß, wie viel Zeit sie einen kosten kann. Also nutze ich diese unerwartete Freiheit unter Tage, bemerke vor lauter Glück erst bei der zweiten Strophe dass auch mein Senderwechsel zu Hamburgs Oldie 95 nun mit „Radio Gaga“ von Queen belohnt wird und lasse den USB-Stick seine Einsen und Nullen ins Radio drücken, was dieses dann in analoge Wellen umwandelt.

fahn faaahn faaahn auf der...

fahn faaahn faaahn auf der…

Ah. Angenehm. Fernab von totgespielten Hits der 80er umschmeichelt die neue CD von Tori Amos meine Ohren und lässt mich auch im Kopf ein bisschen davongleiten. Wenn du erstmal durch bist ist schon fast München. So denken wir Norddeutschen, also wir GANZ Norddeutschen (alles nördlich der Elbe) über den Tunnel. Dahinter geht die Sonne gleich noch ein bisschen heller auf und beleuchtet golden und optimistisch riesige Hafenkräne, ganze Felder mit saftigen Containern, eine kleine alte Kirche mittendrin und unglaublich große Windgeneratoren.

Strom für die anderen

Strom für die anderen

Und weil ich gefühlt schon fast in München bin, schlägt der schnell Hunger zu. Gnadenlos und unbeherrscht wächst mein Verlangen nach diesem Mettbrötchen. Und ich gebe dem nach. Zwiebelmett ist streng genommen das ekeligste, was man auf nährwertlose weiße Weizenbrötchen streichen kann. Zusammen mit Butter, Pfeffer und frischen Zwiebeln wird vom ersten Moment des Reinbeißens jeglicher Lippenkontakt zum anderen Geschlecht an diesem Tag bis 18:00 Uhr kategorisch ausgeschlossen, außerdem muss man schlimm pupsen von den Dingern und sie hängen noch stundenlang zwischen den Zähnen. Na und? Rohes Schweinefleisch! Ich liebe diese Teile, und vor 20:00 Uhr heute will ich maximal reden, aber nicht knutschen. Den fehlenden Nährwert wird der heiße Kaffee sicher ausgleichen.

Mampf!

Mampf!

Argh. Extreme Closeup 🙂 Ich hoffe ich habe Sie nicht erschreckt? Das mit dem futtern im Auto geht immer so lange gut, wie man nicht auf fleckenfreie Kleidung angewiesen ist. Die Krümel auf Hose, Sitz und Teppich kann man später irgendwann mal ausklopfen oder wegsaugen. Außerdem ist natürlich eine entspannte, möglichst dreispurige verkehrsarme Streckenführung vorteilhaft, in der Innenstadt bräuchte ich ja beide Hände zum Lenken, Blinken und Radio bedienen. Überhaupt, ich mach das mal kurz wieder an, ist gerade halb. Irgend ein niedersächsischer Sender wird mir hoffentlich sagen, dass die Verkehrslage so entspannt bleibt wie sie zurzeit ist? Äh. Nein. Knapp zu spät, NDR 1 Niedersachsen hat gerade die Blitzer durchgegeben und spielt jetzt „Radio Gaga“ von Queen.

Arbeitsplatz? Ja, manchmal.

Arbeitsplatz? Ja, manchmal.

Ich wechsel zu Radio FFN und starte mit der rechten Hand das Laptop, was neben mir auf dem Sitz liegt und über mein Handy theoretisch mit dem Internet verbunden ist. Diese Theorie ist oft, aber nicht immer in die Praxis umzusetzen, denn selbst in dem tatsächlich ausgesprochen guten Netz der Deutschen Telekom wundere ich mich immer wieder, dass sogar entlang von Autobahnen die Datenrate erst von 3G auf Edge krückt, manchmal komplett zusammenbricht und im Jahr 2014 noch immer nicht stabil ist. Warum können das die Skandinavier schon seit Jahrzehnten? Komisch. Da hinten kommt ein Parkplatz, das Netz sieht gut genährt aus, ich wittere eine datenübertragende Chance und fahr mal raus und arbeite ein bisschen. Ich kenne Leute, die das suizidal während der Fahrt machen, als Fahrer wohlgemerkt, aber für solche Kapriolen hänge ich doch ein bisschen zu sehr an meinem Leben und möchte da auch Unbeteiligte nicht reinziehen. Mailtausch, Facebook Posting vorbereiten und hochladen, Seiten checken…. was da gerade alles durch mein kleines Telefon klappert flößt mir einen tiefen Respekt vor moderner Technik ein.

