Der Über – Ro 80!

Zeitlos und modern

Der NSU Ro 80 war schon als Serienauto mit dem Wankelmotor seiner Zeit 20 Jahre voraus. Es gab Pläne, das Fahrzeug auch nach 1977 noch weiterleben zu lassen – als Über-Limousine mit Komfort, Kraft und K-Jetronic. Dazu kam es leider nicht. Aber ein einziges Exemplar ist nach den damaligen Ideen mit Originalteilen so aufgebaut worden, wie er hätte werden können. Wir fahren das sagenhafte Unikat durch Schleswig-Holstein.

Eine Linie, ihrer Zeit weit voraus.

Einzelstück mit EA 871

Ein mechanisches Sirren – hoch, kraftvoll, anders. Fast wie bei einem Flugzeug. Aber durchaus erdgebunden gleitet ein dunkelblauer Keil aus der Halle, und es ist bei weitem nicht einer dieser Keile, über die schon alles gesagt wurde: Es sieht aus wie ein Ro 80 mit Zweischeiben-Wankelmotor – aber es ist ein Ro 80 mit Kreiskolbenmotor „EA 871“. Ein Einzelstück. Wie es ihn hätte geben sollen, aber letztendlich nie gegeben hat.

Na, wer weiß was das bedeutet?

Jenseits gewöhnlicher Denkweisen

Um das zu verstehen setzen wir uns erst einmal rein und fahren los. Das Auto gehört Martin aus Norddeutschland. Er tippt mit der rechten Hand den langen Schalthebel an – ein Kupplungspedal gibt es nicht. Dank elektrischer Fensterheber fahren die Seitenscheiben hoch, damit der Westwind draußen bleibt. Der Wagen ist ein Unikat, ein Exot, und auch solche Schätzchen [jetzt kommt ein 🙂 werbender Link] könnt ihr beim Oldtimer-Spezialversicherer Hiscox versichern lassen. Einfach mal den Link anklicken und gucken!

Martin fährt und erklärt.

Während nach dem Druck aufs Gaspedal die Drehzahl auf mehr als 6000 Umdrehungen klettert, werden unsere unvorbereiteten Körper in die beheizten Ledersitze gedrückt. 120, 140, 160 km/h. Das geht einfach immer weiter so, und dieses Ding aus einer anderen Zeit wird dabei immer – leiser. Unheimlich. Hier passt nichts zu gewöhnlichen Denkweisen. Die Drehzahl nicht zum Geräuschniveau, die Geschwindigkeit nicht zum Baujahr und die Ausstattung nicht in die 70er. Wie denn auch? Dieses Auto hat es ja nie gegeben.

Neckarsulmer Strickmaschinen

Der Weg bis zum Ende der Legende begann mit ganz anderen Maschinen und ist gezeichnet von immerwährender Entwicklung und neuen Ideen. Wir fangen ganz weit vorn an: Ab 1884 betrieb Christian Schmidt nach einem Streit mit seinem vorherigen Kompagnon in Eigenregie die Neckarsulmer Strickmaschinenfabrik AG. Man verlagerte das Geschäft bald auf Fahrräder und hob die Marke NSU (von NeckarSUlm) ins Leben.

Alles begann mit Strickmaschinen

Auch mit vier Rädern kamen die Ingenieure in Berührung und fertigten Fahrgestelle für Daimler und Peugeot. 1934 baute Porsche bei NSU die drei Prototypen des Typ 32, dem Vorgänger des Käfers. Nach dem zweiten Weltkrieg stieg man in die Motorenproduktion ein, und NSU war 1955 der weltgrößte Hersteller von Motorrädern.

Der Kolben dreht sich!

Autodidakt Felix Wankel, der selbst keinen Führerschein hatte, arbeitete seit Beginn der 50er Jahre für die Firma an innovativen Motorenkonzepten. Seine völlig neuen Drehkolbenkompressoren und Drehkolbenmotoren ließen den Aktienkurs von NSU von 127 Mark im Jahr 1957 auf fast 3000 Mark im Jahr 1960 explodieren.

