Die Renaissance der Musik-Kassette?

Der Sandmann kommt!

Der Sandmann kommt!

Alternde Männer bekommen nicht nur attraktive Falten und graue Haare, sie beginnen auch, sich zwischenzeitlich in Richtung „Damals“ zu orientieren. Manchmal. Das hat wohl mehrere Gründe, damals war alles ruhiger, damals war alles übersichtlicher und damals war man noch jung. Ob das immer so toll war sei mal dahin gestellt. Damals jedenfalls gab es ein paar Sachen, an die sich heute nur noch die Ü-30 Generation erinnert. Wählscheiben. Die Muppet Show. Und Musik-Kassetten. Ha 😀 Diese kleinen, filigranen Tonbänder, bestehend aus genau so vielen Einzelteilen wie ein 1975er Jaguar XJ12 (und genau so zuverlässig) haben dieses gewisse Etwas. Nee echt jetzt. Das glauben Sie mir nicht mehr? Oh doch, folgen Sie mir in eine Zeitreise ins ferne Vor-USB-MP3-Zeitalter.

Am Anfang war der Erwerb und das Wiederfinden.

Die Zusammenstellung ist fast unerträglich

Die Zusammenstellung ist fast unerträglich

Der Erwerb beschränkte sich ursprünglich nur auf das rote Kunstlederköfferchen, das ich am Wochenende aus reinem Jagtinstinkt in einer überregional bekannten Trödelscheune bei Kiel kaufen wollte. Cheffe dort grinste mich an uns legte fest, dass 10 Euro gut angelegte Kohle für dieses Relikt seien – aber ich müsse das Ding noch mit Kassetten vollmachen. Damit er die endlich mal loswerde 😉 Das war gar nicht so leicht, denn die Quantität war unmissverständlich vorhanden, inhaltlich gab es da aber durchaus Grenzen, die ich nicht überschreiten wollte. Volks- und Blasmusik kommt mir nicht in die Ohren, Klassik in dieser Form auch nicht. Also mussten es deutsche und internationale Schlager sein, außerdem ein paar von irgend jemandem selbst aufgenommene, unbeschriftete BASF Schätzchen. Jemand, den ich nie kennen lernen werde. Ein akustisches Blind-Date? Ich werde neugierig…

John Watts. Ich bin wieder Teenager

John Watts. Ich bin wieder Teenager

Das Wiederfinden war einfacher. Auch wenn ich nicht als der ordentlichste Mensch in Norddeutschland verschrien bin, in meinem Keller weiß ich genau wie Peter Ludolf, in welchem Haufen ich suchen muss. Und ich fand den großen Bananenkarton mit meinen eigenen Tapes aus den späten 80ern, aufgenommen vom Radio oder später akribisch zusammenkopiert von Langspielplatten oder gar CDs. Ich finde John Watts wieder, Bryan Adams, Gary Moore und The Mission. Einen selbstgebauten Mitschnitt vom Regionalsender R.SH und ein paar Mixtapes, die nie eine der weiblichen Zielpersonen erreicht haben. Warum auch immer. Ab ins Auto mit dem ganzen Kram, ich habe einen langen Weg vor mir und bin gespannt, wie sich Anno 2013 der akustische Genuss antiker Tonbänder so anfühlt…

Ein erhabener Moment

Ein erhabener Moment

Krass, oder? Vor einigen Jahrzehnten haben wir diese Dinger reihenweise in die Tonne getreten, weil die Bänder zerknickten, die Tonköpfe verdreckten und sich CDs ja auch viel besser skippen ließen. Allein durch mein geöffnetes Fahrertürfenster sind mindestens 20 dieser analogen Speichermedien aus dem Entertainment-Paläozoikum geflogen. Und jetzt, im folgenden Jahrtausend, rolle ich durch Hamburg in Richtung Arbeit und bin fast ein bisschen aufgeregt. Ich feier das erste Tape extrem ab, ich weiß nicht mal was da drauf ist… Vielleicht ein paar unbeholfene Aufnahmen mit dem Mikrofon, mein Freund Markus und ich, schlechte Witze reißend und „Hörspiele“ produzierend? Mitschnitte vom „Club Wunschkonzert“ mit Günther Fink auf NDR2, immer Samstags Abends, die beste Hit-Möglichkeit neben dem Erwerb von Langspielplatten? Eine heilige LP eines Freundes, aufgenommen so, dass sie auch auf eine Seite passt? Zwei mal 45 Minuten…

SO, dann wollen wir mal...

SO, dann wollen wir mal…

Ich gehe sogar noch weiter, ich weiß nicht, ob das zusammen mit dem Audi erworbene „Übergangsradio“ vielleicht ein totaler Kassettenfresser ist und ich hier nachher in einen Haufen dunkle Plastikbänder eingewickelt im Straßengraben havariere…?

Kein Zurück mehr

Kein Zurück mehr

*KLACK* quietsch rurrrurr ♫ und da kommt tatsächlich – Musik 😀 Und die Qualität ist gar nicht mal so schlecht! Position FERRO war ja immer billig, nicht so brilliant, aber extrem fett im Sound. Das hier ist Ferro EXTRA, das war vermutlich ein gehobener Standard von BASF, gibt es die eigentlich noch? Und was bauen die heute? Ich drehe die Lautstärke ebenfalls analog ein wenig höher und versuche, zu verstehen. Was ist das? Kenn ich irgendwie gar nicht, wo kommt diese Kassette her?

