Eine Kirmes, die sich Leben nennt.

Es dreht sich und dreht sich und dreht sich

Es dreht sich und dreht sich und dreht sich

„Südfrankreich im Juli“ unterscheidet sich vor allem durch ein hervorzukehrendes Merkmal von „Norddeutschland im Juli“: Wetter. Es ist dort warm, Tag wie Nacht, und es regnet nicht pausenlos. Das Leben ist einfacher, selbst die Kombination aus Arbeit und Freizeit geht hier aus nachvollziehbaren Gründen besser von der Hand als in einem stickigen Büro irgendwo zwischen Kiel und Hamburg mit Blick auf eine graue Betonfassade, währen der Regen auf die Oberlichter prasselt. Nicht, dass ich jemals in so einem Büro sitzen würde, aber Sie vielleicht…? Egal, heute ist so ein Tag, an dem ich drei Dinge vor habe: Ich möchte a) ein paar Postings verfassen und ein paar Texte eintüten (beruflich, nicht hier im Blog, das ist privat), ich möchte b) einmal ins Wasser hoppsen und ich möchte c) dem Wunsch meiner drei mitreisenden Mädels nachkommen, die den Abend gern in St. Tropez verbrächten. Drei Wünsche auf einmal. Neues vom Überraschungs-Ei!

Spiel, Spaß und Unterhaltung, war das nicht irgendwie so?

Der Ernst des Lebens

Der Ernst des Lebens

Spiel, Spaß und Unterhaltung beginnt auf einer Reise mit Minderjährigen zumeist mit dem Aufräumen des Lebensraumes, dem Abwaschen von allerlei gestern noch zur Nahrungsaufnahme genutzten Krams und dem parallelen Kochen von starkem Kaffee. Wobei man in diesem Zusammenhang mal am Rande erwähnen muss: Die Franzosen können nicht Kaffee. Bäh. Teuer war das Pulver, echt teuer, aber es schmeckt nicht mal ansatzweise so gut wie der billigste Instant Kaffee von Aldi. Das haben die Italiener besser drauf. Morgens um 8:00 Uhr, es ist noch nicht so wahnsinnig warm, die drei Grazien sägen zusammen noch lauter als die Zikaden, und das uns umgebende Urlaubsvolk erhebt sich nur langsam aus den Kojen. Ich mag diese Zeit. Sie verströmt eine wundervolle Ruhe, ich weiß, dass überall Menschen sind, aber die kommen alle nur langsam aus dem Quark. Hier und da klappert leise eine Kaffeetasse. Ein paar Stühle werden aufgeklappt. Jemand schlurft schlaftrunken zum Bäcker. Zärtliche Kosenamen wehen durch zugezogene Gardinen.

Schreiben im Mobile Home

Schreiben im Mobile Home

Langsam aus dem Quark kommt hier auch das teuer dazu gebuchte High-Speed W-LAN. Morgens muss es zunächst geweckt werden, um sich dann mehrfach wie ich am unköstlichen Kaffee zu verschlucken. Hustend und stolpernd wie ein infantiler Slapstick-Clown in einem nicht mal halb gefüllten Zirkuszelt öffnen sich Internetseiten, lassen sich Bilder hochladen und dringend benötigte Inhalte Recherchieren. Mit gefühlter 56K Analog-Modem-Geschwindigkeit saugt mein Laptop Mails aus der Luft. Schreiben und versenden geht nicht, zumindest nicht mit Outlook, die bleiben irgendwo stecken. Na ja, der Webmailer wird es schon richten. Argh. Ich will Sie aber nicht mit der digitalen Steinzeit peinigen, denn inzwischen sind meine Mädels wach, der ekelige Kaffee ist alle und wir lassen uns vom Shuttle an den Strand fahren. So spart man sich das Duschen, das ist in unserem recht kargen und beengten Mobile-Home ohnehin nicht eines der Top-10 Erlebnisse, die jeder mindestens einmal am Tag über sich ergehen lassen sollte.

Ich darf doch bitten?

Ich darf doch bitten?

