Reise FordBereitungen

Auf in ferne Länder!

Auf in ferne Länder!

Sommerfrische.
Wer hätte gedacht, dass meine verblassten Erzählerkollegen Jacob Grimm und Wilhelm Grimm mal ein Wörterbuch herausgegeben haben, in dem sie die Sommerfrische definierten als: „Erholungsaufenthalt der Städter auf dem Lande zur Sommerzeit“. In den 50ern wurde die Sommerfrische ein Wort für den Urlaub der klassischen deutschen Familie – mit dem Auto nach Südeuropa. Italien! Frankreich! Die Adria und die Côte d’Azur! Tandaradei ♫ Ich will Sommerfrische. Meine große Tochter will Sommerfrische. Und meine mittlere Tochter will auch Sommerfrische. Dem sofortigen Aufbruch des südfrankreicherprobten Dreamteams steht nur noch eine winzige Kleinigkeit im Weg: Ein 46 Jahre alter Ford Taunus, der auf knapp 4000 Kilometer vorbereitet werden sollte. Ja JA JAAAAAA wir fahren mit dem Knudsen Coupé nach Südfrankreich, wir sind nicht total bescheuert und ich fange heute endlich mal mit den vorbereitenden Schraubereien an…
Erstmal frisches Öl.

Was rollen soll, muss gewartet werden.

Was rollen soll, muss gewartet werden.

Am liebsten wäre ich schon vor vier Wochen losgefahren. Seit dem regnet es nämlich bei herbstlichen 18 Grad in Norddeutschland. Was für ein Drecks-Juli, was für ein Mist-August. Bisher. Im Fußraum der grünen Kölner Nase sammelt sich regelmäßig das Wasser, die Scheibendichtung ist bei Starkregen leider eine ScheibenUNdichtung. Aber damit kann ich leben. Ein paar andere Kleinigkeiten wollen gewartet und behoben werden, bevor Donnerstag Nacht um 3:00 Uhr die Reise losgeht. Familie Sandmann in der Variante 1, von Kiel aus über Österreich, die Schweiz und Italien erst für eine Nacht nach Milano, dann nach Saint-Aygulf. Ein klassischer Strand bei Fréjus, zwischen Saint-Tropez und Cannes. Papa, seine hübschen Töchter und der alte Taunus auf einer Autofahrt in den Süden, zu einem Campingplatz, auf dem ich 1991, 1992 und 1993 schon einmal mit einem Taunus (und mit dem Granada) war. Aber dazu an anderer Stelle mehr. Heute muss ich mich mal ranhalten, denn ich will noch diesen Ölwechsel mit Filter machen, neue Benzinleitungen verlegen, neue Kerzen einsetzen und den abgerappelten Endschalldämpfer wieder anpunkten. Und wenn ich dann noch Zeit habe, den Subwoofer unter den Beifahrersitz legen und das Radio anschließen. Und wenn ich dann noch Zeit habe… nein, werde ich nicht haben.

Erst unten raus, dann oben rein.

Erst unten raus, dann oben rein.

Die Ölsuppe ist da schon seit 8 Jahren drin, also ist mal definitiv Zeit für eine frische, vollsynthetische Packung und einen nagelneuen Filter. Es regnet heute für ein paar Minuten nicht, das alte Öl ist schon handwarm unten raus in eine extra dafür gebastelte Wanne gelaufen (liebe Umweltaktivisten, es ist wirklich kein einziger Tropfen ins Grundwasser gelangt) und der Trichter für das frische Zeug steckt schon im rechten Zylinderkopf. Wenn doch nur der Ölfilter abgehen würde. Eigentlich klappt das ganz gut, nur mit den bloßen Händen. Diesmal nicht, zumal beim alten Ford V6 das Ding rechts unter dem noch ziemlich warmen Krümmer angeschraubt ist. Mist. Ich setze mich auf mein Fahrrad und radel zum nicht weit entfernten Matthies in Kiel, wo ich für satte vier Euro einen Filterschlüssel mit einer Fahrradkette erstehe.
Und wie benutzt man den jetzt? Drumlegen, und nun? Festziehen geht irgendwie nicht. Andersrum? Verdammt. Die lose Kette einhaken? Nein. Irgendwie bin ich zu stolz, um das im Netz zu googeln und wühle stattdessen lieber aus dem Granadakofferraum einen uralten Ölfilterschlüssel mit Metallband und Schraubgewinde hervor. Den setze ich an und – reiße ihn direkt ab. Also Metallband neu bohren, neu verschrauben, ansetzen und – direkt abreißen. Himmel! Wie viel Zeit kann man denn bitte mit dem Lösen eines Ölfilters verplempern?? Nochmal neu bohren, neu verschrauben… und jetzt löst sich der alte MAN Filter. Lump, der.

