Wo einst der Schrott-König regierte

Ay liebe Blog-Gemeinde.

Da ahnt man noch das Auto

„Ist das da nicht ein Rücklicht…?“ In der Tat. Die natürlichen Bedürfnisse meines Hundes treiben mich regelmäßig in mehr oder weniger konzentrischen Kreisen durch das kieler Umland, um das sich viele Geschichten ranken. Da hieß es anfänglich, in meinem Garten sei in den 60er Jahren eine Isetta vergraben worden. Bisher konnte mir allerdings keiner der älteren Nachbarn, die damals mein kleines Häuschen mit gebaut haben, das bestätigen. Dass beim Bau des Dachstuhls der Casa Sandmann allerdings auch Bahnschwellen und ein kompletter Gleisträger verarbeitet wurden, habe ich inzwischen selbst bezeugt. Tz. In einem Bombenkrater auf einer Wiese im Nachbardorf soll noch immer ein altes Auto begraben liegen, sagt Örg. Das sei sogar bei Google Earth zu sehen. Warum haben wir da nicht längst gebuddelt? Und hinter den Bergen, bei den sieben Zwergen, war einst ein gewaltiger Schrottplatz. Es wird von Autostapeln berichtet, brennenden Wracks und Reifen, riesigen Hallen und hunderten ausgeweideten Klassikern im grünen Wald. Diesen Platz gibt es nicht mehr, aber hier, wo ich gerade Gassi gehe, wird er irgendwo gewesen sein. Was man so alles am Wegesrand findet…

Auch im Netz findet man viel.

Schicke Felgen frei Haus

Aber wenig über den Schrottplatz Radomski. Und Bilder schon gar nicht, wer hat in den 80er Jahren schon einen Schandfleck in der Natur fotografiert? Seit 7 Jahren gehe ich hier spazieren und stolpere mal über eine Sprungfeder, bleibe mit dem Hosenbund mal an einer Zierleiste hängen oder trete in ein saftiges, zerbröselndes Schaumgummipolster aus einer Sitzfüllung. Sorgsam aufgeräumt wurde hier damals nicht, als die Umwelt-Auflagen und weitere mir unbekannte Gründe den Schrotthandel unterbanden und der Platz geräumt wurde. Ich habe das Gefühl, man hat lediglich die alten Autos abtransportiert und alles andere ein bisschen übergeharkt. Perfekt für einen Schatzsucher wie mich! Was gibt es schöneres, als Geschichten zu spinnen? Geschichten über Metall von vorgestern, überzogen mit Patina und Moos, begraben unter Laub – und in einigen Jahren dem Erdboden gleich. War diese Felge nur ein Ersatzrad? Oder prangte sie ein paar Jahrzehnte an einem selbstbewussten Nachkriegskleinwagen? Hier liegt noch einiges herum, so viel, dass man glaube ich nicht unbedingt den festen Weg verlassen sollte. Ich tu es trotzdem und schlage mich in die Büsche…

Blinken gestattet

Wie unter perfekter Tarnfarbe erscheinen hier und da, wenn ich genau hinsehe, erkennbare Konturen. Da ist es! Das Rücklicht. Oder ist es der Blinker von einem Käfer? Der Lack des verrosteten Blechs scheint einmal creme oder weiß gewesen zu sein, wie so oft, bevor die 70er die Welt oberflächlich in bunte Farben getaucht haben. Vielleicht wurde das hier gestrandete Automobil einmal als Hochzeitslimousine eingesetzt? Mit fröhlichem Gehupe und mit illuminiertem Warnblinker hat es scheppernde Konservendosen durch die Innenstadt gezogen, auf dem Rücksitz ein verliebtes Paar, was an diesem Tag glücklich war. Mit dem vergehenden Glück verging auch der Glanz des Autos, der Motor fing an zu kleckern, das Fahrwerk an zu klappern – und so landete es bei Radomski im Wald. Lebt das Hochzeitspaar noch, wenn auch inzwischen getrennt? Hier liegt eine der Lampen, die ihnen damals am Anfang des gemeinsamen Weges ein bisschen geleuchtet haben. Und hier stirbt nun das Blech, was sie an ihrem Hochzeitstag wie eine sichere Burg umgeben hatte. Was ist schon ewig?

