Krümmer geht’s nicht!

Das linke ersetzt das im Hintergrund... irgendwo...

Das linke ersetzt das im Hintergrund… irgendwo…

Ihr habt es fast geschafft. Durchhalten! Ich war heftig hin- und hergerissen, vor allem eure fröhlichen, gar frenetisch jubelnden Kommentare wenn ich offen über eine Trennung nachdachte… hatten mich eigentlich dazu bewogen, den Glupschi auf jeden Fall zu behalten 😀 Den Schuss ins Herz gab mir letztendlich eine Erkenntnis an einem dieser Sonntag Nachmittage. Ich will den gerissenen Ansaugkrümmer gegen einen fast neuen tauschen, habe alles vorbereitet und bin guter Dinge… Die Vögel piepen und die Bienen summen… und dann ist da  dieses eine, doppelte Kabel vom Temperaturfühler zum Steuergerät im Weg, jenes, was die beiden Lüfter vorn regelt. Kann ein zweiadriges, 30cm langes Kabel einen dazu bewegen, ein komplettes Auto aufzugeben und zu verkaufen? Ja. Oder um es mit den Worten von Dr. Sand zu sagen: „Das bisschen Leukämie, stellen Sie sich doch nicht so an“

Dabei fängt alles so idyllisch an.

So kommet zahlreich, es liegt alles bereit.

So kommet zahlreich, es liegt alles bereit.

Falls ihr erst jetzt dazu geschaltet habt: Der Ford Scorpio II mit dem 2.3 Liter Vierzylinder (den es auch im Galaxy gibt) hat ein paar typische Baustellen. Rost an unkonventionellen Ecken ist bei meinem überschaubar. Der Ansaugkrümmer, also das Ding seitlich am Motor, durch das die Zylinder ihr Benzin eingespritzt bekommen, wurde aus Kunststoff gefertigt (ja ja die 90er…). Halb so schlimm, hätte nicht ein Ingenieur damals auf Koks die Idee gehabt, da auch noch den Kühlwasserthermostaten mit reinzusetzen und alles im Alltag mit kaltem, warmem und heißem Wasser durchlaufen zu lassen. Das mag auch der geduldigste Kunststoff auf Dauer nicht so gern, also reißt er auseinander wie die junge Beziehung zweier Menschen, die sich viel zu früh im Leben für die knappe Finanzierung eines sterilen Einfamilienhauses in einem gesichtslosen Neubaugebiet entschieden haben. Ach, und dann wird behauptet, die Ummantelung der Kabel im Motorraum werde im Alter porös und verursache da, wo mehrere Leitungen nebeneinander kuscheln, gern mal Kurzschlüsse. Auch dazu hätte ich Metaphern, aber dazu kommen wir später. Ich habe hier einen kompletten Ansaugkrümmer, der laut seinem Stempel erst zwei Jahre lang seinen Dienst getan hat plus alle relevanten Dichtungen plus Thermostat. Und ich habe alles direkt beim freundlichen Fordhändler als Originalteile gekauft. Lasset die Spiele beginnen.

Nagelneu und schmatzend

Nagelneu und schmatzend

Da das Herz meines Glupschi seidenweich und ohne Tadel oder Aussetzer schnurrt, will ich tatsächlich nur den altersschwachen Krümmer tauschen und alle ursprünglichen Anbauteile von meinem Auto saubermachen und übernehmen. Also Drosselklappe, Einspritzdüsen, AGR, Einspritzstock und das ganze Gedöns das da (jetzt mit frischen Dichtungen) draufgeschraubt ist. Besagte Sonne und die summenden Bienen machen den Nachmittag zu einem entspannenden Schraubertag, und der Tausch des Krümmers ist inzwischen kein Hexenwerk mehr. Ich hab den ja schon öfter mal geborgen 😉 Ein bisschen Angst macht mir nur der Motorkabelbaum, den muss ich nämlich dazu anstecken und ein wenig beiseiteschieben. Never move a running system. Zumindest nicht, wenn besagter isolierender Kunststoff so porös ist wie überall behauptet wird. Und wie ich nachher den gelösten Rippenriemen wieder auf die Rolle der Lichtmaschine bekomme (so kommt man besser an eine versteckte Schraube im Krümmer ran) muss ich auch noch googeln. Also los, Kühlwasser raus und ran ans Werkzeug.