Beim Öl scheiden sich die Geister.

Beim Öl scheiden sich die Geister.

Der Taunus seufzt hörbar, als ich das frische Zeug einlaufen lasse. Die Meinungen über vollsynthetisches Öl in einem alten Auto gehen weit auseinander. Ich lasse den V6 jetzt mit so einer Ladung laufen, nächstes Mal kommt wieder mineralisches 15W40 rein. Die Corega Tabs im Kühler zur Reinigung sind auch nicht bei jedem von euch gut angekommen. Nun ja. Eigentlich wollte ich auch noch das Getriebeöl und das Diffiöl wechseln, aber irgendwie reicht die Zeit immer nicht. Ich habe mir vor drei Wochen schon eine große Kiste Ersatzteile von Motomobil kommen lassen und tausche, was ich heute tauschen kann. Den Rest nehme ich mit auf die Reise mit dem Glauben an die goldene Regel: Was du dabei hast, geht auch nicht kaputt 😀 Motomobil, für die Nicht-Ford-Leute unter euch, ist ein großer Teileanbieter für klassische Ford Autowagen. Bei Ford selbst bekommt man quasi garnix mehr, und der Anbieter in Zorneding bei München hat mir schon so manchen Ars** gerettet. Im Hecktrieb Forum habe ich ein bisschen rumgefragt, was die Jungs mit auf so eine Reise nehmen würden. Was es noch neu gab habe ich neu gekauft und mir den Rest bei ebay und im Forum zusammengesammelt. Am Ende dieser Geschichte kommt noch ein kleines „Ich packe meinen Koffer“ Spielchen. Nicht mehr mitnehmen muss ich jetzt: Öl und Filter. Das habe ich ja schon gewechselt. Nun mal weiter mit den Kerzen.

Wenn es mal sauber zünden soll

Wenn es mal sauber zünden soll

Die Alt-Ford-Fahrer schwören auf Motorcraft. Sie können es nicht genau erklären, aber sie sagen ganz klar: Nimm nicht BOSCH oder NGK, damit läuft er irgendwie… anders. Ah. Ich selbst sage ganz klar: Ich nehme nicht BERU. Damit läuft er nämlich im Zweifelsfall gar nicht. So macht jeder seine eigenen Erfahrungen, und ich habe noch sechs neue Motorcraft Zündkerzen Made in U.K. rumliegen. Neue Zündkabel sind schon seit Januar drin. Also raus mit den alten Funkenspender, die kommen noch aus einer Epoche vor meiner Zeit mit diesem Auto. Sie sind äußerlich angerostet, die Elektrode sieht aber schön kaffeebraun und gesund aus. Also ist die Verbrennung okay, und das auf allen sechs Zylindern. Ich drehe trotzdem alle raus und lege die neuen schonmal hin. Passt doch gut, dann kann ich gleich noch die Ventile einstellen, das habe ich seit dem Winter nicht mehr gemacht. Und jetzt weiß ich ja, wie das geht.

