Strandgut

Was lange liegt, wird endlich Gut

Lost Places, abandoned cars und alte Legenden – beflügeln die Phantasie eines Kindes. Den meisten erwachsenen Menschen sind mystische Ereignisse aus vergangenen Zeiten egal. Sie gucken mutig nach vorn, sehen dort schon heute ihre Felle davonschwimmen und resignieren verhärmt, grantig und alleine im kiefervertäfelten Partykeller. Ich tauch ab und an mal ab und blicke nach hinten. Vor allem, wenn es um kleine ungelöste Geheimnisse geht. Eins davon ist das Autowrack am Strand von Eckernförde. Ich habe schon vor 30 Jahren davon gehört, als ich nach Kiel kam. Aber ich habe es nie gesucht. Heute bleibt mir nach einem Fototermin in Gettorf noch ein bisschen Zeit… und ich fahre endlich zu jenem Steilufer. Ohne Geodaten, ohne Hinweis wo ich suchen muss.

Der Landweg dort hin ist gar nicht ganz… äh… legal.

Ich darf hier gar nicht sein…

Aber wie finde ich das denn sonst? Im Netz gibt es eine Handvoll Berichte zu den Wrackteilen. Lokale Zeitungen haben dem Fund viertel Seiten gewidmet. Auch ein paar Spaziergänger haben Fotos von einem rostigen Motor und ein paar Achsen mit Felgen und Reifen auf Flickr hochgeladen, aber sie alle beschreiben nur grob, wo genau sie die Reste gefunden haben. Eins ist zumindest sicher: Mit dem Auto kommt man nicht wirklich gut zu dem Auto. Ich versuch’s trotzdem. Der Taunus ist geländegängiger als so mancher Möchtegern-SUV, ja ich weiß, die Felgen sehen scheiße aus, aber blendet das jetzt mal aus bitte. Neue sind in Arbeit. Der Wald neben der B 76 ist dicht und durchwachsen, die Wege sind schmal. Irgendwo werde ich ja da hinten schon parken können. No?

Irgendwo da hinten muss Wasser sein

No. Also versuche ich, über jene schmalen Waldwege möglichst nahe an das Steilufer vor Eckernförde zu kommen, wo die sagenumwobenen Teile eines Autos irgendwo im Sand liegen sollen. Ein paar Schilder neben der Bundesstraße erzählen mir, dass hier weder Fahrräder noch Motorräder durchfahren dürfen. Na dann sind doch Autos bestimmt erlaubt? Oh. Oha. Am Rand des Weges erstreckt sich ein Begräbniswald! Jetzt verstehe ich die Verbotsschilder 🙁 Um die Ruhe der hier Gebetteten nicht zu stören, setze ich zurück und nehme einen noch schmaleren Weg etwas abseits der Plaketten an den Bäumen. Und ich fahre sehr leise. Ich kann das. Ich mag mich vielleicht nicht immer an alle geltenden Regeln halten, aber bei einem Friedhof hört der Spaß auf. Doof: Hier darf ich genau so wenig unterwegs sein. Im Schlimmstfall bekomme ich Ärger mit einem Förster oder fahre mich an einer Stelle fest, die ich dem ADAC nicht plausibel erklären kann. Mutig weiter. Es dämmert schon etwas.

Den Mutigen gehört der Strand

Eine junge Frau mit einem hübschen Hund weiß auch nicht, wo hier ein altes Auto am Strand liegen soll. Aber sie guckt mich durchaus verunsichert an. Sie scheint hier im Wald nicht oft grauhaarigen Männern in alten Autos zu begegnen. Als ich nach gut 10 Minuten Schleichfahrt durch dichten Laubwald und diversen, im Matsch durchdrehenden Reifenmomenten plötzlich vor der offenen Ostsee stehe bin ich doch ein bisschen erstaunt. Ob das hier allerdings die richtige Stelle ist, das weiß ich nicht. Der Strand ist lang. Sehr lang. Ich stelle den Taunus in „Fluchtrichtung“ ausgerichtet neben den Sandweg, wo er theoretisch niemanden stören kann. Okay – den gemeinen Deutschen stört IMMER irgendwas, und jeder zweite Spaziergänger wird bei einem mitten im Wald am Rand einer Steilküste geparkten alten Auto zum Hilfssheriff. Das nehme ich auf der Suche nach einem noch älteren Auto in Kauf. Verdammt, keine Jacke dabei, nur den dicken Pulli. Ich bin schlecht auf einen Februarspaziergang am Meer vorbereitet, aber ich habe wenigstens die gute Kamera am Mann 🙂 Und ich friere quasi nie, also bade ich im warmen Licht der sinkenden Wintersonne und stiefel los. In die Richtung, von der mir mein Bauch sagt, dass es die richtige sein könnte.

