Die Brücken am Kloss

Und was machen Sie so am Abend?

Und was machen Sie so am Abend?

Ein Leben mit Leichen.
Obwohl… ganz tot sind die Blechhaufen, die als „Autos“ bei einem Verwerter rumliegen, ja noch nicht. Sie haben alle einen Organspendeausweis, ob der freiwillig unterschrieben wurde sei mal dahingestellt. Weil sie sterben, können andere Artgenossen weiterleben. In diesem Fall mein (von euch) ungeliebter Scorpio 2. Als ich vor ein paar Wochen hier bei Harry Kloss im Osten Hamburgs herumschlich, sprangen mir zwei durchaus intakte Ansaugbrücken (oder Ansaugkrümmer oder nennt die Dinger wie ihr wollt) zweier schon heftig gefledderter Scorpien (Scorpi? Scorpia?) auf den Plan. Heute also in meinem Kalender: Ein Brückentag. Quasi. Ich versuche, die beiden Plastikteile liebevoll und bruchfrei zu bergen, für schlechte Zeiten, denn der nächste Riss wegen des heißen Kühlwassers kommt bestimmt. Na los, Männer und Frauen, tauchen wir gemeinsam in die Motorräume auf der grünen Wiese und machen uns schmutzig!

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Fachmann mit Herz für Mechanik: Rainer Peukert

In des Meisters Heiligen Hallen

In des Meisters Heiligen Hallen

[Anzeige/Werbung] Ich habe da jemanden kennen gelernt und mache sehr gern Werbung für ihn und seinen Arbeitgeber 🙂 Denn in der Oldtimerszene tummeln sich oft beherzte Schrauber, die zwar ambitioniert, aber wenig sachverständig ihrem Hobby frönen. Oder es finden sich wandelnde Lexika mit dem perfekten Auge für Spaltmaße, die aber in der Kommunikation mit den anderen versagen. Rainer Peukert, Partnership Manager Classic Cars bei Hiscox, vereint Fröhlichkeit, Kommunikation und Fachwissen. Ich habe ihn in seiner Werkstatt zu Hause besucht, und jetzt weiß ich auch, wo ich nächsten Monat meinen Taunus oldtimerversichern werde…

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Kleine Schrauberfreuden

Like a Boss bei Harry Kloss

Like a Boss bei Harry Kloss

Teilesafari beim Schrotti

Einmal im Jahr sollte ein Norddeutscher bei Harry Kloss toben. Mindestens. Eigentlich. Nun fahre ich seit mehr als zwei Jahren ein Auto, was man auch bei den unkonventionellsten Autoverwertern nicht mehr findet, deshalb war ich hier in Oststeinbek zuletzt mit Knut, anno 2015, um Teile für meinen damaligen Citroën XM zu bunkern. Noch ein Jahr davor entdeckte ich auf der grünen Wiese Futter für meinen alten Audi 100, den Dottore! Und heute? Hm. Also nix Taunus, das ist klar. Das Wetter ist seit Monaten regenlos schön, ich habe meine Artikel alle fertig geschrieben, ein bisschen abendliche Zeit und – als Erstwagen ein Auto, was da vielleicht spendend rumliegen könnte. Warum nicht mal wieder zu Kloss, Scorpio 2 suchen? Schrauben und fleddern macht glücklich, und tatsächlich stehen ein paar benötigte Kleinigkeiten auf meiner Liste. Einfach mal wieder hin da. Kommt ihr mit?

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Null Null Siebens Reihensechs

Die beiden können sich sehen lassen.

Die beiden können sich sehen lassen.

Aston Martin – da denke ich sofort an diesen Geheimagenten mit der Lizenz zum Töten. Der scheuchte 1964 in „Goldfinger“ erstmals einen Sportwagen dieser Marke mit der Zusatzbezeichnung DB5 über die Leinwand. James Bond schmückte den Aston, Aston schmückte James Bond. Im Alltag oder im Straßenverkehr des neuen Jahrtausends sah und sieht man so einen Briten höchst selten. Das hat viele Gründe. Einer ist: Aston Martin Lagonda Ltd. baute von den Modellen DB1 bis DB6 über die Jahre jeweils nur drei- oder vierstellige Stückzahlen. Die waren also schon immer very expensive – und very british. Was man auch mit sympathisch unzuverlässig übersetzen kann. Und das galt für den Nachfolger des DB6 ebenso – den DBS. Da trauen sich nach einigen Lebensjahren auf der Straße nicht mehr pauschal alle Enthusiasten heran. Standet ihr schon mal bei Kälte und Regen auf dem Standstreifen neben der dreispurigen Autobahn und sagtet dem ADAC-Mann am Telefon, der Havarist sei ein Aston Martin DBS von 1971? Na also…

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Das Leben ist DISCO!