einige Dinge macht man lieber auf dem Parkplatz

einige Dinge macht man lieber auf dem Parkplatz

Andere sitzen den ganzen Tag im Büro und gucken nach draußen. An einigen Tagen in der Woche mache ich das ja auch, aber hier und heute genieße ich in genau diesem „draußen“ die Freiheit, unterwegs zu sein. Geil. Sitzen tu ich allerdings auch schon ganz schön lange, und was da alles wiederum seit heute Morgen durch meinen Körper klappert beeindruckt mich zwar nicht, will aber raus. Haben Sie auch das Problem, dass Sie ausgerechnet auf Rastplätzen mit WC-Anlagen lieber in die Büsche pinkeln? Ich weiß gar nicht warum. Restaurants mit Mondpreisen für Nahrungsmittel und Sanifair Gutscheinen zum schöner Pissen meide ich sowieso, das ist zwar immer alles fein sauber und duftig da – aber dank einer Laune der Natur können wir Männer die flüssigen Kleinigkeiten des Lebens komfortabel im Stehen rauslassen (es soll Frauen geben, die das auch können), das geht schneller und befreit irgendwie mehr. Hm. Hier sind nicht mal Büsche. Und jetzt? Vielleicht doch ins WC-Häuschen, das allerdings bis hier hin zu riechen ist, obwohl ich 100 Meter entfernt bin? Nee. Niemals.

Raus muss es ja doch

Raus muss es ja doch

In dem Moment fahren selbstverständlich fünf Autos mit neugierigen Familien, drei Trucks und ein vollbesetzter Reisebus gleichzeitig los. Das Leben ist ein einziger Murmeltiertag 🙂 Ich strecke noch die knirschenden Ü-40 Gliedmaßen wie ein Kompass von mir, stelle irgendwo im Nacken einen fortwährenden Anstieg der Temperaturen fest und beschließe, ein paar Fotos vom Außenthermometer zu machen. Ja, auch das kennzeichnet uns Norddeutsche. Also uns RICHTIG Norddeutsche. Fahren durch Niedersachsen fühlt sich für uns schon wie der Weg in den Urlaub an, und sobald die Temperaturen mal über 10 Grad klettern lassen wir alle Hüllen fallen und holen uns einen Sonnenbrand plus Erkältung. Aber lieber in Extremen leben als gelangweilt sterben. Als ich wieder im Taxi sitze, die Mettbrötchenkrümel aus den Ritzen der Sitze fege und ein paar faserige Fettstreifen aus den Zahnlücken ziehe erbricht sich der FFN Moderator mit der Ankündigung eines sagenhaften, schon ewig nicht mehr gespielten musikalischen Klassikers in meine Ohren und legt „Radio Gaga“ von Queen auf. Ach Jungs. Darauf noch einen tiefen Schluck Erdbeermilch und ein paar Sequenzen vom USB-Stick. Klick.

Das tut gut...

Das tut gut…

Das klingt bis hier alles gechillt und super? Also, nicht die Wiederholungs-Hits, sondern der Ablauf? Na ja. Ich schränke das mal ein bisschen ein, autofahren auf der A7 ist generell ziemlich anstrengend, auch wenn autofahren mehr Spaß macht als Steuererklärungen ausfüllen. Parallel immer online sein und regelmäßig die Sozialen Netzwerke checken ist Stress im Kopf und nicht so entspannt, wie man das sonst von langen Touren mit dem Auto gewohnt sein könnte. Verantwortung zu tragen ist auch ohne körperlichen Einsatz fordernd. Auch die zu erwartenden Autos in Minden werden einen Haufen Spaß machen, aber zwei Stunden Fotosession mit jedem Wagen, Datenaufnahme… und ich muss heute ja auch wieder nach Hamburg zurück… das kann schon ganz schön müde machen. Trotzdem will ich mit keinem anderen Job mehr tauschen. Denn alles findet in und um Autos statt. Das kann ja so verkehrt nicht sein 🙂 Und es wird immer wärmer und wärmer. Ist das ein Anflug von Sommer? Geil.