Schalthebel mit Botschaft

1964 war das Motorenkonzept so weit entwickelt, dass erstmalig ein Motor mit einem rotierenden statt mehrerer sich auf und ab bewegender Kolben in einem Serienauto arbeitete – im NSU Spider. 1967 erblickte der Ro 80 das Licht der Weltöffentlichkeit und war mit seinem Design von Claus Luthe und seinem Zweischeiben-Wankelmotor die Sensation, die in der selben Sekunde die traditionellen Autobauer sprichwörtlich alt aussehen ließ.

Späte 60er Jahre? Glaubt man kaum.

Die Geister, die ich rief

Schnell verschleißende Dichtleisten setzten sich kurz darauf in den verunsicherten Köpfen der Presse und der Kundschaft fest und sind heute oft das einzige, was Klassikerfans vom Wankelmotor „erinnern“. Das Problem war schon zwei Jahre nach den ersten Auslieferungen vollständig beseitigt, aber der neue Weg des Wankel-NSU ging schon in eine andere Richtung. 1969 fusionierte NSU mit Audi zur AudiNSU AG, und die dem Ro 80 und seinen Käufern gestattete Gnadenfrist bis 1977 reichte nicht, um das Modell zu retten. Vielleicht war es aber auch nicht gewünscht.

Von außen sieht man nicht viel Drehkolben

Das perfekte Triebwerk

Die letzte Ausbaustufe des Wankelmotors sollte der “EntwicklungsAuftrag” EA 871 sein, der mit höherem Kammervolumen von 750 Kubik pro Kammer, Doppelzündung und einem Solex-Doppel-Register-Vergaser Pierburg 4A1 stattliche 170 PS lieferte. Die Dichtleisten dichteten perfekt und waren gut für weit mehr als 200.000 Kilometer, das Drehmoment war gleichbleibend kraftvoll über den gesamten wahnsinnigen Drehzahlbereich und entsprach zeitgenössischen Sechszylindern in der Dreiliter-Hubraumdimension, die aber wesentlich größer und schwerer waren.

Ein Schelm, wer da an Porsche denkt.

Ideen gab es 1977 viele. Man verbaute den Motor in einige Audi 100 und 200 Typ 43 Limousinen und ließ die Vorstandsvorsitzenden damit herumfahren. Einige ganz wenige Rumpfaggregate bekamen die neue K-Jetronic-Einspritzanlage von Bosch eingepflanzt, womit das Triebwerk dem aus der Kunst bekannten “goldenen Schnitt” glich und nahezu perfekt war. Die Einspritzer kamen je nach Zündanlage auf 190 bis 200 PS.

Ideen umsetzen

Als man im Vorstand von Volkswagen das Ende des Wankels beschloss, lagen noch weitere ungenutzte Ideen in den Schubladen, die den Ro 80 zu einem luxuriösen Über-Auto gekürt hätten, einem nie da gewesenen Projektil aus Design, Kraft, Exklusivität und Luxus. Und nach genau diesen Ideen hat der Bayreuther Guido Rapsch den Power-Ro 80 ausgebaut.

Ehrfurcht vor der Technik

Einige der damaligen Versuchsmotoren sind in Sammlerhand gelandet, und die endlose und langwierige Recherche nach Unterlagen, Einstellhinweisen und Spezifikationen führte irgendwann bei dem Wankelenthusiasten und -spezialisten im Frankenländle zum Erfolg. In diesem mitternachtblauen Ro 80, dem Drittletzten jemals gebauten, arbeitet einer der fünf einzigen Werks-Wankel mit Einspritzung. Entwickelt von den letzten verbliebenen NSU Ingenieuren, feinabgestimmt von Porsche in Weissach. Die anderen vier sind in Museen oder direkt bei Audi eingelagert.

