Endlich erwachsen

Da war doch was? Rein damit!

Da war doch was? Rein damit!

Das ist jetzt kein sponsored Post 🙂
Ein kurzer Tankstopp in Hamburg. 45 Liter Super 95, ein PC Spielemagazin, ein Vitamalz und … ach guck wie geil… eine Packung Tic Tac. Orange. Das heißt inzwischen „fresh orange“ und löst bei mir Kindheitserinnerungen aus. Tic Tac war die ultimative Geißelung des Grundschülers der 70er. Für’s Taschengeld war so ein kleiner Plastiknapf viel zu teuer, das habe ich lieber für Micky Maus und YPS ausgegeben. Also gab es Tic Tac immer nur von Erwachsenen, die das in irgend einer Tasche stecken hatten. Und weil Erwachsene erwachsen sind, bekam das Kind selbstverständlich nur EIN kleines, elliptisches weißes Dragee. Ein einziges. Und wenn ich das nach wenigen Sekunden weggeschnurpst hatte, wollte ich mehr. Viel mehr. Aber ich bekam nix.
Plan: Heute feier ich auf der Autobahn zwischen Hamburg und Kiel die Maßlosigkeit.

Es ist noch genau so spannend wie damals.

Ein Tic Tac. Nur eins!

Ein Tic Tac. Nur eins!

Ein einziges, kleines Tic Tac. Heftig. Wer denkt sich so eine Rationierung aus? DDR Funktionäre? Bei Pfefferminz kann ich das verstehen, ich habe in meinem Auto immer eine Metallschachtel voller heftig scharfer Fisherman’s Friend. Wenn nach einem ungesunden Essen oder auf einer langen Autofahrt die beginnende Verwesung aus dem Rachen kriecht, kann das lebensrettend sein. Aber hey, ein nach Orange schmeckendes Bonbon von der Größe eines Mäuseköttels? Gibt es einen einzigen Menschen auf dieser Welt, der wirklich nur ein einziges Ding davon lutscht und kaut und danach nicht noch mehr will? Nein. Und doch wird den Kindern nur eins gegeben. Lutsch das, mein Kind, dann hast du da lange von. Und nein, danach gibt es keins mehr, du musst ja nicht maßlos werden. Du hast sonst zum Abendbrot keinen Hunger mehr. Ist ja auch schlecht für die Zähne und so.

Nur ein einziges. Was für eine Qual!

Nur ein einziges. Was für eine Qual!

Herrjeh. Nach dem Einfädeln bei Stellingen auf die A7 werfe ich mir so ein kleines Ding in den Mund.
Da ist sie wieder. Diese Geschmacksexplosion aus wundervoll künstlich schmeckendem Orangenaroma und einer glatten, winzigen Zuckeroberfläche. Hart. Noch. Es klingt bescheuert, aber für einen kurzen Moment renne ich lachend durch die Straßen unserer kleinen Siedlung, lasse ein Flugzeug mit Gummibandantrieb über dem Zuckerrübenacker kreisen und lenke meinen ferngesteuerten Porsche von Dickie zwischen Gullideckeln über den heißen Sommerasphalt. Geschmack macht genau so verrückte Sachen mit uns wie Geruch. Wahnsinn. Und schon zerbröselt das kleine Ding in meinem Mund zu süßem Pulver und ist runtergeschluckt. Für das Kind folgte jetzt der Moment der Entbehrung. Der Moment der Maßhaltigkeit, der Geduld, eine kleine Episode voller Verlangen und Unzufriedenheit. Dabei klingen diese Worte so wahnsinnig erwachsen. Mit solchen Gefühlen sollte ein kleiner Jungen nicht konfrontiert werden. Drehen wir den Spieß um. Ich bin erwachsen. Scheiß doch auf die Maßlosigkeit. Es sind doch nur Tic Tac!

Erwachsen sein. Herrlich.

Erwachsen sein. Herrlich.