Mann-Sand am Rand vom Band

Mann-Sand am Rand vom Band

Hm. Halten wir fest: Das Radio funktioniert. Aber mit dem ausgewählten Erst-Tape werde ich nicht warm. Habe ich die Band verdrängt, weil ich inzwischen meinen kindlichen Humor verloren habe? Sicher nicht. Oder bin ich schon so alt, dass mich Gedächtnislücken beuteln? Oder ist die vielleicht gar nicht von mir und im Laufe der Jahre da irgendwie in diesen Bananenkarton geraten? Ein bisschen vorspulen (UUUAAAHHHH schlimmes, mechanisch verschleißendes Geräusch)… es wird nicht besser. Ich hab das noch nie gehört, und es klingt irgendwie scheiße. Also Fazit: Aus dem Fenster damit. Und weg. Nummer 21 oder so. Das war jetzt ja ein bisschen unbefriedigend, was habe ich denn noch so im Angebot?

Die kenne ich wenigstens

Die kenne ich wenigstens

Da steht mein Name drauf, und an die kann ich mich wenigstens erinnern. Aufgenommen wurde dieses Poesiealbum der Geschmacklosigkeiten 1987, alles direkt aus dem Radio! Radio Schleswig-Holstein, unser hiesiger kommerzieller Privatsender war da noch ganz jung, und klassisch sind am Ende der Lieder (und manchmal auch am Anfang) die aufgedrehten Stimmen der Moderatoren mit drauf. 😀 Super. Kennen Sie das auch noch? Erinnern Sie sich noch daran, dass Sie (auch nach so langer Zeit) nach JEDEM einzelnen Lied noch genau wissen, welches danach kommt? Wie rumpelig der Übergang ist? Welche Wortfetzen noch mit drauf sind? Ich finde das unglaublich, fast so unglaublich wie meinen Musikgeschmack im zarten Alter von 16 Jahren. Oha. Das darf man echt niemandem erzählen…

Verrückte akustische Zeitreise

Verrückte akustische Zeitreise

Lachend und unsicher mitsingend versuche ich, mich mal wieder auf die Straße zu konzentrieren. Es gibt ein paar Kassetten, die damals irgendwie immer dabei waren. Auf Klassenfahrten habe ich sie erst dem Busfahrer und als Folge dessen der ganzen Klasse ungefragt aufgenötigt und fühlte mich wie der weltgeilste Checker, weil jetzt alle MEINE selbstaufgenommene Musik gehört hatten. Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung gehen bei einem pubertierenden Teenager der 80er ein wenig auseinander. Ich schäme mich 25 Jahre später ein bisschen, muss aber immer noch lachen. Die Tapes haben tatsächlich die Jahre überdauert! Die Lautsprecher in meinem Audi, nur unerheblich älter als die antiken Tonbänder allerdings nicht so. Hier und da scheppern die kleinen Membran-Töpfchen aus Zeiten einer etwas anderen HiFi-Definition, aber beherztes Klopfen auf die Plastik-Gitter schafft kurzfristig Abhilfe. Notiz an mich selbst: Irgendwann da mal was neueres mit ein ganz bisschen mehr BUMMS einbauen.

Knarzt ein bisschen

Knarzt ein bisschen

Knock Knock Knocking on Speaker’s Door. Zur gewohnt ruppigen Akustik meines hochtourig drehenden 70er Jahre Gymnasiallehrermobils gesellt sich nun der lang ersehnte verdreckte Tonkopf. Es ist irgendwie doch alles wie damals, alles wie früher, und früher war wie schon angedeutet eben nicht ALLES besser. Ich drücke ein bisschen an der aus dem Schacht herausguckenden Kassette rum, und das dumpfe Gejammer wird ein bisschen besser. Kurz die Vorspul-Taste angetippt, und der Klangbrei schallt sogar ERHEBLICH besser! Fast schon brilliant! Gleich nochmal, kurz vorspulen, kurz die Rückspultaste angetippt und dann laufen lassen. Klasse. Nie klang Peter Maffay intensiver. Aber irgendwie… Singt er gerade etwas langsamer? Und jetzt wieder schneller? Was ist denn da los…? AAAAHHHH!!!!

Das war ja abzusehen...

Das war ja abzusehen…

Vielen Dank für die Blumen. Da haben wir den Salat. Sandmann ist außer Rand und Band. Ich erinnere mich wieder an diese leidvollen Sekunden, als das geliebte und über die Jahre verehrte Tondokument in einem unwiederbringlich zerstörten Bandsalat aus dem Kassettenschacht herausquaddelt und dabei noch letzte sterbende Klänge am Tonkopf vorbei kratzt, bevor die ausgehärtete Andruckrolle es abreißt wie eine billige Frischhaltefolie. Exodus. Damals? Habe ich dann versucht, die Fragmente zu bügeln und mit Tesa zu kleben, bevor ich sie wieder liebevoll mit einem Bleistift in das Plastikgehäuse reingewickelt hatte. Nicht, dass das irgendwas gebracht hätte, das Tape war tot. Und beim nächsten Abspielen ging der Salat von vorn los. Heute bin ich reifer. Ich wickel hier gar nix mehr auf. Ich werfe das Ding eiskalt aus dem Fenster.