Ich darf Sie demnach einladen, uns erneut an den Strand von Cagnes sur Mer zu folgen. Es erwarten Sie hier keine bahnbrechenden Neuerlichkeiten, es liegen hier noch immer die gleichen Menschen wie gestern rum, nur ein bisschen brauner. Das Wetter ist wieder einmal wundervoll, und die Tatsache, dass Sie ähnliche Bilder wie im letzten Blog vielleicht ein wenig langweilen zeigt mir, dass wir alles richtig gemacht haben. Liegen. Einfach nur liegen, keine Musik hören, keine Gedanken denken, einfach nur da sein. Wann haben Sie das zuletzt gemacht? Füllen wir heute nicht jede freie Minute mit Telefonaten oder anderen vermeintlich sinnstiftenden Aktivitäten? Der Alltag wird langsam verrückt. Aber nicht hier.

Fuß-Volk auf dem Steg

Fuß-Volk auf dem Steg

Um nicht wieder einen rötlich-perforierten Rücken zu bekommen sind wir vier diesmal auf den großen Bootssteg gezogen. Der frühe Vogel fängt sich einen begehrten Platz, später können Sie hier mit dem Verkauf von quadratmeterweise Holzplanken reich werden. Hier liegt es sich nicht nur wesentlich steinfreier, hier hat der sonnenhungrige Strandblogger auch einen großartigen Überblick rund um alle angrenzenden Horizonte und ist wieder einmal froh, nicht in einer dieser Hotelburgen zu sein, die sich ab und an in weiter Ferne aus dem Dunst erheben. Kennen Sie Villeneuve-Loubet? Im Hintergrund links können Sie es erahnen. Eine wahnwitzige Plattenbau-Konstruktion, mitten drin ein Yachthafen, vor 20 Jahren war ich mal dort. Nee nee. Cagnes ist schon sweet. Und auch wenn ich im Umgang mit Photoshop noch ein Stümper bin, die Merge-Funktion geht nur mit einem Klick und zeigt ne ganze Menge 🙂

Einmal um mich selbst

Einmal um mich selbst

Schnitzel, seid ihr gut durchgebraten? Ja? Okay, dann abmarsch, Saint Tropez ruft mit seiner Yachten, seinem hoffnungslos überteuerten Savoir Vivre und seinem trotz Taiwan-Touristenfallen unwiderstehlichen Charme… Tochter Groß, Freundin von Tochter Groß und Tochter Klein stapfen mit mir tapfer bis zum Shuttle, das wie immer fast leer ist (ja will denn hier niemand zum Strand???) in freudiger Erwartung des nur rund eine Stunde entfernten Fischerdörfchens mit dem besonders blauen Himmel…

Blauer geht es nicht

Blauer geht es nicht

Da sind wir wieder. Ist es eine besondere Art von Dekadenz, wenn man in diese Hauptstadt der Träume reinfährt und schon so ungefähr weiß, wo man klasse parken kann? Ach was. Genau so wenig wie es wahrscheinlich ist, den gleichen, aber e-x-a-k-t den gleichen Parkplatz oberhalb des Hafens zu bekommen (wie im vergangenen Jahr). Oha. Folgen Sie dem Link nur, wenn Sie Nerven aus Stahl haben, da ist es wieder, dieses Foto mit dem freien Oberkörper beim Ölstand messen 😀 Heute merken wir vier, dass die genossenen Sonnenstunden sowohl müde als auch ein bisschen shoppingfaul machen, zumal meine Damen den Löwenanteil der Reisekasse schon in Nizza umgesetzt haben.

Hineiiiiiin ins Naschiparadies

Hineiiiiiin ins Naschiparadies

Sie sind alle noch da. Der kleine Händler, der leckere frische Obstschalen verkauft, die wieder an einem kleinen schattigen Brunnen verdrückt werden. Der Pirat, der auf ein Eldorado der kariesverursachenden Köstlichkeiten aufpasst (100g für 3 Euro), was die Reisenden allerdings nicht davon abhält, mal eine Nase voll zu nehmen. Hier bin ich Kind, hier darf ich’s sein. An dieser weltbekannten Hafenpromenade, wo Louis de Funes einst als der Gendarm von St. Tropez die Welt mit hektischem Slapstick begeistert hat tummeln sich heute erstaunlich wenige Menschen. Wir hinterfragen das nicht, wir genießen es lieber. Der Restaurantbesitzer in der Bar mit dem Strandsand auf dem Boden wartet zurückhaltend auf Gäste. Auch in den klassischen Klamottenläden lässt sich unbeschwert zwischen den Reihen flanieren, und den einzigen Unmut gibt es, als ein Blogger vermeintliche Markenpiraterie betreibt, indem er für ein Facebook-Posting schrecklich süße Katzenbilder fotografiert.