Tiefer gelegt

Tieferlegen? Damals noch nicht. Was mag diese Feder alles erfahren haben? Arbeitete sie vielleicht unter einem stolzen Borgward, der jeden Sommer einen winzigen Wohnwagen von Norddeutschland nach Italien zog? Litt sie unter der Last der vielen ledernen Koffer, in denen sich luftige Sommerbekleidung, gewagte Bademoden und ausladende Stohhüte befanden? Eines Tages wurden die Besitzer des Borgward zu alt und zu träge, um noch in ihrem Wohnwagen zu übernachten. Deutschland ging es besser, ja sogar sehr gut. Man mietete sich in Hotels und Pensionen ein, da störten dann auch die Nachbarn nicht so wie auf dem Campingplatz. Das Wohn-Ei wurde verkauft. Irgend jemand hat ihn über die Zeit gerettet und setzt ihn heute als „Event-Cab“ bei Surf-Veranstaltungen auf Sylt als stylisches Getränkelager ein. Der Borgward ist längst gestorben. Er überdauerte viele Jahrzehnte am Wegesrand bei Radomski, weil er damals schon ein seltenes Auto war. Als jemand die Hinterachse ausbaute, blieben nur noch die Federn liegen. Und erlebten, wie die Zeit unaufhaltsam weiter läuft.

Wer bremst, verliert

Das ist aber nun wirklich ein Rücklicht! Es liegt neben einem Flachmann… Kannten die beiden sich vor langer Zeit schon, oder hat ein Tippelbruder hier in der Nach-Schrottplatz-Zeit einmal ein kleines Frühstück genommen? Vielleicht war Konrad, der Besitzer dieses Autos sehr verliebt in Hannelore aus der Innenstadt? Sie wollte sich mit ihm treffen, am Ufer der Förde. Konrad hat an diesem schönen Sommertag extra sein Auto gewaschen und poliert. Er hat es bar bezahlt, und er ist stolz auf den Wagen. Um sieben Uhr abends soll er da sein und fährt schon ein bisschen früher los, um ja nicht zu spät zu kommen. Den Mercedes von links übersieht er, weil in seinem Sichtfeld überall Herzen hängen. Der schwere Wagen trifft ihn mit voller Wucht. Ohne Sicherheitsgurt schmettert Konrads Kopf gegen den Türholm. Er bricht sich beide Arme und erleidet starke Prellungen in der Lunge. Er wird nie mehr der alte sein, und Hannelore hat sich inzwischen jemanden geangelt, der morgens nicht gefüttert werden muss. Vielleicht ist der Flachmann auch von Konrad, der manchmal noch zum Wrack seines alten Autos spazierte, dort hoffnungslos niederkniete und sich betrank. Weil hier alles zu Ende war.

Mit dem Profil ist TÜV kein Problem

Es wurde Zeit für die Winterreifen! Der Schnee kam früh, im Dezember 1953, und Meiers konnten sich in ihrem gerade neu gebauten Häuschen keine Zentralheizung leisten. Die beiden Holzöfen mussten reichen. Karl Meier schaffte den beschwerlichen Weg von seinem Büro in der Stadt zu seiner wartenden Familie auf dem Dorf gerade noch, bevor die Schneeverwehungen zu hoch wurden und der Standard-Käfer stecken bleiben würde. Er hatte Feuerholz auf dem Rücksitz, Kerzen, ein paar Süßigkeiten und – einen Weihnachtsbaum. Jahrzehnte später, als seine Kinder längst schon erwachsen waren und an Weihnachten ihre eigenen Wege gingen dachte Karl zurück an diesen Abend. Und an seinen Käfer, den er 1970 zu Radomski gebracht hat, weil der NSU-Händler ihm ein gutes Angebot für einen RO80 machte. Den es heute auch nicht mehr gibt. Auch Karl ist nicht mehr da. Aber seine Kinder feiern noch immer Weihnachten, mit ihren eigenen Kindern, und Reste des Käfers liegen noch immer in jenem Wald am Rand vom Gewerbegebiet Wellsee. Jeden Herbst werden sie von Laub bedeckt, und jeden Winter bekommen sie noch ein bisschen Schnee.