Schraube schraube, ich mach das am liebsten im Garten.

Schraube schraube, ich mach das am liebsten im Garten.

Wenn man weiß, wo die versteckten kleinen Scheißerchen lauern, ist so eine Ansaugbrücke mit allen Anbauteilen in weniger als einer Stunde ans Tageslicht befördert. Ja, die ist wirklich sehr dahin. Ein- und Auslass um den Thermostaten herum sind schon einmal mit Klebstoff beschmiert worden, aha, na ja das hat immerhin fast drei Jahre gehalten. Und der Thermostat ist sowieso durch, der Tausch war schon lange überfällig. Ein kleiner Teil des dicken, schwarz umwickelten Leiterbündels zwischen dem coladosengroßen Hauptstecker und den Anschlüssen für alle Fühler am Krümmer macht ganz leise *kniiirschschsch* als ich es liebevoll und fürsorglich um Armeslänge beiseite drücke. Ayk. Ich spüre es. Die langjährige Beziehung zwischen den einzelnen Litzen beruhte seit geraumer Zeit nur noch auf Gewohnheit und Ignoranz. Man akzeptierte, dass man nebeneinander her lebte. Man sah die Risse im Fundament, spürte die trockenen Versteifungen im einst so biegsamen und flexiblen Rückgrat, aber ließ es geschehen. Es funktionierte ja alles. Man blieb zusammen, weil man es so gewohnt war. Jetzt kommt jemand neues, und man muss sich bewegen. Au. Nicht gut.

Da haben wir ja den Haderlump

Da haben wir ja den Haderlump

Aber – der alte Krümmer ist draußen. Ja, mein Freund, das wurde Zeit. Der siffige Filz der letzten Jahre ohne Pflege hat dir reichlich zugesetzt, jetzt darfst du in den verdienten Ruhestand gehen. Als Organspender muss ich dich noch einiger zuvor genannter Anbauteile berauben, die im Fahrzeug weiterleben dürfen. Und dein Skelett lege ich dann in den Kofferraum, neben einen fast neuen Krümmer aus einem Galaxy. Aus euch beiden kann der neue Besitzer noch ein klasse Ersatzteil schnitzen und für schlechte Zeiten in den Keller legen.
Der frische, saubere und neu abgedichtete Kunststoffklotz flutscht auf die beiden Führungsstifte wie die wiedergefundene Jugendliebe ins Privatleben eines gelangweilten Ehemannes. Ich verbinde alle Über- und Unterdruckleitungen mit ihren Gegenstücken, schließe die Einspritzdüsen wieder an die beiden Benzinleitungen an (eine hin, eine zurück) und verkabel alle Sensoren und Fühler dieser Patchwork-Zusammenführung mit den Steckern des Kabelbaumes, der eben noch so wehleidig geknirscht hat.

Tataaaa. Der Krümmer ist drin!

Tataaaa. Der Krümmer ist drin!

Das Gesamtbild sieht tatsächlich so aus, als hätte ich nichts vergessen oder übersehen. Das eingefüllte Kühlwasser bleibt da, wo es hingehört. Den Rippenriemen habe ich problemlos aufziehen können, nachdem ich mit einem Kuhfuß die Spannrolle runtergedrückt hab. Danke, Google. Es ist ein bisschen diese äußere heile Welt im Reihenhaus mit Geranienkästen, wo im vertäfelten Keller SM Parties abgehen. Diese zwei Adern des dünnen, schwarzen Kabels zum Fühler vorn neben dem Thermostaten… die bröckeln an ihren Enden ein bisschen. Egal. Startversuch. Sowas ist ja immer ein bisschen spannend. Auch ohne Spannrolle. WIWIWIWI BROMM *schrabbelschrabbelschrabbel* ja herrlich. Läuft. Läuft eine Idee bockiger als vorher, aber läuft konstant und geht auch nicht aus. Und mit einem WWWWWWWWWHHHHHHH laufen die beiden Lüfter vorm Kühler an. Ups? Warum?

