Sechs Füße nach Saint-Aygulf

Ohne Furcht und Tadel

Ohne Furcht und Tadel

Barfuß in Norddeutschland im Sommer 2017? Undenkbar. Sofortige Erkältung, außerdem weichen bei dem ganzen Wasser von oben die Zehen auf und werden so schrumpelig. Kalte, nasse Füße stören bei der Glühweinverköstigung. Schnitt. Getreu meinem Motto: Wem es nicht passt, der kann ja ein anderes Programm einschalten haben wir gestern dem sogenannten Sommer da oben tschüss gesagt und uns aufgemacht in Gegenden, die mit dem locken, was ein durchschnittlicher Mensch im Sommer braucht. Licht. Sonne. Wärme. Die etappenhalbierende Nacht in Mailand versprach schon so einiges, heute ziehen wir die Schuhe aus und fahren barfuß bis runter nach Südfrankreich. Meine Große (zwei Füße), meine Mittlere (zwei Füße) und ich (auch zwei Füße) im 1971er Taunus Coupé (keine Füße, nur Ganzjahresreifen). Mit schlapper Lichtmaschine und klappernden Ventilen. Alors, egal. Aufstehen, duschen, gucken ob das Auto noch da ist und ab vom Hof!

Der Blick vom Balkon zeigt: Das Auto ist weg.
Allerdings nur, weil ich es gestern Abend noch auf Anraten des Nachtportiers im Innenhof des Hotels abgekippt hatte. Da steht es auch noch. Ich wollte lediglich noch einmal vom Balkon gucken und dem Zimmer tschüss sagen. Beruhigt stürzen wir uns also erstmal auf das, was als Frühstück angeboten wird.

Plastikfrühstück. Na und?

Plastikfrühstück. Na und?

Profis in Sachen Morgenverpflegung sind weder die Italiener noch die später anzutreffenden Franzosen. Der gemeine Deutsche ist von reichhaltigen Wurstplatten, Käsetellern, Obstschüsseln und sieben Sorten Schwarzbrot verwöhnt und verfettet, Norditalien lockt mit vitaminfreiem Zwieback, eingeblisterten Papp-Croissants gefüllt mit Marmelade oder Nougat und einem Haltbarkeitsdatum bis 2042, Instant-ACE-Saft aus Pulver und Wasser und ziemlich schlechtem Kaffee mit unechterm Milchschaum. Die Damen und ich waren darauf allerdings ausreichend vorbereitet, da die komplette Übernachtung im Hotel für uns drei zusammen so viel gekostet hat wie woanders allein das Frühstück. Das Ambiente im Untergeschoss gleicht eher einem vertäfelten Partykeller irgendwo in Nordrhein-Westfalen. Die rund 30 großen Flaggen an den Wänden sollen vermutlich so etwas wie Internationalität ausstrahlen, allerdings hat die wohl jemand beim falschen Anbieter geordert… Ich weiß nicht, ob es mich belustigt oder verstört, dass die Reichskriegsflagge zwischen der israelischen, der türkischen und der europäischen Fahne hängt. Als wir uns vom Portier verabschieden, versuche ich ihm auf Englisch zu erklären, dass es bestimmt Gäste geben könnte, die das gar nicht gut finden. Ach ja, wir verkrampften Deutschen und unser gespaltenes Verhältnis zu Fahnen aus definitiv nicht rühmlichen Zeiten (meine eigenen Worte). Er verspricht, sie abzuhängen. Und die von Nordkorea auch gleich mit (seine Worte).

Bauch einziehen!

Bauch einziehen!

