Vati auf’m Auditreffen

Alles voller Audis hier

Vatertag? Prost. Himmelfahrt? Amen. Traditionen sind doch herrlich. Aber vielleicht liegt das in diesem Fall auch einfach daran, dass es sich um einen seit … öh … na ja schon fast zwei Jahrzehnte alten Kult handelt, der noch aus den Frühzeiten meines Audi V8 Daseins stammt. Das klassische Treffen am Vatertag, für alle Väter und Nichtväter, auf jeden Fall mit dem Auto und mindestens mit einem Audi. Mindestens. Wie in den letzten Jahren geht’s (nein rollt’s) nach Fehrenbötel (bei Wahlstedt, das ist bei Bad Segeberg, das ist in Schleswig-Holstein, Deutschland, wenig Bäume, viel Regen). Und im Wandel der unaufhaltsam fortschreitenden Zeit fahren nicht mehr alle einen Audi V8 🙂 So langsam hab ich das Treffen mit ein paar Andersfahrenden unterwandert, aber das macht den Abend nicht schlechter. Bier, Grillfleisch, Feuertonne und Bollerwagen. Väter? Vielleicht. Aber das war ja zu erwarten.

Tagelang hat die Sonne hart vom Himmel geballert.

Petrus mag keine Auditreffen

Nun denn. Ich als vierfacher Vater hätte meinen kölner Nicht-Audi sowieso nicht gewaschen und poliert. Aber was machen denn jetzt die ganzen anderen Väter? Bei Regen unter geöffnete Motorhauben gucken und Benzin quatschen? Na, vielleicht wird das noch. Ich höre laut Musik, die mir was bedeutet. Und die norddeutschen Starkregentropfen plonken dazu dumpf auf die grüne Haube und das Vinyldach, irgendwie ist das ja auch ganz gemütlich.

Heute mal kinderfrei

Meine alte Niedersachsen-Fraktion ist ebenfalls unterwegs, Markus mit seinem Audi A8, Jo mit seinem wundervollen alten BMW und Neuzugang Björn mit einem Audi Coupé. Auf die kann man sich verlassen. Von GANZ weit unten rollen noch El Gigante und Olivia im RedStar an, Kai ist aus Bremen hier her unterwegs und von oben kommt Lars Dithmarschen mit seinem Hein Benz. Ich selbst bin (beziehungsweise der Rücksitz meines Autos ist) fast asketisch kunstvoll ausgestattet, schaut mal:

Gut vorbereitet, mehr als ich brauche

Die Gitarre zücke ich bei derartigen Festivitäten allerdings schon lange nicht mehr, die Zeit, wo wir beim Südseecamp ums große Lagerfeuer rumgesessen, Feinstaub produziert und gesungen haben ist irgendwie vorbei. Heute zeigen sich Väter und Gläubige am Feuer selbstverliebt gegenseitig sehr „lustige“ kleine Handyvideos und haben dabei ein bisschen das Gefühl, die selbst gemacht zu haben und der personalisierte Grund für ein paar Lacher zu sein. Dabei hat man sie nur irgendwie gespeichert. Teilen, kopieren, fremdschämen. Doch ich soll nicht lästern. Ich hab sie mit, die alte Klampfe, man weiß ja nie unter wessen Balkon man am späteren Abend herzzerreißende Balladen trällern wird und wer am Ende dann mit Blumentöpfen wirft. Das kleine Kuschelkissen heißt „Michel“. Meine große Schwester Anita wird es noch kennen 🙂

Blumen sind was für’s Herz

Fröhlicherweise klöterte mir beim Aufräumen die Tage meine geliebte Kamei Blumenvase vor die Füße – endlich ist der Sommer da, die wird also ans Armaturenbrett gepfropft und direkt mit ein paar Sumpfdotterblümchen vom Straßenrand bestückt 🙂 Sind das überhaupt Sumpfdotterblümchen? Sie sind gelb und halten lange durch, obwohl sie im fast sterilen Trinkwasser aus dem Fläschchen meines viertelfinnischen Sandmädchens 2.0 stehen. Ich muss ihrer Mutter gleich nochmal beichten… äh… dass das Ding hier noch im Auto liegt und nicht bei ihr in Hamburg ist… Irgendwas ist ja immer…. Heute bin ich mal kinderfrei, aber sowas von kinderfrei…

