WischWasch Fandango

Keine Rücksicht. SO geht das nicht.

Keine Rücksicht. SO geht das nicht.

Ich reite seit über 25 Jahren alte Autos durch meine Welt. Und alle teilen das selbe Schicksal: Sie ziehen immer leicht nach links, sie haben immer Probleme mit dem Wärmetauscher und sie verschmieren immer die Scheiben. IMMER. Egal ob die Wischer neu sind oder nicht, ob von BOSCH oder von Xiong-Schong. Der XM macht da keine Ausnahme, der zieht leicht nach links, heizt innen echt bescheiden (ich weiß auch woran das liegt) und verschmiert die Scheiben. Besonders hinten. Und wenn ich energisch und eigennützig am Hebel für WischWasch zerre macht er sogar noch ganz andere Sachen, wie ich heute Morgen feststellen durfte…

Ich will klare Sicht beim Ausparken!

Lass mich durchblicken!

Lass mich durchblicken!

Das gallische Technikwunder kann nicht nur erhebenden Druck auf die Hydraulikleitungen geben, es kann angeblich auch Wasserdruck aufbauen. Vorn und hinten. Zeitlebens habe ich über Autos geunkt, die keinen Kofferraumdeckel haben, über Kombis sowieso und manchmal auch über Schräghecklimousinen. Wegen der Scheibenwischer hinten. Fastbacks. Hatchbacks. Oder so. Während ich so vor mich hin schreibe fällt mir ein, dass meine beiden liebsten Autos das Taunus Coupé und das Granada Coupé (jeweils mit Schrägheck) waren und sind und dass meine Freundin ein Mercedes T-Modell steuert, aber darum geht es gerade nicht. Ich werde heute Abend noch einmal selbstreflektierend in mich gehen. Hier und jetzt habe ich das Problem, dass ich eine sehr schräg stehende Heckscheibe ganz weit hinten sehe, die verschmiert ist. Ich mag das nicht, wenn ich nach hinten raus nichts sehen kann. Ich bin auch kein Freund von schwarzen Folien oder mechanischen Heckrollos (sowas hat die Karre auch…), ich liebe es hell und klar. Klar ist grad überhaupt nichts, also betätige ich zum ersten Mal diesen schlecht erreichbaren Knopf am Armaturenbrett, der die humiden Schleusen nach hinten öffnet.

quietsch spritz schmier

quietsch spritz schmier

SRRRSCHSCHSCH quietsch — quietsch — quietsch — Da kommt was. Aber nicht viel. Ein schäumendes Rinnsal sprutzelt auf den sich bemüht bewegenden Heckwischer (allein dass so ein Wischer überhaupt nötig ist, eine Limousine braucht den nicht!), aber der verschmiert die Szene nur noch mehr. Ich bin jetzt wörtlich rücksichtslos. Deprimierend. Dabei ist doch ein Citroën XM die Reinkarnation des Durchblicks, rundrum sind 12 schick komponierte Fensterscheiben, genaugenommen sogar 13 wenn man die zweite Heckscheibe unter der Heckklappe mitzählt. Die habe ich ausgebaut. Firlefanz. Der Wagen steht ein bisschen ungünstig zwischen der vierspurigen Amsinckstraße in Hamburg und dem Fußweg vor einem ehemaligen Hotel, von dem niemand weiß, warum es noch nicht abgerissen wurde. Ich steige trotzdem nochmal aus, um nachzugucken, was da hinten nicht stimmt. Das schöne Frühlingswetter am ersten wirklich sonnigen Tag im März macht mir das leicht. Ah. Hm. Notiz an mich selbst: Eine Stecknadel besorgen und die Düse mal richtig justieren. Und bei Gelegenheit auch ein neues Wischerblatt kaufen, ich glaube das ist noch das von der Erstauslieferung.

