Zwei Wünsche frei…

Hier will ich wohnen

Hier will ich wohnen

Weihnachten Teil 1
Zweitausenddreizehn. Schreibt man so große Zahlen eigentlich groß? Ja doch ja doch, bei den meisten von Ihnen ist X-Mas inzwischen vorbei, bei mir aber noch lange nicht, und das liegt auch ein bisschen an dem gerade vergangenen sehr speziellen Wochenende. Das Leben ist nicht immer nur Schokolade. Ein weiser Mensch hat mir in diesem extrem beschissenen Jahr mal gesagt, ich soll genau das machen, was ich für richtig halte und nicht immer auf die anderen gucken. Na klar, fange ich doch mal damit an. Ich tanke den alten Audi 100 randvoll, werfe zwei Schlafsäcke, zwei leicht angeschimmelte Poesiealben und eine Flasche Wein in den Kofferraum und sammel mein (inzwischen) mittleres Töchterchen ein. Ziel: Uelzen in der Lüneburger Heide, wie jedes Jahr um diese Zeit, aber diesmal mit weniger Schnee und weniger Verwandtschaft. Dafür aber mit Straßensperrungen und ganz viel Freundschaft.

Alles beginnt und endet doch immer mit einem Auto.

Halteverbot, außer für Polizeiwagen

Halteverbot, außer für Polizeiwagen

In diesem (ich sag’s noch ein zweites mal) beschissenen Jahr soll es aus diesem und jenem Grund nicht der goldene KaSi sein, der uns ins tiefste Niedersachsen trägt – es ist der nun aus meinem Leben scheidende Audi 100. Eine letzte schöne Tour, vorne H, hinten H, in der Mitte irgendein Unsinn und im Kern gesund. Wollen Sie ihn kaufen? Das alte Radio zeigt uns nicht den Sender an, dafür schluckt es aber Kasetten. Leider bin ich nicht mehr dazu gekommen, ein Weihnachtstape aufzunehmen (sowas wie CD oder USB gab es 1977 noch nicht), also berallern wir uns mit NDR1 Niedersachsen auf dem Weg durch den Sachsenwald bis nach Lüneburg. Stadt der Roten Rosen 🙂 und Stadt des schönen Weihnachtsmarktes, wie man mir im Vorfeld sagte. Der Tag ist noch relativ jung, es ist für die beiden Protagonisten gleichzeitig der letzte Arbeitstag und der letzte Schultag, es ist der Anfang eines Wochenendes und wir haben quasi NICHTS vor. Keine Termine. Kein Internet. Schlimm? Nein – das fühlt sich echt gut an.

Lüneburger Parkhäuser, wie alle anderen auch

Lüneburger Parkhäuser, wie alle anderen auch

Lüneburg liegt sozusagen als entertainende Westernstadt auf dem Weg nach Uelzen. Ich erzähle meinem Töchterchen (zum fünften mal) die Geschichten, wie ich 1986-1989 im Sommer immer diese Strecke mit dem Fahrrad gefahren bin, um dann bei meiner Freundin Silke in Ripdorf unter dem Kirschbaum im Garten zu zelten. Unbeschwerte Sommerferien deLuxe. Ich werde es ihr auch noch 25 weitere male erzählen, so lange, bis ich wieder mit dem Fahrrad nach Uelzen fahre, um unter diesem Kirschbaum zu zelten. Aber das ist eine andere Geschichte. Hier und heute in diesem (Nummer 3) beschissenen Jahr sind wir zwei in der alten Salzstadt Lüneburg angekommen, finden ein wie immer so richtig gar nicht kuscheliges Parkhaus für den alten silbernen Dottore und stromern Wurst-hungrig und Punsch-durstig in Richtung gefühlte Innenstadt, immer dem Duft gebrannter Mandeln nach.

Sand-Passage? Cool.

Sand-Passage? Cool.

Der Auftakt dieses speziellen Wochenendes startet in der Sand(mann)-Passage, einem schönen offenen Plätzchen mitten in Lüneburg, und niemand sagt uns rechtzeitig, dass der eigentliche Weihnachtsmarkt vor dem Rathaus stattfindet. Stört uns aber auch nicht sonderlich, denn auch hier gibt es in ein paar versprengten Buden alles, was das Herz begehrt: Eine Wurst mit ganz viel scharfem Senf, einen Eierpunsch (nur einen, ich muss ja noch fahren) und einen Wachholderpunsch und das eine oder andere Geschäft, in dem noch letzte Erledigungen für Weihnachten getätigt werden können 😀 Äh… also ICH habe ja tatsächlich schon alles, aber SIE zeigt sich entzückt über das Vorhandensein verschiedener Geschenkideen für die vor über 7 Jahren abgespaltene Kernfamilie in der Kieler Innenstadt. Nun hat sie auch alles zusammen. Das entspannt maßlos…

Lüneburg. Schön hier, echt schön hier!

Lüneburg. Schön hier, echt schön hier!

Es dämmert dieser Tage heftig früh, wir sind kurz vor der Wintersonnenwende und irgendwie sind wir noch nicht mal da, wo wir eigentlich hinwollen. Nech? Uelzen. Finger hoch, wer alles Uelzen kennt? Ich philosophier mal jetzt nicht so viel über die Stadt mit der Zuckerfabrik und dem Hundertwasserbahnhof, denn wir müssen erstmal zurück zum Auto, schließlich sind wir ja immer noch in Lüneburg. Also schnell mal weg hier, wir haben alles was wir brauchen. Vorbei an dem christlichen Weihnachtsmarkt direkt neben der schiefen Kirche, dem schön beleuchteten Wasserturm und dem müffeligen Parkhauskiosk geht es in das kahle, betoncharmate Parkhaus mit den extrem psychedelischen Etagenschildern an den rostigen Stahltüren. Runde Scheinwerfer, ein Kühlergrill – das könnte auch unser Audi sein. Ach nee. Nur ein einziger Außenspiegel.