Den Innenhof des Hotels zu verlassen ist gar nicht so einfach, irgendwie war ich da gestern Abend ein bisschen unbedarfter. Normalerweise würde ich nicht mal mit einem Fahrrad durch diese Einfahrt fahren. Links und rechts neben den Seitenspiegeln des Taunus sind jeweis rund drei Zentimeter Platz zur Wand. Augen zu und durch. Es ist tatsächlich noch alles da und alles unbeschädigt, keine versteckten Kosten, kein Parkticket, keine demontierten Rostyle Felgen. Nur ein lustiger Ire, der mich fragt, ob mein Auto ein Torino sei. Wegen der Farbe und der Felgen. Ich erkläre ihm lachend, dass es ein Torino ist, aus dem jemand die Luft rausgelassen hat. Und dass man den deutschen Ford Taunus in England als „Cortina“ kaufen konnte. Ah. Damit kann er was anfangen. Fazit – alles ist gut. Vielleicht sollte ich mich langsam mal ein bisschen entspannen, wir haben einfach nur eine wirklich günstige Bude in Milano erwischt. Traumhaft.
*kultureller Einschub*
Alle sagen mehr oder weniger ungefragt, der Mailänder Dom sei eine wundervolle Kirche. Unser Zeitfenster bis heute Abend ist relativ komfortabel, weil es nur noch rund 400 Kilometer bis in die Nähe von Saint-Raphaël sind. Hm. Ach los, dann einmal ab in die Innenstadt und ein bisschen Drive-By-Tourismus praktizieren. Es ist früher Samstag, die Große hat heute schon 22 Kerzen auf ihrem ein wenig plattgesessenen Kuchen ausgepustet und wünscht sich einen Blick auf das Gemäuer. Ihr Wunsch sei mir Befehl.

Wer muss denn da noch in Echt hin?

Wer muss denn da noch in Echt hin?

Und auch wenn ich auf Facebook Schimpfe wegen meines nagelneuen Navis bekommen habe, weil es nicht zum Auto und der Art der Reise passe – das perlt ausnahmsweise einmal stark an mir ab. Ich nutze portable Navis, seit sie bezahlbar geworden sind. Natürlich kann man eine lange Autobahnstrecke auch mit dem Shell Europaatlas von 1973 bestreiten und zwischendurch einmal auf die Straßenschilder gucken. Aber allein der Weg durch Mailand bis zum Hotel und heute Morgen das dickdarmartige Gewirr von Gassen und Einbahnstraßen kreuz und quer durch die Innenstadt waren jeden einzelnen Cent dieses Gerätes aus Amsterdam wert. Definitiv. Unverrückbar. Und immer wieder. Ich mag’s nicht, über die Handy App zu navigieren und das Ding permanent am Strom und immer heißer werdend irgendwo in der Nähe der Windschutzscheibe liegen zu haben. Und Handyhalterungen verursachen Schreikrämpfe bei mir, noch mehr als diese Handytaschen für den Gürtel. Handy ist Handy. Und Navi ist Navi. Also: Hallo neue Lisa, ich freue mich, dass du uns bis hier her gebracht hast. Den Taunus stellen wir kurz irgendwo in der Nähe des Duomos ab, rundrum ist alles gesperrt und zur endgültigen Fußgängerzone erklärt worden.

Ich erstarre in Ehrfurcht

Ich erstarre in Ehrfurcht

Wow. Einfach nur wow.
Diejenigen, die behauptet hatten, das sei ein wirklich beeindruckendes Bauwerk haben nicht übertrieben. Der Dom sieht ein bisschen aus wie eine Mischung aus 3D-Puzzle und gescheitertem Lego-Technik Experiment. Rein wollen wir nicht. Überall hängen Leute mit Selfie-Sticks rum, und die Schlangen vor dem Haupteingang sind schon jetzt sehr sehr lang. Was auch auffällt, und woran wir uns in diesem Leben vermutlich langsam mal gewöhnen müssen: An jeder Ecke stehen bewaffnete Polizisten und Soldaten mit Maschinenpistolen im Anschlag, Mannschaftswagen patrouillieren und schwere Barrieren auf den Straßen halten alles fern, was hier nichts zu suchen hat. Nizza, Berlin, London und jüngst Barcelona haben in der Welt Spuren hinterlassen. Ich als alter Pazifist finde das furchtbar und frage mich wieder einmal mehr, wie man religiösen Fanatismus aus dieser Welt verbannen kann. Ich habe keine Antwort. Ich will auch von euch keine hören, das artet dann gern mal in Themen aus, mit denen ich mich schon im Frühstücksraum des Hotels konfrontiert sah. Im Angesicht dieses gotischen Bollwerks westlichen Glaubens (die Katholiken sind ja auch nicht so ganz ohne…) bin ich wieder einmal mehr froh, meine Kinder zur Weltoffenheit und zum friedlichen Miteinander erzogen zu haben. Ich habe ihnen Werte mit auf den Weg gegeben, die mit oder ohne Glauben auskommen. Die jede Richtung von Extremismus und Fanatismus ablehnen. Das ist doch schon mal ein Anfang. Okay, und jetzt wieder weg von diesen ernsten Themen.
Wir schlüpfen noch in einen riesigen Supermarkt, füllen unsere Wasser- und Weißweinvorräte auf und vernaschen ein unglaublich leckeres Eis, bevor es weiter durch die südeuropäische Sonne in Richtung Mittelmeer geht.