Hoch, nass, wenig

Hoch, nass, wenig

Ich habe nicht viel Lust, im Kofferraum nach einem Lappen zum manuellen Wischen zu forschen und belasse das Malheur aus Zitrusduft und Straßenschmiere im Ist-Zustand. Mein Weg durch Hamburg wird heute weitestgehend vorwärts ablaufen, deshalb habe ich noch echte Chancen, einigermaßen streifenfrei zu erkennen, was auf mich zukommt. Zum Hintermann ist noch genug Platz und ich hab noch die Rückspiegel. Also wieder rein in den vernachlässigten Tempel des automobilen Andersseins, die Frontscheibe zeigt sich ebenfalls ein bisschen schmiechig. Aber bei der weiß ich ja, dass es nur eine Frage der Wassermenge ist, bis ich irgendwann durchgucken kann. Für diese Wassermenge sorgt der dicke Hebel rechts mit vielen Funktionen und Bordcomputersteuerung. Zieht man den zu sich ran, bricht kurz das Bordnetz auf 8 Volt zusammen. Die WischWasch Pumpe läuft jammernd an, nimmt Fahrt auf, baut in Millisekunden übermenschlichen Druck auf und entlässt Fluten auf die Scheibe, die Noah umgehend dazu bewegt hätten, eine neue Arche zu bauen. So die Theorie.

Gib ihm vorne, und gib ihm rieichlich

Gib ihm vorne, und gib ihm rieichlich

Nun wissen wir alle, dass Theorie und Praxis nicht immer kongruent laufen. Fahrer wie ich, also Fahrer französischer Oberklasselimousinen aus den 90ern, berichten von elektrischen Phänomenen, die sich weder an die Ohm’schen Gesetze halten noch an physikalische Grenzen gebunden scheinen. Sie beschreiben hydropneumatische Verhaltensweisen im Alltag, die Einsteins Postulate widerlegen. Und sie erklären unberechenbare, rituelle Vorgänge beim Anlassen an einem kalten Wintermorgen mit einer Persönlichkeits- und Seelentheorie, die auch den überzeugtesten Priester zum Atheisten werden lässt.
In der Praxis macht also der denkbar einfache und banale Vorgang der Scheibenreinigung eines XM einfach WWWWWWWWWWWWWWWWWWWWWSSSS, die Wischer quietschen los, das Seifenwasser klatscht in alle möglichen Himmelsrichtungen und neben dem Auto schreit jemand spitz auf. Huch?

Regen vor blauem Himmel

Regen vor blauem Himmel

Als sich die Baumarkt-Monolippen-Powergummis aus prominentem griechischem Vorbesitz nach fünf oder sechs verschmierten Kurztrips über die Frotscheibe relaisgesteuert wieder hinsetzen bleiben viele Fragen offen. Eine Menge Wasser hat den Großraumbehälter vorn im gut geheizten Motorraum verlassen, aber davon ist nur ein Promillebereich auf der Scheibe angekommen. Ich sehe weniger als vorher, es ist alles verschmiert. Wo ist also das ganze Wasser hin? Warum bilden sich plötzlich auf der Heckscheibe Seifenblasen? Und wer hat da gerade aufgeschrien?
Gleich noch mal. Ich ziehe den Hebel mehrfach kurz ran, viele kleine Wasserstöße zischen wie Laserstrahlen von Luke Skywalkers X-WING aus den Wasserkanonen auf der Motorhaube, eigentlich könnte man damit wunderbar eine Demo von militanten Europagegnern auflösen. Welt der Wunder. Auf der Frontscheibe schimmern nach wie vor nur kleine, nach Zitrone riechende Pfützen, die von den quietschenden Gummis gleichmäßig über das Glas verschmiert werden. Hinten bewegt sich zwar nichts, die Scheibe wird aber immer durchsichtiger. So durchsichtig, dass ich die junge, nasse Frau gut erkennen kann, die jetzt aufgebracht und mit der Faust drohend an die Beifahrertür gelaufen kommt.

Was war das?

Was war das?