Die 70er leben in Lüneburg

Die 70er leben in Lüneburg

Der Weg ist das Ziel. Also schlüpfen mein hübsches Töchterchen und ich in das bläuliche Gestühl des silbrigen Audis, starten das rüstige 2.0 Liter Triebwerk und freuen uns auf den Rest des Tages, der schon jetzt wie der Abend dieses (ich schreibe es nun ein viertes mal) ausklingenden beschissenen Jahres aussieht. Ich hasse diese andauernde Dunkelheit. Wenigstens hat der Weihnachtsmann im Land alle Lichter angeknippst, aber mal davon ab könnte es eigentlich nicht dunkler werden als in diesen Tagen, oder? Bah 🙁 Die kleine Reise geht weiter über die B4 in Richtung Uhlenköperstadt, mit einer angenehm mollig hachelnden Heizung im Audi, guter Laune und irgendwann hinter Lüneburg auch einem randvollen Tank Super Plus. Aua! Ich bin es gewohnt, Diesel zu tanken, das hier tut jetzt ein bisschen weh. Aber egal, ist ja bald Weihnachten.

Analoge Armaturen, wie sie sein sollen

Analoge Armaturen, wie sie sein sollen

Wissen Sie, was mich immer wieder nach Uelzen zieht? Dieses Uelzen, das niemand kennt und das für die meisten maximal eine Station auf der ICE-Trasse von Hamburg nach Hannover ist? Meine eigene Vergangenheit. Sie tropft hier aus jeder Straßenlaterne, sie ist in jedem einzelnen Mauerstein und sie quillt aus dem Pflaster der Straßen. Die ersten 12 Jahre meines Lebens bin ich hier aufgewachsen, das ist meine Heimat, meine Kindheit, die Grundlage von allem, was ich heute bin. Als Kind ist irgendwie alles einfach, auch damals ist eine Menge Mist passiert, aber wenn man noch klein ist kümmert man sich maximal um das Jetzt und das Heute Abend. Um den Rest kümmern sich die Erwachsenen. Klingt das nicht aufregend attraktiv? Es ist schon stockdunkel, ich rieche den malzigen Geruch, der im Herbst wegen der Zuckerfabrik immer über der Stadt liegt. Ich fahre diese Straßen, die ich schon seit Jahrzehnten kenne. Und ich will wieder in die Stadt, auf den Weihnachtsmarkt, unter die Lichter, die da schon gehangen haben, als mein Papa noch bei uns war. Irgendwann vor 1980.

Gesperrt. Gut so, dieses mal.

Gesperrt. Gut so, dieses mal.

Wäre ich hier nicht aufgewachsen, ich wüsste nicht, was ich hier verloren hätte. Eine durchaus schöne Innenstadt, voller Lichter, austauschbar. Neue Geschäfte, 1-Euro-Billigläden, Handyshops, Back-Shops. Die Läden von damals sind fast alle weg. Wo ist das Spielwarengeschäft Liebsch, wo ich genau um diese Zeit immer meine Nase an den Schaufenstern plattgedrückt habe? Wo ist die Kaufhalle, wo es im Untergeschoss immer so coole HiFi Geräte gab? Wo ist Radio Nolte mit den neuesten Singles für 6 Mark? Wo ist Radio … äh… hab vergessen wie die hießen, jedenfalls gab es da auch ferngesteuerte Autos. Jetzt ist da eine Pizzaria drin. Na gut, auch nicht schlecht. Kaufhaus Klappenbach (zwei Rolltreppen hoch, rechts an der Klamottenabteilung vorbei und dann mitten im Spielwarenparadies) gibt es nicht mehr, alles ist anders. Nur Chocolata ist seit 53 Jahren da, das Aufmacherbild zeigt den Laden, und hier bekommt man für richtig viel Geld richtig leckere Schokolade. Immer wieder. Einige Sachen ändern sich dann eben doch nicht, aber Brausepulver in Papp-Würfeln haben sie nicht mehr. Sei es so. Auch das Hotel, in dem wir im Hier und Jetzt sonst immer abgestiegen sind macht Betriebsferien. Ups? Über Weihnachten? Na gut, dann nehmen wir eben ein anders. Gibt’s hier noch andere?

Weihnachtskalender, diesmal tatsächlich vorm Rathaus

Weihnachtskalender, diesmal tatsächlich vorm Rathaus

Mein Töchterchen und ich schlendern am alten Uelzener Rathaus vorbei und frieren schon ein bisschen, während wir einem fast nackten Engel dabei zusehen, wie sie ein Türchen des Adventskalenders öffnet. Hinter diesen Türchen verbirgt sich, wenn ich das richtig verstanden habe, eine Ansprache eines mehr oder weniger berühmten Menschen, aber das ist trotzdem ein echter Event. So versammeln sich immer wieder sagenhaft viele Menschen vor dem sich gerade in Restauration befindlichen Rathaus und gucken erst auf die fast nackten Engelin, um dann der Ansprache zu lauschen. Die schön-schaurigen Märchenbuden aus dem letzten Jahr gibt es diesmal leider nicht. Die Stadt muss sparen. Ich eigentlich auch, sagen einige. Mir wurde schon bei der letzten Reise vorgeworfen, dass wir im Rahmen eines sagenhaft ausufernden Lebensstils hier in einem Hotel übernachten, anstatt bei nahebei vorhandenen Familienangehörigen zu domizilieren. Zeiten ändern sich. Und ich reibe wie in jedem Jahr die Münze des Uhlenköpers, um einen Wunsch frei zu haben.