Nicht nur Pizza - auch Eis

Nicht nur Pizza – auch Eis

Ach ja. Gniiihihihi…. In dem Supermarkt gab es auch ein paar kleine, eingetopfte Kakteen. Ich war noch immer auf der Suche nach einer geeigneten Pflanze, die ich in meine kleine Anhängsel-Vase am Armaturenbrett einpflanzen kann. Ich habe sie gefunden. Ein kleiner, freundlicher Kaktus, genügsam und wenig durstig, mit zwei kleinen Augen und einer irgendwie beruhigenden Ausstrahlung. Fast so grün wie der Taunus. Auf den ersten drei Kilometern ist er mir gleich auf den rechten Oberschenkel gefallen, was ich schreiend und fluchend meinen Mitreisenden mitteilte. Dann habe ich beim Griff zum Musik-iPhone auf der Mittelkonsole direkt reingegriffen. Wir haben uns also noch nicht endgültig angefreundet, er steht jetzt erstmal oben auf dem Armaturenbrett, bevor er in die Vase einzieht. Das mache ich nur mit Handschuhen! Er braucht nur noch einen Namen, habt ihr irgendwelche Vorschläge?

Ein netter neuer Mitreisender

Ein netter neuer Mitreisender

Der letzte Tankstopp war gestern, noch in Germania. Nun, nach rund 470 Kilometern, ist die Wanne im Heck des Coupés schon sehr leer und möchte mit raffiniertem Mineralöl benetzt werden, 95 Oktan bitte. Bei jedem Mal tanken sank der Durchschnittsverbrauch bisher um 100ml, wir sind jetzt voll beladen und nach Österreich und dem Bernadino Pass bei 8,5 Litern angekommen. Hatte ich mich über deutsche Preise an Autobahntankstellen aufgeregt? Pha. Albern. Die nächste erreichbare Tankstelle hier kurz hinter Mailand ist eine mit Bedienung. Herrlich. Ein Mensch kommt angelaufen und tankt mein Auto. Obwohl… Was in den 70ern noch Standard war, lässt man sich heute fürstlich bezahlen. In meinem nächsten Leben werde ich Tankwart. Dann bin ich nicht nur der beste Freund von Markus, der mit seinem Maserati Gas geben und Spaß haben will, dann verdiene ich auch an einem Tag mehr als ich heute in einem ganzen Monat erwirtschafte. Wahn. Gasolio ist übrigens Diesel, ich brauche Benzina!

Und kost' Benzin auch drei Mark zehn...

Und kost‘ Benzin auch drei Mark zehn…

Notiz an mich selbst: In Südfrankreich werden definitiv die klappernden Ventile nochmal nachgestellt und der Vergaser ein bisschen magerer gedreht. Wenn ich schon die Spritpreise nicht ändern kann, so will ich doch wenigstens den Verbrauch optimieren. Ein Euro Neuzig für einen Liter Super. Ich glaube es hackt? Abzocker. Doofe.
Was noch hackt ist mein rechtes Bein. Werde ich alt? Werde ich ungelenkig? Oder ist die Sitzposition in einem kopfstützenlosen Kunstleder-Federkernsessel von 1971 vielleicht nicht so orthopädisch wertvoll wie man bisher immer dachte? Das linke Bein mit dem linken Fuß kann ja in allen Lebenslagen wandern, sich mal knicken und mal strecken. Es wird nur zum Kuppeln gebraucht, und das macht man auf solchen Strecken alle paar Stunden mal. Das rechte Bein wiederum steht immer im gleichen Winkel leicht angezogen auf dem Gas. Mein Knie tut weh, und irgendwie schmerzt auch meine rechte Hüfte. Während der vollvergoldete italienische Sprit mit dem hohen Platinanteil und dem Diamantenstaub-Additiv von dem stinkreichen, goldkettchenbehängten Tankwart in die Gruften des Knudsen gepumpt wird (er denkt dabei an seine Yacht unten in Palermo), ziehe ich mein rechtes Bein hinter mir her wie ein Kriegsveteran und suche überall nach Möglichkeiten, mich mal abzustützen. Argh. Strecken, ich muss es mal strecken!