Am Tor der Zeit

All diese Geschichten sind erfunden. Aber sie könnten wahr sein. Vielleicht sind noch viel viel bewegendere Momente für immer in diesen Fragmenten längst vergangener Transportmittel verewigt, gleich den verwitternden Initialien zweier Liebender in einer alten Buche. Das alte Tor ist noch da. Und wenn man drumrum geht, findet man auch noch einige der alten Hallen. Die asphaltierten Vorplätze wachsen langsam zu, und irgendwann wird hier wahrscheinlich ein Baumarkt oder ein Billo-Fitness-Center oder eine Reihenhaussiedlung entstehen. Warum auch nicht? Die Welt dreht sich weiter, aus KonradHannelore und Karl sind LucasLeonie und Paul geworden. Sie erleben ihre eigenen Geschichten, ihre eigenen kleinen und großen Dramen und – sie fahren ihre eigenen Autos. Sicherlich mit dem Unterschied, dass man diese im gelben Sack recyceln kann und sie nicht zu einem Verwerter bringen muss. Einem Ausschlachter. Einem Schrotthändler. Wer wird jemals einen Smart Kotflügel brauchen? Haben die sowas überhaupt? Oder eine Hinterachse?

Zwischen heiligen Hallen

*plopp* Ich kehre zurück in die Realität. Mein Hund ist leer, mein Magen auch, es zieht uns nach Hause. Wesentlich mehr spektakuläres ist hier auf diesem Areal wohl nicht zu erwarten, und buddeln möchte ich nicht. Ich habe schon oft das Internet nach Fotos vom alten Radomski Betrieb durchforstet, aber nichts gefunden. Sind Sie da vielleicht besser im Suchen? Vielleicht haben einige der Anwohner auch alte Bilder, nur – wie geht man da ran? Soll ich klingeln und freundlich fragen „Entschuldigen Sie, haben Sie vor 30 Jahren hier den alten Schrottplatz fotografiert?“ Hm. Warum eigentlich nicht? Es ist vermutlich gut, dass die alten Geschichten hier eine letzte Ruhe gefunden haben. Am Ende des Tages sind es nur verrostete Teile von längst vergessenen Autos. Genau so, wie von den Geschichten, die wir heute mit unseren Dreckschleudern erleben, vielleicht irgendwann einmal nur noch ein Rücklicht übrig sein wird. Das findet dann ein Kind beim Spielen im Wald und fragt sich, wie so etwas jemals an einem Auto Platz hatte. Schöne neue Welt. Oder wie sehen Sie das?

Sandmann

Epilog:
Da erreicht mich doch nach Jahren eine Mail von Heinz Müller, der damals als kleiner Junge zwischen den Autowracks gespielt und Reime auf den Namen „Radomski“ gedichtet hat. Also gibt es doch ein Bild. Immerhin ein einziges. Danke, Herr Müller!

Schrotthändler RADOMSKI Kiel

Schrotthändler RADOMSKI Kiel

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About Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.