Schmatzend und nicht zu fest

Schmatzend und nicht zu fest

Auch hier entpuppt sich der alte Knudsen als pflegeleichter Geselle. Zwei Einlassventile und zwei Auslassventile sind einen Hauch zu stramm, alle anderen haben noch das richtige Spiel. Einlass 0.35, Auslass 0.40. Und das nach nun fast 10.000 Kilometern seit Januar. Ich bin es nicht gewohnt, dass alles beim Schrauben funktioniert und dass die Ergebnisse im angepeilten Zeitrahmen gut und ordentlich werden. Dafür bin ich zu lange Audi V8 gefahren. Ah. Moment. Da ist doch noch was. Die Benzinleitungen aus gewebeummanteltem Gummi vorn im Motorraum sind glaube ich noch von 1971, jedenfalls sehen die ungefähr so sexy aus wie die zellulitischen Beine einer magersüchtigen Frau. Mit Krampfadern. Nun müssen Benzinleitungen nicht in erster Linie sexy aussehen, aber der Sprit sollte schon drinbleiben. Raus damit.

Das ist optimierungswürdig

Das ist optimierungswürdig

Außerdem ist auch ein neuer Benzinfilter sicher nicht verkehrt, also greife ich mal tief in meine Zauberkiste und ersetze das poröse Material durch frische, nicht ummantelte Meterware mit neuen Schellen. Den Benzinfilter aus Glas (cool und robust) klemme ich vor der Benzinpumpe in den neuen Schlauch. Das war auch ein Tipp aus dem Forum. Wenn er jetzt undicht wird bleibt das Auto stehen, weil die Pumpe Luft pumpt. Sitzt er aber hinter der Pumpe und wird undicht, pumpt der mechanische Druckaufbauer fein Benzin auf die heißen Zylinderköpfe. Und das will ja niemand, dieses Auto hat schon Erfahrungen mit Feuer gemacht, davon zeugen ein dicker schwarzer Fleck im Teppich und ein Feuerlöscher im Beifahrerfußraum. Okay. Kerzen. Ventile. Öl. Benzinschlauch. Final sollte ich noch den sportlichen Sound vom Endtopf beseitigen. Der V6 brummt und bollert satt hinten unter der Heckschürze raus, das klingt gut, aber nicht im Sinne des Herstellers. Auch wenn andere für eine Sportauspuffanlage viel Geld ausgeben – ich will mit einem intakten Abgasstrang nach Südeuropa reisen. Wer ist denn auf die Idee gekommen, die bis hinter die Hinterachse zweiflutige Anlage ausgerechnet am kleinen Endrohr aufzuhängen? Aber halb so schlimm, dafür muss der Knudsen nicht einmal auf die Hebebühne.

Klingt gut, ist aber doof.

Klingt gut, ist aber doof.

Ich flexe die Aufhängung ab, punkte sie direkt an den Endtopf und schweiße eine saubere Naht einmal rund um das rausgeschüttelte Endrohr. Nicht für die Ewigkeit, aber es ist dicht und nun auch sauber aufgehängt. Hält. Darauf einen Zigarillo, so viel Zeit muss sein. Und langsam habe ich auch keine Lust mehr. Ich hole alle Teile aus der Garage, die ich mitnehmen will und bekomme jetzt einen ersten Überblick. So viel ist das ja gar nicht. Und wenn die alte Regel: „Alles was du mitnimmst wird sicherlich nicht kaputt gehen“ wahr ist, dann kann uns doch jetzt wirklich nichts mehr passieren… Sorry dass ich das so mantramäßig wiederhole. Als ich 1991 die gleiche Strecke mit dem gleichen Auto gefahren bin, war ich irgendwie unbedarfter. Ich hatte nicht mal Öl dabei glaube ich. Mit 46 Jahren kennt man das Leben und sichert sich lieber zumindest ein kleines bisschen ab.

Alles das wird NICHT kaputt gehen...