Wünsch dir was Teil 1

Wünsch dir was Teil 1

Lieber Uhlenköper. Ich wünsche mir eine Familie, die mich so nimmt, wie ich bin. Die mich nicht verurteilt und auch nach 42 Jahren noch immer versucht, mich auf den richtigen Weg zu bringen, ohne eigentlich zu wissen, was MEIN richtiger Weg ist. Denn nur den kann ich gehen. Ich wünsche mir die Erkenntnis, dass es mehrere Lebensmodelle gibt. Die einen fahren wenig bis gar nicht in den Urlaub, weil sie es wichtig finden, dass ihr Haus zeitnah abbezahlt ist. Die anderen sind gern mit ihrer Familie im Sommer im Warmen , haben Spaß und entfliehen dem robotenden Alltag für ein paar Wochen. Dadurch zahlt man aber wiederum länger am Eigenheim. Beide Modelle sind für mich nachvollziehbar, schön ist wenn man beide Seiten akzeptiert. Ich wünsche mir unkonventionelle und unbürokratische Hilfe, wenn ich darum bitte. Der Harlekin ist jahrelang umher gehoppst und hat das Volk belustigt, jetzt hält er ein einziges mal den Hut auf. Und weil tatsächlich niemand was reingeschmissen hat beende ich mein Wunschkonzert und miete mich und mein Töchterchen im Hotel Deutsche Eiche am Stadtrand ein, anstatt bei Verwandten zu schlafen. Danke für’s Zuhören, Uhlenköper.

Was mag SIE sich wünschen?

Was mag SIE sich wünschen?

Was mag mein kleines, wenn ich ehrlich bin gar nicht mehr sooooo kleines 13jähriges Töchterchen sich wünschen, als es auch erstaunlich lange an der Münze reibt? Ich werde es vielleicht nie erfahren. Ich halte sie fern von Stress und Kummer, von Geld und Angst. Das ist nichts für sie, damit wird sie noch früh genug konfrontiert, wenn sie sich in ihr eigenes Leben stürzt. Ihre große Schwester ist schon erwachsen und wird im kommenden Sommer Abi machen. Wo ist die Zeit geblieben? Halten wir sie fest – vor uns liegen entspannte, sorgenfreie Tage, heute Abend in jenem Hotel, morgen bei meinem Freund Olaf. Denn Freunde sind am Ende das, was wirklich zählt. Aber dazu in der nächsten Geschichte mehr, heute wollen wir zunächst den Abend mit Wärme und weißen Laken beenden und den beginnenden Weihnachtsferien standesgemäß HALLOOOO sagen 🙂

Das scheint System zu haben

Das scheint System zu haben

HALLOOOO!!! Gnarf. Aber vielleicht nicht sofort. In diesem (haben Sie mitgezählt?) beschissenen Jahr stand ich nun schon mehr als einmal vor einer Straßensperrung (ja, auch in Sachsen, KLICK), und so langsam möchte ich mal da ankommen, wo ich hin will. Ist das denn so sagenhaft schwierig? Immerhin kenne ich mich hier im Flächenland der Zuckerrüben noch ein bisschen aus und weiß, welche Himmelsrichtung ich mit dem alten Audi einschlagen muss, um dem Navi wieder eine echte Option zu geben. So kommen mein Töchterchen und ich am Ende eines langen, wunschvollen weihnachtlichen Tages am Hotel an. In einer Gegend, wo ich noch niemals war. Auch fein, so lerne ich meine Heimatstadt mal von einer anderen Seite kennen. Der Name des Etablissements klingt bodenständig und erdverwachsen, auf der Terrasse Kaffee nur in Kännchen, die Bilder vom Frühstücksbuffet lassen mir jetzt schon das Wasser im Mund zusammen laufen und der Wellnessbereich lockt noch bis 22:00 Uhr mit Wärme und ätherischen Ölen…

Angekommen und stilvoll geparkt

Angekommen und stilvoll geparkt

Angekommen. Torten nur bis 18:00 Uhr, Tandaradei ♫ Und genau so wie ich mich weiter vorn fragte, warum man eigentlich überhaupt hier her kommt, wenn man hier nicht geboren wurde frage ich mich jetzt, wer hier wohl so alles in einem Hotel übernachtet. In the middle of nowhere. Handelsvertreter? Hm. Also die Immobilienpreise der Region lassen einen die Möglichkeit in Betracht ziehen, eher ein paar Hektar Land mit einem renovierten 200m² Herrenhaus drauf zu kaufen als einen Monat lang Miete zu zahlen… Will denn niemand nach Niedersachsen? 🙂 Doch. Ich. Heute. Aus emotional-vergangenheitsbewältigenden Gründen, ZACK kommt so ein Hotelzimmer für mich und mein Töchterchen doch wie gerufen. Die „Deutsche Eiche“ hat den Ruf, dem Gast ein sagenhaft gutes Essen zu servieren. Das werden wir heute Abend nicht mehr in Anspruch nehmen. Der Audi steht tickend und zischend draußen direkt vor dem Portal (keine anderen Autos???), und wir bringen unser spärliches Gepäck nach oben.

Spieglein Spieglein an der Wand...

Spieglein Spieglein an der Wand…

Und wenn Sie jetzt Nacktfotos mit mindestens mir drauf mit straffender, altersignorierender Feuchtigkeitsmaske erwartet haben – ich muss Sie enttäuschen. Meine Badewannenbilder auf Facebook sind so derbe gefloppt, ich lichte mich jetzt nur noch bekleidet ab 😉 Außerdem gibt es keine Badewanne auf dem Zimmer, was sehr schade ist, aber die vorhandenen Saunen und Regenwaldduschen machen dieses Manko doch gleich wieder wett. Diese Stadt tritt eine Menge Gedanken in mir los. Ich muss mich ein wenig zusammenreißen, um sie nicht alle aufzuschreiben. Eigentlich sollte das ein kurzer, knapper Blog über den schönen Ausklang eines (nun zum 6. Mal) beschissenen Jahres sein, und jetzt erzähle ich Ihnen episch von dieser Stadt und dem, was so in meinem Kopf und meinem Herzen geht. Und morgen? Morgen wird das noch viel schlimmer, da fahren wir zu meinem Freund Olaf und blättern mal unsere alten Poesie-Alben durch. Die von 1981 🙂 Und vielleicht stellen wir noch ein kleines Bildchen nach… Aber jetzt werfe ich mir erstmal den Hotel-Bademantel über und gehe in die Sauna. Natürlich nicht ohne Foto 😀

Wer ist denn schon Udo Jürgens?