Man wird ja nicht jüngeeeeer.

Man wird ja nicht jüngeeeeer.

Aber jetzt sind wir fast da, jetzt will ich den Rest auch noch fahren! Vielleicht kippt der kleine grüne Kaktus ja noch ein paar Mal auf meinen Oberschenkel und hat eine akkupunktierende Wirkung? Unsere Ankunftszeit wird vom Navi inzwischen minütlich nach hinten geschoben. Erster Stau: Die letzte Mautstelle in Italien. Ich dachte, die haben hier keine Maut?? Das war der eigentliche Grund, warum wir über die Schweiz und Italien an die Côte d’Azur fahren, einmal quer durch Frankreich kostet allein schon 140 Euro Autobahngebühren… Ja nee. 28 Euro von Mailand bis an die französische Grenze. Vielen Dank *grummel* Aber jetzt … sind wir immerhin schon auf Höhe von Menton und Monaco und sehen das Mittelmeer! Mais oui! Die barfüßigen Damen auf dem Chill-Rücksitz sind ganz aus dem Häuschen und quietschen vergnügt. Die Große macht gleich mal heftige, südliche Partymusik auf ihrer eigenen mitgebrachten JBL Box an. Irgendwas zwischen Drum & Bass und Après Ski, was definitiv die Laune noch weiter anhebt. Absurde Benzinpreise, Autobahngebühren und schmerzende Beine sind vergessen! Bis Stau Nummer zwei kommt und im Standgas die Ladekontrolle nun doch ein wenig heller leuchtet…

Lampen, die leuchten.

Lampen, die leuchten.

Immerhin flackert sie noch, und bei Drehzahlen über 2000 ist sie fast ganz aus. Hm. Der externe Regler, der innen am Kotflügel angebracht ist? Die Kohlen der nun auch schon 46 Jahre alten Bosch Drehstromlichtmaschine? Das beides habe ich sogar in meinem motomobil Carepaket dabei. Wenn es der Generator selbst sein sollte, muss ich ihm gut zureden, mindestens bis nach Deutschland zurück noch zu halten, bitte. Wir stehen. Und rollen. Und stehen. Und rollen. Keine 100 Kilometer mehr von unserem Ziel entfernt ist das schon ein bisschen deprimierend. Quer durch das staugebeutelte Deutschland ohne auch nur einmal bremsen zu müssen, und hier im tiefsten Süden nun Schleicherei. Der Grund: Die erste Péage auf französischer Seite. Eine Batterie von Schranken, vor denen man entweder eine Handvoll Münzen in einen Korb werfen, seine Kreditkarte durchziehen oder einem Menschen mit geöffneter Hand Bargeld geben muss. 2,90 Euro. Weit vorher angekündigt. Das scheint die geistigen Kapazitäten der meisten Autofahrer hier zu übersteigen, und so staut sich die anrollende Autobahn auf über fünf Kilometern bis vor diese Schranken. Davon sind drei Kilometer in Tunneln, in denen wir die Abgase einatmen müssen, weil ich beide Fenster aufgekurbelt habe. Das war nötig, um die warme Heizungsluft des unter Volllast laufenden Gebläses wieder rauszulassen. Irgendwie kam das Kühlwasserthermometer beim Stillstand und der Hitze dem oberen Drittel erstmals ein bisschen näher, da heize ich lieber ein bisschen mit. Danke, ihr nicht bezahlen könnenden Auto-Deppen da vor uns.

Péage. Die Pest.

Péage. Die Pest.