Mitten drin im Konsumrausch

Mitten drin im Konsumrausch

Irgendwie doch wunderlich, worauf man alles „St. Tropez“ schreiben kann. Und was mich am meisten beruhigt: Die Ladies kaufen nichts. Kein Shirt. Keine Schuhe. Keine Porzellanbecher mit markigen Sprüchen drauf. Liegt das nun daran, dass sie inzwischen pleite sind oder ist es die späte Frucht der langjährigen Wertevermittlung? Ich werde es vermutlich nie erfahren. Es macht einfach Spaß, hier rumzuwühlen, den Tag langsam verstreichen zu lassen, umringt von touristischem Nippes, verpackt in eine ansonsten wirklich schöne Stadt, von der wir aber diesmal nicht viel sehen. Zu warm ist es draußen, und zu verlockend sind die klimatisierten Läden. *hach* und da ist ja sogar mal einer für mich, der ich nicht so auf Ledertäschchen, Sonnenbrillen und Strandbekleidung stehe!

Autos. Überall Autos. Gut so.

Autos. Überall Autos. Gut so.

Autos in allen Farben, Größen und Preisklassen. Und immer wieder mitten drin die aus alten Blechdosen irgendwo in Afrika handgedengelten VW-Busse, Enten und Surferkombis. Irgendwie mag ich die. Aber ich bin wohl langsam aus dem Alter raus, wo ich mir sowas in nicht vorhandene Glasvitrinen mit den Halogenstrahlern stelle. Ich war schon immer für den Spielwert von Spielzeug, selbst mit meinen Modellschiffen aus Plastik (die Tirpitz und der Panzerkreuzer Admiral Graf Spee) bin ich nach Fertigstellung auf dem Rasen in See gestochen. Spektakulär. Ich schweife ab. Nein, kein Auto für mich heute zu kaufen, lieber ein paar selbstlose Kugeln Eis für die weibliche Meute. Wieder 3 Euro pro Kelle. Und wieder ist es gut angelegtes Geld.

Horizonte

Horizonte

Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie schnell an manchen Tagen die Zeit läuft. Die Abendsonne senkt sich schon wieder über diesem ordinären Wochentag, dabei ging doch gerade erst über dem Campingplatz die selbe auf? Während wir den großen und riesengroßen Yachten beim rückwärts seitwärts Einparken zugucken und an dem unfassbar teuren Eis schlecken kommt wieder einmal eine kleine Melancholie über mich. Das geht alles so schnell. Gerade sitzt du noch in der Küche und denkst, wie cool, ich habe den ganzen Urlaub noch vor mir. Und ehe du mit den Fingern schnippsen kannst ist die Hälfte schon wieder rum. *schnipps* Und wenn das mit dem Leben auch so ist? Typische Gedanken eines Mannes, der über die 40 gerutscht ist. Die logische Konsequenz wäre wohl, bald mal einen Porsche zu kaufen und nach jungen Hühnern zu gieren. Den Porsche finde ich aber nicht so attraktiv wie meinen Taunus, und junge Hühner haben mich noch nie gereizt. Hm. Vielleicht ist doch alles okay soweit? Ich vermisse mein halbfinnisches Fräulein Altona…. verdammt, wie ich sie vermisse…

Vadderns Bart. Und nass ist er auch!

Vadderns Bart. Und nass ist er auch!