Wer ist denn schon Udo Jürgens?

Ach du Leben, du. Im Moment bist du echt nicht einfach. Das hat ne Menge Gründe, und glauben Sie mir, das was Sie hier lesen ist ja nur die Spitze irgend eines Eisberges. Jeder Mensch hat wohl seine ganz persönliche Geschichte, eine ist groß und episch, die andere klein und überschaubar. Eine ist traurig, die andere ist lustig. Meine ist von allem etwas, doch an diesem Wochenende bin ich nur eines: Ein Papa, der mit seiner bezaubernden Tochter eine Auszeit in einem Städtchen in der Lüneburger Heide nimmt. Mit einem 36 Jahre alten Audi, das hat doch was. Während eben diese bezaubernde Tochter sich schon ins Gemach zurück gezogen hat möchte ich noch kurz testen, wie viel Grad so ein iPhone aushält. Ach ja, nebenbei erwähnt, die Bilder zu dieser und den folgenden beiden Geschichten sind mit meinem Telefon gemacht. Ich habe meine Spiegelreflex in Kiel vergessen. Verzeihen Sie also die schlechte Qualität, obwohl… bei einigen Bildern ist das vielleicht auch ganz gut so 🙂

Das Ende eines langen Tages

Das Ende eines langen Tages

Finnisch. Tatsächlich 95 Grad, mein Telefon hält das auch ein paar Minuten aus, ich beschließe dann allerdings doch, es lieber draußen abzulegen. Und noch einen Latschenkieferaufguss zu machen. ZISCHSCHSCH!!!! Am Ende dieses (sieben) beschissenen Jahres verschieben sich meine Prioritäten irgendwie nachhaltig. Ich vermisse meine Freunde. Ich vermisse Zeit mit Menschen, die bei mir sein wollen. Gitarre spielen und Wein trinken, reden, Pfeife rauchen. Meine eigene kleine Familie in Hamburg zeigt mir, worauf es im Leben wirklich ankommt und meine beiden fast erwachsenen Töchter in Kiel zeigen mir, dass ich garantiert nicht alles falsch gemacht habe. Die sind großartig. Morgen sehe ich einen meiner ältesten Freunde wieder, und einen Weihnachtsbaum wollen wir auch noch kaufen! Bleiben Sie dran. Das Leben ist schön. Zumindest die meisten Facetten davon!

Sandmann

Hier geht es weiter mit Teil 2.

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Über Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.
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32 Responses to Zwei Wünsche frei…

  1. OST sagt:

    Was ist denn nun passiert? Da traut man sich ja gar keinen Kommentar zu verfassen. Aus Angst, daß man irgendwie voll ins Fettnäpfchen treten könnte…

    • Sandmann sagt:

      Neeee OST,

      die Fettnäpfchen stehen woanders. Nicht bei euch. Ihr seid doch hier das unverfängliche Kommentar-Regulativ, was ich so sehr schätze. Also munter drauf los, von „Das sind die Sünden MEINER Geschwister“ bis hin zu „ich muss dringend mal wieder in MEINE Heimatstadt“. 🙂

      DAS —> ist ein geiler Audi!
      höre ich natürlich auch immer gern.

      Ein nachdenklicher
      Sandmann

  2. LarsDithmarschen sagt:

    Hallo Sandmann,

    zur später Stunde (Kennst du das, wenn man nicht einschlafen kann? Ich werde das morgenfrüh bereuen…) möchte ich dir sagen, dass du es wunderbar geschrieben hast.

    Meine Oma, zweiundneunzig Jahre alt und wirklich humorvoll, meint zu mir immer „Du machst das schon, min Jung, was du willst, das schaffst du auch!“ Und daran denke ich immer, wenn mir mal etwas nicht gelingen will. Sei es, wenn ich an Elsa schraube und denke, dass die Aufgabe vielleicht doch zu groß gewesen ist, und mir alles über dem Kopf zusammenfällt. Oder ich am Ende des Monats auf mein Konto schaue, und denke, dass ich den V40 doch verkaufen muss, weil der einfach zu viel Unterhalt kostet. Aber ich möchte Elsa wieder Leben einhauchen – und ich möchte den V40 fahren. Und bis jetzt gab das immer eine Lösung. Meine Eltern unterstützen mich auch immer. Hab ich schon erzählt? Zu Weihnachten gab es ein T-Shirt, wo ein Bild von Elsa drauf ist. Als Motivationshilfe. Und nun hat sie *schwups* ein neues Heckblech dran. Hat also geholfen. Auch, wenn meine Eltern manchmal anfangen „Aber die anderen…“ – ich bin kein anderer. Ich bin ich und wollte das auch bleiben. Ich, mit meinen geldfressenden Blechstücken, mit meinem komischen Musikgeschmack und meiner versauten Frisur. Wo meine Zukunft mich hinbringt, werde ich sehen. Darauf bin ich sogar gespannt.

    So, ich werde nun ins Bett gehen und schauen, ob ich einschlafen kann. Eben kam schon der Zeitungsmann. In einem Smart. Und ich hatte immer auf Lupo getippt. Naja, egal.