Rein damit. Mit der linken Hand lenke ich das Coupé durch die kilometerlangen Baustellen, mit der rechten Hand halte ich die aufgeklappte Tic Tac Packung und schütte mir die Dinger wie eine Pillenschachtel in den Mund. Einmal, gleich noch einmal, da kamen ja nur drei Stück raus. Wie viele habe ich jetzt im Mund? Fünf oder sechs. Und jetzt? Kauen. Freuen. Runterschlucken. Und einfach ganz entspannt die nächste Ladung hinterherschütten, jetzt sind es zweimal zwei. Ich schiebe sie mir achsensymmetrisch links und rechts unter die Oberlippe und lasse das Orangenaroma ein paar Sekunden wirken. Dann ein paar Mal heftig drauf rumlutschen und wieder zerkauen. Und gleich noch einmal. Ich fühle mich wie ein Herzpatient, der seit 40 Jahren seine Tabletten nicht genommen hat und das jetzt alles nachholen will. Durch die Heckscheibe könnte das so aussehen, als ob ich ein Schnäpschen nach dem nächsten kippe. Klasse 😀 Tic Tac satt. Und sie hören nicht auf, gut zu schmecken. Jetzt habe ich sogar acht Dragées auf einmal im Mund. Die gefühlte Monatsration einer Grundschülers. Kauen, runterschlucken, nachkippen. Das Spielchen spiele ich bis hinter Quickborn, dann ist die Plastikpackung alle.

Leer. Wo ist die nächste Tankstelle?

Leer. Wo ist die nächste Tankstelle?

Will ich noch mehr? Och, nicht unbedingt. Aber ich könnte.
Das unterscheidet mich von dem Kind damals. Süßigkeiten werden 2017 nicht mehr rationiert. Ich kann an die nächste Tankstelle fahren und mir noch zehn weitere Tic Tack Packungen kaufen, und wenn ich will die auch gleich wegfuttern. Erwachsen sein ist toll. Oder? Seid doch auch mal maßlos. Ich kann so viel Tic Tac essen bis mir schlecht wird. Ich kann mir einen Comic kaufen und mich mit einem Liter Schokopudding in eine kleine Mittagsruhe flüchten. Und heute Abend nehme ich eine komplette, opulente Schnittchenplatte mit ins Bett und krümel alles voll, während ich im Schein der Lampe Stephen King lese. All das, was mir damals verboten wurde. Zurecht, denn ich musste lernen, Maß zu halten. Ich habe das gelernt, und ich habe auch gelernt, mit dem zufrieden zu sein, was ich habe. Und nicht mehr zu wollen, als ich mir leisten kann. Ein bisschen davon konnte ich meinen Kindern vermitteln, und jetzt können ja mal alle weggucken, wenn ich mich gehen lasse. Die Welt wird heute von schlimmeren Sachen gebeutelt als von einer über 20 Kilometer leergefutterten Tic Tac Packung. Das ist mir aber für einen kleinen Moment, den ich mit euch teilen will, egal. Bin ich glücklich? Zucker sei Dank: Ja 😀

Sandmann

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About Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.

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35 Responses to Endlich erwachsen

  1. Majo says:

    …also wir durften immer zwei TicTac.
    Und wenns gut lief, das ganze nochmal –
    machte also vier TicTac pro Muttis Tages- oder Wochenausschüttung.

    In meiner Erinnerung haben die Dinger dabei aber besser geschmeckt, als in den Zeiten, wo man sich dann endlich (wie eindrucksvoll oben dargestellt) die ganze Pillendose in den Mund purzeln lassen konnte.
    Mag aber auch daran liegen, dass ja irgendwann die Additionskünste zunehmen und einem dann schlagartig bewusst wird, dass ein TicTac zwar nur 2 Kalorien hat, eine Menge TicTac jedoch….
    ach lassen wir das! 😉

    Danke für die Erinnerung. Sie lebt.

    • Sandmann says:

      Ay Majo,

      über Kalorien denke ich schon lange nicht mehr nach. Dann wird das Leben trostlos. Und wenn ich dicker werde, bewege ich mich halt mehr. Hast du eine Ahnung, was du zu dir nimmst, wenn du eine Currywurst isst? Oder einen Big Mac? Das sind Katastrophen. Aber ohne wäre das doch alles irgendwie farblos, oder? 🙂

      Dass in der Kindheit ein paar Süßigkeiten anders schmeckten als heute wird wohl daran liegen, dass sie die ganzen krebserregenden, asbesthaltigen und nuklear verseuchten Geschmacksverstärker von damals gegen etwas politisch korrektere ausgetauscht haben… Ein „Brauner Bär“ schmeckt heute auch ein bisschen farbloser (und ich glaube ich nur noch halb so groß wie in den 70ern). Der bunte Puffreis in den langen Tüten ist aber noch immer eine Wucht. Und ich finde, die Tic Tac Orange schmecken nicht viel anders als damals. Das ist so ein bisschen wie mit TriTop. Das hat schon seinerzeit künstlich und scheiße geschmeckt, das tut es heute immer noch – wie GEIL!