Abgefahrenes Fahren!

Unikat – mit Baujahr 1977?

Während die Landschaft unscharf an uns vorbeizischt, haben wir uns noch immer nicht an das gewöhnt, was vor und um uns herum ist. Baujahr 1977? Niemals. Stimmt, einige der eingebauten Teile sind auch etwas neuer, aber so, genau so hätte der Wagen werden sollen. Durch die Gemischeinspritzung ist der Ro viel schneller und agiler als das ohnehin schon flotte Original. Ein umgebauter Drehmomentwandler plus Kupplung vom Porsche 911 sorgen für die richtige Kraftentfaltung.

Komfort vor 50 Jahren

Elektrische Ledersitze, beheizt und mit Memory aus einem Audi V8 und elektrische Fensterheber verströmen den dezenten Charme der Oberklasse, wie Audi ihn erst zehn Jahre später erreichen sollte. Das Schiebedach und die Rückspiegel sind ebenfalls elektrisch. Breite Reifen 205-55-ZR16 auf 7×16-Fuchsfelgen drehen an einem optimierten Fahrwerk mit progressiven Federn und Stabilisator, und das Ding läuft und läuft und läuft.

Hier spricht Ihr Kapitän. Wir starten in Kürze.

Ein modernes, 43 Jahre altes Auto

Von dem heimlichen Prototypen hat Martin über die gut organisierte Szene erfahren und ihn vor ein paar Jahren aus Bayreuth mit einem Trailer geholt. Auch wenn das Grundkonzept des Ro 80 schon genial war – dieser Prototyp ist wie die Sahne auf dem Kuchen. An dem Wagen musste nichts gemacht werden, und auch in den Jahren des Fahrens hatte er weder Macken noch Pannen noch Defekte. Ein ausgereiftes, 43 Jahre altes Auto, bleifreitauglich, mit 220 PS und vier Zündspulen für vier Zündkerzen.

Das Vermächtnis des Felix.

Es gibt kein Original

Natürlich ist nicht alles original, aber was kann man schon original aufbauen, wenn es kein Original gibt? Die Enthusiasten in der Szene sind noch immer Andersdenkende, Avantgardisten, High-Tech-Bastler und Ingenieure. Ein exklusiveres Auto als den Ro 80 kann man auch heute kaum fahren, zumal selbst gute Fahrzeuge nicht die Welt kosten und die Ersatzteillage überschaubar ist. (Und nochmal zu guter Letzt: Eine passende Versicherung für solche Unikate schneidern euch die Experten von Hiscox. Habt ihr mal geklickt?) Mit Drehzahl rollen wir jetzt aus der Vergangenheit des Jahres 2020 in die Zukunft!

Sandmann

Audi/NSU Ro 80
Baujahr: 1977
Motor: Zweischeiben-Rotationskolbenmotor
Hubraum: 1.499 ccm
Leistung: 162 kW (220 PS) bei 6.500/min
Max. Drehmoment: 260 Nm bei 3000/min
Getriebe: Dreistufen-Halbautomatik
Antrieb: Vorderräder
Länge/Breite/Höhe: 4780/1760/1410 mm
Leergewicht: 1.130 Kilo
Beschleunigung 0-100 km/h: 10,5 Sek.
Top-Speed: 210 km/h
Wert: ca. 50.000 Euro

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Über Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.

27 Antworten zu Der Über – Ro 80!

  1. Martin sagt:

    Einfach mal WOW!
    Ich weiß nicht, wann ich einen Ro zuletzt gesehen habe. Das ist lange her.
    (Memo an mich selbst: Oldtimertankstelle häufiger besuchen!)

    Was geht eigentlich für eine Treibstoffmenge durch?
    Waren die Motoren Wankels nicht so durstig?
    Ja, eine böse böse und ketzerische Frage…..
    Dennoch ein tolles Konzept des Motors und toll, dass es dieses Fahrauto überhaupt existieren kann.