es wird Sommer

es wird Sommer

Jetzt habe ich Sie und euch mit banalen, wirr zusammengewürfelten Themen zugequatscht, eben das, was mir durch den Kopf geht, wenn ich unterwegs bin. Und in diesem Leben bin ich momentan immer unterwegs, vielleicht muss ich deshalb auch so viel Unsinn niederschreiben, sonst platzt mir der Kopf. Und ihr hört mir wenigstens zu 😉 So langsam, nach rund drei Stunden, komme ich an meinem Ziel an. Wenn ich sonst in Sachen Fotos unterwegs war haben immer irgendwelche LKWs gebrannt, sind mit einer Ladung lebendiger Schweine quer durch Obstplantagen havariert oder haben sonstwelche Gründe produziert, um Vollsperrungen zu erzeugen. Heute liegt mein Büro meistens auf dem Beifahrersitz rum und ich komme tatsächlich zwischendurch mal zum Musik hören und nachdenken. Wie Sie vielleicht gemerkt haben. Und jetzt steigt auch die Vorfreude auf die dicken Amis der Classic Car Ranch.

unaufgeräumt - wie zu Hause

unaufgeräumt – wie zu Hause

Ich kann mal aufzählen, was ich gleich vor Ort fahren werde…..?

  • Ein 1941er Ford Business Coupé,
  • eine 1969er Corcette C3 Stingray,
  • ein 1965er Pontiac GTO Cabrio,
  • ein 1968er Camaro 2-door Hardtop Coupé,
  • ein 1963er Galaxie Hardtop Coupé und
  • einen Ford Torino Cobra…

Also alles Autos, die man nicht von der Bettkante schubbst, und Sie können die Geschichten in den kommenden Ausgaben der TRÄUME WAGEN lesen. Und später natürlich auch hier 😎 Gut gelaunt und bei strahlendem Sonnenschein parke ich vor der Halle und stapfe mit Kamera und Stativ vorbei an fetten, chrombeladenen Autos ins Büro. Michael, der Chef, grinst mich an. Auf dem Regal hinter seinem Schreibtisch steht ein Radio, ich weiß nicht, welcher Sender eingestellt ist aber es spielt „Radio Gaga“ von Queen.

Ja. Das ist es.

Ja. Das ist es.

Leben im Auto. Leben mit Autos. Manchmal ein bisschen ekelig, ich habe noch immer einen gewissen Zwiebelhecht mit Erdbeermilchanteilen im Hals, aber ich erzähle Ihnen diese intimen Details ja nur sehr selten 🙂 In meinem Auto bin ich ich. So sehr wie nur an wenigen anderen Plätzen. Zwei Sachen sind ein bisschen schade. Es war die letzte längere Tour mit meinem Dieseltaxi. Ich werde noch ein paar Abschiedsfotos machen, und dann geht es zum Abdecker. Er hat sein Leben gelebt und wird als Organspender viele andere W210 und S210 glücklich machen. Und dann ist da noch dieser Freddie Mercury, der einst über den ganzen belanglosen neuen Mist in seinem geliebten alten Radio sang und dank der Endlosschleifen der Massensender nun selbst dazu geworden ist. Schade. Ich wünsche mir mehr mutiges Radio. Aber das ist eine andere Geschichte. Deshalb gibt’s als kleinen Clip am Ende auch nicht Queen, sondern Tori Amos. In die bin ich seit 20 Jahren ein bisschen verknallt.

Sandmann


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Über Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.
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19 Responses to Der Straßenarbeiter

  1. LarsDithmarschen sagt:

    Moinsen Sandmann,

    ich kann es ja zugeben, mit dem Roadtrip-Bericht hast du mir gerade etwas die Nervösität vor meinem eigenen, ersten großen Roadtrip genommen, den ich am Samstag unternehmen werde. Ich fahre in die Nähe von Rheine und habe mir da für zwei Tage ein Hotel genommen. Das erste Mal, außer Klassenfahrten, dass ich „Urlaub“ mache. Ansonsten waren es immer Tagestouren.

    Das längste, was ich in Richtung Süden und per Autobahn gefahren bin, war Hamburg – und das war mit der Fahrschule vor fast 2 Jahren. Ansonsten ging es nur bis Elmshorn. Einmal ging es als Beifahrer nach WOB, das ist auch schon ein Jahr her. Ich bin gespannt, wie der Verkehr ist. Hier in Dithmarschen und auf der A23 nach Hamburg ist ja nichts los.