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14 Responses to Wo einst der Schrott-König regierte

  1. calimero says:

    Absolut wundervoll.
    Ich sehe den Unfall vor mir, Konrad und den Flachmann. Sandmann, was brütest du in deinem wirren Hirn aus, daß ich eine kleine Träne in meinem rechten Auge wiederfinde? Schlaf gut da oben im Norden.
    Abel

    • Sandmann says:

      Ay Calimero,

      frag mich lieber, was ich in meinem Kopf ausbrüte, dass ich so unkonzentriert bin und es schaffe, mir an einem Sonntag Morgen mit einem Schraubenzieher einen so tiefen Schnitt in die linke Zeigefingerkuppe zu schlitzen, dass meine 11jährige Tochter mir erstmal einen Druckverband machen muss 🙁 Himmel, mein Bad sieht aus!
      Leicht schwindelige Grüße

      Sandmann

  2. Markus1975 says:

    Hey Jens

    Ach mensch. Die guten alten Schrottplätze. Wo es noch ein „Haufebprinzip“ und einen Typen gab, der Dir genau sagen konnte wo welches Modell gerade rumsteht. Ohne den Computer anzuschmeißen um Dich in Reihe C links außen zu schicken. Die Zeiten von leichten Ölgeruch, Regenbogenfarben in den Pfützen und vor allem dieses „frei“ Gefühl habe ich das letztemal erlebt…in einer uralten Schrauberhöhle. Die Anfänge meines Schrauberdaseins. Davor natürlich diese richtigen Schrottplätze unsicher gemacht. So richtig mit Werkzeug unter den Arm, die Schnitte Brot dabei und den ganzen lieben langen Tag nach Teilen geforscht. Lang lang ist das her. Dabei hätte ich so RICHTIG Bock mal wieder auf Stöbertour zu gehen. Mit dem Schraubenschlüssel den Kaffee umrühren und den Blick über den Platz schweifen lassen. Die ganze Scene auf sich wirken lassen. Ohne das irgend jemand mit einem Einkaufswagen oder Gabelstapler an einem vorbeifährt. Ich gäbe wirklich einiges dafür auch in Ruhe selber schrauben zu können. Du kannst Dir nicht vorstellen, was für einen Zulauf ich habe wenn ich in der Garage bin. Manchesmal könnte ich wirklich ins Essen ….. . Eine Halle müßte her. Nur wo in der Nähe und vor allem einbruchssicher? 😉
    Hat sich einer von euch eigentlich schon einmal Gedanken darüber gemacht was für Automobile Geschichten sich auf dem Schrottplatz tummeln? Und ich spreche jetzt nicht von den Automobilen. Ich meine die Menschen die sich von diesen oder jenen Gefährt getrennt haben. Was hat sie wohl dazu bewogen dieses oder jenes „Schätzchen“ für die Presse vorbereiten zu lassen? Manche Menschen denken praktisch und kaufen sich irgendeine 1-Liter Schüssel, nur um dann JAHRE später Gedankenversunken im Sofa zu sitzen und „seinem“ Schätzchen nachzutrauern. Andere wollten irgenwann etwas moderneres. Ein Auto welches mit einem spricht oder nervige Pinggeräusche von sich gibt. Oder, oder, oder.
    Es gibt halt SEHR viele Menschen und alle sind sie irgendwo unterschiedlich. Nur eine Gruppe springt da irgendwie aus dem Kreis. Die Gruppe die sich nach der vergangenen Zeit sehnt und trotzdem dem Fortschritt nicht abgeneigt ist. Egal in welchen Umfeld jetzt. Essen, Musik, Frauen oder halt auch Autos. Sucht euch etwas aus.
    Auch ich zähle zu diesem Kreis. Ok ok! Was die Frauen angeht…ich bin jetzt verheiratet. Ein Tuch bitte für DIESE „alten“ Erinnerungen. Keine Frau von damals hätte meinen Spleen zur Automobilen Kunst geteilt. Meine jetzige Frau im übrigen auch nicht so richtig wirklich. Aber sie legt mir keine Steine in den Weg und motzt nicht rum wenn ich schrauben gehe. Schön
    Nun was die Autos angeht…jeder der Autos mag hat zuwenig Kohle, Platz und Zeit. Und ICH spreche da aus Erfahrung. Zwei Autos, zwei Garagen, noch zuwenig Kohle um beide schick zu machen und über den Zeitfaktor brauchen wir nicht zu reden. Obwohl irgendwann habe selbst ich so richtig Zeit. Und bis dahin sind beide Autos neu im Lack (Kontakt steht), innen noch sauberer wenn dies überhaupt bei mir geht und überhaupt.
    Verdammt! Eigentlich DARF ich auf keinen Schrottpltz mehr. Da steht in meinen Augen kein Altmetall rum sondern Emotionen in Blech. Außer vielleicht der Fiat Panda. Der war einfach nur ein Blechwürfel der auch genauso fuhr. 🙂