Weg mit den trüben Gedanken. Gleich neben St. Tropez tobt einer dieser immer aufgebauten Jahrmärkte, und es wäre doch gelacht, wenn wir da nicht noch ein wenig Geld versenken könnten 😀 Vom verrückten Horrorhaus über das Riesenrad bis zur Wildwasserbahn, in der wir… ich will mal sagen… ECHT nass geworden sind. Noch jemand eine Handpizza? Oder eine Zuckerwatte, hier bezeichnenderweise „Papas Bart“ genannt? Jahrmärkte sind wie Weihnachten. Wenn du selbst kein Kind mehr bist verlieren sie ihren Reiz und ihre Freude – aber wenn es du mit deinen Kindern von neuem erlebst, ist der ganze Zauber wieder da! Ich kann mich nicht satt sehen an den bunten Lichtern und dem dunkler werdenden blauen Himmel. Alles riecht so süß und ungesund. Super.

Es dreht sich und dreht sich und dreht sich

Es dreht sich und dreht sich und dreht sich

Es ist schon stockdunkel, als wir den Rückweg von St. Tropez nach Cagnes antreten. Die Mädels verdauen die Eindrücke des Tages, schweigen oder babbeln gedämpft vor sich hin und träumen aus den Fenstern auf die dunkle Küste mit ihren beleuchteten Promenaden am Horizont. Der Diesel schnurrt monoton und mit der stoischen Unzerstörbarkeit eines Granitfelsens die Berge rauf und runter. Hier und da müssen wir an einer Péage anhalten, um die Maut in einen Korb zu werfen. Aus den Lautsprechern chillen ein paar ausgewählte Perlen der textgewaltigen, melodieverpressten Unterhaltung. Gavin Rossdale, Dashboard Confessional, Vienna Teng, Mark Knopfler… sie alle haben etwas zu erzählen, und sie alle berühren meine Seele zutiefst. Die fast Erwachsenen auf dem Rücksitz sind inzwischen in ihre eigene iPhone-Musikwelt entrückt, die noch lange nicht Erwachsene neben mir dämmert langsam weg… und mir laufen ein paar Tränen über die Wangen. Vielleicht liegt es an einem besonderen Lied, dessen Text ich noch nicht ganz ergründet habe, vielleicht an der friedlichen Stimmung, vielleicht an diesem oder jenem, was mich dieser Tage beutelt. Wer weiß das schon?

Am Ende des Tages

Am Ende des Tages

Ein weiterer schöner Tag in einer besonderen Form des Paradieses. Keine Cuba Libre zechenden Promis unter Palmen, kein Pool mit Sonnenuntergang und keine private Thai-Massage mit anschließendem Whirlpool-Erlebnis. Nein. Nur ein Mobile-Home, nicht viel größer als ein Wohnwagen, eine warme Welt, in der die Zikaden bis tief in die Nacht schnirpsen, drei Mädchen, die darauf vertrauen, dass morgen die Welt noch genau so in Ordnung ist wie heute (weil ich das so behauptet habe) und die Gewissheit, dass dieses Leben sich weiterdreht wie das Riesenrad in Saint Tropez. Immer weiter. Immer neu. Und immer wieder von vorn. Gute Nacht ihr da draußen. Ich habe mehr um mich herum, als ich jemals für möglich gehalten hätte.

Sandmann


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Über Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.
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9 Responses to Eine Kirmes, die sich Leben nennt.

  1. Snoopy sagt:

    Schön geschrieben.

  2. Touranus sagt:

    Hey Reisender,

    ein sehr schöner Bericht, der Fernweh aufkommen lässt. Wahrscheinlich weil Du solche Reisen anders angehst als der Durchschnitts-Pauschal-Urlauber. 😉

    Was das Abschalten angeht:
    Ich arbeite in verschiedenen Schichten und gerne auch mal an Sonn- und Feiertagen. Wenn ich denn mal einen (manchmal auch zwei) Tage frei habe, lege ich mir eben KEINEN Stressplan zu. Ich vermeide es zu sagen: An dem Tag habe ich frei, da fahre ich zum Amt, zur Bank, zum Anwalt, etc. NEIN! So einen Mist lege ich mir auf Nachmittags, wenn ich Frühdienst habe. Dann arbeitet mein Hirn eh schon ne Weile, ich muss sowieso fahren, also kann ich dann auch noch etwas erledigen.