Sag mal GEHT’S noch??? Merken Sie eigentlich GAR NICHTS mehr??“ Ich werde sofort unsicher, wenn mich jemand laut siezt. Das war schon kurz vorm Abi so. Ich lasse das Fenster der Beifahrertür sirrend runter (das funktioniert wenigstens noch), wundere mich ein bisschen über die nennenswerten Mengen an Wischwasser, die nun (von oben kommend) ins Auto reinlaufen und gucke die Dame fragend an. Oha. Ihr Gesicht und ihr Dekolleté sind klitschnass und ein bisschen schaumig. Ich fürchte aus irgend einem Grund, sie könnte nach Zitrone riechen.
Ich steige aus und entschuldige mich bei ihr. Mein verwunderter Gesichtsausdruck scheint ihr zu bestätigen, dass ich sie nicht mutwillig mit den Waschdüsen meines alten Autos beschossen habe. Als wir geklärt haben, dass es sich bei der Feuchtigkeit in ihrem Antlitz und auf ihren Brüsten tatsächlich nur um einigermaßen sauberes Seifenwasser handelt muss sie sogar ein bisschen lachen und läuft kopfschüttelnd weiter. Ich für meinen Teil stehe hinter meinem Auto und bin erstaunt, was die vorderen Düsen so alles unter Wasser gesetzt haben. Eine das Dach, die andere den Fußweg…

ups.....

ups…..

Einige der offenen Fragen klären sich jetzt.
Andere Fragen klären sich auch, die habe ich aber eben gar nicht gefragt, die mäandern schon länger durch meinen Kopf. So erschließt es sich mir endlich, warum sich rund um die Dachantenne immer ein bisschen Korrosion und Grünspan bildet. Na klar, wenn immer das ganze Wischwasser da mit Hochdruck draufgeschossen wird. Erklärt das gar auch den immer noch schlechten Radioempfang, trotz Mercedes-Benz Becker Special Radio mit Dualempfängern? Vielleicht. Womöglich ist der permanente Einfluss von künstlichem Zitronenaroma auch verantwortlich für eine gewisse, vinyldachartige Mattigkeit des obersten Lackes? Hm. Weit hergeholt, eventuell war das auch die Sonne. Nächste Notiz an mich selbst: Auch die vorderen Düsen mit einer Nadel mal so einstellen, dass sie weder unbeteiligte Passanten durchnässen noch den halben Wagen einweichen. Der Kram soll auf die Scheibe, bei Geschwindigkeiten zwischen 0 und 140 km/h treffsicher und reinigend.

Die kleinen Lumpen!

Die kleinen Lumpen!

Bei der Gelegenheit kann ich gleich mal schauen, ob noch alle Schläuche dicht sind und nicht auf irgendwelche wild verlegten Relais oder Lüsterklemmen kleckern. Es ist nicht zu fassen, dass a) so unglaublich viel ignoranter Pfusch an diesem Wagen durchgeführt wurde aber er b) noch immer tadellos funktioniert. Wehret den Anfängen. Wenn das mit der Sonne und dem Frühling so weitergeht sehe ich einem herrlich verschraubten Jahr entgegen. In diesem Moment blicke ich erst einmal einer leicht durchnässten Hamburgerin hinterher. Haben Sie sich schon einmal derart intensiv mit der WischWasch Peripherie Ihres Autos befasst? Sehen Sie? So ein Franzose kann einen wunderbar erden.

Sandmann

About Sandmann

Die Zeit ist zu knapp für langweilige Autos, Abende vor dem Fernseher oder schlechten Wein. Ich pendel zwischen Liebe, Leben und Autos und komme nicht zur Ruhe. Aber ich arbeite daran.
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20 Responses to WischWasch Fandango

  1. jule says:

    Der einzige Kommentar, der mir einfällt : wieder einmal super unterhaltsam geschrieben. Ich will mehr !!!

    • Sandmann says:

      🙂

      Du bekommst mehr. Es hört ja nie auf.
      Ich bin heute mit Kindern und Kegeln im Benz mit einem XM hinten auf dem Trailer von Hankensbüttel über Uelzen zurück in den Norden gefahren. Also nur gaaaanz knapp an Hanstedt vorbei 😉
      Wenn ich aber spontan angehalten hätte, wären wir noch später in Wahlstedt gewesen, es wäre noch dunkler geworden und irgend jemandem wäre aufgefallen, dass die Lichter vom Trailer…. aber das ist eine andere Geschichte.