    Schöne Grüße

    Lars

    • Sandmann sagt:

      Guten Morgen Lars,

      wieso kannst du nicht einschlafen? Zu viele Sachen im Kopf? Tröste dich – ich schlaf zwar super ein, wache aber immer viel zu früh auf 🙁 Und das liegt nicht immer nur an dem wundervollen Wesen, das nun auch schon bald ein Jahr alt ist… In diesem Sinne war auch nicht alles doof im Jahre des Herrn 2013. Das neue Erdenbürgerchen ist definitiv ein Highlight 😀
      Bedingungslose Unterstützung durch die Familie ist was feines. Halte daran fest und gebe möglichst auch was zurück, besonders deiner Oma, solange du sie noch hast. Meine Geschichte soll auch keine Pauschal-Abrechnung mit meiner ganzen Familie sein, es geht mir da eher um bestimmte Menschen, die ihre Prioritäten in für mich nicht nachvollziehbare Richtungen gekippt haben. Aber jeder scheint so seinen Plan zu haben. Und ich habe beschlossen, dass ich mir nun endgültig meinen eigenen mache und mich an die halte, die hinter mir stehen. Das fühlt sich ganz gut an 🙂

      Du fragst dich, wohin dich deine Zukunft bringen mag. In der Tat eine spannende Frage. Und sei dir sicher: Wenn du in 20 Jahren mal auf diesen Moment zurück blickst, wirst du lachend mit dem Kopf schütteln und sagen: „DAS — hätte ich jetzt NIEMALS geahnt!“ 🙂 Und das ist auch gut so. Wenn ich dir als Mann in den besten Jahren, der vor allem in den vergangenen 10 Jahren nicht immer alles richtig gemacht hat einen Rat mit auf den Weg geben darf: Haben immer deine Augen weit offen. Gucke immer genau hin was du tust und was um dich rum passiert. Handel eigenständig und reagiere nicht nur. Dann bist du fast unsterblich.

      Sandmann

      • LarsDithmarschen sagt:

        Hey Sandmann,

        jap – zu viele Gedanken gehabt. Ich bin heute morgen mit unserem Emdener Kombi zur Bank genagelt – da habe ich heute aber mal gute Nachrichten bekommen :-).
        2013 hat mir neben viel Erfahrungen auch meine Elsa gebracht. Mein Vater meinte, hätte ihm 2008 jemand gesagt, dass wir fünf Jahre später vier Autos auf dem Hof haben – er wäre verzweifelt. Zu dem Zeitpunkt hatten wir nur einen neuen Golf Variant Diesel in silber in der Garage. Langweiliger geht es kaum, oder? Inzwischen stehen hier drei Autos auf dem Hof und eines bei Oma in der Garage.
        Meiner Oma gebe ich möglichst viel zurück. Ich fahre jeden Tag mit meiner Mutter zu ihr ins Heim. Wir lachen viel und sie veräppelt mich oft. Obwohl sie ihren Mann und ihren Sohn überlebt hat, aus ihrer Heimat flüchten musste und mit Nichts angefangen hat, hat sie nie ihren Humor und ihren Mut verloren. Sie nehme ich mir auch als Vorbild.

        Ich bin echt gespannt auf meine Zukunft. Werde ich da studieren, wo ich es mir vorgenommen habe? Werde ich überhaupt das Abi schaffen? Danke dir für den Tipp. In letzter Zeit habe ich meine Augen immer weiter offen. Und werde selbstbewusster, das war eine ganze Zeit bei mir mal überhaupt nicht der Fall. Da habe ich mich immer verkrochen.

        Schöne Grüße

        Lars

        • Sandmann sagt:

          Ay Lars,

          na das Abi sollte doch wohl schaffbar sein, du bist ja noch nicht mal G8 oder? 😉
          Was würdest du denn studieren wollen? So wie ich hörte sind die Bachelor Studiengänge weitestgehend komplette Selbstverstümmelung, weil sie so straff und kurz sind…

          Frohes neues Jahr!
          Sandmann

          • LarsDithmarschen sagt:

            Hallo Sandmann,

            dir auch ein frohes, neues und erfolgreiches Jahr 2014. Bist du gut reingekommen? Ich hoffe, dass ich meine Vorsätze, die ich mir für dieses Jahr gemacht habe, auch wieder einhalten kann. Letztes Jahr hab ich das geschafft.
            Ich hab zum Glück noch G9 – G8 versteh‘ ich persönlich ja nicht. Die Schüler unter Druck setzen und zu viele rausschmeißen – muss doch nicht sein. Das zerstört den Schülern doch die Motivation. Aber naja.
            Kraftfahrzeugentwicklung würde ich gerne studieren, am liebsten bei dem großen Wolfsburger Autohersteller in einem dualem Studiengang. Da streng ich mich auch für an, ist sogar den Lehrern aufgefallen. Ansonsten habe ich auch noch einen Plan B, falls das nicht klappen sollte. Eineinhalb Jahre habe ich ja noch Schule. Ich habe das naturwissenschaftliche Profil in der Schule mit dem Kernfach Physik – das geht eigentlich. Und seit ich an Elsa schraube, versteh ich einiges noch besser.

            So, ich werd nun nochmal ausrechnen, wieviel Liter Super und wieviel Geld ich dieses Jahr verbrannt habe. Und wieviel Kilometer es waren. Dann setz ich mich vor den Fernseher und schau Büttenwarder – da freu ich mich schon drauf 🙂

            Schöne Grüße

            Lars

            • Snoopy sagt:

              Dualer Studiengang kann ich sehr empfehlen. Und wichtig: Wenn es bei einer großen Firma nicht klappt: Auch kleine Firmen bilden aus. Lass dir rechtzeitig die Liste der Dualen Hochschule schicken.

              • LarsDithmarschen sagt:

                Ein paar Alternativen habe ich sogar schon. Eine Firma im KFZ-Bereich in WOB, wo ein Bekannter von mir arbeitet, bietet auch duale Studiengänge an.

                Vor allem habe ich neben dem Studieren dann auch noch ein kleines Einkommen. Davon könnte ich dann die Miete zahlen. Wenn alles so bleibt, wie jetzt, wären Elsa und der V40 vielleicht auch noch drin. Der hat mich dieses Jahr 0,206€/km gekostet.
                Auf jeden Fall fang ich an, mich rechtzeitig zu informieren. Ich möchte nicht erst „rumhängen“ und nachher in die Röhre schauen ;-).