Edgar Schlepper, wer kennt ihn nicht?

Edgar Schlepper, wer kennt ihn nicht?

Es gibt ja noch die gekauften Alternativen aus der Trödelscheune. Die 16 BESTEN aus den Hitparaden ’77, das klingt doch großartig, mein Auto freut sich auch – in dem Jahr wurde es gebaut 🙂 Also rein mit dem cremefarbenen Plastiktape und voller Neugier die Ohren geöffnet… Oha. Ach ja. Auch daran erinnere ich mich. Die Firma EUROPA zum Beispiel bot damals immer für 6 Mark original aussehende Hit-Tapes an, die aber von irgend welchen unbekannten Laien nur nachgesungen waren. Ich bin mehrfach während der Neuen Deutschen Welle darauf reingefallen, Geiz war schon damals geil. Hier haben wir noch eine Steigerung. Der unvergessene Edgar Schlepper spielt diese Welthits instrumental auf seiner mehretagigen Yamaha Electone Orgel. Wieder treibt es mich vor Lachen fast in die Leitplanke, aber dieses Tape lernt nicht fliegen. Das ist klasse. Ich beschließe dennoch, was anderes zu hören und nehme mir vor, einmal herauszufinden, was wohl aus dem unvergessenen Edgar Schlepper geworden sein mag. Er scheint mal in Hamburg einen Plattenladen besessen zu haben.


Unfassbar albern, oder? Genau. Ich mag das 🙂 Kassetten im Auto machen Spaß, aber ich begreife am rotierenden Objekt, warum die Menschheit mit Hochdruck daran gearbeitet hat, dass wir heute USB-Sticks, Solid-State-Discs und Bluetooth haben. Das ist einfacher, klingt besser und macht weniger Bandsalat. Oder haben Sie schon einmal eine Festplatte aus dem Fenster geworfen? Früher war NICHT alles besser, gut, das mal wieder vor Ohren geführt zu bekommen. Aber – irgendwie machen diese kleinen Tonbändchen trotzdem Spaß. Ich höre noch ein bisschen Truck Stop und wünsche Ihnen wundervolle, überraschungsreiche Tage!

Sandmann

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Über Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.
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28 Responses to Die Renaissance der Musik-Kassette?

  1. Snoopy sagt:

    Schluck…. meine Freundin hat diesen Westernbarden auch geliebt. Ich nicht… 😉
    Ich habe auch noch ein paar Bändern und vielleicht irgendwo noch etwas zum Abspielen ?
    Den Kindern habe ich vor 10 Jahren noch ein paar Kassetten auf CD überspielt…

    • Sandmann sagt:

      Kassetten auf CD?
      Lustig, das habe ich in den 90ern immer andersrum gemacht 😀

      Ich mag Truck Stop, weil eine meiner ersten Platten „Truck Stop – Nicht zu bremsen“ war. Die wollte ich damals wegen der Fernsehwerbung, da ist ein amerikanischer Truck durch eine Papierwand gefahren. Ich fand Trucks sehr geil seinerzeit. Und dann irgendwann fand ich auch die Musik der Platte gut.
      Und ROM von Dschinghis Khan…
      Und David Dundas.
      Aber das sind andere Geschichten….

      Sandmann

  2. bronx sagt:

    *Lach*

    Erst vorgestern habe ich ein totes Tape aus meinem ca 800-Jahre altem Garagen-Recorder gezogen, welches sich exakt in der von Dir beschriebenen Weise „herausquaddelte“ 😀 Danke für diese herrlichen Zeilen, bin im Moment in einer ähnlichen „Phase“ des Rückblicks. Das Auffinden eines alten Koffers voller Tapes war und ist Schuld.
    Nicht alles habe ich seinerzeit beschriftet, so bleibt das spannend. Manchmal denke ich, warum habe ich DIESEN Schwachfug aufgenommen??
    Vieles ist noch aus Zeiten der Mauer, man konnte ja bei uns ausgezeichnet AFN-Berlin (kennt das noch jemand?) empfangen. Das war seinerzeit immer ’ne Bank für guten und aktuellen Sound. Die peilte ich auch immer mit meiner großen Richtfunkantenne an, während meiner Militärzeit und versorgte so die Kameraden in den Hangars mit guter, frischer Mucke 😀 Und schnitt fleißig mit. Aus dieser Zeit stammt ein großer Teil meiner Bänder. Dabei war das hören dieser Sender streng verboten. Ich erinnere mich, eines Tages kam unverhofft ein junger, strebsamer Leutnant auf „meinen“ Tower (ich war ja Wetterfrosch am Radar) und lauschte aufmerksam den Klängen von Marla Glenn (bester Soul aus New Orleans). Er fragte, wer ist das?
    Ich antwortete ihm, dass ich das auch nicht wüsste, da ich ja schliesslich nicht alle Künstler kennen würde welche „bei uns“ im Radio so gesendet würden. Gott sei Dank war der so dämlich, das ihm die eingestellte Peilung der Antenne entging. Das wäre etwas unerfreulich geworden 😉

    Bronx

    • Sandmann sagt:

      Ay Bronx,

      schon schwer zu glauben, dass du noch live ein Regime miterlebt hast, in dem du nicht hören durftest, was du wolltest! Ich für meinen Teil bin froh, die echte DDR noch selbst erlebt zu haben. Wir hatten Verwandte in Dresden, und die haben wir ab und an (im Audi 100…) besucht. Ich habe das Grau, das Kopfsteinpflaster und die leeren Schaufenster noch mit meinen kindlichen Augen gespeichert…

      Sitzt du denn jetzt auf dem Fußboden vor deinem alten Tapedeck und hörst den gefundenen Schatz durch? 🙂

      Sandmann

  3. bronx sagt:

    So ähnlich, (es sind aber zu viele Tapes, ca 200 Stck.)

    momentan höre ich aber Dortmund vs Real da ich nicht im Traum daran denke, mir Pay-Tv anzuschaffen.
    Aber morgen geht es weiter, das ist spannend, eine Zeitreise gewissermaßen. >Gefundener Schatz< das trifft es 😀 Zum "nicht hören durftest" nur soviel, man richtete sich ein, nutzte die Möglichkeiten halt, die dachten doch, sie hätten alles unter Kontrolle, Pech gehabt 😉 Bronx

    • Sandmann sagt:

      Geil.
      Du sitzt vorm Radio und hörst Radio? Großartig, ich muss an Queen denken 🙂
      Tatsächlich haben wir früher öfter mal vorm Radio gesessen. Oder ich habe einfach so in meinem Sessel rumgefläzt und Musik gehört. Platten. Nicht als Hintergrundgedudel, sondern als Hauptbeschäftigung. Irgendwie war das recht entspannt…

      Im Auto kann ich das inzwischen wieder. Nach der ersten immer-online Smartphone-Mania habe ich irgendwann das Ding mal wieder beiseite gelegt, weil ich feststellte, dass ich NICHT alle drei Minuten gucken muss, ob ich einen neuen Kommentar bei Facebook bekommen habe. Oder eine neue SMS. Und ich muss auch NICHT die Zeit auf der Autobahn nutzen, um unsinnige Telefonate zu führen, es sei denn, ich wollte das sowieso. Also – höre ich Musik und fahre Auto.. Singe mit. Und sonst nichts. Super, sage ich euch 🙂

      Sandmann

      P.S.: Wie stehts denn bei Dortmund?

      • bronx sagt:

        FINALE!!! Zitterpartie, aber, dank des ersten Ergebnisses gesichert. So ist halt der Sport. Freud und Leid sind dicht bei einander, wie im richtigen Leben.
        Natürlich sitz‘ ich vor dem Radio. Wenn sie es im TV nicht bringen, höre ich das eben wie früher im Rundfunk. Ist auf andere Weise spannend wie ich gerade wieder erleben durfte 😉
        Zu Facebook habe ich ja eh meine Meinung, auch wenn es heute schwierig sein mag, ohne Tel auszukommen. Die „was machst du gerade“-Frage stellt sich mir jedenfalls nicht und ich lebe ganz gut damit 😀
        Musik hören und Auto fahren – mitsingen, jo, habe ich heute im Auto auch gemacht. Ist ungemein entspannend …

        • Sandmann sagt:

          Okay, ich bin ja nicht so auf Fußball, aber im Netz reden grad alle von nix anderem 🙂

          Weißt du was ich jetzt mache? Ich schenke mir noch ein kleines Gläschen Canadian Whiskey ein und setze mich für ein paar Balladen ans Klavier. Meine oben schlafende Tochter wird das wohlwollend in ihre Träume einbauen, und ich kann den Tag mal fallen lassen.

          Gut’s Nächtle
          Sandmann

          • bronx sagt:

            Gute Idee. Ich nehme jetzt noch ein regionales Hopfenprodukt, spiele mir noch eine Joss-Stone-Scheibe vor und dann isses das für heute gewesen. Morgen ist frei und ausschlafen ist sooo kuuul 😉

            Nächtli

            • Sandmann sagt:

              Ay Bronx,

              jau da bin ich wieder, und wir haben ja vorhin auch schon telefoniert…

              Mein Tag begann heute genau wie im Video, aber mit Hits von Boney M. und Edgar Schlepper 😀 GROOOßARTIG!

              Sandmann

              • bronx sagt:

                Jau, und etwas beruhigter bin ich nun 😉

                Edgar Schlepper? Muss ich erstmal mal „gurgeln“ wer das ist 😉
                Du glaubst gar nicht, was ich alles noch so auf Band gefunden habe, Helen Schneider und Kate Bush, Nummern von Silly, Karat und dem guten Holger Biege, mann mann …
                Boney M, stimmt, da war doch mal was 😀
                Frank Farian?

                Bronx

    • deichgraf63 sagt:

      Ich habe eine alte Sat-Schüssel geschenkt bekommen, mit einen DISeq-Schalter besorgt und das Ding zusätzlich zu der „normalen“ Schüssel angeschlossen und auf einen anderen ASTRA ausgerichtet, der britische Sender itv hat beide Dienstagsspiele live und unverschlüsselt übertragen. Der Schalter war günstiger als ein Monat Abogebühr beim Abzock-TV!