Das war doch klar...

Das war doch klar…

Ein Auto, was niemand mag – eine Tochter, die von euch keiner je gesehen hat – und eine Stadt, in der die meisten noch nie waren. Das ist mein Stoff, aus dem Geschichten sind. Und wenn ich sie nur aufschreibe, um sie meinem viertelfinnischen Sandmädchen in vielen Jahren einmal zu zeigen. Oder um euch Scorpio-II-Lästerern in 20 Jahren sagen zu können: „Seht ihr, damals waren die billig. Ich hatte einen. Und heute jammert ihr alle rum dass man einen hätte aufheben sollen!“ 🙂 Am Ende möchte ich dem Freibad meiner Kindheit eine kleine, bescheidene Ballade singen. Das gibt’s nämlich noch immer. Ich bin da zuletzt aktiv 1988 gewesen, schlank, halblange Haare, muskulöse Beine… wie Fotos belegen können (ayayayyyy….). Seit mehr als einer Woche freut sich mein kleiner Frosch auf diesen Tag, und deshalb satteln wir mal das Kölner Barock-Pferd und rollen ins Uelzener BADUE Freibad.

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Zuwachsende Kindheit.

Manchmal steht die Zeit still

Manchmal steht die Zeit still

Mit Olaf, Olaf und Olaf zu Olaf.
Meine mitreißende Mitreisende ist 5 Jahre alt und will baden gehen – in Uelzen. Na gut, nicht ganz uneigennützig erfülle ich ihr diesen Wunsch. Das Wochenende ist frei und ohne Termine, und wir machen uns in einem verkannten und belächelten Auto auf den Weg in das von Hamburg rund 100 Kilometer entfernte Uelzen zum Freibad meiner Kindheit. Einfach mal so, aber mit funktionierender Klimaanlage. Vor Ort finden wir eventuell einen Kirschbaum, ein Haus mit einer hohen Hecke, einen alten Schulweg und einen Tunnel ohne Lampen. Das klingt vermutlich alles ein bisschen bescheuert, das ist es auch irgendwie, aber wer bin ich denn dass ich meinen Nachwuchs in einem Indoor Freizeitpark verklappe, statt mich von dem Charme einer Kita Königin wieder einmal erden zu lassen? Reisen. Unterwegs sein. Der Tank ist voll, der Kofferraum auch, Sting und Günther Jauch warten auf mich und der vierte Gang ist schon vorgefahren. Zumindest ist er nicht mehr da. Also los.

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Die göttliche Gleiterin

Röppeldipöppel brabbelt es aus dem Auspüffchen

Röppeldipöppel brabbelt es aus dem Auspüffchen

Ja – sie erhebt sich doch vom Boden in göttliche Höhe. Langsam und elegant. Das regelmäßige charakteristische Knacken der Ventile irgendwo an der Hydropneumatik buhlt mit dem brabbelnden, tief unter der Aluhaube versteckten Vier-Banger um Aufmerksamkeit, aus dem lustig dünnen Doppelauspüffchen spraddelt unkatalysiert verbranntes Superbenzin in die Luft. Ach, wie das duftet. Citroën DS, der göttliche Palast von 1972, dieses fast voll ausgestattete Relikt aus einer anderen Welt, erwacht zum Leben, öffnet die gelben Augen und streckt sich voller Würde. Kein Vergleich mit Zeitgenossen, wozu auch, dieses Auto war damals schon einzigartig. Ich will es einfach nur mal fahren.

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Roadtrip nach Monaco!

Monaco or bust!

Monaco or bust!