    • Sandmann sagt:

      Ay Martin,
      meine letzten Ro80 vor diesem habe ich auf K70 Treffen gesehen 😀 gniiihihihi. Die Motoren sind ob ihres Konstruktionsprinzips generell durstiger als vergleichbare Hubkolbenmotoren. Das stimmt. WIE durstig kann ich gar nicht sagen, das werde ich den Martin mal fragen. Ich melde mich diesbezüglich hier noch.
      Trotzdem finde ich diesen Gedanken faszinierend. Den Kolben nicht auf und ab wandern zu lassen, sondern die Drehbewegung direkt im Gehäuse schon herzuleiten. Solche Ideen kommen von Genies. Egal ob sie sich als Produkt durchsetzen, dafür müsste eigentlich jeder von uns dem Felix mal beizeiten eine Blume aufs Grab legen…
      Sandmann

      • Ralf sagt:

        Das mit dem Durst ist aber auch ein etwas komplizierterers Thema. Auch ein Schüttelhuber würde, müsste er seine Kraft über Drehmomentwandler und Dreiganggetriebe an die Antriebsräder übertragen, trinkfreudig.

        • Sandmann sagt:

          Der Durst ist vor allem relativ.
          Ja, der Wankel verbraucht 12-15 Liter Super und nicht wenig Öl. Allerdings bist du mit einem 1300er Käfer auch in diesen Dimensionen unterwegs gewesen und hast Vorkriegskomfort plus den Platz und das Geräuschniveau eines Luftschutzkellers gehabt 😉
          Eine Wandlerautomatik nimmt neben der Leistung rund einen halben Liter auf 100, die ist jetzt gar nicht soooo ausschlaggebend.
          Es gibt Leute, die sammeln Briefmarken. Oder spielen Tennis. Oldtimerfahrer tanken halt 😀
          Sandmann

          • Detlef sagt:

            Die Aussagen zum Käfer sind Unfug/Klischees und heute widerlegt. Der 1302 mit dem 1300 / 44PS kann man mit richtiger Einstellung heute mit 8,5 Litern flott fahren, 34PS kommen mit 7 Litern aus.
            220 PS bei 1180 kg sind eher damalige Porsche-Werte. Flott gefahren braucht der SC auch ohne Automatik 12-15 Liter. Allerdings ist der mit nur 204 PS schneller auf 100 und auch Vmax ist höher (auch mit Sportomatic).

            • Sandmann sagt:

              Ay Detlef,
              das sollte nur ein Beispiel sein, dass auch ein damaliges Auto mit wesentlich weniger Bumms recht durstig daher kommen konnte. Ich selbst kenne zwei laufende 1302, die werden beide nur selten unter 12 Litern bewegt und die sind gut eingestellt. Aber das ist ja auch nicht schlimm, das ist nur Benzin 🙂
              Die 220 PS hatte der ursprüngliche Motor ja auch nicht. Das war weniger. Trotzdem war der Durst erträglich, wenn es nur das gewesen wäre würden heute viel mehr Ro80 rumfahren…
              Jahresendgrüße
              Sandmann

  2. bronx.1965 sagt:

    Großartiges Fahrzeug! Schön das so etwas nicht nur im Museum steht. Chapeau!
    Ich stolpere nur über die Scheinwerfer, sind das DE- oder Projektions-Scheinwerfer, analog dem E 30 oder Opel Calibra? Deren Optik erscheint mir für einen 77er Jahrgang etwas “zu jung”.
    Nicht das es mich stören würde, nein, es ist reine Neugier. 😉
    Was allerdings den Eindruck im Innenraum tatsächlich etwas stört – das Radio in “Chineserer-Bling-Bling-Optik”. 🙁

    Ansonsten fällt mir nur noch ein, Luthe wollte damals den Innenraum genau so progressiv wie das Äußere, wurde aber vom Vorstand ‘eingedampft’. Die hatten Schiss, der Kundschaft wäre das dann im Gesamtpaket etwas zu futuristisch!