Da ist es ja…

Ich weiß nicht, ob es tatsächlich mein Bauchgefühl war oder ob ich mit dem Taunus instinktiv die ungefähr richtige Entfernung zwischen Straße und Ostsee durch den Wald geblubbert bin, bevor ich ihn am Ufer abstellte – aber schon nach ein paar Minuten durch mollerigen Sand und knirschende Muscheln gucken zwei Reifen hinter den Steinen hervor. Und etwas weiter vorn auch ein rostiger Klumpen, der wie der Motorblock auf den Bildern der anderen Strandräuber aussieht. Ist es das schon? So schnell habe ich die Reste gefunden? Anscheinend ja.

Das Differential braucht Öl

Allerdings hatte ich mir die Fundstelle anders vorgestellt. Epischer. So mit Bodennebel und den Geistern längst verstorbener Vorbesitzer, die als graue Wolken über dem Wasser schweben und ganz schaurig heulen. Mist. Auf den Bildern im Netz war ein Rahmen zu erkennen, in dem vorn der Motor mit dem Getriebe drin steckten. Vorderachse, Hinterachse, alles war noch da. Nur die Karosserie nicht, aber in diesem ausgeschlachteten Zustand scheint das Autowrack schon mindestens seit den frühen 70er Jahren unverändert vom Wasser umspült zu sein. Ein paar Leute sprechen sogar davon, die Teile bereits in den 60er Jahren dort genau so gesehen zu haben. Entweder haben Ebbe und Flut, vielleicht aber auch kräftige Strandspaziergänger hin und wieder in den letzten Jahren die Muskeln spielen lassen. Hier ist jedenfalls jetzt alles ein bisschen durcheinander und nicht mehr ganz so fein geordnet, wie man sich das Chassis eines Automobils vorstellt.

Das sah alles mal anders aus

Okay, denken wir ein wenig nach. Ich gebe mir nicht mehr als 10 Minuten dafür, denn die Kälte kriecht langsam unter meinem Pullover den Rücken hoch und es wird langsam dunkel. Was hier vor rund 60 Jahren passiert ist weiß niemand genau.
Es gibt zwei Theorien: Die Ostsee war in jenem Jahrzehnt während eines harten Winters zugefroren, und viele mutige Nachkriegs-Deutsche sind mit ihren Autos über das Eis gefahren. Der Besitzer dieses Fahrzeugs vielleicht auch, und hier am Rand fuhr er sich fest und kam nicht mehr weg. Oder brach in Ufernähe ein. Jedenfalls führt absolut kein Weg hin zu dieser Stelle, ich weiß das genau, ich hab’s versucht.

Die zweite Theorie basiert auf dem damals regen Exporthandel mit Gebrauchtwagen über den Seeweg nach Russland. Auf den Frachtern wurden die Fahrzeuge direkt nach dem Ablegen demontiert, und was nicht mehr gebraucht wurde, das wanderte ins Meer. Aber werden so schwere Teile bis hier ans Ufer angespült, wo sie dann 60 Jahre lang liegen bleiben?

Ganz schön verstreut

Ein dritter Gedanke kommt mir in den Sinn, weniger über die Herkunft des Wracks, mehr über das Verhalten der Einheimischen: Wie kann es in „Das-Darfst-Du-Aber-Nicht-Deutschland“ sein, dass mir wegen Umweltverschmutzung der kleine Finger genommen wird, wenn ich einen Zigarillo aus dem offenen Fenster meines Autos schnippse – hier aber der komplette Antriebsstrang eines Kraftfahrzeugs über ein halbes Jahrhundert von Salzwasser umspült friedlich seinem Ende entgegen sehen kann? Ist es die Nähe zum Begräbniswald? Sind es nostalgische Beamte, die schon als Kinder auf dem Vierzylinderblock rumhoppsten und heute zurecht sagen, dass der ja keinem mehr was tut? Ich verstehe es nicht, aber ich bin ganz froh, dass bisher kein übereifriger Umweltschützer mit einem Bagger hier aufgetaucht ist, um die Teile zu bergen und über die Fahrgestellnummer den damaligen Halter oder seine Erben ausfindig zu machen. Das wäre so sagenhaft Deutsch, da nach 60 Jahren noch eine Anzeige rauszublasen. Nein nein. Rest in Peace, alter Motor. Oder in pieces?