Fehrenbötel findet man von der nördlichen A7 aus recht leicht. Höhe Bad Bramstedt kippt der Kompass in Richtung Osten, an Hartenholm vorbei (ja genau, an DEM Hartenholm) und dann das Handy aus dem Fenster halten. Was grad noch LTE war wechselt nach ein paar Kilometern zu 3G. Aus dem 3G-Netz wird nach und nach, Balken für Balken erst ein E-Netz, dessen Balken auch einer nach dem anderen verschwinden, dann steht da nur noch kurz GPRS – und wenn „kein Netz“ angezeigt wird ist man da. Entwicklungsland Deutschland. Aber das ist eine andere Geschichte. Rechts auf den Hof, da stehen dann ein paar Autos.

Alle in Reih und Glied

Audi V8 aller Couleur, Ausstattung und jedes Zustands stehen hier fein aufgereiht wie angelaufene Perlen an der oxidierten Kette um den faltigen Hals einer alternden Diva. Es sind mehr als sonst, dabei ist es doch noch recht früh am Tag? Ja gehen die denn an Himmelfahrt alle nicht in den Gottesdienst, die Heiden? Wie immer parke ich meinen Nicht-Audi hinter dem Kinderspielplatz etwas abseits, um das Gesamtbild der identischen Nasen mit ihren vier Ringen nicht zu unterbrechen. Bevor Jo seinen BMW neben meinen Taunus stellen kann hat sich da noch ein dicker Pick-Up reingemogelt, das ist aber irgendwie auch egal denn ich habe schon vier Bierchen getrunken und freu mich über alles. Ich muss ja heute nicht mehr fahren. Notiz an mich selbst: Bloß nicht vergessen, in der Vereinshalle die Luftmatratze aufzupusten, solange die Anzahl der Bierchen noch einstellig ist.

Nicht alles ist Audi

Jo und Markus öffnen die Motorhauben und laden ein zur Begehung. Allerdings aus verschiedenen Gründen. Bei Jo tropft die Perfektion des Fahrzeugs wie Hohlraumwachs aus jeder Sicke. Der schicke Bayer kommt noch aus seiner Kindheit, an die Fahrten auf dem Rücksitz kann er sich noch erinnern. Und inzwischen hat die Oldtimerei unerwarteter Weise eine ganz beruhigende Wirkung auf den Uelzener, der in Wolfsburg arbeitet und dem Job entsprechend neue und schnelle Autos bewegt. Seit der Vergaser richtig eingestellt ist, fängt er an, das Cruisen zu genießen. Er fährt langsam, der Weg ist das Ziel. Ich lerne einen ganz neuen Jo kennen 🙂

Technik ja, Audi nicht immer…

Bei Markus ist auch die Aluhaube offen, aber mehr zu Diagnosezwecken. Sein erster V8 zickt ab und an rum, springt mal nicht an, schaltet dann unwillig oder läuft nicht rund. Zuletzt hatte er eine Unterspannung an der Batterie im Verdacht, denn mit voll aufgeladenem Blei-Block schnurrt die neckarsulmer Oberklasse einwandfrei. Die ultimative Lösung, als er gestern wieder nicht zünden wollte: Etwas WD40 ins Lenkradschloss gesprüht, und schon läuft der Laden. Ah. Nun, da sich alle Umstehenden einig sind, dass ein Tropfen Öl im Zündschloss keine Elektrikprobleme lösen kann ist der Gesprächsbedarf hoch, und die Jungs stehen sooo lange um den Wagen rum, dass wir irgendwann nach dem achten Bier damit rechnen, dass sie anfangen zu knutschen. Das wär mal was erfrischend Neues. Aber nee. Schade.

Es kann alles oder nichts sein

Warte mal. Acht Bier? Ich muss gleich mal die Luftmatratze aus dem Kofferraum holen. Zumindest schon mal rausholen. Und die Decke, den Schlafsack und den ganzen Krams. Aber erst will ich noch ein Bild von Lars machen, der mit seinem W 124 hier ist. Lars ist an diesem Himmelfahrtstag Heide. Also, genauergesagt Dithmarscher, das ist ja nicht so weit weg von Heide. Das Auto gab es für sehr kleines Geld im Nachbardorf, Ersatzteile sind auch billig, nur schweißen sollte man können. Aber das kann er 🙂 Meinen Scorpio muss er nun ja nicht mehr machen, der ist in die liebevollen Hände eines Karosseriebauers gegangen. Ich springe wirr zwischen den Themen hin und her, und wisst ihr was toll ist? Keiner wirft es mir vor 😀

Hein

Worum ich den Watt’n Schrauber wirklich beneide: der kleine Pimmel-mit-Eiern-Aufkleber hinten links neben dem Nummernschild. So einen will ich auch haben. Seine Beteuerungen, das sei der Leuchtturm von Westerhever, nehme ich ihm nicht ab. Warum sollte man sich den Leuchtturm von Westerhever hinten aufs Auto kleben? Nein nein, das ist eindeutig was anderes. Cool.