    Fällt dir denn der Abschied vom Taxi schwer?
    All we hear is… 😉
    Schöne Grüße
    Lars

    • Sandmann sagt:

      Ay Lars,

      nervös brauchst du vor einer langen Tour nicht zu sein. Ich schrieb ja schon mal, ich bin völlig auto-unerfahren 1991 mit dem damals schon alten rotten Taunus und zwei Freundinnen unvorbereitet nach Südfrankreich gefahren 🙂 Das sind tolle Erfahrungen, die viele Zeit auf der Straße macht irgendwas Gutes mit einem. Irgendwas mit Freiheit und so.
      Wichtig: Oft anhalten und Bilder von dir mit pathetischem Blick auf den Horizont und dem Auto machen 😉 Aber das kannst du ja schon ganz gut. Berichte mal, beizeiten. Bin neugierig.

      Ob mir der Abschied vom Taxi schwer fällt…? Hm… Mir fällt JEDER Abschied von einem Auto schwer, das ist noch ein ungelöstes Problem in meinem automobilen Leben, Aber da bin ich zum Glück nicht alleine, mein halbfinnisches Fräulein Altona hat vor zwei Wochen ihren geliebten Golf Bon Jovi nach 12 (in Worten: ZWÖLF) Jahren an eine Freundin in Köln verkauft. Da sind sogar ein paar Tränchen geflossen, auch wenn er sozusagen in der Familie bleibt.
      Beim Taxi ist die Vernunft zum Glück größer als die Emotionen. Ich müsste echt viel Arbeit reinstecken und habe die Zeit nicht. Und danach wäre es noch immer eine ausgelutschte Karre, auch wenn er recht zuverlässig ist. Aber eben insgesamt schon wirklich runtergerockt. Ich tröste mich mit dem Spaß am kompletten Zerlegen (zusammen mit bzw. bei Markus1975 in der Halle), werde viele kleine Teile für mich selbst einlagern und für andere (Anlasser, Lenkgetriebe, Klimakompressor, Einspritzpumpe) erstaunlich viel Geld bekommen.
      Und — der Nachfolger ist sowas von geil…… 🙂

      Rock den Donnerstag und hab ein schönes Roadmovie-Wochenende!
      Sandmann

      • LarsDithmarschen sagt:

        Hey Sandmann-Gewinner,

        auch hier nochmal herzlichen Glückwunsch für das Ergebnis :).

        Oft anhalten wäre schön, ich werde zumindest auf der Hintour Büsumer Krabben dabei haben und die sollen nicht unbedingt verderben :D.
        Mit dem Bon Jovi kann ich mitfühlen, zwölf Jahre ist eine echt lange Zeit. Meine Eltern hatten noch nie so lange ein Auto, das längste war Papas R12 Kombi mit 6 Jahren, glaube ich. Das Auto wird halt doch irgendwie zu einem Freund.
        Viel Arbeit in ein Auto zu investieren, lohnt sich eigentlich nur wirklich, wenn man nicht wirklich auf das Auto angewiesen ist. Bei Elsa sind bei mir eindeutig die Emotionen im Vordergrund, ich liebe das Auto. Finanziell hat sie bis jetzt noch gar nicht mal so viel gekostet. Das teuerste wird die Lackierung. Mit Glück bleibe ich mit allem drum und dran unter 4000. Aber das wird sich zeigen. Auf den Nachfolger bin ich ja irgendwie neugierig :D.

        Schöne Grüße
        Lars, der gleich an einem A6 C5 das Fahrertürschloss wechseln soll.
        Das wird nie was. Zu viel Elektronik…

  2. SteffenG sagt:

    Danke, dass wir daran teil haben können. 🙂

    • Sandmann sagt:

      Gern, Steffen 🙂

      Den Auswirkungen des gemeinen Zwiebelmettbrötchens am Steuer wird im Internet viel zu wenig Platz eingeräumt. Ich sehe mich da als Vorreiter mit Mettfasern zwischen den Zähnen. Ja.

      Sandmann

  3. Daemonarch sagt:

    Hi Sandmann!

    Wie du weisst, bin ich ja auch im wahrsten Sinne des Wortes „Straßenarbeiter“… (Z.b. die rechte Röhre des Elbtunnels, die gerade saniert wird, die ersten 20m wenn du von Hamburg kommst, und dazwischen auch der eine oder andere Meter sind „von mir“).
    Daher muss ich mich hier schwerstens gegen das stumpfe Klischee des stinkenden, fetten rülpsenden und allem annähernd Frauenähnlich hinterherpfeifenden Rüpels verwehren!

    Das du das treue Taxi jetzt herzlos schlachten willst, betrübt mich jetzt natürlich, aber bei dir leider ja mittlerweile fast gewohnheit.