Aber wisst ihr was? Auch der blödeste Stau ist irgendwann mal vorbei, und wir haben in den kommenden Tagen eines garantiert nicht: Zeitdruck. Dementsprechend lässt sich die durchweg gute Laune also nicht kleinkriegen. Hinter der Mautstelle geht es wieder zügig voran, der alte Eisen-V6 atmet spürbar durch und die Kühlwassertemperatur sinkt wieder auf den Normalwert in der Mitte der Anzeige. Gut gemacht, alter Ford. Wir werden für die verschwitzte Stunde Stillstand entschädigt mit Autobahnschildern, auf denen Namen wie Nizza, Biot und Cannes zu lesen sind. Die schon tiefer stehende Sonne taucht das Mittelmeer, die Palmen und die Kiefern voller schnarzender Zikaden in dieses wundervolle, gelb-orange Licht, das es nur an der Côte d’Azur gibt. Hallo Lieblingsplatz, da sind wir wieder. Bei Fréjus verlassen wir die grün beschilderte Mehrspurigkeit und sind fast da! Der Luna Park. Das Géant Casino mit seinen epischen Einkaufsmöglichkeiten. Und dann der Campingplatz direkt am Mittelmeer. Wir sind daaaaaaa!!

So sei es.

So sei es.

Und manchmal ist sogar mehr drin, als ich erwartet hatte. Aus dem Alter, wo ich auf dem Boden in einem stickigen Zelt zwischen Ameisen schlafe, ohne Kühlschrank, Tisch, Herd und mit Gemeinschaftsdusche bin ich langsam raus. So ein Mobile Home ist zwar ein besserer Plastik-Wohnwagen, hat aber eben all jenen Komfort, den man beim Zelten vermisst. Und bietet trotzdem die Atmosphäre des Campingplatzes. Und richtige Betten. Was ich völlig verdrängt hatte ist die Tatsache, dass unser schon im Januar gebuchtes Ding drei Zimmer plus Wohnzimmer und Küche hat und voll klimatisiert ist. Huch? Na das ist doch mal fein. Wir sagen unserem temporären Zuhause Bon soir, wuchten unsere Koffer in die viel zu großen Zimmer und setzen uns in die kleine Pizzaria. Es dämmert schon, der Pool ist schummerig beleuchtet und 20 Meter weiter plätschert das Mittelmeer an einen Strand mit weißem, weichem Sand. Auf der anderen Seite der Bucht funkeln die Lichter von Saint-Raphaël. Ich gucke in die wunderschönen, strahlenden Augen meiner beiden Töchter und weiß, was sie denken. Das Leben ist schön. Und hier ist es sogar warm, sorgenfrei und einfach.
Sehr gut gemacht, mein Taunus. Morgen oder übermorgen lasse ich dir ein wenig Liebe zukommen. Heute Abend probiere ich erst einmal den Wein und das einfache Leben ohne Luxus und Kreditkarte. Zusammen mit zwei wundervollen Menschen, die ich liebe.

Sandmann

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About Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.
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28 Responses to Sechs Füße nach Saint-Aygulf

  1. Manfred Meister says:

    Schön geschrieben, ihr habt es Euch verdient, der V6 und die 6 Füsse.
    Grüsse aus dem sonnigen Köln,
    Manfred

    • Sandmann says:

      Hallo Manfred aus der Geburtsstadt des Knudsens,

      ja, verdient in der Tat. Aber das Coupé ist gerade ein wenig verstimmt. Frisst das vollsynthetische Öl in rauen Mengen (ich führe das darauf zurück, dass es zu dünn ist, vorher war alles fein), die klappernden Ventile (war ich besoffen?) habe ich noch einmal nachgezogen und nun ist die Lichtmaschine geplatzt. Aber auch das lässt sich regeln, ich bin ja in Frankreich und nicht in der Wüste Gobi…

      Grüße aus Saint-Aygulf
      Sandmann

  2. schotte says:

    Alles richtig gemacht. Ich wünsche euch einen schönen Urlaub.
    Gruß schotte

    • Sandmann says:

      Ay schotte,

      und nochmal danke. Vor allem kostet hier das Benzin endlich mal wieder den gleichen Preis wie in Kiel 😀
      Jetzt muss ich nur noch einen Deal mit einem Mineralölkonzern eintüten, dann ist alles gut!