      Feier deine großzügige Mutter!
      Sandmann

      • Jo says:

        voll zustimm. Früher war alles besser, größer, bunter. Oder wir Kinder der 70er haben das zumindest so im Gedächtnis.
        TicTac orange? Sollte ich mal wieder probieren. Oder nö, eigentlich nicht. Lieber was gesundes aus den Früchten der Kakaobäume 🙂

        Und TriTop schmeckt heute so beschissen weil´s voll Plastik-nach-alten-Socken-schmeckendem-Süßstoff ist. Früher war´s geil.

        • Sandmann says:

          Ay Jo,

          dass früher alles besser war liegt aber wirklich nur daran, dass es so in unserer Erinnerung kleben geblieben ist und wir uns als Kinder nicht mit den Randerscheinungen beschäftigen mussten 😀

          Ich stapfe heute Abend mal zum Kiosk und stelle mir eine Naschitüte zusammen. Dass die dann 5 Euro kostet ist egal. Wenn ich meinen Verdienst heute runterbreche auf mein Taschengeld damals – ist das dann ein Schnäppchen. Yay.

          Sandmann

  2. Manfred says:

    Hy Sandmann, viel schlimmer als Deine Haltlosigkeit ist, ein Handy bei 100 Km/h zu zücken und Photos zu machen, kann schief gehen.
    Grüsse,
    Manfred

    • Sandmann says:

      Ay Manfred,

      den erhobenen Zeigefinger fange ich mir in jeder zweiten Geschichte… Prinzipiell hast du natürlich Recht. Und ich freue mich, dass sich Leute um mich sorgen. Aber —

      — stell dir jetzt mal ein modernes Auto mit riesigem Display auf der Mittelkonsole vor. Irgendwas zwischen hochkant gestelltem 25-Zoll-Fernseher im Tesla und iPad-ähnlichem Multifunktionsdisplay im Wasweißich. Durch die ach so beliebte Touch Funktion steuerst du mit den Fingern heute alles, vom Muschitoaster über das Gebläse bis zur Telemetrie der in Millisekunden reagierenden Stoßdämpfer. Parallel plappert das Navi und fragt dich, ob du diese alternative Route wählen möchtest, weil sie 4 Sekunden schneller ist.

      Um das alles während der Fahrt zu bedienen, nimmst du den Blick von der Straße und grabbelst da rum. Manchmal für mehrere 100 Meter. Weil man das heute eben so macht. DAS -> kann schief gehen.

      Ich sitze in einem Auto ohne Displays und nehme kurz ein Handy hoch, um ein Foto in Fahrtrichtung zu machen. Während mein Blick weiterhin auf der Straße und die linke Hand am Lenkrad ist.

      Finde den Fehler 😉

      Sandmann

      • Anonymous says:

        Hi Sandmann,
        der Fehler ist: in der einen Hand das TicTac in der anderen das Handy und mit dem Ballen der linken wird gelenkt, du musst schon zugeben, etwas abenteuerlich.
        Nichts für Ungut, bin wegen so etwas schon beinahe in der Leitplanke gelandet.
        Grüsse,
        Manfred

        • Sandmann says:

          Ay Manfred,

          wie schon geschrieben… du hast ja Recht.
          Und wenn es dich bei so einer Aktion fast mal zerlegt hat kann ich deine Sorge erst Recht nachvollziehen.
          Auf der Autobahn, wo es lange geradeaus geht, mache ich sowas schon mal hier und da. Manchmal lenke ich auch mit dem Oberschenkel. Das sind dann immer kurze Momente auf verkehrsarmen geradeaus Strecken. Und es ist auch nie jemand mit im Auto. Sieh‘ es mir bitte nach, ich versuche, mich zu bessern…

          Sandmann

  3. Hi Sandmann
    Aufgrund dieser erfrischenden Geschichte habe ich mir erstmal ein komplettes Marzipanbrot weggeballert.
    Und bei der nächste Radtour werde ich mich bei voller Fahrt mit dem Handy sogar selbst filmen..die Resthaare im Wind.
    Ich gebe dir recht…erwachsen sein ist auch super!
    Gruss aus Dortmund

    • Sandmann says:

      Ay Tobias,

      ganz hervorragend. Ungesunde, noch dazu blausäurehaltige Naschwaren in großen Mengen um Bauch und der Plan, zivil ungehorsam zu sein und sich ninjamäßig selbst filmen. Womöglich dabei freihändig an einer Polizeistreife vorbei, die gerade bei den Erstklässlern das Licht kontrolliert 😀 So muss das.