      Sandmann

  2. Tach Sandmann,
    so ein Heckwischer ist was Feines, wenn er funktioniert. Habe da so alle möglichen Defekte durch: Düse dreht mit Wischerbewegung mit, weil festgerostet, Schlauch undicht mit Überflutung vom Kofferraum, laute Geräusche, Totalausfall,…
    Jetzt im Superb ist kein Heckwischer vorhanden, weil dieser bei einer Limousine hässlich ist und mir als nutzlos erschien, was ein ganz grober Fehler war. Die Heckscheibe bleibt wider Erwarten nicht trocken und sauber wie beim Benz, sondern alles Regenwasser läuft während der Fahrt über diese runter, da es keine kleine Rinne zwischen Dach und Heckscheibe mehr gibt. Nun muss ich also öfter mal manuell die Scheibe putzen. Etwas Bewegung schadet nie…

    Grüße

    • Sandmann says:

      Ay Peter,

      haben die Ingenieure das einfach nicht beachtet? 🙁 Komisch, dass Regenwasser irgendwo hin muss ich doch hinlänglich bekannt?
      Auch ich hörte schon Horrorgeschichten von Heckwischern. Vor allem von meinem ehemaligen Nachbarn Lennart und seinem Francoise. Aber man munkelt, der sei nun auch schon Geschichte.
      Nein nein, der Wischer funktioniert an sich. Nur die Düsen…

      Und ich weit seit gestern, dass das Relais für das Abblendlicht über dem rechten Scheinwerfer ist und der Stecker davon einen Wackelkontakt hat….

      Sandmann

  3. Rafterman says:

    Moin Sandmann,

    ich finde das klasse, dass Du so ausführlich und bis ins kleinste Detail, einen Zustand beschreibst, den viele nicht einmal bemerken würden.
    Und das Beste daran ist, es erleidet Niemand einen wirklichen Schaden, keiner wird todkrank, es bricht kein Krieg aus, die Welt droht nicht unterzugehen etc..
    Es ist eine leserische Wohltat für mich, der von den täglichen Horrormeldungen der Medien die Nase gestrichen voll hat.
    Mach weiter so!
    So, ich muss mir jetzt auch mal den Zustand meiner Scheibenwischer ansehen 😉

    Grüße

    • Sandmann says:

      Ay Rafterman,

      nun – jemand wurde NASS 🙂 Schlimm genug schließlich lesen auch Kinder mit.

      Ich liebe die Kleinigkeiten des Alltags. Freut mich, dass du sie mit mir teilen magst. Und ja, auch ich habe momentan genug von schlechten Nachrichten. Es sind einfach zu viele. Und es laufen zu viele Idioten in der Welt rum, und alle sprechen sie plötzlich öffentlich. Nein nein. Autos, Gitarren und ein bisschen Liebe.

      Ich schließe also mit dem Zitat eines Songtextes meiner Leib und Magen Band Del Amitri:

      Roll down the window, let me hear the rain
      Let me hear her whispering, honey everything is OK

      Cos I’ve had enough bad news
      To last a lifetime
      I’ve had enough bad news
      To last a lifetime

      Well I drove all night under a seasick sky
      And I made it my mid-afternoon
      And I hope she’s home so she can hold me tight and tell me
      Everything is alright

      Cos I’ve had enough bad news
      To last a lifetime
      I’ve had enough bad news
      To last a lifetime

      And I was struck by how much I remembered
      And how everything sill looked the same
      When a neighbour I met in her hallway said
      „Looks like loverboy’s too late again“

      So take your troublesome baggage
      And put it on the next train home
      Cos you can guess somewhere else in the world right now
      Someone else feels just as alone

      Cos I’ve had enough bad news
      I’ve had enough bad news
      I’ve had enough bad news
      To last a lifetime
      To last a lifetime
      To last a lifetime
      To last a lifetime

  4. iErp says:

    Du hast ja nochmal Glück gehabt… Bei meinem Passat 3BG Kombi funktionierte die hintere Spritzdüse gar nicht. Ich dachte das wird wohl verstopft sein und habe mich erst mal nicht darum gekümmert , dann irgendwann bei einem Werkstattaufenthalt mal angeregt, das zu reparieren.