                • Sandmann sagt:

                  Hauptsache du hältst uns auf dem laufenden, Lars. Und wenn du mal Hilfe brauchst, hier sind viele Jungs und Mädels und ich, da findet sich immer was und jemand 🙂

                  Sandmann

  3. Markus1975 sagt:

    Hey Jensi

    Ich habe mir den Text von Dir jetzt schon ein zweitesmal durchgelesen. Konnte die Nacht irgendwie nicht so richtig schlafen, nachdem ich Dir „woanders“ geschrieben habe. 😉
    Viertel nach fünf. Kaffe dampfend vor mir stehend. Gedanken schwirren um Deine Person.
    Familie und Freunde mein lieber bauen einen auf. Nur müssen sie auch da sein, wenn man sie braucht. Nicht nur nehmen, sondern auch geben. Dann aber bitteschön einmal in Deine Richtung. Melde Dich einmal bitte DRINGENST!!!!!! bei mir. Habe da etwas bestimmtes im Kopf, wasDir eventuell weiterhelfen würde. Aber dazu brauche ich, so sagen wir einmal, Deine Zustimmung.

    V8 mäßige Grüße

    Markus

    • Sandmann sagt:

      Ay Markus,

      ich habe schon auf deine liebe Mail geantwortet. Hey – mach dir mal keine Sorgen. Das Zeug, was da um mich rum ist nennt sich LEBEN 🙂 Das ist alles regelbar, ich betone ALLES. Ich muss nur ein paar Sachen anpacken, von allein wird das nichts. Und es kristallisiert sich gerade heraus, wer mir tragen hilft und wer nicht. Soll jeder so leben wie er mag, und wenn jemand mit meiner Art zu leben nicht klar kommt dann eben nicht. Ich habe meine drei unfassbar tollen Töchter und mein sehr konstruktives halbfinnisches Fräulein Altona – das ist ein super Frauenhaufen 🙂

      Du weißt doch, um Weihnachten rum werden die Gedanken immer etwas melancholischer. 2014 wird das Jahr der Freunde und der Schraubereien. Und ich fange heute gleich damit an. Also, mit dem Schrauben. Das Taxi will bepuschelt werden 😉 Wir telefonieren, mein Guter!

      Teil 2 und Teil 3 der Geschichte werden wieder ein wenig belächelnswerter, keine Panik 😎 Aber das musste mal raus. Und jetzt erzähl mir mal lieber, was DEINE Autos so machen. Fährt Clarens endlich mal pannenfrei?

      Ich tauch mal unter die Haube und reiß ein paar Glühkerzen ab 🙂
      Sandmann

      • Markus1975 sagt:

        Hey Jensi

        Du schraubst gleich? Hm. Ich drücke Dir die Daumen wegen den Glühkerzen. 😉
        Clarens rennt. Keine weiteren Pannen momentan. Schlüssel rum und brummt. Demnächst wird noch die Lambdasonde gemacht. Langeweile? Kicher. Bestimmt nicht mit Autos die die 20 schon überschritten haben. 🙂

        Liebe Grüße

        Markus

      • bronx sagt:

        > Das ist alles regelbar, ich betone ALLES. Ich muss nur ein paar Sachen anpacken, von allein wird das nichts. Und es kristallisiert sich gerade heraus, wer mir tragen hilft und wer nicht. Soll jeder so leben wie er mag, und wenn jemand mit meiner Art zu leben nicht klar kommt dann eben nicht. Ich tauch mal unter die Haube und reiß ein paar Glühkerzen ab<

        Nicht doch, nicht doch 😉

        Auf das man sich in 2014 mal wieder trifft!
        Und wenns nur der Carport ist. 😀

        Ganz liebe Grüße, Bronx

        • bronx sagt:

          Leider ist nur der halbe Text hier übernommen worden, wollte eigendlich sagen, ersten und zweiten Satz des Zitats teile ich absolut, den dritten konnte und durfte ich inhaltlich selbst ebenso erleben. 🙄 Von daher, mache Dein Ding, alles andere ist Nuts und Zeitverschwendung. Der Rest, nun, das steht ja im ersten, unvollständigem Kommentar!

          😉

          • Sandmann sagt:

            Ay Bronx,

            auch dir ein frohes neues Jahr! 🙂
            So ganz alleine will und kann ich ja mein Ding gar nicht machen, aber mir ist in den letzten Zügen des verflossenen Jahres aufgegangen, wie wichtig gute Freunde sind und wie sehr ich einige von meinen vernachlässigt habe. Also – WENN ich mir für 2014 was vorgenommen hab dann die Reaktivierung meines Freundeskreises 🙂 Denn auf Freunde, auf echte Freunde kann man sich immer verlassen.

            Prost auf den Carport!
            Sandmann 😉

            • bronx sagt:

              Dito, Sandmann.

              Carport? Packen wir! 😀

              Echte Freunde sind was wert! Hat sich dieser Erkenntnis-Prozess erst mal eingeschlichen, fällt das Aussortieren leichter. Lieber Wenige mit Inhalt als Viele mit zu großer Oberfläche. 🙄

              Schulterklopfer mit bla-bla gibts eh genug! 😉

              Bronx

              • Sandmann sagt:

                Ay Bronx,

                Recht du hast, und die Macht zu entscheiden schon lange nicht mehr in mir wohnt *knarz*
                Gleichwohl manchmal eine gewisse Oberflächlichkeit auch ganz salbend sein kann. Manchmal…..

                😉
                Sandmann

                • bronx sagt:

                  „Gleichwohl“? . . und „Salbend“ soll es sein? . . Hm, ich denke darüber nach . . „Manchmal“, das könnte es erklären . .

                  Bronx

                  • Sandmann sagt:

                    Wenn du dich in jedem Gespräch fühlst wie in einer Therapie, weil man dich einfach so wahnsinnig gut kennt… dann ist das nicht immer gut. Das kann auch anstrengend sein, und du hältst dann einmal zu oft deinen Mund 😉
                    Ich mag Facebook ja….

