Zimmer mit Aussicht

Zimmer mit Aussicht

Gedanken über ein einfaches Leben. Teil 2
Mir fallen noch ein paar Gedanken aus den Fingern. Hallo Uelzen! In der letzten kleinen Geschichte sind ein kleines, blondes Mädchen und ich mit dem alten Taunus bei dir angekommen und erstmal durch ein Maisfeld gestiefelt. Uns zweien bleibt gleich noch ein bisschen Zeit für die alte Eisenbahnbrücke, bevor wir in den Abend mit Freunden in einem seltsamen Restaurant angehen und weiter oben in eine warme Badewanne gleiten. Mit viel Schaum. Mehr passiert in dieser Geschichte schon wieder nicht, wem das zu banal ist der kann jetzt gleich zu einem spannenden Neuwagen-Blog wechseln oder sich über die Zukunft der Elektromobilität informieren 😀 Und wer grad die Schnauze voll hat von schlechten Nachrichten aus einer immer irrer werdenden Welt (oder von Neuwagen und Elektroautos) – der kann ja einfach weiterlesen. 🙂

Nach dem grünen Labyrinth mit vielen Ausgängen läuft’s jetzt wie auf Schienen.

Dem Horizont entgegen

Die seit Jahrzehnten stillgelegte Gütertrasse über den Elbe-Seitenkanal lässt mich einfach nicht los. Hier stiefelte ich schon einmal mit meinem damals noch 5 Jahre alten Sandmädchen rüber. Eigentlich wollten wir Blaubeeren suchen, es waren aber wegen der Trockenheit keine mehr da. Dafür immer noch diese Brücke. Der Weltverbesserer in mir könnte euch jetzt mit seinen Ansichten über die Vorteile des Güterverkehrs auf der Schiene langweilen, aber ich habe versprochen, keine schlechten Nachrichten einzubauen und politische Ansichten einmal weg zu lassen 😉 Mit sowas könnt ihr euch mit euren „Freunden“ auf Facebook rumschlagen.

Bilder von der Brücke findet ihr im Link oben, die hat sich seit dem nicht verändert. Und auch die tuckernden Lastkähne, von denen ich vor zwei Jahren lernte dass sie „Binnenfrachtschiffe“ oder „Großmotorgüterschiffe“ genannt werden, üben immer noch (langsam das Wasser teilend) eine kontemplative Ruhe auf mich aus. Mein kleiner aufgedrehter Frosch winkt als Gegenpol so heftig, dass sich überschallknallartige Geräusche wie ein Mach’scher Kegel hinter der ins Vakuum rund um ihre Hand zurückrutschenden Luft bilden. Entschuldigt. Der Physiker in mir ist kurz aufgewacht. Und die Menschen in den Kabinen hinter den großen Steuerrädern sind sichtlich dankbar für ein bisschen Abwechslung auf dem immergleichen Wasserweg zwischen dem Mittellandkanal und der Elbe. Sie tuten und winken zurück. Hier geht’s ab.

tucker tucker winke winke

Doch trotz aller zwischenmenschlicher Kontaktaufnahme ruft die Innenstadt mit ihrem Licht, dem Essen und den Badeessenzen. Dazu müssen wir zunächst den schmalen Weg durch den Wald, den schon meine Großeltern mit ihrem VW Käfer in den frühen 70ern geholpert sind, wieder zurück zur Bundesstraße fahren. Ich bin hier in den Jahrzehnten schon wirklich oft mit verschiedenen Vehikeln durchgerumpelt, die alle eins vereinte: Sie hatten keine Berechtigung zum Dasein auf diesem mulchigen Waldboden. Was sage ich denn einem Förster, wenn er mich anhält und mal fragt was zum Henker ich mit meinem Kraftfahrzeug mitten in einem niedersächsischen Laubwald treibe? Kann ich das auf mein Navi schieben und behaupten, ich hätte mich verfahren, weil ich immer das befolge was die Frauenstimme da mir mit scharfem Ton sagt? Je nachdem, wie seine eigene Ehe läuft würde er Verständnis zeigen.