    V8 mäßige Grüße

    Markus

    • Sandmann says:

      Ay Markus,

      aber genau DER Fiat Panda wollte auch nie mehr sein als ein Blechwürfel und hat somit schon wieder seine Berechtigung 😉

      Aus deinen Zeilen spricht eine ähnliche Nachdenklichkeit wie bei mir, aber man kommt immer wieder zu dem Punkt: Du kannst nicht alle coolen Autos dieser Welt retten. Dazu fehlen dir Platz, Geld und Zeit. Ich finde es wunderbar, wenn man seine Traumautos definiert und erworben hat und dann ohne Zeitdruck rangeht, sie zu pflegen und zu fahren. Mein KaSi steht fahrbereit in der Garage, mein Granada wird irgendwann mal wieder fahren und auf das 1972er Ford Taunus Coupé spare ich… ab… JETZT 😉

      Wollen wir im Frühling mal über einen Schrottplatz ziehen? Vielleicht Kiesow? Zusammen mit Sascha und Lev, die kennen sich ja aus… Oder wollen wir mal eine Schrottplatz-Tour durch Dänemark machen? Du ahnst ja nicht, was da noch alles eingelagert ist… Allerdings keine Audi V8, die findest du nur noch selten auf dem Schrott…

      Sandmann

  3. Markus1975 says:

    Hey Jens

    Im Frühling über einen Schrottplatz schleichen? Dann noch mit Sascha und Lev? Aber klar doch. Wäre ne coole Nummer. Und Bock ist vorhanden.
    Kiesow? Why not? Blenden wir die Gabelstapler und die vielleicht gar nicht so doofen Einkaufswagen einmal aus. Kaffee, Schraubenschlüssel zum umrühren und ein kleines Portmornai für eventuelle Teile die AUCH in den V8 passen. 😉

    V8 mäßige Grüße

    Markus der am Wochenende das Federbein ausbauen wird

    P.S. – Hast Du noch irgendwo die ABS Sensoren?

    • Sandmann says:

      Äh… die ABS Sensoren, ja klar.
      Muss ich mal gucken, die sind in einem kleinen Karton in der Garage. Und das Bedienteil aus der Fahrertür mit dem Sitzmemory und den Spiegelverstellern habe ich auch wiedergefunden. Aber ich pflege mich erstmal ein bisschen durchs Wochenende, ich lauf echt nicht rund… 🙁
      Sandmann

  4. Markus1975 says:

    Hey Jens

    Ich empfehle einen sehr steifen Grog und ein bißchen Bettruhe. Habe den Mist ja selber erst durch. Fast 14 Tage mit dem Mist zu tun gehabt. In dieser Zeit hatte ich sogar keinen Bock zum schrauben. Selbst die Schrauberbücher blieben in der Schublade.

    Erhole Dich ein wenig, schließe Dich ein und schmeiß das Telephon weg. Oder sollte sich jetzt erst Dein imenser Blutverlust bemerkbar machen? 😉

    V8 mäßige Grüße

    Markus

  5. hubert milles says:

    hallo herr Sandmann,ich habe mehr oder weniger zufällig ihre schöne geschichte gefunden und mit Interesse und Neugier gelesen ,und mir wurde sofort klar das ich mein wissen (leider ohne Fotos) an sie weiter geben muß.
    vor 1975 hatte ich als verkaufsingenieur im schwermaschinen-bau bei der fa.lindemann in Düsseldorf intensiven geschäftlichen Kontakt mit Herrn radomski,, den ich auch in kiel besucht habe, und dadurch die damaligen Verhältnisse des Schrottplatzes bei mir noch gut präsent sind.
    falls sie an weiteren Informationen Interesse haben,. bitte ich um ihre nachricht.
    es grüßt sie hubert milles