Auch da suche ich eine Ursache in den Beschreibungen im Internet und werde auch fündig. Ein Fühler am Thermostat ist für die Anzeige im Cockpit zuständig (die zeigt an), der andere meldet die Motortemperatur ans zentrale Steuergerät. Und wenn das keine plausiblen Daten bekommt, weil der Fühler kaputt oder das Kabel kurzgeschlossen ist, dann geht die Lüftersteuerung in den Notlauf und macht Wind. Damit der Motor im Zweifelsfall nicht überhitzt. Also gucke ich mal, ob ich da vielleicht am Kabel was isolieren muss. Äh… ja. Muss ich. Mache ich. Während ich Isolierband wickel bröckelt die Ummantelung immer weiter. Noch mehr kleben. Noch mehr bröseln. Knacks. Riesel.

Es knirscht im Gebälk

Es knirscht im Gebälk

Um es kurz zu machen – diese Ehe lässt sich nicht mehr kitten. Das war mir schon klar, aber wenn ich bedenke, dass auch die anderen Leitungen prinzipiell so aussehen führt an einer Neuwicklung des Kabelbaums mittelfristig kein Weg mehr dran vorbei. Wo ist aber jetzt bei dieser Party im Keller Sado und wo Maso? Ich mache den Motor aus und ziehe Bilanz. Der fehlende 4. Gang des Automatikgetriebes wird ebenfalls eine elektrische Ursache haben, die vielleicht sogar an genau diesem Thermofühler hängt. Oder dem OT-Geber. Oder irgend einem anderen Sensor, der dem Steuergerät nicht die Daten liefert, die es benötigt, um Fahrstufe Nummer vier einzulegen. Auch hier besteht Handlungsbedarf. Und die Radläufe nebst Schwellerunterkanten sind rott. Auch das muss gemacht werden. WANN DENN BLOSS? Ich habe hier ein Auto mit Baustellen, die allesamt nicht teuer sind, aber Zeit in Anspruch nehmen. Zeit, die ich einfach im Moment nicht habe. Und da gibt es jemanden in Berlin, der dieses Auto haben will. Mit allen seinen Geschichten der letzten zwei Jahre. Und mit allen Teilen, die für seine Genesung nötig sind. Und der Mann hat viel mehr Zeit als ich. Mein 1997er Ford Scorpio 2.3 Ghia verlässt mich Anfang Juli! Aber das ist eine andere Geschichte.

Er guckt plötzlich so traurig. Hoffentlich wird der neue Krümmer vom Motor nicht abgestoßen wie eine Leber mit falscher Blutgruppe. Langsam glaube ich wirklich daran, dass dieser Wagen eine Seele hat.

Sandmann

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About Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.

11 Responses to Krümmer geht’s nicht!

  1. Fetti says:

    Ach Sandmann, irgendwie immer das gleiche Muster. Toll zu lesen, bitte weiter so, aber für dein Seelenheil solltest du vielleicht doch mal deine Entscheidungsstrategien überdenken 😉

    Grüße, Fetti

    • Sandmann says:

      Ay Fetti,

      was meinst du mit meinen Entscheidungsstrategien? 🙂 Ich bin ein Mann, ich muss immer erst selbst erkennen, dass zum Beispiel meine Zeit für einen Patienten nicht ausreicht, um ihn in bessere Hände zu geben…

      Bald gibt’s wieder mehr vom umtriebigen Leben im Taunus zu lesen, und ab Sommer dann vielleicht Geschichten vom neuen „Erstauto“… Und zwischendurch immer wieder mal GANZ andere Autos, da kommt jetzt auch noch einiges auf euch zu…

      Sandmann 🙂

      • Fetti says:

        Im Moment klingt ein 126er doch wie eine Vernunftsentscheidung. Zumal es da auch noch Teile gibt… Vor allem muss man das relativ betrachten, nicht absolut.