Audi. Audi V8.

Die einen kommen, die anderen gehen. Mal original doppelflötig, mal was aus dem Zubehör. Heftig was los hier diesmal. Viele kenne ich gar nicht, aber fast genau so viele kenne ich schon seit mehr als 10 Jahren! Wir sehen uns immer nur an diesem einen Tag im Jahr. Erinnerungen werden selbst beim Aufblasen der Luftmatratzen wach. Ich bin da träge geworden. Neben mir wird eine Viertelstunde mit hochrotem Kopf pffft pffft pfffft gemacht, ich mache drei Minuten wwrrrrrrrrrrr und dann PFT! Diese kleinen Elektropusten für 10€ sind toll, man wird ja nicht jünger. Nach Bier Nummer 11 stellen wir gemeinsam fest, dass uns quasi eine besondere Freundschaft verbindet. „Die alten Hasen“ stehen beisammen, ein bisschen ist das so wie „Opa erzählt vom Krieg“, und unten auf der Wiese fällt der Regen auf die Limousinen einer nachrückenden Generation. Mit riesigen Felgen und sehr speziellen Individualisierungen, aber wem’s gefällt, der soll es machen.

Kein Handynetz, dafür Regen

Ich stehe relativ trocken oben auf dem kleinen Hügelchen, unter Bäumen und Planen. Der Blick von hier oben ist recht erhaben, ich sehe schöne Audi V8, abgerockte Audi V8, lange Audi V8 und interessant lackierte Audi V8. Falls ihr nicht im Thema seid: Der V8 war zwischen 1988 und 1994 Audis Einstieg in die Oberklasse. Er sah ein bisschen aus wie ein dicker Audi 100, war ein sagenumwobener Technologieträger und wurde vom Audi A8 abgelöst. Ich selbst fuhr so einen zwischen 2001 und 2011 über rund 500.000 Kilometer, was für über 130 Geschichten gut war. Deshalb bin ich letztendlich heute hier. Aber auch der Genuss von Gerstensaft und Grillgut ist ein guter Anlass. Das kleine rosa Bändchen am Handgelenk berechtigt mich zu weiteren Bierchen, ich habe quasi die Ein-Auto-Übernachtungs-Flat gebucht. Mit Frühstück. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Audi V8. Mein Audi V8.

Dieser weite Weg führt mich an dem aktuellen Alltags- und Zugfahrzeug von Retter Tom vorbei. Himmelfahrt ist ja im christlichen Glauben der Tag, an dem Jesus Christus als Sohn Gottes zu seinem Vater in den Himmel zurückkehrt. Ist das also der Grund, warum das der Vatertag ist? Egal, für mich ist es der Tag, an dem ich als Jünger der Fords zu meinem alten Audi zurück kehre. Tom aus Legan kenne ich ungefähr so lange wie meinen ersten Audi V8. Ohne ihn hätte ich nicht alle diese Jahre mit einem teuren, durstigen Oberklasseauto durchgehalten. Zwischendurch ging ich mal mit einem A8 fremd, in der Zeit hat Tom meinen V8 komplett neu aufgebaut und ihn mir dann zurückverkauft. Ich hab ihn danach Markus (noch ein Markus), dem Veranstalter hier, überlassen. Dann stand er vier Jahre rum, wurde resignierend teilgeschlachtet – und die Überreste gingen wieder zu Tom. Dem Retter. Und Tom rettete erneut, neuer Motor, neues Interieur und überhaupt alles neu was neu gemacht werden konnte. Und nun steht er hier wieder. Der Vater aller Audis. Zumindest für mich 🙂

Das war mal meine Sandmanns Edition…

AAAWWWWWWWW 🙂 Zwar ist dieses Auto nur noch im Kern das, was ich einst fuhr… zu meiner eigenen Hochzeit und zu der von Michelle, auch zu der meines Freundes Jan, nach Dänemark zum Zahn ziehen, wer Zeit und Lust hat findet viele emotionale und lustige Geschichten in und um dieses Auto… aber es ist quasi das Auto meines Lebens, keins bisher hatte ich länger auf der Straße als den Audi V8. Und hier steht er jetzt mal wieder. Ich setze mich zusammen mit Tom rein. Es riecht nach Leder und Teppich, es sieht alles vertraut aus und ich werde ein bisschen wehleidig. Verdammt. Schnell noch ein Bier. Schließlich ist Vatertag, und das hier ist heute der schönste Bollerwagen.