    Mit Grüßen nach SH! 😉

    • Sandmann sagt:

      Ay Bronx,
      tatsächlich mag ich die Scheinwerfer auch nicht, aber zum futuristischen Eindruck passen sie finde ich 🙂
      Gibt es denn Bilder, wie Luthe den Innenraum gestalten wollte? Ich klicke gleich mal deine Links weiter unten an, vielleicht beantworten sich dann ja meine Fragen 😉 Denn vor allem der Innenraum, Schwerpunkt das Armaturenbrett, sind so unglaublich altbacken dass ich das Gefühl hatte, in einem WW2 Flugzeug zu sitzen…
      Grüße in den östlichen Teil der Republik und ein geschmeidiges Gleiten in ein hoffentlich besseres Jahr 2021!
      Sandmann

    • MainzMichel sagt:

      Das Radio ist eines der letzten echten Blaupunkt. Die gab es in fast identischer Optik in mehreren Versionen, ich habe die auch in meinen Autos. Aber mit der für hier unpassenden Optik gebe ich Dir Recht.
      Und auch bei den Scheinwerfern bin ich Deiner Meinung. Das sieht aus, als wäre das Auto kurzsichtig. Mich stört das.

      Adios
      Michael

      • Sandmann sagt:

        Ay Michael,
        “kurzsichtig” 😀 großartig…
        Ich reibe mich ebenfalls an den Scheinwerfern, akzeptiere sie aber im Zusammenhang mit der “Zukunfts” Optik. Ich mag die im BMW auch nicht 😉
        Und ich überlege gerade, was man 1977 an zukunftsweisender HiFi Technik hätte einbauen können. Blaupunkt Schwanenhals? Vielleicht…
        Sandmann

    • Urs B. sagt:

      Hallo, VOLLTREFFER zu der Analyse! Genau die Dinge haben mich auch gestört. Zu den Schweinwerfern könnte man sagen, ja die sind vom E30, aber der ist ja auch von Luthe 😉 Aber Baujahr passt nicht… Viele Ideen vom geplanten Ro80-Interieur haben später den Weg in den Audi 100 C2 gefunden.

      https://www.curbsideclassic.com/automotive-histories/automotive-history-the-cars-of-claus-luthe/

      Ich schätze mal dass bei der Entscheidung auch Werkzeugkosten ne Rolle gespeilt haben dürfen. Wie man sieht waren die Türen belüftet…

      • Sandmann sagt:

        Ay Urs,
        ah, da ist ja schon eine Antwort auf eine von mir weiter oben gestellte Frage. Ich hätte erstmal alle Kommentare und Links lesen müssen 😉
        Okay, das ursprünglich geplante Dashboard sieht tatsächlich aus wie ein Typ 43. Krass. Aus heutiger Sicht nicht mehr wirklich progressiv, aber wesentlich gewagter als das in Serie gegangene Brett. Danke für den Link. Spannend!
        Sandmann

  3. bronx.1965 sagt:

    Ich lasse mal noch einen Link zu der Thematik hier, wenn es gestattet ist. 😉
    http://www.nsu4.nl/deutsch/d1nsuro80design.html

    • Sandmann sagt:

      Natürlich sind Links gestattet 🙂
      Bei mehr als drei muss ich dich allerdings aus dem Spam fischen 😀

      Spannende Seite. Besonders die Angaben zu den allerersten produzierten Ro80. Irgendwie lässt mich das Auto nicht mehr ganz los. Ich wünschte, ich hätte mehr Platz….. 🙁
      Sandmann

  4. bronx.1965 sagt:

    Grob getarnte Prototypen, interessanterweise mit Münchener Kennzeichen. 😉

    Keilform ging schon 1962. Man inspirierte sich gegenseitig.