  4. Schön geschrieben – wie eigentlich immer. Sandmanns Schreibe fühlt sich an, als würde er über einen selbst schreiben – auch wenn die Geschichte(n) natürlich andere sind. Ich mag das. Weiter so, Leute wie du lassen mich doch noch daran glauben, dass in der heutigen Zeit nicht immer alles höher, schneller und weiter sein muss.
    Aber eine Frage beschäftigt mich noch: Warum muss/soll der Dottore schon wieder weg? Warst doch so begeistert von dem Opa…

    • Sandmann sagt:

      Ay Sascha,

      danke für die lieben Worte, ich KANN nur so schreiben und ich erlebe einfach zu viele alltägliche Dinge, die MUSS ich einfach aufschreiben. Sonst platze ich 😉 Und schneller-weiter-höher können ja andere ganz gut, da kenne ich mich nicht so aus.

      Ich möchte mich aus verschiedenen Gründen hier nicht so auslassen über die Notwendigkeit von Autoverkäufen, welche Autos eigentlich wem gehören (glaube mal nicht dass alle Autos, die ich hier durchs Bild schiebe meine eigenen sind) und an welchen ich nun mehr oder weniger hänge… Nur soviel: Der Dottore ist supercool, der Taunus auch, aber es gibt eine Zeit für viele alte Autos, und es gibt eine Zeit, in der das nun mal nicht so angesagt ist, weil es andere wichtige Projekte gibt. -> aber die Zeiten für viele alte coole AUtos wird wiederkommen, und ich halte mir ja schon den Bronx für den Bau eines Doppelcarports neben meiner kleinen Garage warm 🙂

      Sandmann

  5. Snoopy sagt:

    Ach ist das wieder schön melancholisch geschrieben.
    Ich bin ja gerade auch wieder am Grübeln was ich von dem Jahr halten soll. Auch in unserer Familie lebt es sich nicht wie auf dem Traumschiff oder wie in einem Rosamunde Pilcher Roman. Mutter wochenlang in Klinik, Schwiegervater im Sterben, Schwester hat sich gerade von der Familie getrennt. Eigene Beziehungen ganz schwierig. Aber doch geht es mir gut und ich habe viel schönes erlebt. Auf den Blickpunkt und die Einstellung kommt es drauf an. Gestehe das ich den aber auch nicht so einfach finde.

    Was sage ein Lehrer von mir so passend dazu: Einfach am eigenen Kragen wieder aus dem Schlamassel ziehen. 😉

    Auch dieses Jahr sind wieder viele gute und schlechte Dinge passiert.
    Was schrieb mir heute ein Freund dazu:
    Das Jahr 2013 geht dem Ende zu !
    Für mich war es eigentlich kein gutes Jahr, viel verloren und wenig verstanden.
    Doch eben nur eigentlich !
    Meine Wohnung wurde weder verbrannt, verschüttet oder gar weggespült.
    Ich war nur kurz krank !
    Ich bin gesund und ich kann arbeiten !
    Ich habe Freunde auf die ich mich verlassen kann.
    Ich habe tolle Hobbys mit vielen netten Menschen.
    Ich habe ein Leben wovon viele Menschen auf der Welt nur Träumen können.
    ……Ich hatte ein gutes Jahr 2013…. !
    Nun lasst uns in das nächste Jahr zusammen gehen !
    Ich freue mich auf das Jahr 2014
    auf viele schöne Stunden mit Freunden und tollen Meetings !
    Ich bin froh das es euch gibt.

    In diesem Sinne, Kopf hoch !

    Da schließe ich mich doch gleich an 🙂

    • Sandmann sagt:

      Ay Snoopy,

      schöne große Worte. Und na klar, schlimmer geht immer. Natürlich geht es mir GUT, und selbst wenn sich alle meine im Kopf mal durchgespielten aktuellen Worst-Case-Szenarien erfüllen geht es mir noch immer gut. Ich habe eine liebevolle Freundin, drei großartige gesunde Töchter und ein trockenes Dach über dem Kopf.
      Auch wollte ich keine Pauschal-Abrechnung mit meiner Familie lostreten, meine Eltern waren und sind mit Rat und Tat für mich da, auch wenn die Ansichten zwischen den Generationen da manchmal ein bisschen auseinandergehen. Aber da ist alles gut.
      Ich möchte mich nur nicht mehr für Dinge, die ich mache rechtfertigen müssen. Ich höre mir gern Ratschläge an und lasse mir auch gern sagen, was andere Leute anders gemacht hätten und was sie an mir und meinem Leben so richtig schwierig, scheiße oder unmöglich finden. Aber für Vorwürfe, Aufrechnungen und Abrechnungen bin ich langsam echt zu alt. Eigentlich ist das hier keine gute Plattform für dieses Thema und ich will es ehrlich gesagt auch nicht ausweiten (das war ja nur ein kleiner Absatz beim Münze reiben), aber die inzwischen erfolgten Reaktionen zeigen mir, dass man mich noch immer nicht versteht. Ich will einfach nur so leben wie ich das für richtig halte, ich lasse anderen diese Freiheit schließlich auch.

      Kopf ist hoch. Kragen ist stabil. Ich ziehe schon 🙂
      Und auf dass wir uns alle in diesem Jahr hier und da mal wiedersehen, es wäre mir eine Ehre!
      Frohes Neues!
      Sandmann

      • Snoopy sagt:

        Ich verstehe es schon, bei mir im Umfeld köchelt es auch ganz schön.
        Was predige ich meiner Mutter immer: Wir sind hier weder auf dem Traumschiff noch in einem Rosamunde Pilcher Roman… 😉
        Man darf sich nicht zu doll runterziehen lassen.
        Ein Wiedersehen wäre schön.
        Ein gutes neues Jahr !

        • Sandmann sagt:

          Ach watt runterziehen.
          Tieferlegen war ja noch nie meins, und wenn ich mal zweifel dann lasse ich mich kurz von meinem viertelfinnischen Sandmädchen mit ihren vier Vorderzähnchen anlachen und die Welt könnte nicht mehr in Ordnung sein 🙂

          Sandmann

  6. Daemonarch sagt:

    Hi Sandmann und alle… Frohes neues Jahr!