Alles das wird NICHT kaputt gehen…

Ich packe meinen Koffer. Puh. Ob das alles wirklich nötig ist sei mal dahingestellt, aber ich fühle mich besser, wenn ich das dabei habe. Also nehme ich mit:

  • Ein gebrauchtes Stirnrad (danke Peter)
  • Einen Ersatz-Schalthebel
  • Einen neuen Keilriemen
  • Hylomar Dichtmasse
  • Einen neuen Wärmetauscher
  • Zwei Meter Kühlwasserschlauch und Schellen
  • Noch mehr Benzinschlauch und Schellen
  • Regler und Kohlenhalter für die Lichtmaschine
  • Ein neues Kupplungsseil
  • Ein Ersatz-Steuergerät für die Transistorzündung
  • Auspuffbandage und Paste
  • Draht und Elektrokabel
  • Gewebeband, Isolierband und Draht
  • Spanngurte

Das mag ziemlich bescheuert sein, aber es nimmt nicht viel Platz weg und ich habe zusammen mit dem Werkzeugkasten irgendwie das gute Gefühl, ausreichend vorbereitet zu sein. Hm. Vielleicht auch noch die Wasserpumpe……? Langsam kommt ein bisschen Reisefieber bei mir auf! Yayyy. Morgen Abend, also morgen Nacht um 3:00 Uhr geht es los. Ich packe dann mal alles zusammen und lasse es unauffällig im Kofferraum verschwinden. Kombi? – braucht man nicht.

Komprimieren für Profis

Komprimieren für Profis

Was brauche ich noch? Na klar, Geld, Badeklamotten und Badespaß Krams wie Wasserpistolen, Schwimmringe und Taucherflossen, Reisebrötchen®, ADAC Karte…. ah. Genau. Ich fahr schnell noch zum ADAC nach Kiel und hole mir ein Kartenset, ich glaube im Moment nicht daran, dass mein neues Navi noch bis morgen ankommt. Irgendwie hat die Post auch gerade Urlaub… Und wenn ich schonmal da bin kaufe ich gleich noch eine Vignette für die Schweiz und eine 10-Tages-Vignette für Österreich. So eine Probefahrt nach dem ganzen Geschraube ist ja durchaus sinnvoll, wenn ich nachher auf die A7 nach Hamburg schwenke. Plakette: Klebt.

teuer teuer.....

teuer teuer…..

Jetzt muss ich nur noch eine saubere Übergabe meiner ganzen Jobs auf den Weg bringen, damit die Buden mit den alten Autos und dem Autolicht im Netz auch weiterlaufen, wenn der Sandmann mal nicht beruflich online ist. Aber das sollte dank kompetenter Kollegen kein Problem sein, und ich habe ja schon alles vorbereitet. Und dann? Durchatmen. Einfach mal durchatmen. Und nachdem ich mein Auto so vorbereitet habe, muss ich mich selbst schon einmal darauf vorbereiten, trotz aller Anwesenheit meiner beiden großen Ladies mein kleines, viertelfinnisches Sandmädchen in den kommenden Tagen schmerzlich zu vermissen. Und ihre Mutter wohl auch. Familie ist schon was komisches, oder?

Entspannen? Niemals.

Entspannen? Niemals.

Für mich wird diese Reise auf mehreren Ebenen ein Flashback. Mit meinem lila Coupé war ich schon zweimal in Saint-Aygulf. Außerdem ist die Côte d’Azur das erklärte Lieblingsziel meiner beiden Großen und mir, und das seit 2011. Falls ihr das mit einer Flasche Wein nochmal rekapitulieren möchtet… Die erste Fahrt 2011 noch im Audi V8, die zweite Fahrt 2012 mit dem Rudolf Passat und einem jähen Blogger-Abbruch, weil ich erfahren habe, dass ich nochmal Vater werde *seufz* … und die bis dahin letzte Tour 2014 mit dem Daimler. Immer die folgenden Artikel natürlich mit beachtet… Puh, ist das alles lange her. Also wird es Zeit, neue Geschichten zu schreiben. Donnerstag Nacht um 3:00 Uhr geht es los. Ich hoffe, ihr seid dabei?