    Lösung: es war ein Winkelstück gebrochen, was dazu führte dass die ganze Plörre in das linke Seitenteil des Kofferraums lief. Der Meister meinte nur gut dass ich es nicht öfter und länger probiert habe, ich hätte mir das halbe Auto vollpumpen können… (Unter dem Bordwerkzeug fand sich dann auch ein Filzstück, das auch nach 2 Minuten unter fließendem Wasser nicht aufhören wollte zu schäumen) Wer konstruiert denn bitte so etwas, noch dazu ohne irgendwelche Ablauf Öffnungen für den Fall der Fälle…

    LG iErp

    • Sandmann says:

      Ay iErp,

      ups…. so gesehen hast du Recht, solange Wasser auf der Scheibe landet ist die Düse noch offen 😀

      Lustig war heute der Umstieg meines halbfinnischen Fräulein Altonas vom XM (von Kiel nach Hamburg) auf den Mercedes (weiter in Richtung Niedersachsen). Beim XM musst du den dicken Hebel rechts ranziehen, um WischWasch zu betätigen. Beim Benz musst du dafür den dicken Hebel links reindrücken…. Die wollte vom Beifahrersitz aus Wasser spritzen, nestelte rechts vom Lenkrad im Leeren rum und guckte erst verdutzt, als ich links drückte. Und dann fiel ihr ein, dass wir im anderen Auto sitzen 😉

      Für Wasser IM Auto sorgt übrigens bald der undichte Wärmetauscher, wenn ich den nicht endlich mal tausche. Den Tauscher….

      Sandmann

      • Im Golf 2 war der undichte Wärmetauscher ein Klassiker und sorgte für nasse Füße und Kühlwassergeruch im Innenraum. Aber da gab es mal einen Rückruf mit kostenlosem Tausch.
        Fahr doch einfach mal mit deinem XM zu VW und sage, dein Tauscher gehört kostenlos getauscht. Auf die Blicke wäre ich gespannt. 😉

        • Sandmann says:

          Ay Peter,

          gniiihihihi 🙂 Das wäre in der Tat unterhaltsam. Und wenn sie COOL sind tauschen sie den, das ist 30 Minuten Arbeit, und das Teil selbst kostet 30 Euro…
          Egal, ich mach das selbst. Hab jetzt in den vergangenen drei Tagen rund 1700 Kilometer abgespult, der läuft so geschmeidig und elegant, ich glaube das Gnadenbrot könnte sich zu einem Abendessen ausdehnen…..

          Sandmann

  5. Ralf says:

    Bin ich alter Sack der einzige hier, der sich überlegt, wie man die Düsen so verstellen kann, dass bei Bedarf T-Shirts nass werden?

    Ralf K.

  6. opatios says:

    Ich wunderte mich mal über eine regelmäßig nasse Fußmatte im Fahrerfußraum und durchdringenden Putzmittelgeruch. Ziemlich klar: Scheibenklar. Aber wie kommt das unters Lenkrad? Des Rätsels Lösung: Renault hat den Schlauch vom vorderen Wischwasserbehälter zum Heckwischer durch den Innenraum gelegt, und Plastikschlauch wird nach 17 Jahren wiederholten starken Temperaturwechseln irgendwann spröde und brüchig… jedenfalls konnte man das Stück Schlauch, das vom Motorraum reinkam, zwischen den Fingern zerbröseln.

    • Sandmann says:

      Ay opatios,

      ich habe gerade so eine Ahnung, dass auch der Schlauch vom XM nach hinten durchaus irgendwo innen laufen könnte. Und der ist auch schon 18 Jahre alt 😉
      Ich muss das mal checken……

      Schönes Osterfest!
      Sandmann

  7. Daemonarch says:

    Vom Wärmetauscher kann ich ein liedchen singen… Zwar war der einzige der bei mir bisher den geist aufgegeben hat, beim Audi 200, wo er noch getauscht werden kann ohne das ganze Armaturenbrett auszubauen, aber genug Arbeit war es trotzdem.

    Heckwischer gehen bei meinen 2 Passats auch nicht richtig, aber anscheinend weil die Andruckfeder im Laufe der zeit wohl die Spannung verliert. Egal, hauptsache die Spiegel sind sauber.