Der ist doch noch gut! hahaha

Auch wird in den einschlägigen Wrack-gefunden-muss-ich-euch-zeigen-Foren gemutmaßt, um was für ein Fahrzeug es sich gehandelt haben könnte. Ich bin ein paar der Annahmen nachgegangen und mir inzwischen ziemlich sicher, dass der Motor ein Dieselmotor OM 621 von Mercedes-Benz aus den späten 50er Jahren war. Kippt das untere Bild mal auf die Seite, dann seht ihr genau die gleichen Bauformen wir auf dem oberen, leicht angerosteten Rumpf. Nur ohne Ölwanne und Zylinderkopf. Die haben die Russen vielleicht noch brauchen können.

Der wird es gewesen sein.

Das wiederum bedeutet, dass es sich bei dem Wrack um einen Mercedes-Benz der Baureihe 120 handelt, den sogenannten „Ponton“. Der war obere Mittelklasse und wurde zwischen 1953 und 1962 gebaut, bevor ihn die „Heckflosse“ ablöste. Mit ihm begann gegen Ende der 50er Jahre der Siegeszug des Dieselmotors, besonders verbreitet in Taxen. So einer liegt hier jetzt vor mir. Also… in etwas traurigen Resten.

Mercedes-Benz 190 „Ponton“, Bild von Mercedes-Benz Classic Archive

Angesichts der dezenten Eleganz des kompletten Fahrzeugs fühlen sich die rostigen Teile hier ein bisschen so an wie ein Unterkiefer und eine Wirbelsäule von einem einst kompletten Tyrannosaurus Skelett. Ich hab noch am gleichen Abend ein Bild bei Facebook rausgeschickt, und die klassischen Kommentare waren erwartungsgemäß „Komm, bisschen Sprühöl und der läuft wieder“, „Guter Zustand, an Selbstabholer“ oder „innen sauber, hat bis zuletzt gut funktioniert“ 😀 Ja ja ja. Chchch. Ich muss ja selbst lachen 😉 Aber hier ist nicht mehr viel zu retten. Hier war auch schon vor 40 Jahren nicht mehr viel zu retten. Ein paar Jahre im salzigen Wasser der Ostsee machen jedem Metallblock den Gar aus, ich finde es eher beeindruckend, dass hier überhaupt noch irgendwas erkennbar ist!

Die Ölwanne brauchte wohl mal jemand

Die Ölwanne ist entweder abgerostet oder wurde benötigt. Deutlich zu erkennen sind die Kurbelwelle, der Zahnkranz für den Anlasser und das kleine, hinten angesetzte Getriebe. Auf dem finde ich seitlich die Bestätigung meiner Vermutung, dass es sich bei dem Aggregat mindestens um einen Mercedes-Benz handelt. Über dem Stern ist auch noch eine Teilenummer gut zu lesen. Vielleicht ist ja jemand von euch neugierig, entziffert die Zahlen und bekommt exakt heraus, um was für ein Getriebe es sich hier mal gehandelt hat? Na los. Challenge accepted.

Notieren Sie, Watson.