    Pininfarina hingegen verfehlte das Thema bei seiner Neuinterpretation 1971 deutlich.

    @Sandmann Mea Culpa. Wenns nicht passt, lösche es einfach. 😉

    • Sandmann sagt:

      Ay Bronx,
      warum soll ich das löschen?? Super Bilder, vielen Dank! Ich hab aus den Links mal Image Tags gemacht, so sieht das schöner aus und niemand muss draufklicken 🙂
      Das Teil von Pininfarina sieht ja neben dem Ro80 unfassbar blöd aus! Luthe hatte schon etwas visionäres. Der “Keil” von 1962, was ist das? Seltsames Ding, irgendwie erinnert der mich an ein bestimmtes Modell. Ich komme aber nicht drauf….
      Sandmann

      • Bronx. 1965 sagt:

        Das ist Ledwinka übersetzt in die Moderne! Denke an den legendären Tatraplan der Vorkriegszeit. Danach kam der 603, dann lange nichts mehr.
        Der 613, ein von der Carrozzeria Vignale entworfene Muster, brach dagegen mit Tatras Credo, stets aerodynamisch besonders effektive Formen zu kreieren. Die PKW Sparte von Tatra ging ja bekanntermaßen pleite. Luftgekühlte V8 im Heck, so etwas traute sich seither niemand wieder. 😉

        • Sandmann sagt:

          Seit ich mal einem Magirus Jupiter lauschen durfte mag ich luftgekühlte V8 🙂 Aber besitzen will ich sowas nicht. Zu brachial. Der Magirus sowieso (ich habe nie verstanden wieso Leute auf diese Monster mit Koffer hinten drauf als Wohnmobile abfahren, brutale, versoffene und laute Technik und weniger Platz zum Schlafen als in einer Regentonne) und Tatra ist für mich ne fremde Welt.
          Hoffentlich wird das bald mal ein paar Grad wärmer, dann widme ich mich lieber wieder sindelfingener Ingenieurskunst 🙂
          Sandmann

          • bronx.1965 sagt:

            Den V8 im Tatra (PKW – und nur den meine ich) hörst du kaum, trotz Luftkühlung. 😉

            Bleib mal lieber am Helmut dran! 🙂

            Inselmann

  5. Andreas Brocke sagt:

    Der Verbrauch…ach ja. Ich habe jahrelang einen Ro80 täglich gefahren und einen Durchnittsverbrauch von 11,5 Litern auf Langstrecke und 13 Litern bei gemischter Fahrweise erziehlt. Voraussetzung ist ein perfekt abgrstimmter Vergaser und Zündanlage. Das hört sich viel an aaaber ein 50 PS Käfer hatte auch diesen Durst. Geschweige denn ein gleichstarker Mercedes Benz dieser Baujahre um 1973. Deshalb war mir der Verbrauch egal denn ich wurde mit einem singenden Antrieb, hellem und übersichtlichem Aufbau und einem tollen Federungskomfort verwöhnt, den ich heute noch in modernen Fahzeugen suche. Ich vermisse den Ro. Zum Glück besitze ich noch einen, der auf Restaurierung wartet.

    • Sandmann sagt:

      Ay Andreas,
      danke für das Statement. Würdest du denn sagen, dass man auch heute noch einen Ro80 im Alltag fahren könnte, wenn er technisch gesund ist? Irgendwie reizt mich das….. kannst du was zur Ersatzteillage sagen? Vermutlich nur über organisierte Clubs, wie beim K70, oder?
      Grüße von einem, der eigentlich erstmal seinen Mercedes fertig machen sollte
      Sandmann

  6. Man, klasse, was für ein mega-rares Leckerchen!

    Hier bei uns in der Region ist immer mal wieder ein RO80 steter Gast auf diversen Veranstaltungen, einfach herrlich anzuschauen-und anzuhören, wohl wahr!
    Im Gegensatz zu deinem Protagonisten wirken die RO´s auf dem Standardfahrwerk allerdings bissel hochbeiniger. Diese Variante hier, in dezent breit und befuchsten Felgen, das gefällt mir wahnsinnig gut.
    Und als ich jetzt deinen Beitrag samt Fotos eingesogen habe, ist mir auch nochmal aufgefallen, wie sich doch (zumindest für mein Auge) die Linien ähneln vom RO 80 und dem AUDI 100 C3.