        • Sandmann says:

          „Relativ betrachten“ und „Vernunftsentscheidung“ finde ich angesichts einer alten S-Klasse aus den 80ern lustig 😀 Aber du hast Recht – ein Resttüv-Quattroporte oder ein W 140 mit Elektrikproblemen wäre die schlechtere Variante.

          Meine Vorteile: Das Auto ist relativ Preiswert, weil seit zwei Jahren kein TÜV mehr drauf ist und noch ein paar Sachen zu machen sind. Aber nicht vielen. Ich bekomme ein paar Ersatzteile dazu, und er ist fahrbereit.
          Mit meinem freundlichen Gasmann in Dagebüll habe ich schon einen Deal gemacht, dass der sich die alte Prins Anlage (LPG) mal anguckt und sie wieder auf den aktuellen Stand bringt.

          Und ansonsten habe ich ja den Familien-Daimler meines halbfinnischen Fräulein Altonas und den Taunus. Beide laufen einwandfrei. Ich habe also keine Not 🙂

          Sandmann

          • Fetti says:

            Jetzt mal Butter bei die Fische – was wäre denn ein substantiell besserer Kauf, wenn es 30 Jahre, bezahlbar & Daily Driver-tauglich sein soll? Also nicht nur graduell besser, sondern ein Rundum-Sorglos-Paket? Mit fällt da so ziemlich wenig ein… Aber vieles, was schon weggegammelt ist 🙂

            Und wegen der Oldtimer – das wird eine Diskussion werden, allein wegen steigender Zahlen. Jetzt sind ja schon die Jahrgänge dran, die immer noch gut fahrbar sind.
            Vielleicht sollte man keinen harten Cut machen, sondern nur noch alle 2 Jahre einen neuen Jahrgang zum Oldtimer machen, bis man meinetwegen bei 40 Jahren ist… Wäre besser als solche Regeln wie bspw. in Österreich („das älter als 30 Jahre ist und in die … approbierte Liste der historischen Kraftfahrzeuge eingetragen ist (§ 131b), welches nicht für den alltäglichen Gebrauch verwendet wird“.
            DAS wäre mies…

  2. Michael1973 says:

    Moin Sandmann.

    Mit der Erfahrung aus 2 Dekaden als Schrauber grinse ich ja böse in mich rein, muss aber gestehen, das ich zu Hause, mit den dortigen Mitteln auch Abstand von Dauerbaustellen nehmen würde … zumal ja die Damen des Hauses Sandmann sicher bei der Freizeitgestaltung Priorität haben 😉

    Aber Krümmergeschichten könnte ich noch schlimmere präsentieren und was ein Kabelbrand im Mini MK1 für Erkenntnisse liefern kann … nach 2 Tagen am maladen Gewirr und nach dem Finden von 4! Sicherungen im ganzen Kabelbaum will man
    a) doch keinen Mini mehr – und kann
    b) in einer Schublade schlafen … bei den nötigen Verenkungen beim Arbeiten am Mk1 🙂

    Zum Abschied vom Glubschi: ich gehöre ja eindeutig zu den Leuten, die Angesichts des designtechnischen Horrors die Augen abwenden, allerdings macht dies doch ein Auto als Verschleißauto umso interessanter! Wenn das Auto eh keiner will, schläft man als Laternenparker sicher ruhiger als der mit dem finanziertem (Alb-) Traum-SUV. +Wenn die Karre platt ist, heult keiner dem Glubschi hinterher … vielleicht Tochter #3 (ICH unterschätze jedenfalls NIE wieder die komische Beziehung kleiner Kinder zu Familienautos) … ich schweife ab 🙂