Sandmann

HIER geht es weiter mit der demi route.

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About Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.

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23 Responses to Reise FordBereitungen

  1. Schönen Urlaub.Wird mit dem Wagen bestimmt super!
    Gruss aus Dortmund

    • Sandmann says:

      Ay nach Dortmund,

      ob das super wird liegt ganz im Auge des Betrachters 😉 Ich glaube, meine Töchter hätten lieber den bequemen Benz mit der Klimaanlage und nicht den Taunus, bei dem nicht mal die Ausstellfenster aufgehen…. Na sie werden es überleben.
      Ich freu mich gerade wie blöd und packe die letzten Sachen zusammen!

      Grüße aus Kiel
      Sandmann

      • Trivet says:

        Zum Thema Klimaanlage kann ich dir berichten, dass ich gestern mit dem XM aus Südfrankreich (bei perpignan) zurückkam und die 1000km OHNE Klimaanlage fahren musste, ging auch ganz gut, nur leider war die sonstige Ruhe dieses herrlichen Reisewagens des offenen Fensters wegen nicht gegeben. Scheint aber schnellem Googles nach ein häufiges Problem der Y4, die Sicherungsbox im Motorraum ist verdächtig.

        Bonnes vacances.

        • Sandmann says:

          Ay Trivet,

          nun, eine Klimaanlage hätten sich alle beteiligten durchaus gewünscht. Aber wir haben es überlebt, genau so wie wir es auch 1991, 1992 und 1993 überlebt haben. Ans Schwitzen gewöhnt man sich 😀 Mais oui.

          Sandmann

  2. Snoopy says:

    Gute Fahrt. Vielleicht noch vernünftige Lampen von Busch oder Billibs 😉 ?
    Thema synthetisches Öl: Mein alter Renault hat dann plötzlich viel viel Öl benötigt. Wieder umgestellt auf normales: Alles ok. Aber du hast ja Öl dabei.
    Bei der vorletzten Reise hatte ich Kupplungszug dabei: Hat Freund benötigt. In den Alpen/Dolomiten hatte ich Keilriemen dabei: Benötigt…
    Auf Hamburgreise: Radlager benötigt: Nicht dabei aber unterwegs organisiert.

    • Sandmann says:

      Ay Snoopy,

      ja, er verbraucht jetzt viel viel Öl und räuchert extrem hinten raus. Ich werde mir im Supermarkt einen Kanisten billigstes 15W40 besorgen und dem Spuk ein Ende bereiten…..

      Dabei und benötigt: Wärmetauscher.
      Nicht dabei und benötigt: Neue Lichtmaschine. Aber dazu schreibe ich die Tage noch was. Jetzt erstmal in den Pool, die öligen Finger waschen.

      Sandmann

  3. Jörn Denecke says:

    Ja, Frejus und direkt benachbart St. Raphael hat mir auch immer sehr gut gefallen. Ein Campingplatz in Frejus (vielleicht der gleiche?) ist mir noch in guter Erinnerung: Wir trafen dort eine Sintifamilie und hielten abends eine tolle Fiesta ab. Zwei Gitarrenvirtuosen und ich mit meiner in Sete gekauften Konga (die leider aufgrund großer Hitze und wenig Spannung keinen guten Klang hatte). Aber auch die Küste entlang über St. Tropez nach Cavalaire-sur-Mer, wo man (zumindest vor über 30 Jahren) direkt innerhalb der Stadt beim Yachthafen herrlich baden und schlemmen konnte. Wenn du noch ein ganzes Stück an der Küste entlang cruisen möchtest, kann ich In der Carmague nicht nur die wilden Pferde, sondern besonders auch die direkt am weißen Sandstrand gelegene Arena in Saintes-Maries-de-la-Mer empfehlen, wo die Hirten ihre Kunststücke auf den Pferden beim Viehtrieb zeigen – gerade auch ggf. für die Kinder interessant. Noch weiter zwischen Sete und Agde liegt der Marseillan Plage: Fast 20 km Küstenstraße direkt am landseitig nicht bebauten feinen Sandstrand entlang. Parkplätze gibt es ausreichend. Raus aus dem Auto – rein ins Wasser. Diese wahnsinnige Weite – Feeling fast wie an der nordafrikanischen Küste…
    Falls es dich eher in die östliche Richtung zieht: Gemütlich über Nizza und Monaco nach San Remo, genauer gesagt Ventimiglia. Dort soll es auch heute noch einen Schrottplatz geben, der sehr viele Uraltautos hat. Wenn der Export vor EU-Zeiten nicht so kompliziert gewesen wäre, hätte ich gerne für kleines Geld einen faszinierenden Fiat 1100 T Leichenwagen mitgebracht, der sein Leben zuvor in Monaco verbracht hatte…
    Ich wünsche euch eine ganz tolle, spannende und natürlich pannenfreie Reise – Herzliche Grüße aus der Lüneburger Heide…