Offroad ist kein Problem

Aber auch dieses kleine Offroaderlebnis endet wie meistens gut und auf einer asphaltierten Straße, und die führt Papa und Kind direkt zum selbst gewählten Etablissement des heutigen Abends. Nein, heute schlafen wir weder bei meiner Schwester Anita (obwohl ich das auch ewig nicht mehr gemacht habe und es gern mal wieder möchte) oder meiner Schwester Jenny, heute schlagen wir die lieb gemeinten Einladungen zum Übernachten bei Markus oder Olaf oder Michelle aus – heute nisten wir uns mal wieder im Hotel Stadt Hamburg ein, mitten drin in diesem Lüneburger Heidenest und meine erste Adresse zum ortsnahen Verweilen beim Weinfest oder zum Weihnachtsmarkt. Die Vorteile für uns zwei Reisende im Namen der Schlichtheit: Wir müssen nach dem Abendessen nur eine Treppe nach oben gehen 🙂 Und hey – in dieser entvölkerten Innenstadt ist ein komfortabler Parkplatz direkt vor dem Hotel frei, nein sogar gleich zwei, wir müssen also nicht einmal unser Köfferchen quer durch den Abend rollern. „Herr Tanz, möchten Sie wieder das Doppelzimmer Comfort zur Straße raus, das mit der Badewanne?“ – Selbstverständlich möchte ich wieder genau dieses Zimmer im ersten Stock. Aus Gründen.

Wie in den 70ern

Einfach Eulen kaufen

Die verkehrsberuhigte Mitte dieses kleinen Städtchens ist über die Jahrzehnte nett und ansehnlich geworden. Kein Schwerlastverkehr ballert heute nur wenige Zentimeter neben den Fußgängern entlang, kein Durchgangsverkehr schiebt sich wie träge, stinkende Lava an den Geschäften vorbei. Leider entvölkert sich parallel diese Innenstadt auch ein wenig. Aber etwas hier ist genau wie der Feldweg bei meinem Elternhaus auf ewig unverändert: Das Uhlenköperdenkmal. Sonst ist auf den altehrwürdigen Grabplatten rund um die große Kirche immer mehr los, entweder stehen hier Weinbuden und kleine Bühnen (meistens mit Clint Ivie drauf) dicht gedrängt, oder die glühweingetränkte Bratwurstgemeinde trudelt im Vorweihnachtsrausch über das Kopfsteinpflaster.

Heute stehen der bronzene Kaufmann und der Bauer mit dem Sack fast ganz alleine in der Gegend rum. Ein paar Menschen mit Masken schleichen durch die Fußgängerzone. Ich reibe sehr lange an der Münze, weil ich im Moment einen ganzen Haufen Wünsche habe, den ein kleines Herz gar nicht jeden Abend sinnvoll ins Abendgebet einflechten kann. Mein Sandmädchen reibt auch, und tatsächlich sagt sie mir diesmal nicht, was sie sich gewünscht hat. Aber sie lächelt. Hoffentlich sind es nicht irgendwelche Haustiere oder gar ein eigenes Pony. Was hier berieben wird, geht gern mal in Erfüllung.

reibe reibe wünsche wünsche

Etwas fehlt noch -> das duftige Zubehör für einen profanen Bade- und Filmabend! Im Kaufhaus CeKa, was ganz früher mal „Klappenbach“ hieß und jetzt mehr oder weniger ein erweiterter Drogeriemarkt ist hat alles was wir brauchen. Badeschaum, ätherische Öle, duftende Salze und ein Bade-Boot, was man aufziehen kann 🙂 Für später dann Puffreis mit Brausepulvergeschmack (kennt ihr den? In diesen langen dünnen Tüten, bunt und künstlich, großartig) in einer Menge, die man zu zweit nicht schaffen kann, selbst wenn man es sich vornimmt. Und selbst wenn man echt hungrig ist.

Einfach mal vorbestellen

Hunger. Das war das Stichwort, denn was unterschwellig so rumpelt ist nicht gar ein nahendes Gewitter, das sind unsere Mägen. Das Fruchtgummi ist weitestgehend verdaut und fordert nun „etwas Anständiges“ hinterher, wie es meine Oma formuliert haben würde. Da ich nicht komplett auf Sozialkontakte verzichten möchte, wenn ich schonmal in der alten Heimat bin, habe ich die üblichen Verdächtigen zum Abendessen im Restaurant „Astefix“ gebeten, ein wahrhaft bescheuerter Name für einen doch recht netten Laden. Weil wir so sechs bis acht Personen sein werden, griff ich in weiser Corona-Voraussicht vergangene Woche schon einmal zum Telefon, um einen Tisch reservieren zu lassen.