    So eigentlich will ich dafür plädieren wieder ein UNklassiches Auto als „neues“ Verschleißauto ins Auge zu fassen. Bitte neben dem „armen“ Taunus nicht noch ein Auto, welches ein Leben als garagengepflegtes Wochenendauto verdient hat und nicht mit Kinderkotze und Windeleimer traktiert gehört. Vielleicht Glubschi 2.0? Der halbfinnische Kombi, damit sich das Fräulein Altona auch mal wieder neueres gönnen „kann/darf“?
    Gehört der C6 nicht noch zu den like-to-have-Autos? Sone Karre kann von MIR aus unter Kastanienbäumen oder am/im Hafenbecken parken 🙂
    Ein schon an anderer Stelle erwähnter W126 täte mir leid, auch wenn es noch reichlich Nachschub aus Japan diesbezüglich zu geben scheint.
    Himmel, schon wieder so viel geschrieben 😉

    Gruß eines Autoverrückten an alle Anderen
    Michael

    • Sandmann says:

      Ay Michael,

      dein Statement zu „ungewollten“ Autos ist völlig richtig. Die Teile sind spottbillig, und ich muss keine Sorgen haben, dass ihn mir jemand wegnimmt. Das habe ich beim Taunus allerdings auch nicht, der ist vollkaskoversichert 😉

      Was du vom Mini schreibst bestätigt meine Vorurteile gegenüber älteren Autos von der Insel. Aber schön sind die trotzdem…

      Das Erstauto steht ja quasi schon in den Startlöchern, wäre das nicht so, hätte ich den Scorpio ja nicht so leichtfertig drangegeben. Ein Audi wird es so bald nicht werden, schon gar nicht einen C6 und überhaupt GAR keinen Kombi. Mein halbfinnisches Fräulein Altona hat ihren Daimler, das soll an praktischen Karossen reichen. Wenn jemals wieder einen Audi, dann einen Typ 43 Vorfacelift als handgeschalteten 5E oder einen Audi V8 Nachfacelift mit 4.2, alles andere übt auf mich keinen Reiz aus. Dann eher mal einen Senator B CD mit Digi oder einen Phaeton, aber dann nehmen ja wieder die potenziellen Baustellen zu.

      Ich fürchte, ich werde mich erstmal auf den W 126 einlassen, der ist ausreichend sicher auch für meine Kinder, hat genügend Gurte und Kopfstützen und ist von den Ersatzteilen her gut zu handhaben. Und dann sehen wir weiter 😀

      Sandmann

      • Michael1973 says:

        Moin Herr Sandmann.
        Ich muss Ihnen hiermit mitteilen, das Sie durch Ihre automobile Vergangenheit (V8, A8, Dottore) eindeutig Audi-verstrahlt sind! Wie anders ist es zu erklären, das Sie bei „C6“ gleich an die Marke mit den 4 Ringen denken.
        Ich meinte den Citroen C6, an dem Sie in der Vergangenheit Interesse bekundeten … 😉
        Dem W126 sehe ich mit gemischten Gefühlen entgegen, sicher ein geiles Gefährt, leider nicht sooo günstig zu unterhalten … aber besser als ein W140, der beim Schrauben NULL Spass bereitet und dem Glubschi noch etwas bei den Fehlern etwas beibringen kann 🙁
        Gruß
        Michael

        • Sandmann says:

          Ach Herr Michael….

          … da war ich tatsächlich verblendet. Bei C6 klingelt bei mir halt noch kein Auto, was ich ernsthaft in Erwägung zöge. Weder der Audi, noch momentan der Zieh-Dröhn. Es ist ja nicht so, dass in dem WENIG Technik und Elektronik sei. Und auch wenn er noch so viel taugen mag, mein Geldbeutel ließe nur einen im unteren Preissegment zu. Und was Franzosen im unteren Preissegment mit einem machen, kann man hier in diesem Blog gut nachlesen 🙂

          Ich kann gar nicht sagen, dass ich den W 126 total abfeier. Er steht seit langem auf meiner Liste der Autos, die ich gern mal haben möchte. Und hier hat sich eine Gelegenheit ergeben, die ich aus mehreren Gründen weder abschlagen möchte noch kann. Sollte er mir binnen kürzester Zeit das Gehirn vögeln oder mich finanziell an den rand des Pizza-nicht-mehr-bezahlen-Könnens bringen – geht er wieder.
          Ich will ihm eine Chance geben. Einen Audi V8 10 Jahre lang im Alltag zu fahren war auch bescheuert. Aber geil.