    • Sandmann says:

      Ay Jörn,

      endlich komme ich mal dazu, die ganzen Kommentare hier zu beantworten!

      Die Côte d’Azur kenne ich ja seit 1991 in- und auswendig. Zwischen Saintes Maries im Westen und Monaco im Osten haben wir schon an so ziemlich jeder Ecke irgendwann einmal gezeltet 😉 Alle die von dir aufgezählten Orte klingeln wie schöne Glocken in meinem Kopf 🙂

      In Agde waren wir 2014, das war auch klasse. Saint-Aygulf haben wir quasi wiederentdeckt. Der Campingplatz in Fréjus… meinst du vielleicht den fast neben dem Géant Casino, am Ortsschild, bei dem Luna Park und dem Aqualand? Der ist es nicht. Saint-Aygulf ist zwei Kilometer weiter weg, da wo die Brücke am Meer entlang zum Strand geht…

      Pannenfrei ist die Reise leider nicht ganz. Aber davon schreibe ich noch. Es gibt ja nichts, was man nicht reparieren könnte, und wer hat schon eine neue Lichtmaschine dabei?

      Sandmann

  4. Daemonarch says:

    Das wird super! Freue mich auf den Urlaubsbericht, als würde ich selbst in selbigen fahren…

    • Sandmann says:

      Hihi 😀
      Zwei sind ja nun schon online. Der dritte wird ein Schraube-Bericht 🙁 Aber ich kann anscheinend nicht ohne.

      Immerhin – hier sind wolkenlose 30 Grad, und wir baden jeden Tag. Es ist ein Traum.

      Sandmann

  5. Sammy says:

    ähm Sandmann, du hast (auf 10Tkm) 2mal die Ventile eingestellt, aber, seit du den Taunus hast, noch nicht das Öl gewechselt ???? Mann-Mann, das wäre bei mir das Erste gewesen, gerade bei so einem alten Auto ohne jeglichen Service-Nachweis 😉
    bei dem synthetischen Öl würde ich einmal öfter den Ölstand kontrollieren, alte Motoren nehme davon gerne einen Schluck mehr 🙂
    gute Fahrt !!!

    • Martin R. says:

      Dito. Am Öl spart man nicht…

      Synthetiköl in alten Motoren funzt allen Unkenrufen des Netzes zum Trotz super. Es kann aber sein, daß ein vernachlässigter Motor nach frischen Ölwechseln zu siffen beginnt. Das liegt daran, daß die Additive des frischen Öls den ganzen Schmodder beseitigen, der sich in der Zeit der vorherigen Vernachlässigung angesammelt und den Motor notdürftig abgedichtet hat. Unter dem Schmodder, von diesem vom Öl getrennt, sind dann nämlich die alten Dichtungen ausgetrocknet und verhärtet…
      Mit gaaaaanz viel Glück und viel Geduld macht das neue Öl die wieder geschmeidig. Hatte ich bis jetzt bei mehreren Autos: Auto mit unbekannter Wartungshistorie mit frischem 0w-40 verwöhnt und es fing an aus jeder Pore zu siffen. Nach 30.000km war dann wieder Ruhe (bis auf die Simmerringe, wenn es da raussifft sind die nicht mehr zu retten und müssen neu). Du hast also durchaus eine Chance, daß sich die Dichtungen wieder einkriegen… Allerdings hatte ich noch nie ein 46 Jahre altes Auto.
      Wenn nicht hatten sie’s eh hinter sich. Die waren dann schon tot und es hat nur niemand mitgekriegt, also nicht drüber ärgern.