      Um mit den Worten des großartigen Klaus Cornfield und seiner von mir hochverehrten Band „Throw that Beat in the Garbage Can“ zu schließen: „I had a chocolate bar for breakfast…“

      https://youtu.be/ilmtD0ZTNLc 😀

      Sandmann

  4. Anonymous says:

    Super 95…das tut dem V6 gar nicht gut. Der hat Quetschköpfe und braucht Super+…es sei denn du hast die Zündung auf 2-3 °vor OT gestellt…

    • Sandmann says:

      … aber der lief doch auch damals nicht mit Super Plus? Gab es doch gar nicht.

      Zündung ist 2° vor OT, und ich kippe Bleiersatz rein. Läuft an sich gut. Was kann passieren? Sag sag sag…

      Sandmann

      • Anonymous says:

        2° vor OT ist mit Super 95 richtig, da kann nichts passieren.
        Schöner läuft der Motor mit den originalen 6° oder gar 9° vor OT und Super Plus.
        In den Siebzigern war das Super verbleit und hatte dadurch automatisch 98 Oktan. Als das Blei wegfiel hatte Super nur noch 95 Oktan, deshalb wurde Super Plus erfunden.

        Fährst du den Motor mit 6° vor OT und Super 95, dann fängt er an zu klopfen.

        Gruß
        Frank

        • Sandmann says:

          Ay Frank,

          danke für die Tipps. Klingeln tut er nicht, super rund laufen allerdings auch nicht. Er schüttelt sich im Standgas leicht.
          Im Herbst kommt ein nagelneuer Vergaser drauf, dann werden wir die Einstellungen einmal perfektionieren. Dann geht auch die Startautomatik wieder 😉 Das ist im Winter ziemlich lästig gewesen, entweder ständig Halbgas oder ich musste immer auf dem Gas bleiben, bis er warm war.

          Sandmann

          • Anonymous says:

            Ich kenne das mit der Startautmatik zur Genüge…leider funktionieren die auch im Neuzustand nicht wirklich befriedigend. Ich habe daher den Solex EEIT gegen einen 38er Weber mit Chokezug getauscht…damit habe ich den Leerlauf unter meiner Gewalt.
            Dein Taunus wird noch den älteren Solex DDIST draufhaben denke ich.
            Schüttelnder Leerlauf wird auch von zu wenig Ventilspiel ausgelöst….dieser Bleiersatz verlangsamt den Ventilsitzverschleiss, er stoppt ihn nicht. Vor allem nach längeren Autobahnetappen kann das Auslassventilspiel enorm schrumpfen.

            Gruß Frank

            • Sandmann says:

              Ay Frank,

              ja, ich habe den DDIST Vergaser drauf. Bis auf die komplett nicht funktionierende Startautomatik (nein, die Feder ist nicht ausgehakt, weiß der Geier was da los ist) bin ich ansonsten sehr zufrieden. Verbrauch unter 9 Liter, springt sauber an, alles fein.

              Das Ventilspiel hatte ich gerade in Frankreich eingestellt, nachdem die doch ziemlich am Klappern waren. Meinst du, ich soll das schon wieder mal machen? Hm. Ist der alte Eisenklotz wirklich so anfällig? Ich fahr ja nie schneller als 130…

              Sandmann

              • Anonymous says:

                Hi Sandmann,
                wenn die Ventile klappern ist das Spiel eher zu groß. Beim Bleifreiproblem bauen sich vor allem die Auslassventilsitze ab was zu kleinerem Ventilspiel führt. Bei meinem 2.6er Granada musste ich zuletzt alle 1000 km das Spiel wieder vergössern, irgendwann hatte ich die Faxen dicke und habe die Köpfe bei Liebl auf bleifrei umrüsten lassen. Wenn du den Wagen auch als Daily Driver einsetzt…und das tust du wohl wenn ich das richtig interpretiere…solltest du die Köpfe umrüsten lassen. Dann kannst du dieses Bleifreithema abhaken und vergessen.