Die Assoziation mit dem Dinosaurierskelett wird für mich immer präsenter. Ich fühle mich wirklich, als würde ich in alten Gebeinen wühlen. Und weil mir so langsam richtig kalt wird, kann ich es gar nicht so genießen wie ich es erhofft hatte. Was mir neben den „Umweltschutz“ Gedanken jetzt noch in den Sinn kommt – deutsche Schatzsucher scheinen Ehre zu haben. Als das Wrack noch etwas vollständiger war, hätte man sich sicherlich irgendwelche Erinnerungen oder Souvenirs mitnehmen können. Aber alles liegt noch so, wie es Zeitzeugen über die Jahrzehnte beschreiben. Nur eben ein wenig mehr verstreut. Und… es sind definitiv zwei Hinterachsen. War da etwa noch ein weiteres Auto involviert…? Von einer fehlt der Differentialdeckel, und die Zahnräder werden halb unter Sand vom kalten Wasser umspült. Irgendwie ist das hier ein besonderer Ort. Eine Fundstelle. Keine sehr mystische, aber durchaus eine, die zum Nachdenken anregt. Was genau ist hier denn damals bloß passiert? Weiß das niemand genau? Irgendwann muss das Ding doch hier mal fast neuwertig rumgelegen haben?

Hm. Die Felgen sind doch noch gut?

Ich finde es erstaunlich, wie viele Gummiteile, Dichtringe und vor allem die Reifen in einem noch relativ guten Zustand sind. Wenn ich mir angucke, wie schnell aktuelle Fensterdichtungen aushärten oder reißen wurde in den 50ern anscheinend noch aus dem Vollen gegossen 😉 Selbstverständlich überlege ich auch kurz, eine der Felgen zu meinem Taunus zu rollen und sie gegen die hässlichen Felgen zu lehnen. Auch wenn der Lochkranz nicht passt. Diese Idee seid ihr auf Facebook ebenfalls mitgegangen, allerdings liegen hier nur drei Räder rum. Wo das vierte ist, bleibt ein Geheimnis. Und außerdem bin auch ich kein Grabräuber oder Leichenfledderer. Mögen die Wrackteile noch viele Spaziergänger überraschen, noch viele Schatzsucher zu interessanten Fotos animieren und noch viele Geschichtenerzähler zu Mutmaßungen und Nachforschungen anregen, was hier vor über 60 Jahren wohl tatsächlich passiert sein mag.

Rest in pieces

Völlig durchgefroren und aus Versehen mit nassen Füßen stapfe ich über den Sand wieder zurück zu meinem illegal abgestellten Auto. Ich drehe mich noch einmal um. Wahnsinn, wie lange diese Fragmente hier schon Tag und Nacht, Sommer und Winter den Naturgewalten trotzen. Ein echter Mercedes 🙂 Und ich habe ein angenehm mystisches Gefühl in mir, das habe ich immer, wenn ich Überreste oder Zeitzeugen einer unaufgeklärten, längst vergessenen Geschichte finde. Das war schon als kleines Kind so, wenn ich im Urlaub mit Mama und Papa durch die bröckeligen Reste alter Burgen oder verfallener Schlösser geklettert bin. Einen Schatz fand ich nie. Ein paar Dinge auf dieser Welt bleiben vielleicht für immer ungeklärt.

Kurz bevor ich bei meinem Taunus ankomme, begegne ich der jungen Hundebesitzerin erneut. Die ist aber lange unterwegs. Ob ich mein Wrack gefunden hätte, fragt sie mich lächelnd. Ich bejahe und schlage ihr eine neue Spaziergehroute unten am Strand vor, denn da ist es ja auch ohne rostige Blechblöcke sehr schön. Ganz försterfrei und ohne Sondereinsatzkommando kann ich den Wald wieder verlassen und fahre durch die fast kitschig gelb untergehenden Sonne zurück nach Kiel.

Nachdenklich nach Hause.

Was ist jetzt der Erkenntnisgewinn? Da ist keiner. Ich liebe Geschichten, die keinen Erkenntnisgewinn mitbringen, die sind ein schöner Gegenpol zu einer immer effektiveren und kommunikationsgeladenen Welt. Ein paar Stimmen im Netz sagten: Das Wrack sei keine Legende, das Ding sei doch bekannt. Sehe ich anders. Ich wusste bis heute nicht genau, wo es seit Jahrzehnten rumliegt, seine Geschichte ist noch immer nicht geklärt (und wird es wohl auch nie) und das macht es für mich zur Legende. Einer mit Wahrheitsgehalt. Vielleicht fahre ich noch einmal hin, wenn es ein bisschen wärmer ist. Von Kiel aus sind das rund 20 Minuten. Vielleicht nehme ich auch ein kleines Schaufelchen mit und schau, ob unter dem Sand noch der Rahmen zu finden ist. Er wird ja nicht weg sein.