      • Sandmann says:

        Ay Jungs,

        der Motor ist vor 10 Jahren komplett revidiert worden und stand danach 8 Jahre lang rum, da dürfte also noch nicht viel Schmodder drin sein.
        Das mit dem Öl war keine supergute Idee. Ich habe jetzt auf 2000 Kilometern fast drei Liter hinten rausgebrannt. Ich glaube, das ist zu dünnflüssig. Hab zum Glück genug dabei. Aber ich werde mir im Supermarkt billigstes 15W40 holen und nachkippen, dann ist bald alles wieder gut.

        Ich bin kein so akribischer Ölwechsler. Moderne Öle halten fast ewig, ich weiß gar nicht warum sich alle immer so anstellen… Ich fahre ja keinen Rennwagen, sondern einen trägen Ford V6 😀
        Und die Lichtmaschine macht wesentlich mehr Sorgen. Aber dazu später mehr…

        Sandmann

        • Martin R. says:

          Naja, richtig wäre: „moderne Öle können bei den richtigen Betriebsbedingungen ewig halten“. In manchen Autos täte ein Wechsel nach 5000km/6 Monaten Not, in anderen könnte das Zeugs zwei bis drei Jahre drinbleiben und woanders 30.000km und drei Monate. Auch beim Thema Öl gilt des Juristen Standardantwort: es kommt drauf an…

          Welches Öl hast Du jetzt im Focht? Die neuen Mobil1-Kanister sind ja leider nicht mehr farbkodiert, ich tippe auf 0w-40 oder 5w-50?
          Letzteres wäre heiß sogar dicker als ein 15w-40… das 0w-40 dagegen ist am dünneren Ende der SAE 40-Klasse zu Hause.
          In einem anderen Beitrag schriebst Du, die Kiste räucherte blau. Tut sie das immer oder nur im Schubbetrieb oder beim Gasgeben?
          Oder nach dem Start? Oder nach Standzeit/Kaltstart?
          Daraus könnte man Rückschlüsse ziehen, ob es durch die Ventilschaftdichtungen abhaut, oder ob es sich an den Kolbenringen vorbeimogelt…

          Um etwas Öl in die Wunden zu gießen, respektive Salz ins Feuer zu streuen: Snövit ist jetzt bei der Halbzeit ihres Wechselintervalls. Nach 5000 vorwiegend Langstreckenkilometern (also kein Kraftstoffeintrag ins Öl, der einen Ölverbrauch kaschieren könnte) beträgt der am Meßstab amtlich ermittelte Ölverbauch: null komma nix. Mit 0w-30 wohlgemerkt. Aber der Motor ist ja auch nur 32 und nicht 46 Jahre alt…

          • Sandmann says:

            Bonjour Martin,

            ja, du magst Recht haben. Das mit Schub- oder Schiebebetrieb ist mir bewusst, aber ich glaube es liegt tatsächlich am Öl. Vorher war quasi kein Ölverbrauch da. Er räuchert einfach so, aufgefallen ist mir das bei dem Stau im Tunnel. Durch das Licht der anderen Autos zogen sich nebelige Schwaden…

            Ich bin gerade mal zum Kofferraum gegangen und habe auf den Kanister geguckt. Mobil 5W50 Vollsynthetisch. Hm. Dicker, sagst du? Dann verstehe ich das nicht. Mal sehen, was mit dem alten Mineralöl so geht…