      Auf in die Sonne
      Sandmann

  3. Martin R. says:

    Schmerzt das Bein?

    Genau deshalb hat die Menschheit den Tempomaten erfunden…
    Tempomaten sind übrigens, anders als Navis, erlaubt, weil stilecht und zeitgenössisch. Im richtigen Auto natürlich.
    😉

    • Sandmann says:

      Ay Martin,

      ein Tempomat mag zeitgenössisch sein, aber nur bei den Autos, für die es den auch gab. Ein Taunus gehört nicht dazu 😉
      Und nachrüsten will ich nicht, dafür ist das Problem nicht groß genug. Ich mache einfach mehr Pausen…

      Mit eurem Naviverbot kann ich ganz gut leben. Man muss sich auch mal gegen die schräge Meinung der verrückten Community durchsetzen. Lisa hat mich gerade wieder zu einer kleinen Werkstatt in den Hügeln hinter Fréjus geführt, wo ich eine neue Lichtmaschine bestellt habe. Versuch sowas mal mit einer Straßenkarte. Na? Naaaaaa?

      Sandmann

      • Martin R. says:

        Als tempomatloses Auto könnte ich mir nur noch einen w123 Diesel vorstellen. Da braucht man keinen Tempomaten, weil der rechte Fuß auf dem Bodenblech abgelegt wird – ganz, als hätte man einen Tempomaten, nur mit Gaspedal dazwischen.

        Grundsätzlich bin ich ja auch Originalitäts- oder zumindest Plausibilitätsfanatiker.
        Beim Plüschtier hab ich die Regeln auch etwas gedehnt: im GLE gab es 1983 eigentlich keinen Tempomaten. Aber im Turbo. Und ab spätestens 1985 gab es ganz offiziell im Saab-Zubehörkatalog und zu beziehen über den freundlichen Saabhändler, den Tempomaten zum Nachrüsten. Damit ist das Ding zeitgenössisch und es langt für’s H. Also nix wie rein damit…

        • Sandmann says:

          Ay Martin,

          Originalität ist mir prinzipiell ebenfalls egal. Wenn es in einem vergleichbaren Modell einen Tempomaten geben würde, der sich leicht umrüsten ließe, wäre der bald drin. Gab es aber nicht. Allein der Hebel dafür hätte an der Lenksäule mit nur einem Blinker keinen Platz…
          Deshalb wäre mir das zu aufwändig. Also rutsche ich auf dem Rückweg lieber mit dem Sitz hin und her und mache eine Pause mehr…

          Sandmann

          • Martin R. says:

            Separaten Tempomathebel gab’s beim Daimler; bei Saab ist der in den Blinkerhebel integriert. Das Platzangebot an der Lenksäule ist also nicht per se ein Hinderungsgrund…
            Wie war das eigentlich bei den US-Fords (und Lincolns)? Vielleicht paßt ja ein zeitgenössisches Teil aus einem Ami (oder war das Baukastenprinzip damals noch nicht atlantikübergreifend)?

            Alternativ bleibt noch die zweite Möglichkeit: https://www.youtube.com/watch?v=hqoQdlh7K94 😀

            • Sandmann says:

              Den youtube Link gucke ich jetzt aus Mangel an vernünftigem Netz noch nicht.
              Aber ich glaube nicht, dass die Lenkstockschalter von amerikanischen Fords oder ihren schönen Töchtern passen. Das ist mir auch zu viel Gebastel, es gibt Baustellen an diesem Auto, die finde ich wichtiger als einen nachgerüsteten Tempomaten 😉

              Inzwischen ist unter der Haube ja die Hälfte neu. Inklusive Lichtmaschine…

              Sandmann

  4. Snoopy says:

    Ja das mit dem rechten Bein im Oldtimer kenne ich auch.

  5. Will Sagen says:

    Ein Name für den Kaktus?

    KaXeL.

    😀

    • Sandmann says:

      Hahaha 😀

      Das klingt mir aber zu sehr nach KACK SEL 😉
      Ich glaube Hombre finde ich schon ganz okay. Wie nenne ich denn die neue Lichtmaschine? Vielleicht ist es ja cool, völlig bekloppten Dingen Namen zu geben. Hm. Stromi vielleicht?