  5. MainzMichel says:

    Die TicTac habe ich vor etwa zwei Jahren auch wiederentdeckt. Die Minzdinger waren nie so meins, aber Orange – genial. Damals gab es auch noch grüner Apfel und Zimt. Den grünen Apfel gibt es heute auch wieder, in einer Mixpackung mit rotem Apfel. Von denen habe ich mir zwei Packungen geholt und sie grün/rot sortiert. Dann sieht das wenigstens aus wie Zimt. Ist auch besser so, denn ich will heute kein Zimt mehr. Jetzt habe ich in meiner Jackentasche ständig drei TicTac-Dosen, aber essen? Ganz selten mal. Es sind immer noch die ersten von vor zwei Jahren. Ich bin halt nicht so maßlos wie Du. Zumindest bei TicTac. Aber leg` mir mal ein Stück Schokolade hin…

    Adios
    Michael

    • Sandmann says:

      Ay Michael,

      😀

      ich kann dich beruhigen, ich bin selektiv maßlos.
      Tic Tac bleiben einfach nicht in der Packung. Aber nur Orange. Die anderen reizen mich nicht.
      Fischerman’s Fiend halten lange. Wochen. Monate.
      Meine Packung Zigarillos ist auch schon echt alt…

      Und ich könnte über Bols Banane sprechen, aber nein.
      Bei Schokolade werde ich ebenfalls schwach. Aber nur bei Vollmilch, Joghurette oder Kinderschokolade. Dazu Wein, Herrlich.

      Wir Gourmets 😉
      Sandmann

  6. Bastian says:

    Ich habe vor ein paar Wochen einen Mörderflashback gehabt..
    Ich war bei meiner Mutter zu Besuch und morgens duschen. Sie hatte da Schauma-Shampoo in der Version Ei-Lecithin. Offenbar wurde diese 70er Jahre Note in limitierter Edition neu aufgelegt. Sobald ich den Geruch in der Nase hatte, explodierten dutzende von Bildern in meinem Kopf. Die Fliesen unseres alten Badezimmers, Spielzeuge, welche ich mit in der Wanne hatte und an die ich mich Jahrzehnte vorher nicht erinnert habe… ein Wahnsinn…

    Aber geht es außer mir noch anderen so, dass ihr die Namen von Eissorten heute nicht mehr ohne Hintergedanken lesen könnt? Ed von Schleck… Flutschfinger… und vor allem…Brauner Bär? Diese Namen habe ich nur als Kind hinnehmen können, ohne dämlich zu grinsen…

    Eieiei… Jens. Willkommen im Piranhabecken Spiegel.de

    Das Feedback dürfte ein Anderes sein, als in Deinem eigenen Blog.
    Ich habe mal eine Zeit lang das Forum eines Indielabels betreut. Da ging es innerhalb von 5-6 Einträgen von Musik über Fanzugehörigkeit bis zu Nazi-Anschuldigungen. Kein Spaß, das..

    • MainzMichel says:

      https://www.specials-unlimited.de/schauma-ei-lecithin-shampoo-limitierte-retro-edition-400ml

      Ich warte ja immer noch auf das Revival von „Banjo Erdnuss“. Oder war Haselnuss zuerst? Nein, Erdnuss war´s.

      Adios
      Michael

      • Sandmann says:

        BANJO!

        Total vergessen. Seit wann gibt es das nicht mehr?

        • MainzMichel says:

          Laut „Wikipedia“ und „crazy-cult.com“ wurde es erst 2009 eingestellt. Aber das kann ich nicht glauben, das muß wesentlich früher gewesen sein. Der Name „Banjo“ wurde nochmals für einen Müsli(!)riegel eingesetzt, vermutlich daher die zeitlichen Irritationen.
          Sicher ist, daß Erdnuß Ende der Achtziger gegen Haselnuß ersetzt wurde. Damit war „Banjo“ für mich nicht mehr so interessant, sondern nur noch einer von vielen Riegeln.

          Adios
          Michael
          Dem auch die Ur-„Fanta“ besser schmeckte als die heutige. Das Ur-„Lift“ wäre mir noch lieber…

          • Sandmann says:

            Ay Michael,

            ich kaufe mir auch ab und an die Classic Fanta in diesen braunen, geriffelten Flaschen, sehr lecker. Mit Molke oder so drin, kann das sein? Und Lift! Das habe ich ja total vergessen. Aber ist das heute nicht Sprite?

            Ich könnte nicht sagen, wann ich Banjo das letzte Mal auf dem Schirm hatte. Nach den 80ern nicht mehr. Meine Eltern hatten immer so eine 10er Packung im Kühlschrank. *hach*

            Immerhin gibt es noch den Wein von meinem „ersten Mal“… Damals war das ein 1986er Château de Mornag, ein lieblicher Rotwein aus Tunesien. Den gibt’s immer noch. Und wenn ich den ersten Schluck trinke und eine Kerze anhabe, gucke ich immer noch in die dunklen, schönen Augen von Simone…

            Sandmann

            • MainzMichel says:

              Moin!