„Yahallo seRestauran Assefix, bitte jaaa?“
Hallo, ich möchte bitte einen Tisch reservieren für nächsten Montag Abend, gegen 19 Uhr, acht Personen.
„Aaaaah zusweit morgen? Ja?“
Äh, nein, nächsten Montag. Montag Abend. Geht das?
Jaaaa get. Ssum mittack, ja, wie viele?“

Nein, entschuldigen Sie. Abendessen. Am Montag, acht Personen.
„Ah. Abend. Morgen?“
(Alter!) Montag. Nicht morgen. Moooontag! Heute ist Donnerstag, ich spreche von nächstem Montag. Abendessen. Acht Personen. Menschen. Menschen die was essen möchten. Tisch. Stühle. Eins, zwei, drei, vier… bis acht.
„Montack. Aaaah. Um acht. Mit wie vielllle?“
Für acht Personen, bitte. Was?? Moment, nein nicht acht. Also nicht acht Uhr!
„Jaaaaaa hab hab. Neunsehter ist aba nich Montack. Ihr kommen, wir haben.“
19 UHR… ach… ich…
„komme schööön freuen schöööss!“ *klick* tuut tuut tuut tuut

Das Astefix scheint fest in asiatischer Hand, so authentisch reserviert man sonst nur als Däne direkt in Saigon.

Einfach gute Freunde

Ich habe vorsichtshalber mal ein paar Sätze mit Google ins Vietnamesische übersetzt und sie über die WhatsApp Gruppe den anderen gesendet. Gebräuchliche Schimpfwörter, den Satz „Sie haben doch mit ihm gesprochen warum ist hier kein Tisch reserviert“ und Halbsätze wie „… wir gehen woanders hin“ oder „Ich bewerte Sie im Netz“. Das heißt zum Beispiel Tôi đánh giá bạn trên mạng.“ Man weiß ja nie ob man das mal braucht. Meine vokabularen Befürchtungen waren allerdings unbegründet, tatsächlich steht für uns um 19:00 Uhr ein ausreichend großer Tisch inmitten des Restaurants mit dem komischen Namen, und die sehr freundlichen asiatischen Damen umgarnen uns mit Gastfreundschaft und Kaltgetränken. Dass man mich mit „Herr Hans“ anspricht ist dabei nicht wichtig. Markus und Joe, Michelle und Stacey und der Kieler Papa mit Tochter bestellen einmal crossover die Speisekarte durch, und was ich mit gutem Gewissen behaupten kann: Hier mag man vielleicht kaum Deutsch sprechen, dafür aber um so besser (anscheinend bedienungs-)landestypische Gerichte zaubern. Also die vietnamesischen Speisen waren hervorragend (sagt Stacey). Ich bin ja mehr so der Pizzamann (die ist auch echt gut), und mein Töchterchen freut sich über ein paniertes Schnitzel (auch das ist sehr lecker) mit Pilzen.

Kleine Runde, große Herzen

Ach ist das schön, ein paar meiner guten alten Nasen nach dem ganzen Corona-Wahnsinn mal in echt wiederzusehen. Fast bin ich ein bisschen traurig, dass wir nicht doch einen nach hinten offenen Abend machen, aber als mich meine kleine Mitreisende mit diesen großen, verschmitzten Augen anguckt besinne ich mich wieder zurück auf unsere Mission. Vater und Tochter, Zeit haben, und nicht ich: den ganzen Abend mit alten Freunden quatschen während sie: sich langweilt. Da war ja noch was. Aber… ich sollte sehr bald mal wiederkommen, und dann eröffnen wir die alte Runde mit Wein und Gesang. Spätestens zum Weihnachtsmarkt ist das gesetzt. Spätestens.

Einfach draußen weitermachen

Während der wortreichen, internationalen Spachtelei gesellt sich noch Conny dazu, die über Markus von unserer attraktiven Methode, herzerwärmend Zeit zu verschwenden, erfahren hat 🙂 Als mein Töchterchen und ich uns freundlich verabschieden verlagern die verbliebenen das Essen und die Getränke kurzerhand nach draußen und machen weiter. Die können ja auch ohne mich reden. Das kenne ich noch von meinen Weinabenden in den 90ern. Während ich schon betrunken im Hochbett lag, haben alle anderen unten einfach weitergefeiert 😀