    Was war denn an deinem 2013 so beschissen? Wenn ich deine Berichte so gelesen hab, ist bei mir immer der blanke Neid ausgebrochen!

    Mein 2013 war richtig durchwachsen, die erste Hälfte durchaus positiv, dank Spaßigem Job, wenig Sorgen…
    Dann Job weg, verzweiflung. Leben macht keinen Spaß.

    Jetzt zwar wieder Job, aber leider zu kurz um den Winter Lohntechnisch voll anzufüllen, wieder überlegung auf 450€-Job oder (eigentlich impossibile) Arbeitsamt.
    Ich hoffe doch sehr stark, 2014 bringt meinem Leben etwas mehr Sicherheit und Glück…

    Euch allen wünsche ich das auf jeden Fall stark.

    • Sandmann sagt:

      Ay Daemonarch,

      ich schleppe ein paar große Themen mit mir rum, die nix für das Internet sind. An anderer Stelle erzähle ich sie dir gern mal. Und auch war nicht alles blöd am verflossenen Jahr 2013, vieles hat mir auch die Augen geöffnet an Stellen, wo ich viel zu lange nicht richtig hingeguckt habe. Das fühlt sich schmerzhaft, aber klärend an. Ich arbeite daran.

      Wenn bei dir beim Lesen einiger Geschichten der blanke Neid ausbricht macht mich das ein bisschen verlegen, dann das will ich natürlich NICHT. Neid ist bösartig. Ich habe das riesengroße Glück, dass mich meine Freiberuflichkeit nach fast 10 Jahren falscher Berufswahl endlich das machen lässt, für das ich jahrelang hart gearbeitet habe. Autos fahren, interessante Menschen kennen lernen – und darüber schreiben. Beruflich sowieso, und privat hier erst recht. Nennt sich Motorjournalismus und Social Media Management. Dass sich da ein paar Geschichten für einen autobegeisterten Menschen lesen wie hingeworfene Filetstücke mag sein, und ich kann es manchmal immer noch nicht glauben, dass das mein BERUF ist 😀
      Aber um ein paar Worte meiner Vorredner aufzugreifen – es steht jedem frei, sein Leben in die Hand zu nehmen. Einigen gelingt das sehr früh, anderen erst nach schmerzhaften Erfahrungen und einigen vielleicht nie. Aber man sollte immer daran arbeiten, das zu machen, was einen erfüllt!

      Du bist doch auch ein Kämpfer. Du leidest zwar auf Facebook gern mal rum und tutest mit semi-politischen Parolen allen in die Augen, wie schlecht die Welt doch ist… aber du hast keinen Bock auf Arbeitslosigkeit und Rumhängerei, du machst was und du treibst dich selbst weiter voran, hoffentlich dahin, wo es bequem ist. Und hoffentlich bald, ich wünsche es dir und allen anderen von ganzem Herzen.

      Also Freunde, auf ein Neues. Packen wir es an, es ist noch jung und frisch und zappelt noch voller Erwartungen!

      Sandmann

    • bronx sagt:

      Hi,

      hatte eigendlich auch gehofft, das 2013 für dich mal durchgehend positiv verläuft! Für 2014 wünsch ich Dir was besseres!

      Hab einen guten Start. 😉

      Bronx

  7. bronx sagt:

    >Wenn du dich in jedem Gespräch fühlst wie in einer Therapie, weil man dich einfach so wahnsinnig gut kennt… dann ist das nicht immer gut. Ich mag Facebook ja….<

    Ich nicht. 🙄

    Es treibt sich da eben sehr viel oberflächliches Geschreibsel herum. Nicht mein Ding. Daher halte ichs lieber mit dem Motto von Ödön von Horvath’s “Gschichten aus dem Wienerwald”: “nichts gibt so sehr das Gefühl von Unendlichkeit als wie die Dummheit”.

    Das ist keine pauschale Verurteilung von FB, ich beziehe mich lediglich auf das Thema Oberflächlichkeit. Was habe ich davon?

    Natürlich ist es erschreckend, diesen Satz in Permanent so schön bewiesen zu sehen und festzustellen, dass das, was sich vorher noch in der Stammkneipe an seinem Bier festkrallte, heute seinen Platz im Internet gefunden hat, aber – nun ja, man kann das auch alles mit Humor lesen und sich fragen, was Menschen eigentlich dazu treibt, sich ständig so vor aller Augen zu entblößen.

    Bronx

    • marc_connor sagt:

      Hey Bronx,
      DU solltest Blogger werden oder dir ne Kolumne bei ner vernünftigen Zeitung (gibt es die noch?) zulegen. Dieses Land braucht Philosophen wie dich, um die (in den letzten 20 Jahren) absichtlich anerzogene Dummheit wieder auf ein einigermaßen erträgliches Level zu reduzieren!

      Mahlzeit … neee Amen … na was auch immer 🙂

      • Sandmann sagt:

        Das ist ja auch meine Meinung, der Mann sollte mehr schreiben!
        Aber momentan scheint ihm die EDV den einen oder anderen Strich durch die Rechnung zu machen 🙁

        Nochmal zu Facebook… ich bin da inzwischen privat auf einer Art Unterhaltungslevel angekommen. Ich gucke ja so gut wie kein Fernsehen. Also schreibe ich Abends noch ein bisschen (mein Blog ist übrigens auch so eine Art Entblößung, wenn wir ehrlich sind), schau, was meine Homies auf Facebook so machen und erfahre aus ihrem Leben. Einiges finde ich gut und wichtig (und greife dann auch mal zum Telefon), anderes finde ich oberflächlich und albern. Das ist ja das Schöne, man kann sich das raussuchen. Und wer einem über einen längeren Zeitraum sagenhaft auf den Sack geht fliegt eben aus der Pinnwand. Na und? 🙂

        Das soll und wird niemals ein gutes Gespräch unter Freunden ersetzen. Aber es ist eine feine Ergänzung im Alltag, wenn man es nicht übertreibt.

        Sandmann

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