    • Sandmann says:

      Ay Daemonarch,

      coolerweise ist ausgerechnet der Wärmetauscher beim XM locker durch den Beifahrerfußraum zu wechseln. Ich habe mir sogar Schlauchklemmen gekauft, damit ich nicht das ganze Kühlsystem neu füllen muss 🙂 Nur das Entlüften des 2.5 Liter Diesels ist dann ein wenig aufwändig, aber egal. Die Temperaturen machen so langsam auch mit….

      Sandmann

  8. Alex says:

    Hi Sandmann,

    lese nun schon einige Zeit deine Abenteuer rund um Leben, Liebe und Längsbeschleunigung und dein Blog verkurzweilte mir so manchen Nachmittag …. im Büro. *gnihihi*

    Es liegt wahrscheinlich an deiner mal wieder herrlich vollumfänglichen Betrachtung so profaner Dinge wie einer Scheibenwaschanlage, die heute das brennende Verlangen in mir entfacht, per Kommentar noch mehr Mystik in diese Thematik zu streuen:

    WARUM ZUM TEUFEL VERSTELLEN SICH DIESE DÜSEN ÜBERHAUPT ? … und dann noch das proportionale Verhältnis zwischen Fahrzeugalter und Abweichung vom Normspritzwinkel.

    Magnetoparitätskryptoskopische Vibrationen der Lichtmaschine ?
    Staudruck durch unsachgemäßem Rückwärtsfahren mit 200 km/h ?
    oder doch Aliens ?

    Naja, eigentlich finde ich gut, dass sich noch Geheimnisse um unsere Mobile ranken.

    Altblechgrüße,
    Alex

    • Sandmann says:

      Ay Alex,

      freut mich glaube ich mehr als deinen Chef, dass du meine Geschichten am Arbeitsplatz genießt 😉

      Ja, die lieben Düsen…. Also beim XM gibt es eine ganz profane Erklärung dafür, warum sie sich verstellen. Die sind an der Motorhaube festgeschraubt, und immer wenn ich die zuknalle bekommen die einen auf den Döz.
      Was mich viel mehr stresst – ich habe inzwischen eine farblich zum Fahrzeug passende Stecknadel gefunden, aber glaub mal nicht dass es mir gelingt, die Dinger so einzustellen, dass sie die Scheibe treffen 🙁 Vielleicht sollte ich immer eine Wasserpistole auf dem Beifahrersitz liegen haben und bei Bedarf damit aus dem Fenster der Fahrertür auf die Scheibe schießen. So ein Mist. Ich bin verzweifelt.

      Sandmann

  9. Micha says:

    Grundgütiger!
    Wie sieht denn das Auto aus? Ich weiß jetzt gar nicht, ob mir die nasse oder trockene Seite besser gefällt. Ob der nicht vielleicht einfach mal gewaschen werden sollte?

    Als Auch-Motorrad- und Cabrio-Fahrer freue ich mich übrigens über jeden, der sich für die Einstellung der Waschdüsen interessiert. Irgendwie rieche ich nämlich fast häufiger nach Zitrone als junge Damen. Nicht, dass ich gewöhnlich über den Duft junger Damen schimpfen müsste, aber auch ich habe ja durchaus eigene Duftwässerchen und muss nicht während der Fahrt zitroniert werden. Noch schlimmer allerdings sind die Heidebauern, die im Sommer ihre Feldbewässerung gerne etwas großzügiger einstellen. „Ist ja nur Wasser!“

    • Sandmann says:

      Ay Micha,

      der Xm sieht (sah) so schlimm aus, weil das Dach in der griechischen Sonne ausgeblichen wurde. Der war nicht soooo schmutzig, nur matt 😉
      Zitrone, wie? 😀 Aus irgend einem Grund riecht es in meinem Taunus in scharf durchfahrenen Rechtskurven auch nach Zitrone. Egal, wie voll oder leer der Wischwaschbehälter ist. Ein Mysterium, was ich wohl nie lösen werde.

      Ein Gruß in die Heide, meine alte Heimat
      Sandmann

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