    Lieben Dank für den vorweihnachtlichen Augenschmaus!

    Herzlich, Dirk

    • Sandmann sagt:

      Ay Dirk,
      ich würde soooooo gern einen Ro80 ganz normal im Alltag fahren… Aber da spricht bei mir ne Menge dagegen, ich habe momentan nicht genug Zeit für noch ein GANZ anderes Projekt (ich schaffe es ja kaum, den Mercedes auf die Straße zu bekommen) und die Ersatzteilversorgung dürfte ähnlich prekär sein wie beim K70. Und Platz habe ich auch nicht. Nee nee. Erstmal nicht 🙁 Schade. Eigentlich.
      Aber ja, immer wenn ich einen C3 sehe denke ich auch… dass mindestens diese Keilform vom Ro80 kommt 🙂
      Sandmann

    • Makrochip sagt:

      schau Dir den Audi 80 B3 an – der ist dem Ro 80 wie aus dem Gesicht geschnitten… sogar die Sicke die von der Mitte des vorderen Blinkers bis ans Heck läuft wurde übernommen. Wahnsinn, dass das Design 20 Jahre später immer noch punkten konnte…

  7. Thomas Vogt sagt:

    Die Wertentwicklung des R80 kann leider nicht mit dem des Toyo Kokyo Cosmo Sport mit halten. Dieser war als erster Serienwagen mit einem zuverlässigen 2 Kreiskolben Wankel 4 Wochen vorher auf dem Markt. Ich bin der Meinung die deutschen Medien haben den Wankelmotor des R80 damals zu unrecht schlecht gemacht. Die dadurch erzwungene Kulanz durch NSU, hat dazu geführt das sogar Motoren mit jaulenden Lagern der Lichtmaschine getauscht wurden……. Die R80 Besitzer konnten dann beim gegenseitigen Begrüßen noch einen Finger mehr heben. Die Werkstätten und die Endkunden waren mit neuen Technologie damals überfordert.

    • Sandmann sagt:

      Guck mal, jetzt habe ich auch wieder was dazu gelernt.
      Von dem Toyo wusste ich nicht. Sehr abgefahrener Autowagen.
      Ich glaube auch gar nicht dass die Preise für einen Ro80 noch dramatisch hoch gehen werden. Die für einen K70 steigen zwar, bleiben aber noch immer auf irgendeinem Golf II Niveau. Ich glaube, es gibt zu wenig Käufer, die in ihm die Ikone sehen und bereit wären, viel Geld auszugeben. Wir werden sehen.
      Und du hast Recht – bei vielen Ro80, die wegen eines “Motorschadens” in die Werkstatt kamen, war der eigentliche Motor gar nicht kaputt. Trotzdem frage ich mich, wie eine namhafte Autowerkstatt mit einem Wankel überfordert sein kann. Am Ende ist das ja auch keine Raketentechnik, einen halben Tag Schulung für die ausgebildeten KFZ Mechaniker, und die neue Technik mit allen Schrauben sollte sitzen. Möchte man meinen 🙁
      Als der Audi V8 kam waren die Werkstätten auch überfordert. Es gab extra V8 Zentren, die den heile machen konnte. Dabei ist er auch “nur” ein Alu V8 mit ein wenig Elektromechanik, den heute jeder halbwegs versierte Schrauber mit viel Zeit auch selbst reparieren kann.

      Ich bin gespannt was mit Phaeton & Co. in 10 Jahren sein wird…
      Sandmann 🙂

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