Den Regen verdampfen lassen.

Nachdem ich mit den Bernds, Hans-Jürgens und Levs dieses Abends ausgiebig geplaudert und über das Phänomen des Alterns gejammert habe muss ich mal ein Loblied auf Markus singen. Nicht den mit dem A8 und dem Öl im Zündschloss, sondern den anderen. Der damals meinen V8 übernahm, der überhaupt immer zur Stelle war wenn man ihn brauchte und der hier seit vielen Jahren die Vatertage mit Grillfleisch und Bier füllt. Der Gute. Jetzt röstet er mal ordentlich was weg, und gleich werfen wir noch die Feuertonne an! Irgendwie muss man dem norddeutschen Regenwetter ja begegnen, und sei es mit so viel Wärme, dass die Tropfen nicht bis zum Boden kommen.

Die Veranstalter. PROST!

Der wirklich gemütliche Teil eines solchen Tages fängt erst bei Einbruch der Dunkelheit an, wenn das Feuer knackt, die Biere nicht mehr gezählt werden und die umstehenden Bäume ein weiteres Mal beweisen müssen, dass sie hart im Nehmen sind. Endlich ist es zu dunkel, um sich immer wieder ähnliche Autos anzugucken. Endlich kann ich mal mit El Gigante quatschen und endlich stellt sich dieses wundervolle Gefühl ein, vorn geröstet und hinten erfroren zu sein. Ich mag das. Ein Sonnenbrand auf dem Rücken fühlt sich an wie Sommer, kribbelnde auftauende Fingerspitzen versprühen einen Hauch von Schneeballschlacht und dieses halbseitige Rösten ist für mich Lagerfeuer pur. Endlich gehen die Unterhaltungen nicht mehr nur um Zündkerzen, Bremsscheiben und herunterhängende Wagenhimmel. Jetzt sprechen wir über aktuelle und verflossene Frauen, lange und kurze Freundschaften und immer mal wieder über den Tod. Irgendwie spielt der inzwischen auch zunehmend mit. Wie kann das sein? Werden wir etwa doch älter?

So langsam wird es kuschelig

Mmmmmnnja diese Erkenntnis ist nicht neu. Wenn der Abend später wird und zu den Bieren (ja sag mal sind die nicht langsam mal alle??) noch hier ein Weinchen und da ein Schnäpschen dazu kommen, dann werden gestandene Männer sentimental. Irgendwann bohre ich bierseelig den guten Locke an, dass ich wieder einen Audi V8 haben will. Aber ohne Zeitdruck, dieses Jahr habe ich noch andere Prioritäten. Ich nenne ihm eine grobe Zahl an Münzen, und er sagt, dass das machbar sei. Jawoll. An den Rest des Gespräches kann ich mich nicht mehr erinnern, weil Markus inzwischen sowas wie Holzwolle aufgetrieben hat, die mal als Deko bei einer Veranstaltung rumhing. Die stopft er jetzt in die Feuertonne und springt wie Rumpelstilzchen tanzend drumrum. Ich bin froh, dass auf dem Hamburger Flughafen ab 22:00 Uhr keine Starts und Landungen mehr stattfinden dürfen. Die wären sonst von diesem hellen Schein alle umgeleitet worden und steckten jetzt mit den Nasen voran in einem Acker bei Fehrenbötel. Das will ja keiner. Allein schon, weil hier kein Netz ist. Notruf und sowas, findet mal einen Münzfernsprecher um diese Zeit und erklärt der Einsatzleitstelle dann, dass hier….
… ich hör ja schon auf. Hm. Ach, ein Bier geht noch.