    • Sandmann says:

      Hallo Herr Milles,

      vielen Dank für Ihren Kommentar. Selbstverständlich habe ich Interesse an Informationen, was da auf dem Schrottplatz in den 70ern und 80ern abging. Ein Freund von mir erzählte mir schon haarsträubende Sachen, weil er da als Kind immer in den Autos gespielt hatte. Gestapelte Reihen von Schrottautos auf der grünen Wiese, brennendes Öl, alles sehr rau.
      Ich habe ein Jahrzehnt lang am „Fuße“ dieses Hügels, der inzwischen ja weitestgehend von Schrott befreit ist, gewohnt.
      Sehr schade, dass anscheinend niemand Fotos vom IST Zustand damals hat.

      Möchten Sie mir ein paar Zeilen schreiben? Oder wollen wir einmal telefonieren?
      Ich habe Ihnen auch eine gleichlautende Mail geschrieben.

      Beste Grüße aus Kiel
      Sandmann (der eigentlich Tanz heißt)

  6. Hola Jens,

    das ist definitiv eine der schönsten Geschichten in Deinem Blog, und das nicht nur, weil sie mich an meine eigenen Jugendjahre mit rostigem Klapperdett D, Nachrüstung von rechtem Außenspiegel, Drehzahlmesser und so erinnert hat. Nein, eher deshalb, weil sie sehr schön den Wandel der letzten 15 bis 20 Jahre untermalt. Alles umweltschonend, genormt, verkleidet, systematisch und reglementiert. Muß das denn wirklich sein? Offenbar muß es und wir alten Brontosaurier sind irgendwie wirklich von Gestern. Aber das macht nix …

    • Sandmann says:

      Ay Oliver,

      na ja, wenn wir mal ehrlich sind ist das schon ganz okay, dass keine rostenden, öligen Zivilisationsmüllhalden mehr den Waldboden kontaminieren. Bei aller Romantik…
      Die Beziehung zum Automobil, der Umgang mit ihm und damit auch verbunden die Ersatzteilpolitik ändert sich. Bald wird niemand mehr selbst schrauben, abgesehen von ein paar Bekloppten wie wir, aber die sterben eines Tages auch aus. Also wird die ursprüngliche Notwendigkeit der Schrottplätze, nämlich Ersatzteile zu liefern, gewandelt in Entsorgungsbetriebe. So ist das dann wohl.
      Die Romantik, die so ein Schrottplatz allein schon wegen des Zusammenspiels von Technik und Natur verströmt, werden wir dann wohl woanders suchen. Aber noch ist es ja nicht so weit 🙂

      Sandmann

  7. Norbert Bruhn says:

    Wer hat in den 80er Jahren schon einen Schandfleck in der Natur fotografiert? Na der Friedrich „Fiete“ Magnussen und das sogar schon in den 60er Jahren. Es gibt auch Fotos vom Autohandel Jonni Jepsen in Stadtrade und vom Schrottplatz der Firma Zerssen Werftstraße.
    Magnussen vermachte die Rechte an seinen über 15 000 Bildern dem Kieler Stadtarchiv und die gibts Online (http://fotoarchiv-stadtarchiv.kiel.de )- Suche – Schrottplatz.
    Viele Grüße Norbert

    • Sandmann says:

      WOW.
      Hallo Norbert. Einfach nur WOW! Ich wusste nicht, dass es so ein Archiv gibt, vielen herzlichen Dank für den Link!

      Die Radomski Bilder beschreiben so ziemlich das, was mein Freund Örg aus seinen Streifzügen als Kind über das Gelände berichten kann. Ich selbst habe den Platz nie gesehen, als ich dort wohnte war alles schon lange begrünt….

      Und in der Stadtrade war ich in den 90ern mal bei einem Autoverwerter, das wird dann wohl Jepsen gewesen sein.

      Sandmann

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