              Schmeckt die „Fanta“ in den „originalen“ Flaschen anders als die aktuelle? Ich habe sie zwar mal gekauft, aber nir getrunken.
              Und nein, altes „Lift“ ist nicht „Sprite“. Damals war „Lift“ eine hellgelbe Zitronenlimonade, „Sprite“ war und ist durchsichtiges Zuckersprudel. An das Ur-„Lift“ kommt aktuell „Vio Bio Zitrone-Limette“ recht gut ran. Auch vom Hersteller „Coca-Cola“. Wenn das mal nicht die alte „Lift“-Rezeptur ist…

              Wein (und auch Bier) ist nicht meins. Auch wenn ich aus der größten Weinregion Deutschlands komme.

              Adios
              Michael

              • Sandmann says:

                Ay Michael,

                ja, die schmeckt völlig anders. Irgendwie… gehaltvoller. Jedenfalls sehr lecker. Die normale Fanta mag ich auch, aber die klassische schmeckt richtig GUT.
                Vio Bio Zitrone muss ich mal probieren.

                Nach Köln reisende Grüße
                Sandmann

    • Sandmann says:

      Ay Bastian,

      Ei-Lecithin…. da klingelt bei mir auch was. Aber nur ein bisschen.
      Ich habe als kleines Kind immer in der hohen Duschwanne gebadet (wir hatten keine Wanne), in einem Traum aus Grüntönen. Und ich glaube das war Litamin oder so. Neben mir stand der Kassettenrecorder (Stecker? Strom? Egal), da lief „Flash“ von Queen, Neue Deutsche Welle und „Nobodies Diary“ von Yazoo.
      Und ich ließ das U-Boot aus dem YPS Heft tauchen.

      Das mit den Eisnamen kann ich nachvollziehen 😉 denke da aber ehrlich gesagt nicht drüber nach. Chchchch. Obwohl… ab jetzt vielleicht…

      Die Kommentare bei Spiegel Online sind teilweise echt an die Wand hängenswert… Allerdings, das lerne ich langsam, scheint es auch ein Korrektiv der Leser zu geben, welches die allzu spießig dahin motzenden Kommentatoren zurechtweist. Ich komme damit klar. Und die Artikel tun je keinem Weh 😉

      Sandmann

  7. Daemonarch says:

    Ich finde es gar nicht so schlecht, dass „wir“ als Kinder noch gelernt haben, an uns zu halten…
    Das hat mir in meinem ganzen Leben bislang viel gebracht, ich möchte sogar behaupten, meinen beinahe asketischen derzeitigen Lebensstil, der mich dennoch glücklich macht verdanke ich diesem.

    Die TicTac’s durfte ich dennoch kippen, wenn ich wollte, unter 5 Stück im Mund machte das doch keinen Spaß, ich mochte aber nur die Orangenen richtig gern (auch wenn die „auch“ weiss waren) und nicht die Minzdinger…

    Heute gibt es noch viel perversere Geschmacksexplosionen, SKITTELS(c)(r), möchte gar nicht wissen, was da drin ist… Plutonium vermutlich.

    • Sandmann says:

      Ay Daemonarch,

      zunächst muss ich meinem Bildungsauftrag nachkommen und dich darauf hinweisen (wie ich das auch schon bei Hartmut und Malte gemacht habe), dass der Plural nicht mit dem Apostroph abgesetzt wird. Es heißt Tic Tacs. Nicht Tic Tac’s. Woll? 😀

      Deine Askese zeigt sich vor allem in deiner Schrankwand, reduzierter geht es ja gar nicht.
      Aber jetzt mal wohlwollende Ironie aus – natürlich ist es gut, wenn man mit dem klarkommt, was man hat. Ich glaube, das verhindert vor allem übermäßigen Drogenkonsum. Denn man freut sich über Kleinigkeiten und muss sich nicht immer weiter kicken.
      Dass man dir Tic Tac Absolution erteilt hat macht mich neidisch. Hm.

      Diese Skitteldinger habt ich mal als Beigabe im YPS gefuttert. Unfassbar köstlich. Meinst du, ich sollte mir mal eine 5-kg-Packung holen…?

      Sandmann

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