Gibt’s bei euch auch solche Fundstücke? Im Wald, am See oder auf dem Feld? Mir geben solche Funde ein kribbeliges Gefühl. Da liegen Reste von Autos irgendwo rum, wo sie nichts zu suchen haben. Dahinter verbirgt sich immer eine spannende Geschichte. Und wenn sie nur etwas mit illegaler Müllverklappung zu tun hat 😉 Wir lesen uns.

Sandmann

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Über Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.

12 Antworten zu Strandgut

  1. Hi Jens,

    richtig klasse, hab´s sehr genossen!

    „Was ist jetzt der Erkenntnisgewinn? Da ist keiner.“

    Genau das passt. Das ist so wie Kindsein pur. Einfach den Moment auskosten, kein wenn und aber. Ich vermute, dass das per Evolution in den Genen von Altautofreaks angelegt sein wird… 😉

    Liebe Grüße an den Strand,
    Dirk

    • Sandmann sagt:

      Ay Dirk,
      so etwas wie „spazierengehen“ stirbt ja auch aus. Niemand läuft mehr einfach so durch die Gegend, des Laufens wegen. Immer wird noch was auf den Weg mitgenommen, ein Ziel, ein Einkauf. Ich mag spazierengehen. Und ich mag Geschichten ohne Erkenntnisgewinn. Du magst Recht haben – wenn man ein altes Auto fährt, ist man da schon ein wenig vorbelastet. Auch da gibt es viele Gegenargumente 😉
      Grüße vom Strand zurück, grad allerdings an der Elbe
      Sandmann

      • Wohl wahr…
        Aber eins ist schon bisschen skuril: Wie kann´s sein, dass in unserem überaufgeräumten Land solche Schätzchen an so Stellen überhaupt für Jahrzehnte liegenbleiben (dürfen)?

        • Sandmann sagt:

          Ay Dirk,

          das ist ja eine Frage, die ich mir ebenfalls gestellt habe. Ich bin froh, dass es so ist, aber wenn ich mir anschaue dass reihenweise alte Fahrräder in Hamburg aufwändig abgeholt und entsorgt werden… da ist das hier schon speziell 🙂
          Mögen auch kommende Generationen noch in den Genuss kommen!
          Sandmann

      • Herr Lehmann sagt:

        Doch das mache ich und die Familie muss Sonntag mit.
        Auch wenn gemault wird „Langweilig ohne Ziel…“
        Aber da müssen die liebenswerten Familienmitglieder mit! 🤗
        Ich gehe aber auch mal alleine los.
        Lost Places sind ja schwer in Mode auf Finsterkram. Meine persönliche Meise bewegt sich im Bereich Altautos, meist durch fotografieren Selbiger im Urlaub. Da hat sich über die Jahre viel angesammelt. Sollte ich die online stellen, hat man da Follower, muss ich dann nicht mehr arbeiten, werde ich Millionär… 😉

        Übrigens das zu Recht:
        mir wegen Umweltverschmutzung der kleine Finger genommen wird, wenn ich einen Zigarillo aus dem offenen Fenster meines Autos schnippse

        Ich finde es immer ekelhaft was z.b. An Bushaltestellen an Kippen auf dem Weg liegt. Aber Kaugummi genauso…

        Vielen Dank für den Spaziergang (das Wort ist im heimatlichen Dresden negativ behaftet 🙄 )

        • Sandmann sagt:

          Ay Herr Lehmann,

          auch ich „zwinge“ meinen Nachwuchs gelegentlich zu dem einen oder anderen Spaziergang. Wenn am Ende ein Eis lockt, sind die plötzlich gut zu Fuß 🙂

          Ich schnippse übrigens aus zwei Gründen KEINE Zigarillos aus dem Fenster. Erstens rauche ich im Auto nicht, zweitens stehen überall genug Mülleimer rum. Ich finde die rumliegenden Kippen genau so ekelig wie du. Ich nahm das nur als Vergleich zum aus dem Fenster geschnippsten Mercedes, der immer noch am Strand liegt…

          Instagram – und wenn deine Bilder NOCH so supercool sind, Millionär wirst du damit (zumindest auf Instagram) leider nicht. Viele Follower auf Insta zu haben ist wie bei Monopoly viel Geld zu haben. Nach dem Spiel interessiert es irgendwie niemanden mehr 🙂 Allerdings macht es Spaß. Und dass ich mehr als 10.000 Follower auf Insta habe hat mir den einen oder anderen Job eingebracht. „Guck mal, der scheint das ja zu können…“ 🙂 Aber auch mit diesen Jobs werde ich kein Millionär. Mist.