    Aber an meinem freien Tag? Nee nee, da ist das Handy lautlos und die Türklingel ausgeschaltet. Das war meine erste Tätigkeit in der neuen Wohnung. Ein Stück Kabel, eine Kabelklemme und ein alter Lampenschalter. Und schon bestimme ICH darüber, wer mich wecken darf 😉
    Ich werde wach, wenn mein Körper das will. Der erste Griff geht entweder zum Buch, zur „Träume wagen“ oder zur FB. Irgendwann schlurfe ich zur Tassimo und wieder zurück ins Bett wo es sich schon ein großer Fellberg am Fußende gemütlich gemacht hat. Solche Tage genießt nämlich auch unser Leo. Er spürt die Ruhe 😉
    Manchmal liege ich auch einfach nur da und denke nach… oder versuche den Traum in die Realität zu retten, den ich noch (gefühlt) gerade eben hatte.

    Meine Nachbarn unter mir sind sehr nette Menschen. Vor 6 Monaten aus der Pfalz immigriert. Arbeiten eine 6 Tage Woche. Und an ihrem einzig freien Tag robben sie auf Knien durch ihre Beete und pflücken Unkraut. Für die, die manchmal an dem Garten vorbei gehen. Nicht immer sehr harmonisch dabei im Umgang miteinander. Um 08:30 Uhr morgens!!!! Was läuft bei denen schief? 🙂

    Oh, schon wieder ein viel zu langer Kommentar. Ich wollte eigentlich noch was zum Porsche und der Midlife-Krise schreiben, aber das spare ich mir auf. Obwohl mich das Klischee mit den jungen Hühnern schon etwas ärgert.
    Ich habe auch eine 10 Jahre jüngere Freundin. Na und? Als Tochter zweier sehr erfolgreicher, selbstständiger Geschäftsleute, in deren Betrieben sie schon immer mithelfen musste, passt sie nicht in das „blond-hübsch-dumm-gut-im….“ Image.
    Ich durfte mir diesbezüglich schon reichlich viel Schwachsinn anhören.
    Aber einen Porsche werde ich mir niemals kaufen. Selbst wenn ich ihn mir leisten könnte, ist das nicht mein Auto. Und ja, ich habe schon drei davon probe gefahren 😉

    So, nun ist wirklich Schluss 😉

    Touranus

    • Sandmann sagt:

      Bester Lagoony-nus,

      das Verhindern von Störfaktoren, wenn man wirklich mal abschalten will ist eine gute Maßnahme. Aus diesem Grund ist mein Handy nachts auch immer aus. Wer mich wirklich dringend erreichen MUSS, der hat meine Festnetznummer…. Auf alle anderen, emotionalen und zumeist durch Alkohol ausgelösten Bekenntnisse um 3:00 Uhr morgens kann ich gut verzichten 😀

      Mit dem jungen Huhn, also meinem Midlife-Crisis-Klischee meine ich nicht pauschal eine jüngere Freundin, das wäre ja noch schöner 😉 Ich spreche von Männern Mitte 40, die sich mit ganz bestimmten Damen unter 20 umgeben, weil die zu ihnen aufschauen, sie bewundern und ihnen ein Gefühl geben, was gleichaltrige irgendwie nicht bieten können. Die meine ich. Und Ausnahmen bestätigen da ja sowieso die Regel…
      Zumal… so ein alter 911….
      😀

      Sandmann

      • bronx sagt:

        Bonjour les vacanciers,

        immer wenn ich deine Reise-Postings lese, bekomme ich Lust mal
        wieder dorthin zu fahren. So wie du den Urlaub angehst, lass‘ ich mir das auch gefallen. Telefon aus, schreiben nur wenn man selber
        Lust hat. Das ist schon mal ein guter Weg.
        Wenn der Tag dann noch so beginnt wie von dir beschrieben….
        Alles ist gut. Ich brauche diesen Moment des Wachseins vor meinen Lieben im Urlaub ebenso und genieße bei einem Kaffee
        aus meiner geliebten Blech-Tasse am Strand erstmal Morgenluft
        und dieses ganz spezielle Licht des Sonnenaufgangs. Das ist hier
        oben immer spektakulär schön.