Huiiiii jetzt wird es episch

Die Nacht ist schnell umrissen. Ich liege sehr gemütlich. Links von mir schnarcht Jo, neben ihm schnarcht Locke und ein paar Teenager (die Kinder der älteren Audifahrer) diskutieren betrunken und sehr laut lachend über sexuelle Grenzerfahrungen, die sie noch nicht gemacht haben. Irgendwann später, viel später, ist nur noch das sirren des Kühlschranks zu hören. Ich schlafe tief und fast traumlos.

Der Morgen danach

Es ist viel zu hell. Neben mir schnarcht Jo immer noch. Über mir hängen dicke Lampen im Industriedesign. Schon im letzten Jahr sind die mir aufgefallen, genau so wie die ungezählten Quadratmeter an verschalter Hallendecke, die irgendwann mal irgend eine Landjugend da rangespaxt hat. Handwerklich nicht uninteressant. Was dieser Saal wohl schon alles gesehen hat…? Demnächst sieht er erstmal ein opulentes Frühstück. Markus‘ Frau Melanie hat alles aufgefahren, was Lidl so an kulinarischen Köstlichkeiten zu bieten hat. Ich werde diesen Ort ohne Handynetz heute nicht hungrig verlassen.

Es ist angerichtet

Locke erinnert sich noch an meine Bestellung von gestern, und ich fasse zusammen was mir so vorschwebt, bevor ich die 50 erreicht habe.

  • Audi V8 4.2 nach 1991
  • möglichst schwarz
  • innen schwarzes Leder, möglichst Sportledersitze
  • BOSE Soundsystem mit Gamma CC
  • BBS Kreuzspeichen Felgen
  • technisch gesund, Lack egal

Also genaugenommen so einen, wie ich mal hatte. Nur mit weniger Meilen auf dem Buckel. Ooooooder Tom gibt mir wieder „unseren“ Audi, meinen original eigenen, aber der ist so gut dass er mein Budget übersteigt. Und er will den ja auch gar nicht verkaufen. Ich fantasiere noch ein bisschen vor mich hin, drücke dann alle herzlich und brabbel „Bis nächstes Jahr!“ rufend mit dem Taunus vom Hof. Die Sumpfdotterblumen in der Vase blühen um die Wette. Die Gitarre liegt unangetastet noch immer auf dem Rücksitz neben Michel, es war gestern niemand da, unter dessen Balkon ich hätte Balladen singen wollen. Ah. Das Netz kommt Balken für Balken wieder. Das ist gut. Schließlich ist heute für mich ein Arbeitstag. Das wissen zum Glück nur wenige…

Elvis just left the building

Ja, die Felgen sind schlimm. Die sind vom Scorpio und zwei Zoll zu groß, ich arbeite daran, also Ruhe bitte. Es geht auch nicht um die Felgen, sondern darum, dass ich das meiste Bier von gestern Abend und einige Liter Kaffee an den Zäunen von Hartenholm (ja genau, DEM Hartenholm!) rauslasse. Was ist denn dieses DAS Hartenholm? Das wisst ihr, oder? Das ist der kleine Flugplatz, auf dem 1988 das Werner Rennen (ja genau, DAS Werner Rennen!) stattfand. Und auf dem 30 Jahre später das Werner Rennen 2018 abgefeuert wurde, und ich war mit Markus (mit dem A8, nicht der Veranstalter mit dem Grill) und Jo dabei. Das muss ich auch noch historisch aufarbeiten, damit ich endlich das Band an meinem Handgelenk abschneiden kann. Äh… das fällt mir jedenfalls grad hier ein.
Irgendwann heute Abend werde ich mich bei dem anderen Markus melden und ihm für den großartigen Abend und den Morgen danken. Himmelfahrt in Fehrenbötel ist inzwischen fest in meinem Kalender eingetragen, komme was wolle. Mal sehen mit was für einem Auto ich im nächsten Jahr da bin. Dieses Leben ist so verrückt, warum sollte das bei den Autos anders sein?

Sandmann

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Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.

10 Responses to Vati auf’m Auditreffen

  1. Maik Mugato says:

    Haha, vom Audi V8 kommter halt nicht los.

    Schade, dass ich nicht näher wohne, in meiner Audi-Zeit wäre ich sehr gerne auf solchen Treffen aufgeschlagen, zumal ich ja sogar selbst (für einige Wochen) mal Audi V8 (Schlachter) besitzer war.

    Mal sehen, vielleicht lege ich mir ja auch mal irgendwann wieder einen zu. Vorher muss ich aber meinen S124 noch wieder erwecken.