          Sandmann

  2. Micky sagt:

    Hach Sandmann! Da packt mich schon wieder das Schatzsuchfieber! Einige tolle Funde habe ich bereits gemacht, einige warten noch in Form einer Koordinatenliste darauf abgearbeitet zu werden.

    Sinn muss das keine machen, mir geht es in erster Linie um das entdecken und mir selber meinen Reim drauf zu machen.

    Meine Funde um hier ein wenig Schleichwerbung unterzubringen: https://www.alltagsklassiker.at/category/lost-place/
    Beste Grüße aus Graz

    • Sandmann sagt:

      Ay Micky,

      jahaaaaaa das bei dir sind ja noch richtige AUTOS 🙂 Das ist schon cool. Die Geschichte vom Puch im Wald hatte ich damals gelesen, sowas mag ich ja 🙂 Es gibt auch noch ein Bild von mir, wie ich im Schwarzwald auf einem alten Morris rumkletter. Es wäre eigentlich mal spannend, rauszubekommen, ob der da noch immer im Wald liegt. Das Blech war ja dick…

      Und keine Sorge – SCHLEICHwerbung machst du ja keine 🙂 Ich habe kein Problem damit, wenn hier die Kommentierenden ihre eigenen Seiten oder Netzfunde auch mal verlinken, andere Mütter haben ja auch schöne Töchter.

      Viele Grüße aus dem Norden der Republik
      Sandmann

  3. Chrischan sagt:

    Hallo Sandmann,
    wieder eine sehr schöne Geschichte.
    Es hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen, es muss die B76 sein und nicht die B77.

    Beste Grüße
    Chrischan

  4. Carsten sagt:

    Moin Jens,

    diese Art von Faszination kenne ich. Ich muss in der Grundschule gewesen sein, als ich in einem verwilderten Garten ein hellblaues Autowrack entdeckt habe, schon so in sich zusammen gefallen, dass ich weder Marke noch Typ zuordnen konnte. Jahre später bin ich mit einer übersetzten Zange zurückgekehrt und habe das Typenschild von der Karosserie abgezwickt, welches noch heute in meinem früheren Kinderzimmer an der Wand hängt: Es handelte sich um einen Lloyd – kannte schon damals in den Achtzigern kaum noch ein Mensch.

    Es muss wohl diese Art von frühkindlicher Prägung sein, die dazu führt, dass man sich in seinem späteren automobilen Leben lieber mit historischen Eisenschweinen beschäftigt als mit rechnergesteuerten vollvernetzten Plastikschüsseln. Manchmal komme ich heute noch an dem Grundstück vorbei, wo der Lloyd lag, aber das Gestrüpp wächst inzwischen 5 Meter noch und ist für einen Erwachsenen völlig undurchdringlich. Aber es ist ja auch schön, dass Mythen am Ende Mythen bleiben und unsere Fantasie beflügeln.

    • Sandmann sagt:

      Ay Carsten,
      **hach**

      Da kommen mir zwei Gedanken. Es scheint noch dein ehemaliges Kinderzimmer zu geben, das finde ich toll 🙂 Und es scheint auch noch dieses Grundstück zu geben. Kommt da nicht manchmal bei dir der Wunsch hoch, da nochmal mit einer Astschere reinzugehen? Und noch einmal zu schauen, ob der Lloyd da immer noch liegt? Einfach nur, um eine Konstante im Leben zu haben?
      Mein Freund Örg hat mir oft erzählt, dass er mit seinem inzwischen verstorbenen Bruder nahe Kiel oft an einem Auto rumgebuddelt hat, was in einem zugeschütteten Bombenkrater lag. Und dass er das noch auf Google Maps erkennen konnte. Seit meiner Geschichte hier denke ich, wir müssten mal auf diesen Acker und gucken, ob das Auto noch da ist. Und was es ist. Vielleicht ein T1 Samba Bulli? 😀
      Sandmann

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