Von oben betrachtet…

Auf diese Weise sind wir doch noch ein bisschen dabei, denn unsere Fenster gehen wie gewünscht zur Straße raus und der Tisch der fröhlichen Runde steht genau darunter. Hattet ihr mal eine Wohnung in der Nähe eines Restaurants? Ich weiß, dass viele Anwohner vom Lärm der Gäste oder den Gerüchen aus der Küche genervt sind. Aber seit ich in Kiel in den 90ern gegenüber der „Erbse“ eine kleine, gemütliche Studenten-WG hatte ist das Gemurmel essender Feierabendler, das leise Geklöter von Geschirr und Besteck und ab und an mal ein Auflachen für mich eine wundervoll beruhigende, friedliche Kulisse. Ich mag das. Ähnlich den gedämpften Geräuschen in einer gut gefüllten Schwimmhalle, da schlafe ich auf meinem Liegestuhl wie ein Baby…

Einfach mal baden

Es sprudelt und blubbert. Farbiger Wasserdampf legt sich auf dem Spiegel und den Kacheln nieder, alles duftet nach Früchten und Einhörnern und der Schaum geht mir schon bis zum Bauchnabel. Dabei liege ich noch gar nicht drin. Eine Badewanne voller heißem, schaumigem Nass ist für mich der Inbegriff der Entspannung, egal wie das Wetter draußen ist. Wer so viel vor dem Computer sitzt wie ich, der kann von tief durchdringender Wärme gar nicht genug bekommen. Dieser Moment, wenn ihr mit kalten Füßen in die warme Wanne steigt und dann langsam in das (ein kleines bisschen zu heiße) Wasser gleitet und es über den Bauch schwappt… unbezahlbar. Durch das offene Zimmerfenster höre ich unten auf der Straße meine Freunde lachen und trinken, und ich habe das deutliche Gefühl, dass mein viertelfinnisches Sandmädchen mit kleinen Plastikteilchen aus ihrer Jackentasche versucht, von hier oben heimlich in ihre Gläser zu treffen.
Das Aufziehboot dreht sirrend seine Kreise im Wasser, und aus einer der sich auflösenden Badekugeln taucht plötzlich ein Einhorn auf.

Manchmal ist mehr drin als man glaubt

Ich liebe es 😀 Leute, was mag ich so einen herrlich überflüssigen, billigen Scheiß. Ich bin auch schon wieder kurz davor, ein Micky Maus Abonnement abzuschließen. Nicht für meine Tochter. Für mich selbst! Hach. Die Wärme und der pinke, künstliche Duft der Badesalze umschließen mich komplett, und ich träume mich ein bisschen durch die leise Musik aus dem Bluetooth Lautsprecher. Boy George. Was neueres von ihm. Derweil sitzt mein Töchterchen auf dem Bett, hat schonmal den Puffreis in eine große Schüssel prasseln lassen und mein Laptop auf einem kleinen Hocker leicht erhöht auf dem Doppelbett aufgebaut. Ich glaube, die freut sich ein bisschen auf den Abend 😉

Als ich den Stöpsel ziehe und dann neues Badewasser für sie einlaufen lasse (der Schaum muss noch höher, wir peilen die Spiegelkante an) sitzen die anderen noch immer unten an der Straße. Inzwischen ist es dunkel. Während ich entspannt meinen Körper aufgeweicht habe ist nebenan eine kleine Skizze entstanden, wie die folgenden zwei Stunden abzulaufen haben. Guckt mal:

Perfekt in Szene gesetzt

Eindeutig Papa und Tochter beim Kinoabend im Hotel Stadt Hamburg. Das sind die Momente, wo mir ein kleines Tränchen der Rührung aus dem Auge plumpst, und während die Kleine sich singend und plantschend in der Wanne von den nächsten Badekugeln vollblubbern lässt ordne ich alles genau so an wie auf ihrem Bilchen. Ich tuffe die Bettdecken bequem in unseren Rücken, mache ihr noch eine Brause und mir einen Rotwein auf und dann geht’s los. Ein paar Klassiker aus dem Hause Pixar haben noch niemandem geschadet 🙂

Es ist schon nach 23:00 Uhr, als das sieben Jahre alte Mädchen in ihrem gepunkteten Schlafanzug friedlich auf ihrer Seite des Bettes schläft und ab und an leise schmatzt. Alle paar Minuten rülpst sie leise ein buntes Bläschen hoch, was zur Zimmerdecke aufsteigt und dann in mit einem leisen *plopp* zu einer Wolke aus saurem Tutti Frutti wird. Ich gucke sie noch ein bisschen verliebt an und kann mein Glück gar nicht so recht fassen. Der Gastrobetrieb der Crossover-Bude unter uns ist inzwischen auf Null gefahren, die Schirmchen sind eingeklappt, meine Jugendfreunde sind zu Hause und die verkehrsberuhigte Hauptstraße durch meine Heimatstadt ist wieder mehr beruhigt als Verkehr. So wie fast immer. Nur dunkler.