      • Sandmann sagt:

        Ay Deichgraf,

        😀 gniiihihi und das geht einfach so? Cool. Na ja, nicht jeder kann an Schüsseln rumschrauben. Da bin ich wieder einmal froh, dass mich Fußball nicht interessiert, und die DTM gibt es umsonst 😉
        Schönes Wochenende!

        Sandmann

  4. deichgraf63 sagt:

    Ach, ja, Musikkassetten! Ich habe noch zwei Wohnzimmerschrankschubladen voll davon. Aber nicht die einfachen Fe-Kassetten, nein CrO2 oder FeCr mußte es schon sein. Aufnahmequelle war Wolf-Dieter Stubels „Internationale Hitparade“ auf NDR 2, der schwafelte selten in die Songs hinein und sagte sie an. Ich hatte es schon früh mit gutem Klang, fertig bespielte MC genügten meinen Ansprüchen schon damals nicht, zu muffig, dann doch lieber die gute LP und überspielt. Hey, die LPs sehen noch alle bei mir im Wohnzimmer, dazu natürlich eine Dual-Anlage. Der CS 750-1 kostete Ende der 1990er schlappe 800 Märker. Der schöne Dual CV440 mit 2×200 Watt (Sinus! Nicht PMPO oder „Musikspitzenleistung“), er ist erst zusammen mit dem Tuner CT440 kürzlich nach einer kleinen Revision bei mir „eingezogen“ und ergänzt nun den passenden CD-Spieler, der mich mal 10 DEM auf dem Flohmarkt gekostet hatte, Verstärker und Radio hatten mich 100€ und ein paar Kleinteile gekostet. Neu kosteten letzte zusammen mal eben 2.400 DEM, der CD-Spieler 1.400DEM. Das waren unerfüllbare Träume. Ein Kassettendeck dazu gibt es nicht, weil es für den Hersteller ein „low end“-Medium war. Nun habe ich noch im Gästezimmer, Schlafzimmer und Arbeitszimmer Kassettendeck, natürlich auch von Dual, aus den 1970ern, für die Ewigkeit gebaut. Deswegen kenne ich Bandsalat nur von Hörensagen. Interessant ist, wie Du aus einer MC das breite Videoband gemacht hast, mit dem Du Dich auf dem Foto schmückst. Und ich hoffe doch, daß die MCs nicht während der Fahrt aus dem Fenster geflogen sind, sondern in der heimischen Garage oder der Auffahrt.
    Ja, so ein USB-Radio mit Bluetooth von der Firma mit dem bunten Punkt habe ich nun auch im Auto, nachdem das „Chorus“-Kassettenradio, welches meinen Alu-Audi ab Werk beschallte, mit sprunghaftem Verhalten des Lautstärkereglers nervte. Festplatte? Stick? Auch schon wieder „von gestern“, Streaming via Bluetooth direkt vom Smartphone, das ist witzig. Du hast das Ding in der Hemdentasche stecken und kannst am Autoradio die Titel auswählen. Da gehen tausende drauf, fast für jeden Anlaß etwas dabei. Zuhause ist das für mich auch klanglich nicht ausreichend, aber unterwegs: Ewig frisch! Egal, ob im Zug mit dem Kopfhörer, im Auto mit Bluetooth, ein kleines Gerät, mit dem man „notfalls“ auch telefonieren kann, reicht für zig Stunden Musik. Nein, früher war nicht alles besser und ganz sicher nicht die Musikkassette. Sie war ja auch als Medium für Diktiergeräte entwickelt worden, keinesfalls für HiFi-Zwecke, die ersten Kassettenrekorder waren schrammelige und leiernde Monogeräte, es dauerte, bis Entwickler von Bandmaterial und Geräten annährend HiFi-Klange daraus zauberten. Was gab es da nicht alles, sogar einen Kassettenwechsler für zuhause, Geräte, welche mit doppelter Geschwindigkeit aufnahmen und abspielten, um durch die höhere Bandgeschwindigkeit mehr Höhen und weniger Rauschen zu haben. Natürlich konnte man diese Aufnahmen nicht im Auto abhören. Aber in einen Oldtimer, da gehören stilecht Kassetten, mit passender Musik aus der Zeit des Wagens, keine Frage. Übrigens aus BASF wurde später EMTEC, aber die stellen auch keine Leerkassetten mehr her. Ich glaube es gibt ohnehin nur noch ein Werk für die Herstellung der Bänder. Die Leerkassetten werden unbespielt mittlerweile teuer gehandelt. Eine Abhandlung gibt es auch in Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Musikkassette Eine Erinnerung an Deine Kindheit und meine Jugend, bald wie Grammophone anmutend oder gelbe Telefonzellen mit Münzfernsprecher und Wählscheibe, aber doch liebenswert.

    • Sandmann sagt:

      Ay Deichgraf,

      was für eine schöne umfangreiche Abhandlung!
      Auch mir wurde damals schon klar, dass die FE Kassetten zwar billig, aber vom Klang her wenig brillant waren. Ich konnte mir aber die Chrome selten leisten, ich habe mir tatsächlich auch lieber Langspielplatten gekauft.
      Das Medium fand ich auch haptisch super, man hatte ein „Album“ in der Hand, oft mit den Texten auf den Hüllen und einem riesengroßen Booklet. Es war irgendwie immer eine Art Event, eine Platte zu hören, die liefen selten einfach so nebenbei…. Und na klar – auch ich habe alle meinen Platten aufgehoben, und ein hochwertiger Sony Direct Drive steht auf meiner alten Grundig Musiktruhe (man kann ihn in meiner Sandmanns Welt Facebookseite im Titelbild erahnen).