    • Sandmann says:

      Ay Maik,

      ich weiß gar nicht ob ich mir mit meinem neu aufkeimenden Wunsch so einen Gefallen tu. Aber solange der nicht als Alltagswagen herhalten muss geht es ja noch. Ich geh mal in mich, vor dem nächsten Jahr wird das sowieso nichts.
      Mach den T fertig, verkauf ihn gut, dann hast du schon den halben V8 😉
      So, auf in die Woche. Wir sehen uns im November in Dänemark, okay?
      Sandmann

  2. Marc says:

    Du weckst Erinnerungen alter Mann. 🙂 Als ich mal jung war, hatte ich auch einen, 92er 4.2 in bordeaux rot mit BBS, ein Traum. Ich muss endlich mal was schreiben über den V8, der geht meistens total vergessen in der Presse oder sie schreiben dasselbe Geleier über teure UFOs (seit wann kann man etwas undefiniertes käuflich erweben?) Rost am Heckblech und keine Ersatzteile. Mehr fällt den Pressefritzen selten ein über den V8. Danke für Deine Beiträge hierzu 🙂

    Grüsse
    Marc

    • Sandmann says:

      Ay Marc,

      schreib nix drüber sondern hol dir wieder einen. Noch sind sie bezahlbar 😉 Und es sind nicht alle Presseberichte gleich. Vielleicht hast du die falschen gelesen? Das Fräulein Katze in München schreibt durchaus positiv und lobend über ihr Ragusa-Schnittchen, meinen Stoff kennst du ja und die eine oder andere Geschichte davon hat auch schon ihren Weg ins Print gefunden.

      Und wenn wir mal ehrlich sind: Die UFOs sind scheiße und teuer (meiner hatte die schweizer HP2 Bremse drin), das Heckblech rostet immer durch und es gibt keine Ersatzteile mehr 😀

      Sandmann

      • Maik Mugato says:

        Nee du! Der 124er ist ja für mich „mein V8“, gefüllt mit Erinnerungen und Geschichten. Mit meinen Eltern (die jetzt beide gegangen sind) in Urlaub, vergangene Liebschaften, verrückte Urlaube mit Freunden.

        Immerhin begleitet mich das Altblech nun auch schon fast 20 Jahre. Und es soll noch mehr werden. Traum derzeit ist : wieder Fahrtüchtig machen, und dann Sommerauto mit Saisonkennzeichen. Dekadenz FTW.

        So long…

        • Sandmann says:

          Mit dem 124er bist du vermutlich auch besser beraten. Auf Dauer.
          Ich bin mal gespannt was sich noch bei der Sichtung der Baustellen an meinem 126er ergeben wird… Man wird es lesen. Geschichten sind aber die Würze der Autos, Geschichten sind das, was uns Ersatzteile kaufen und viel zu viele Stunden unter der Karre liegen lässt 🙂
          Sandmann

  3. Dieter1968 says:

    WD40 tut man nicht ins Zündschloss, Vadi bei aller Liebe das geht so nich…
    Wenn du unbedingt meinst du musst da was rein tun, dann nimmst du Kontaktreiniger von Kontakt Chemie, gibt es bei Conrad. Dann wäscht du mit Kontakt WL den Schmodder raus und schützt das zum Schluss mit Kontakt 61.
    Aber WD40 für sowas? Ne ne ne
    WD40 ist ein Reiniger und Wasserverdränger und hat nur gaaanz wenig Öl dabei, kann kurz helfen aber hilft nicht auf Dauer…
    Wenn du beim nächsten Treffen so ein Sakrileg siehst, musst du einschreiten. Einschreiten musst du…
    Prost!

    • Sandmann says:

      Ay Dieter,

      das WD40 befähigte den guten Mann doch erst, überhaupt auf dem Treffen zu erscheinen! So gesehen war das doch gut. Ansonsten glaube ich auch, dass Kriechöl im Zünschloss bei Startproblemen so wirksam ist wie Kortisonsalbe bei Krätzmilben. Hört kurz auf zu jucken, aber dann… Markus hat noch Arbeit vor sich, aber das macht doch das Leben bunt. Mittwoch ist Weinmarkt in Uelzen. Ich werde mal einen Lagebericht einfordern.
      Sandmann

  4. Maik Mugato says:

    Jawoll, bis November denn…

    Ui, ist das schon wieder 2 Jahre her? :O

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