Ich sitze nach solchen Tagen gern noch ein wenig auf der breiten Fensterbank im offenen Fenster und gucke runter auf die von gelblichen Gaslaternen beleuchtete Straße. Die wenigen, einfachen aber so verbindlichen Stunden dieses Tages gehen mir noch einmal durch den Kopf. Wie gut es mir hier geht. Manchmal stelle ich mir dann vor, wieder hier zu wohnen. Irgendwann. Ich war jahrzehntelang froh, der niedersächsischen Kleinstadt entkommen zu sein. Im weltoffenen Kiel und im hanseatischen Hamburg zu leben und zu arbeiten. Kinder, die klare Horizonte und das Meer kennen gelernt haben sind gute Kinder. Aber die ruhige Piefigkeit hier hat auch etwas beruhigendes, und ein komplettes Haus zu kaufen kostet hier ungefähr so viel wie die Jahreskaltmiete einer kleinen Wohnung in Hamburg. Wenn das mein halbfinnisches Fräulein Altona liest, dann wird sie mich erschüttert angucken und fragen, ob ich noch alle Nudeln im Sieb habe. Ich mach’s ja auch nicht. Was soll ich denn hier, wo jeder Stein vor Kindheit trieft? Hm. Ach verdammt, da fallen mir grad ein paar Antworten ein…

Gute Nacht, Welt.

Aber habe ich diese Gedanken nicht an allen Orten, wo ich ausschließlich in meiner Freizeit bin? Nach einem Urlaub in Südfrankreich kann ich mir vorstellen, da zu leben. Immer wenn ich mal in Finnland war sehne ich mich nach einem einsamen, ruhigen Dasein in einer Hütte an einem See. Nach jeder Woche in Dänemark spiele ich mit dem Gedanken, hier dauerhaft von meiner Terrasse auf die Nordsee zu gucken. Es fühlt sich immer da gut an, wo ich Zeit habe. Bestenfalls gemeinsam mit Menschen, die ich liebe. Ein profaner Alltag in Südfrankreich wäre geprägt von permanentem Geldmangel und latenter Ausländerfeindlichkeit gegenüber den deutschen Besatzern. In Finnland hätte ich zwar wahnsinnig schnelles Internet, würde aber innerhalb kürzester Zeit zum Alkoholiker werden weil einfach nix los ist und die Winter ein halbes Jahr dauern. In Dänemark würde ich an Mangelernährung sterben, weil ich nur Leberpastete und Pölser essen würde. Was ist das denn für eine schwachsinnige Charakterisierung von Dänemark? Stimmt. Aber ich muss irgendwas doofes schreiben, damit niemand denkt, dass ich da hin will 😀 Und mir fällt nix doofes ein. Aber in Uelzen… hätte ich wohl die gleichen Sorgen und Probleme wie jetzt auch, nur eben ohne Horizonte und ohne Meer. Belassen wir es dabei. Es ist an allen diesen Orten und auch in diesem niedersächsischen Städtchen wunderschön, wenn man Zeit hat und sich mit lieben Menschen umgibt. Mit Liebe im Herzen sind wir unsterblich.

Sandmann

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Über Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.

2 Antworten zu Zimmer mit Aussicht

  1. Maike sagt:

    Der Blog gefällt mir sehr, immer wieder finde ich interessante Beiträge zum stöbern und verweilen. Ja einfach ist das neue Leben. Man kann und muss mit einfachen Dingen zufrieden sein. Es gibt soviel Schönes zu entdecken. Wichtig ist, bleibt alle gesund.
    LG
    Maike

    • Sandmann sagt:

      Ay Maike,
      leider ist das Leben heute ja eben NICHT so einfach… Die Kunst ist, es einfach zu gestalten, damit man zwischen Fake News, den Aggressionen überforderter Arbeitnehmer und dem Frust der Aluhüte nicht unter die Räder kommt…
      Gesund bleiben ist aber ein Anfang. Ich arbeite dran 🙂
      Sandmann

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