      Den kostenintensiven HIFI Fetischismus habe ich nie betrieben, war aber immer (und bin es noch) fasziniert von der alten, hochwertigen und unzerstörbaren Technik, die auch für heutige Ansprüche sagenhafte Klänge hervorbringen konnte.

      Mit Bluetooth im Auto konnte ich mich trotz iPhone noch nicht anfreunden, das zieht mir irgendwie zu schnell den Akku leer. Im Taunus betreibe ich so einen kleinen Soundwürfel, wo die Musiksammlung des Telefons per Klinkenstecker angeschlossen wird. Gleiches geht auch am Alltags-Passat, der hat aber auch einen gut gefüllten USB Stick vorn drin stecken. Überhaupt, den muss ich langsam mal wieder bewegen, ich bin in diesen Tagen nur mit dem Audi 100 unterwegs 🙂

      „Liebenswert“ ist ein schönes Wort für die alte Technik. Nicht so schnell, irgendwie beruhigend. Vielleicht werden mir die Zeiten langsam zu schnell, deshalb find ich das so angenehm…

      Schönen Samstag!
      Samstagsmann

  5. SteffenG sagt:

    Harzige Grüße!

    Herr Kassettenmann, das sieht mir aber stark nach einem VHS-Band aus, welches Sie um Ihren Kopf geschnürt haben… 😉

    Auch ich stamme noch aus Zeiten, als die Hitparade sowohl im Fehrnsehen (mit dem DTH) oder Formel Eins (etwas später) fixe Termine in der Woche waren. Sonst natürlich Radio, ein Sender, dem ich treu geblieben bin ist HR3. Volkers Kramladen mit Volker Rebell oder Hitparade mit Frank Seidel – Musik war damals intensiver! Dank unserer Nähe zur innerdeutschen Grenze war der Empfang recht einfach.

    Bronx – auch heute ist AFN noch hörenswert – probier mal!

    Die Zeiten, als ich abends NUR eine Platte hörte, sind leider vorbei. Sollte ich vielleicht mal wieder machen. Eigentlich habe ich immer die Zeit im Flieger genutzt um Musik zu hören, Dienstreisen sind aber dank neuem Job nicht mehr so häufig.

    schönen Abend noch!

    Steffen

    • Sandmann sagt:

      Ay Steffen,

      JAAAAAA doch es ist ein VHS Band, ich mach doch für ein Foto keine Kassette kaputt 😉

      Eine Platte zu hören wäre ein schönes Ritual. Bestimmt klingelt dann das Handy oder so. Ich habe mir heute im Auto auf dem Weg nach Kiel mal wieder mit ausgeschaltetem Telefon zumindest ein komplettes Album angehört, wenn auch nicht auf Vinyl. Das neue von Deep Purple. Sehr fein. Die Jungs müssten inzwischen jeweils über 120 Jahre alt sein, aber der Sound ist echt fett!

      So. Freitag, ich falle in deine Arme!
      Sandmann

  6. Touranus sagt:

    N’Abend Jungs,
    +
    Ich weiß, das ich sehr spät dran bin, diesen Post zu kommentieren, aber da ich vor einiger Zeit eine selbstauferlegte Pause vom „social media gedöhns“ gemacht habe (wollte Dinge auf die Reihe bekommen und mich NUR um mein Leben kümmern), hinke ich stark hinterher, was Sandmanns-Welt betrifft…. und allen anderen Online Geschehnissen…
    Aber zu diesem Thema möchte ich doch noch etwas beitragen.
    +
    Ich saß schon als kleiner Junge zwischen den selbstgebauten Boxen meines Bruders und war in einer anderen Welt, wenn der Hubschrauber bei Pink Floyd von links nach rechts flog…. So begann meine Affinität zum analogen High End.
    +
    Alle Träume, die ich mir damals, als sie aktuell waren nicht leisten konnte, erfüllte ich mir später dank ebay. Ich war damals an meiner Schule der ERSTE, der einen CD Player besaß. Einen Pioneer PD-4700, der für 600 Mark nicht mehr konnte, als Titelnummer und Spielzeit anzuzeigen und Skip vor/zurück bot.
    +
    Irgendwann war ich sogar Spezialist für die Restaurierung von High End Tape Decks der Marken Nakamichi und AKAI GX75/95 😀
    Aber eines Tages, und das glaubt mir irgendwie niemand, war von einem zum anderen Tag SCHLUSS! Ohne Scheiß, ich sitze vorm Rechner und überlege, auf welches von den 38 defekten TapeDecks ich bieten soll, und am nächsten Tag sind nur noch drei!!!! drin. Und dabei blieb es…. Bye bye miss american pie, drove my Chevy to the…. Das analoge Zeitalter war vorbei.
    +
    Für mich war das WIRKLICH traurig, denn so toll auch die Vorteile von USB etc sind, ICH höre Unterschiede zwischen Wide Range und beschnittener Digital Medien. Und ich schwöre Dir Sandmann: Don’t give up von Peter Gabriel von meiner LP auf meinem alten Plattenspieler über den NICHT Dolby blablabla fähigen 80er Jahre Pioneer SA 8500 bei einem guten Glas Wein und auch DU würdest es verstehen 😉
    +
    Aber nein, ich bin nicht nur Dino… direkt darüber steht ein Pioneer mit 7.1 Surround, Internet-Radio, Bluetooth, diversen HDMI Ports mit Upscaling, der auf Tastendruck Sandmanns-Welt von meinem Läppi auf 112cm LED Screen schickt etc… Ich trenne halt gerne guten Klang von Multimedia….
    +
    Aber nix überbietet das Gefühl, wenn leise brummend das alte kenwood 1100 zum Leben erwacht, die eingelegte Kassette (um nicht von meinem Bruder erschlagen zu werden, habe ich nur die teuren Me Maxell gekauft) mit leisem Klacken nach Schließen der Klappe straff zieht und beim Druck auf „Play“ die Signalbalken von unten nach oben ausschlagen und die 80er wieder zurück kehren…. Hach! Dann noch ein altes Fotoalbum, ein kühles Blondes und (leider) eine Selbstgedrehte zwischen den Lippen und ich verliere jedes Gefühl für Zeit…
    +
    In meinem Urlaub hat mich meine Beste auch so morgens vorgefunden, weil ich schlichtweg eingepennt war. Und ich schwöre, so gut hatte ich schon ewig nicht mehr geschlafen…
    Wird mal wieder Zeit, die unteren Schubladen aufzuziehen und analog zu werden 😀
    +
    Dein Video ist einfach genial 😉