          Wir schauen mal wo das alles endet.
          Sandmann

  3. Micha says:

    Hey Sandmann,

    soso, kein Audi mehr, hm? Verstehe ich ja nun gar nicht -aber das hatte ich ja schon erzählt. Was ich dagegen verstehe, ist die Trennung vom Scorpio. Und zwar nicht, weil er glubscht (das tut ein W140 Coupe auch…was haben die damals nur aus dem schönen 560 SEC gemacht?). Sondern, weil mindestens dieses Exemplar Dich dauerhaft auf die schwarze Liste von TÜV und ADAC gebracht hätte. Wahrscheinlich auch an den Rand des Wahnsinns oder kurz dahinter.

    Beim W126 kann ich nicht sagen, ob er ein ein „gutes“ Auto ist -ich hatte noch keinen, genauer: in all den vielen Jahren hatte ich überhaupt keinen Mercedes besessen. Gefahren bin ich viele, gehört hat mir keiner. Aber der W126 ist für mich begehrenswert. Ich war nur nie mutig genug, einen zu kaufen. Die Kosten, weißt Du?

    Inzwischen weiß ich auch nicht mehr, ob ich viel Geld in ein klassisches Auto stecken würde. Wenn das so weiter geht mit der Verbrennungsmotor-Hysterie, können wir unsere Schätze bald nur noch in der Garage aufbewahren. Alles Alte muss weg, wir müssen im Namen der Umwelt Neues produzieren. Dabei würde mancher Klassiker noch fahren, wenn die gehypten Elektroflundern schon längst giftiger Sondermüll sind. Aber das ist ein anderes Thema, noch dazu eines, das niemand hören will.

    • Sandmann says:

      Ay Micha,

      na ja, ich muss ein paar Sachen relativieren… Vom Scorpio habe ich mich vor allem getrennt, weil mir die Zeit fehlt, den zu schweißen und den Kabelbaum zu machen. Der Käufer kann erstes selbst und hat für zweites Leute, alle anderen Baustellen an diesem Auto sind überschaubar. Und er ist sehr sehr selten, ich denke eher dass er (gut gemacht) den Prüfern ein freundliches Lächeln ins Gesicht treiben wird. Mal sehen. Vielleicht werde ich ja auf dem laufenden gehalten 😀

      Alle W 126 Fahrer, die ich persönlich kenne, schwärmen von dem Auto. Es gibt wegen der hohen Stückzahl alle Teile, auch gebraucht. Und äußerlich, ihr kennt mich, muss er gesund sein. Aber nicht unbedingt makellos. Er bekommt eine Konservierung, auch von unten, und dann kann der Winter kommen. Schön im blauen Velours fläzen und über das Becker Mexico die Lieblingsalben hören., während der Reihensechser unhörbar vorn arbeitet Ich freu mich drauf.

      Ich glaube nicht, dass Oldtimer allgemein verboten oder eingeschränkt werden. Jedenfalls nicht, so lange wir noch fahren. Ich denke eher, dass vielleicht die Kriterien sich ändern, damit nicht so viele nur ein altes Auto kaufen, um damit in die Umweltzonen fahren zu können. Oder dass die Grenze auf 40 Jahre hochgesetzt wird. Was ich albern fänd, denn wenn ein Auto 30 Jahre lang gehalten hat (und welche Autos tun das schon) dann ist es Kulturgut. Punkt. Und dass sollte gefördert werden.
      Pauschal habe ich übrigens nichts gegen Elektroautos. Ich bin nun schon so einige gefahren, und das ist echt extrem cool. Wenn mal Akkus erfunden werden, mit denen ich 600 Kilometer fahren kann und die nicht auf den Kadavern von kleinen Kindern in Afrika aufbauen dann wäre ich im Alltag vielleicht sogar dabei.

      Sandmann

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