      Sandmann

  6. SteffenG says:

    Dann mal einen schönen Urlaub!

    Ich habe auch Probleme mit dem rechten Bein auf langen Strecken, schiebe es auf das Alter… 😉
    Früher® habe ich lange Strecken am Stück abgerissen, heute muss alle paar Stunden eine Pause sein.

    Viele Grüße

    Steffen

  7. Hi Sandmann
    geniesst es!!
    …und schreib weiter.
    Vertäfelte Partykeller gibts auch woanders(bin ich mir sicher)…;-)
    Name für Kaktus: Gran torino…vielleicht
    Und viel Erfolg beim Ventile einstellen.
    Gruss aus dem sonnigen Nordholland
    Tobias aus Dortmund

    • Sandmann says:

      Ay Tobias,

      Ventile sind erfolgreich eingestellt (siehe neue Geschichte), und noch ein paar andere Sachen…
      Der Kaktus heißt jetzt Hombre 😀 Gran Torino oder vielleicht sogar GRÜN Torino? wäre auch nicht schlecht gewesen…

      Morgen geht es schon wieder in Richtung Norden. Verdammt.
      Sandmann

  8. Dari says:

    Schöne Aufnahmen (vor allem der Dom) und sehr unterhaltsame Berichte!
    Wünsche weiterhin viel Spaß und coole Abenteuer! =)

  9. Björn says:

    Dann noch einen schönen Urlaub!

    Das mit dem rechten Bein kenne ich auch von den alten Volvos auf der Langstrecke. Da hilft nur ab und zu Bewegung.

    • Sandmann says:

      Ay Björn,

      danke. Puste mal jemand die Wolken weg, die heute da sind…
      Ich werde auf dem Heimweg den Sitz mal anders kippen und ein paar Pausen mehr einlegen. Das wird schon. So weit fährt man ja normalerweise nicht am Stück 😉

      Sandmann

  10. November says:

    Sandmann….als meine Mittdreißiger bessere Hälfte den CONSUL von Thüringen nach Rostock fuhr klagte Sie auch….es helfen nur Pausen und Kniebeugen….

    und Deine Geschichte war mal wieder frische Erdbeeren mit Schlagsahne!

    WO? seid ihr denn gerade mit dem Wagen?

    kommt gut Heim!…und dann wieder eine Geschichte für uns Alle!…:DANKE 🙂

    • Sandmann says:

      Ay November,

      ich habe das beherzigt und aktuell auf dem Rückweg gepaust und gebeugt. Funktioniert. Ich brauche also keinen Tempomaten 🙂

      Als du gefragt hattest wo wir gerade sind waren wir noch in Saint Aygulf. Jetzt, kurz nach Mitternacht, sind wir in einem Best Western Hotel in Ulm auf dem Rückweg nach Kiel. Dazwischen ist noch so einiges schräges passiert, wie man wohl erwartet hatte…

      Sandmann

  11. Daemonarch says:

    Ich hätte den Kaktus ja „Horst“ genannt…

    Wieso ein neues Navi? Hattest du nicht „letztens“ gerade eins gesponsored bekommen?
    (Kann natürlich sein, dass das schon wieder 5 Jahre her ist, die Zeit rast!) 🙁

    • Sandmann says:

      Horst ist bei mir vorbelastet. Ich lasse es bei Hombre. Er schläft gerade auf der Mittelkonsole…

      Das „letztens“ gesponsert bekommene ist nun schon wieder zwei Jahre her, und das hat sich unrühmlich verabschiedet. Fährt nicht mehr hoch, und eine Reparatur würde 110 Euro kosten. Okay für so ein Navi, aber ich hatte ja noch mein uraltes 😉
      Die Agentur von TomTom schrieb mich an, ob ich nicht eine tolle App haben möchte, mit der ich über den OBD Stecker meines Autos die Telemetrie und Leistungsdaten und viele tolle andere Sachen einstellen und abfragen könnte. Ich schrieb zurück, dass beim Bau meines Autos OBD Stecker nicht mal in Mondraketen eingebaut waren und ich eher ein neues Navi gebrauchen könnte. Nun. Da haben wir es.

      Aber die Zeit rast trotzdem. Oder gerade deshalb. Wie auch immer…

      Sandmann

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