    Touranus

    • Sandmann sagt:

      Ay Touranus,

      ein schöner Monolog über das GENIESSEN von analoger Musik.
      Ich bin da ganz bei dir. Im Auto ist USB schon einfach praktisch, aber zu Hause, mit ein bisschen Zeit, einer Pfeife und einem Glas Wein möchte ich meinen alten Sony Plattenspieler nicht missen. Ich habe auch immer noch meinen ersten Pioneer Verstärker und meinen JVC CD Player, die sind beide in eine alte Grundig Musiktruhe integriert. Oben drauf steht der Plattenspieler 🙂

      Ob man den Unterschied zu mp3 wirklich HÖRT wage ich als alter Physiklehrer einfach mal zu bezweifeln, aber man FÜHLT ihn definitiv. Und ist das bewusste Hören von Musik nicht mehr ein Gefühl als reine Akustik?

      Sandmann, der im Rudolf auch gerade den Hubschrauber von links nach rechts hat fliegen lassen

  7. El Gigante sagt:

    Ja!

    Auch bei mir läuft den ganzen Tag Radio! Auch im Fahrschulauto! Und immer FFN. Dem Sender bin ich seit seiner absolut ersten Geburtssekunde verbunden. 1993 habe ich dort sogar selbst mal moderiert! Da saß der Sender noch in einer alten Villa in Isernhagen. Im Laufe der Zeit lernte ich sogar Dietmar Wischmeyer (Günther der Treckerfahrer, Frida [von Frida und Anneliese], Der kleine Tierfreund, Willi Deutschmann, etc.), Sabine Bulthaup (Uschi, Anneliese, Klein Erwin, etc.) und auch Oliver Kalkofe (Kalkofes Mattscheibe, Der Wixxer) persönlich kennen.

    Früher habe ich statt Fernsehen meistens vor einem alten LOEWE OPTA-Röhrenradio gehockt und stundenlang besonders gern Radiohörspielen zugehört (das gibt es heute gar nicht mehr).

    Auch habe ich damals selbst gern „Radio gemacht“. Ich nannte das „Radio on tape“ – die Cassetten waren begehrt bei Freunden, Bekannten und Verwandten. Dabei entwickelte ich auch eine Technik des Übersprechens von Magnetband (ein Mischpult konnte ich mir damals noch nicht leisten): einfach eine Alufolie auf den Löschkopf und die mit Musik bespielte Cassette konnte besprochen werden – es hörte sich hinterher wirklich wie eine Spracheinblendung an.

    Das waren noch Zeiten – niemand ahnte auch nur von der Entwicklung der Compact-Disk, selbstgebrannten CDs, MP3 oder gar MP3-Playern…

    Auch ich war ein Radiomann!

    🙂
    El

    • Sandmann sagt:

      Ay El,

      „Radio on Tape“ habe ich immer nur in Form der Mix Tapes für die Herzdame als Teenager gemacht. Die Musik aufgenommen, von der ich wollte, dass sie sie UNBEDINGT gut findet und die Titel zwischendurch anmoderiert 😀
      Ich bekam vor ein paar Jahren so eine Casette mal wieder in die Finger. Himmel war mir das peinlich, als Teenager ist man so unfassbar scheiße, ich hätte im Boden versinken können 😉

      Sandmann

    • bronx sagt:

      Ich war keiner! 😉
      Dafür konnte ich als erster verfolgen, wie sich die Russen aus Afghanistan zurückzogen! Jenen denkwürdigen Befehl, gesprochen über Radio, werde ich nie vergessen.
      Radio >gemacht< hätte ich damals wahrscheinlich auch gerne 😀 Bronx

      • Touranus sagt:

        Ich würde mal sagen,
        das es mit nichts zu vergleichen ist, Zeitzeuge von solchen hostorischen Ereignissen zu sein…. *Gänsehaut bekomm*

        Aber ich glaube, das Deine Lebensgeschichte sowieso eine spannende Lektüre wäre, gemessen an den Dingen, die Du bisher von Dir preisgegeben hast 😉 Respekt!