    Übrigens hab ich mir heute morgen rein zufällig an der Tanke auch mal wieder ne Münsterland-Erdbeer gegönnt, für schlanke 1.49€. Immerhin billiger als ein Liter Sprit.
    Leider gibts ja im Aldi nicht mehr den günstigen „Hausbrand“, der meines Wissens nach nur umgelabeltes Münsterland-Produkt war.

    • Sandmann sagt:

      Ay Daemonarch,

      moment moment 🙂 Ich glaube nicht, dass du mit Helm und Presslufthammer im Tunnel gearbeitet hast oder? Bist du nicht quasi der „Lieferant“ mit dem großen Laster? „Damen aufgepasst, meiner ist 30 Meter lang“? 😀 😀 😀
      Wann immer ich jetzt in der erster Röhre im Stau stehe und Kacheln zähle werde ich an dich denken.

      Ich schlachte das Taxi nicht herzlos, im Gegenteil. Ich hätte es lieber am Stück an jemanden verkauft, der ein paar Löcher zuschweißt und ihm wieder TÜV und zwei Jahre Spaß auf der Straße gönnt. Aber es hat sich niemand, NIEMAND, NIIIIIEEEEEEMAND gemeldet, nicht mal die wasisletztepreis Jungs. Alte Daimler sind am Stück einfach zu billig, die will irgendwie keiner mehr. Jedenfalls nicht als Ex-Taxi. Und für die Teile bekommt man wiederum ein kleines Vermögen. Das ist krass.
      Und da ich weder die Welt noch alle ihre Autos retten kann (das versucht unser Lars ja schon) filetiere ich den Guten. Teile von ihm werden weiterleben. Ich werde berichten 🙂

      Genieß den Erdbeertrunk, und was soll ich sagen, Diesel kostet in Hamburg 1,29 Euro.

      Sandmann, seit eben offiziell 2. Platz der besten deutschen AutoBlogs 2014

  4. Daemonarch sagt:

    Gratulation zum poll-ergebnis!

    • Sandmann sagt:

      YAYYY!!!! 🙂 😀 :roll:

      Dann wird es wohl tatsächlich in diesem Spätsommer ein Sandmanns Welt Treffen in Kiel geben. Geil. Ich mache mir mal Gedanken und werde laden……..

      So, zurück zum täglich Brot.
      Sandmann

  5. Daemonarch sagt:

    Ich würde mich hinreissen lassen, zu kommen wenns irgendwie geht.

    • Sandmann sagt:

      Ay Daemonarch,

      wenn es dann so weit ist werden wir die Logistik sicher hinbekommen. Aus deiner Ecke kommt ja bestimmt noch jemand. Alles ist machbar 🙂 Es wäre mir eine Ehre, wenn du kämest. Nachdem wir es bei deinen 5 Tagen in Hamburg nicht hinbekommen haben….

      Sandmann

  6. Sammy sagt:

    herzlichen Glückwunsch zum ehrenvollen Zweiten 😉

  7. SteffenG sagt:

    Soso, der Herr Sandmann ist dann wohl jetzt in den Bloggerolymp aufgestiegen! Gratulation dazu!
    Wir werden ein leckeres Stöffchen darauf öffnen.

    Er gebe mir bitte noch einen wertvollen Tipp zur Stauumfahrung am Elbtunnel des teuflischen Monarchen. 😉

    Cheers!

    Steffen

    • Sandmann sagt:

      Ay Steffen,

      gäbe es wirklich wertvolle Tipps, dann würden sie veröffentlicht werden. Hört einfach permanent Verkehrsfunk auf mehreren Sendern, wenn ihr näher kommt. Wenn die A7 mehr als 10 Kilometer steht (ab Moorburg oder so) dann versucht, über die A1 in Richtung Lübeck auszuweichen und fahrt dann am Bargdeheider Kreuz auf die A21 nach Kiel. Dann kommt ihr östlich über die Elbbrücken. Da sind aber auch Baustellen, also ab 15:00 Uhr ist es eigentlich unmöglich, stressfrei die Elbe zu überqueren…

      Sandmann

  8. Daemonarch sagt:

    Manchmal kommt man über die B4 durch die Stadt auch ganz gut durch… Manchmal… Selten, beinahe nie!

  9. SteffenG sagt:

    … und ich beschwere mich über 5 Minuten, die ich manchmal länger auf der Autobahn zu bringe.

    Steffen

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