            Erstmal Kaffee und Croissants
            Sandmann

            • Martin R. says:

              Das 5w-50 ist warm dicker als das 15w-40, kalt aber erheblich dünner. Vom HTHS-Wert tun sich die beiden nicht viel.
              Es kann sein, daß es sich das 5w-50 beim Kaltstart und während der Warmlaufphase an den Kolbenringen vorbeimogelt, wenn das Kolbenspiel noch nicht stimmt. Im warmen Zustand dürfte sich da nix tun.
              Wenn es warm trotzdem bläut, dann sind entweder Deine Kolbenringe tot, oder es läuft an den Ventilschäften lang…
              Weißt Du, welchen Umfang die „Motorrevision“ vor 8 Jahren hatte?

              • Sandmann says:

                Mach mir keine Angst 🙁
                Nein, ich weiß nicht was da ging. Ich treffe mich aber in diesem Herbst mit dem Vorbesitzer, damit ich endlich mal ein bisschen mehr zu diesem Auto erfahre.
                Und bis dahin kippe ich den Rest vom Öl nach und wechsel dann mal zurück auf 15W40, allein aus dem Gefühl heraus. Wenn er dann noch immer bläut muss ich wohl was machen.

                Sandmann

  6. Micky says:

    Gute Reise Sandmann und nimm ne Brise Südfrankreich für mich mit! Ich war das letzte Mal 2008 unten in Les Issambres, zwar auch auf eigener Achse, aber zu sechst im Miet-Neunsitzer-Rönobus. Und es wird bald wieder mal Zeit, runter zu cruisen, bis dahin verfolge ich deine Familytour.

    Liebe Grüße vom Alltagsklassiker

    • Sandmann says:

      Ay Micky,

      im Moment kann ich dir einen ganzen Haufen Südfrankreich hochschicken. Das Wetter ist phantastisch, der Knud ist fein hier runtergerollt und was vor Ort an kleinen und großen Sorgen auftauchte ist hoffentlich bis morgen Mittag weggeschraubt.

      Man wird sich lesen 🙂
      Sandmann

  7. Micha says:

    Liqui Moly sagt, dass mit 5Wxx-Öl die letzte Schmierstelle im Motor 8 Sekunden nach dem Kaltstart (0°) erreicht wird. Mit 10Wxx sind es 28 Sekunden. Nach 48 Sekunden ist dann auch das 15Wxx-Öl da.

    „Das billigste Öl aus dem Baumarkt“ in einen geliebten Klassiker, der auch noch viel zu selten Ölwechsel bekommt? Würde ich nicht machen. Nur weil Synthetiköl zu Mehrverbrauch (an Öl) führt, muss man ja nicht das mieseste kaufen, wo gibt.

    Ich fahre übrigens auch (relativ günstiges) Synthetiköl im Audi 80. Ja, schwitzt aus mancher Dichtung, aber nachfüllen muss ich bis zum nächsten Wechsel nix. Wenn mein Audi schon als Winterauto permanente Kaltstarts erdulden muss, kann ich wenigstens da etwas für ihn tun.

    Für die Ölfilter gibt es übrigens schöne Zangen, damit geht das prima.

    • Sandmann says:

      Ay Micha,

      es gibt 40 Experten und 40 Meinungen zu diesem Thema. Fakt ist: Seit das Öl drin ist fahre ich gefühlt einen Zweitakter. Er bläut, er verbraucht und er raucht hinten raus. Und er schwitzt es aus. Das KANN nicht gesund sein.
      Der Motor ist 46 Jahre alt. Das billigste Öl aus dem Baumarkt ist heute um Längen besser als jedes Top-Öl in den 70ern. Ich bin damit immer gut gefahren, hatte noch nie nie nie einen Motorschaden und werde das nun auch wieder so machen.

      Zangen… Ich habe die beiden, die ich besitze, gestern wiedergefunden 😉 Aber wie man das Ding mit der Kette benutzt weiß ich bis heute nicht.

      Sandmann

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