        Touranus

        • Sandmann sagt:

          Da stimme ich definitiv zu!
          Bronx wird einiges zu erzählen haben, was hier wohl nicht für alle öffentlichen Augen gut ist…

          Im RADIO habe ich 1990, beim Bund, die Wiedervereinigung mitgehört und dabei auf Stube mit einem Kameraden Sherry getrunken und ein bisschen geheult. Radio GaGa.

          *hach* wir werden alt, Jungs…

          • El Gigante sagt:

            Definitiv… aber wir haben Erfahrungen gemacht, die tierisch wertvoll sind – und die uns keiner nehmen kann. Gut – es gibt auch Dinge, die sind passiert… die hätten auch bleiben können, wo der Pfeffer wächst. Heute hat man eine andere Sicht der Dinge und kann darüber lachen.

            Vielleicht wäre ich gern physisch etwas jünger – dürfte ich nochmals beginnen, wäre ich manchmal sicherlich etwas vorsichtiger. Die gemachten Erfahrungen – sowohl die guten als auch die schlechten – möchte ich hingegen nicht wieder hergeben.

            Ich hoffe übrigens hier demnächst etwas von Bronx’s Geschichten lesen zu können. Er hat echt einiges Interessantes zu erzählen. Und ich habe bereits eine prima Idee, wie ich seine Internet-Phobie austricksen kann (… nicht wahr, Bronx?).

            El

            • bronx sagt:

              Ach Männer,

              erzählen könnte ich so einiges. . .
              >Wir werden alt<, in der Tat! Aber, lieber Sandmann, davor habe ich keine Angst. Im Gegenteil, JEDE Zeit hat ihre Schönheiten, ist wie mit altem, guten Portwein 😉 Bestimmte Dinge vergisst man eben nie, vielleicht auch, weil man spürt das eben GENAU JETZT etwas ganz großes, fundamentales, etwas das die Welt aus den Angeln hebt, passiert. "Atem der Geschichte", ja, so nennt sich das wohl. Die Maueröffnung, jeder wußte, mußte es wissen: das ist der Anfang vom Ende! "wer nicht mit der Zeit geht, GEHT mit der Zeit"! Was hab ich mir das Ende der sch**** Commys herbeigesehnt, meine Schwester musste sich das letzte Jahr verstecken, stand auf der Liste der "zuzuführenden" Personen. Ihr einziges "Verbrechen": aktives Mitglied in der KvU. (Kirche von Unten, eine Illegale Bewegung, die anderen Illegalen half) Jener Tag am Radio? Genau so ein Moment! Ich Jungspund mit gerademal 21 Jahren sitze auf meinem Tower am Südkaukasus, beobachte Tag und Nacht wie die Jungs mit dem roten Stern am Leitwerk Dresche beziehen, in der Nacht ihre Verwundeten und toten Kameraden ausfliegen, nicht wissend, wie viele noch folgen werden oder müssen! Manchmal kamen Maschinen zurück, schwer beschädigt, bauten dann Bruch auf dem Platz. Dann purzelten die armen Schweine nur so heraus. Und dann - jene Radiomeldung, zuerst in Russisch, dann in Englisch und noch in Paschtu und Urdu, den beiden häuffigsten Dialekten des Farsi. Das war so ein Moment, die Welt blieb scheinbar stehen. Die Russen, bezwungen! Unvorstellbar! Von einem archaischen Bergvolk, welches anfangs nur Musketen, AK 47 und ein paar lächerliche Stinger besass. Und was hat es ihnen gebracht: 50.000 junge Männer tot, wer weiss wie viele zum Krüppel gemacht, traumatisierte, irre, das weiss nur Gott allein! Da geniest man die Freuden des Lebens, egal wie alt man ist 😀 Hoppla, ich schweife ab, der Atem der Geschichte, manchmal nimmt er einen immer noch kurz mal mit, verzeiht mir 😉 Bronx (Ja El, Du hast recht 😉 )

              • Sandmann sagt:

                Äh…
                +
                *respektvolle Pause*
                +
                okay, da sind meine kleinen, banalen Alltagsgeschichten ja eher süße Bonbons. Ich glaube wir müssen reden 😉
                Aber in der Tat, das Leben genießen, jeden Tag, egal wie viel oder wie wenig Scheiße man erlebt hat. Fällt mir nicht immer leicht dieser Tage, aber das wird schon. Oben schläft jetzt mein kleines Sandfräulein auf ihrem ersten Ride Out allein mit Papa in Kiel, glücklich und zufrieden, DAS ist etwas wofür es sich zu leben lohnt.

                Sandmann

                • bronx sagt:

                  Hey, wunderbar 😀
                  DAS ist es, worum sich alles dreht! Genau. Ich freue mich für Euch!

                  Bronx

                  Oh ja, reden würde ich auch gerne mal wieder mit Dir. Ich stelle mir da einen sehr langen Abend und eine sehr kurze Nacht vor 😉

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