        Nun bin ich nicht unbedingt der Mega-Aktive, mit dem Shoppen hab ich’s auch nicht so (ich bewundere deinen Langmut ehrlich und finde, du machst das wunderbar), meine Jungs zum Glück auch nicht. Die Tage vergehen trotzdem wie im Fluge, Baden, Lesen (total gerne am Strand), Fahrradfahren und abendliches Grillen sorgen schon dafür. Dieses Jahr habe ich es endlich einmal geschafft, die spektakuläre Erlebnis-Welt auf dem Heringsdorfer Flughafen zu besuchen. Da gibt’s neben hervorragenden Köstlichkeiten jede Menge zu sehen. Eine Runde
        in der historischen Me 109 G (natürlich im Simulator geflogen) machte das ganze perfekt.

        Übrigens, ich bekomme höchstens Sonnenbrand, aber einen
        perforierten Rücken? Sind die Steine da so spitz ??

        Was die Damen unter 20 am Handgelenk eines über 40 Jährigen
        betrifft, sowas habe ich hier jeden Tag aus aller nächster Nähe sozusagen live. ER, Unternehmer aus dem Sanitärbereich (49), SIE, etwa 24-Beruf „schön“ und sonst nur zu sehen beim Klamotten ausladen nach dem Shoppen aus SEINEM Cayenne.
        Da es jedes Jahr eine andere ist, laufen hier bereits Wetten, wann
        der Kerl pleite ist. Arm, ganz arm sowas. Aber, jeder nach seiner Fasson…

        Nous avons lu, Bronx

  3. Touranus sagt:

    Gedanken zur Kirmes, die sich Leben nennt:

    Gestern Nacht 22:20 Uhr fuhr ich nach Feierabend nach Hause. Seit zig Kilometern nervte mich der Fahrer vor mir mit einem „unkonsequenten“ Fahrstil. Er schwankte permanent zwischen 70 und 90 km/h. Ich hasse so was! Da ich die Strecke mittlerweile wirklich aus dem ff kenne wartete ich brav bis zu einem geraden Teilstück um an ihm vorbeiziehen zu können. Blinker links und sachte Gas geben. Genau in diesem Moment leuchten seine Bremslichter auf. Hä? Rechter Fuß auf das mittlere Pedal. Verdammt, der Vordermann bremst heftig! Und in diesem Moment erkannte ich das Problem:

    Vor uns fuhr ein Trecker mit einem unbeleuchteten Anhänger. Nachts um 22:20 Uhr mit 20 km/h. Pedal voll durchtreten!
    Reifen jaulen blockierend, das Heck wird leicht und im Rückspiegel sehe ich aus dem Augenwinkel Scheinwerfer immer größer werden.
    Da ich mit offenem Fenster gefahren war, brennte sich das Geräusch von 12 blockierenden Reifen in mein Hirn.

    Nein, in DIESEM Moment zog nicht mein Leben vor dem inneren Auge vorbei. Ich suchte hektisch nach einem Ausweg. Es ging gerade nochmal gut, weil wir alle drei die richtigen Aktionen durchzogen.
    Der Lebensfilm begann später. Als ich zitternd Zuhause ankam, mein Leo mich laut bellend begrüßte und aus dem Wohnzimmer ein „Hallo Schatz“ erklang.
    Was wäre wenn….?

    Heute morgen musste ich vor meinem Spätdienst Rasen mähen. Hatte ich absolut keine Lust zu. Auch der Rasenmäher nicht. Was allerdings an meiner mangelnden Wartung lag.
    Aber irgendwie machte es mich glücklich, mich zu ärgern.
    Was wäre wenn…?

    Im September habe ich 10 Tage Urlaub. eigentlich wollte ich die Zuhause abhängen. Aber jetzt möchte ich etwas erleben! Zu zweit mit Hund, alleine mit Hund, alleine ohne alles….egal, aber das Leben ist wirklich eine Kirmes!
    Ich will nicht, das das Riesenrad still steht. Noch nicht…. 😉

    Entschuldigt diese Moralantwort zu dieser Stunde. Musste sein!

    Touranus

    • Sandmann sagt:

      Ay Touranus,

      ich sehe gerade, dass ich mich zu deiner „Wiedergeburt“ noch gar nicht geäußert habe… Willkommen im Leben.
      Da sind wir ja schon zwei. Wenn auch auf verschiedenen Ebenen.

      Das Riesenrad steht noch lange nicht still. Wann kommst du mal nach Kiel?

      Sandmann

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