Der Weg ist das Ziel: Vier Petrol Heads aus dem Mercedes-Benz Museum (mein Chef Micha, Kameramann Alex, Fotograf Gijs und ich) starten in Stuttgart zur „Sternfahrt“ und cruisen drei Tage lang auf Nebenstraßen quer durch Frankreich. Nicht in schicken Neuwagen, wie die anderen, sondern am Steuer einer unrestaurierten S-Klasse (W 108 von 1969) und einer klassischen G-Klasse. Warum? Mercedes-Benz präsentierte die Laureus Sports Awards 2018 in Monaco – und am Steuer so eines alten Autos erlebt man einfach mehr als im Flugzeug. Oh ja. Oh ja jaaaaa. Schnee, Havarie mit geplatztem Kühlwasserschlauch am Samstag Abend irgendwo bei Avignon, Starkregen in Saint Tropez. Alles dabei. Gönnt euch drei Minuten Roadtrip de Luxe, die Geschichte kommt später auch noch. In diesem Sinne: Anschnallen und los!

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Farvel, Danmark

So viel Glück muss sein.

So viel Glück muss sein.

Die letzten Minuten einer schönen Zeit.
Oft haben sie mich traurig gemacht. Oft haben mich sogar schon die letzten 24 Stunden einer kreativen Dänemark-Auszeit in ein pathetisches Tief aus Selbstmitleid und nicht-loslassen-Können gestürzt. Immer wenn etwas zu Ende ist, habe ich damit ein Problem. Ein Therapeut würde sich bei der Analyse meiner Kindheit die Finger lecken, doch heute wäre ich kein interessanter Patient. Heute stehe ich hier, in diesen letzten Minuten einer schönen Zeit, und ich bin nicht traurig. Warum nicht? Liegt das an der bunten Glückskette, die mir mein viertelfinnisches Sandmädchen gebaut hat? Funktioniert die etwa wirklich? Oder liegt es am grauen Nieselregen, der sich wie eine kalte, nasse Decke über das Land legt, so furchtbar und einsam, dass man einfach gute Laune haben muss? Ich weiß es nicht.

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Der Abend vor dem Morgen danach.

Das könnte auch Südfrankreich sein.

Das könnte auch Südfrankreich sein.

Was mache ich, wenn ich mich eine Woche lang zum Arbeiten in Dänemark verschanzt habe? Arbeiten. Okay. Was noch? Essen, trinken, Musik, schlafen. Und – Autofotos! Dass ich dieses Mal nicht mit dem geliebten Taunus gefahren bin hatte zwei gute Gründe: Der Schnee und das Salz vom Hinweg wären nicht gut für ihn gewesen. Und der Scorpio war bisher noch kein Sonnenuntergangs-Protagonist. Vermutlich war er das noch nie bei irgend jemandem jemals. Ihr könnt ihn mögen oder hassen, ich fahre den heute trotzdem an den Nordseestrand und mache die Bilder, die ich so mache, wenn ich hier bin. Pathos, Licht und Schatten, Rost und Spaß. Kommt ihr mit? Es wird eine rauschende, chromfarbene Meeresorgie, von der ich mich erst am nächsten Morgen erholen werde. Aber ich will vorher noch einen Hotdog essen.

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Vanitas Leuchtfeuer

Ein letztes Mal...?

Ein letztes Mal…?

Reisende soll man nicht aufhalten.

Ein herrlicher Spruch, der im Netz den unangenehmen Zeitgenossen und Trollen bekundet, dass sie sich mal ganz gepflegt vom Acker machen sollen. Im Norden Dänemarks stehen eine Menge alte Leuchttürme rum, die den Reisenden ein Zeichen sein sollten. Jeder für sich ein kleines, gemauertes Kunstwerk aus einer Zeit vor Radar, GPS Handies und Satellitennavigation. Kein reisender Mensch und kein reisendes Schiff braucht heute mehr einen Leuchtturm, um nicht an einer Küste zu zerschellen. Deshalb sind diese alten Steinsäulen nur noch selten in Betrieb und dienen vor allem den Selfies der gelangweilten Touristen als abwechslungsreicher Hintergrund. Das Leuchtfeuer von Rudbjerg Knude hatte Jahrzehnte lang mit Reisenden zu kämpfen. Erst waren es reisende Seeleute, denen es geleuchtet hat, dann kamen reisende Sandmassen, dann war es die reisende Küste selbst. Der Turm und seine Erhalter haben den Kampf gegen die Natur aufgegeben. Heute sehe ich eine mir schon lange bekannte Taunusfahrerin zum ersten Mal, und heute reisen wir zu diesem Leuchtturm. Vermutlich zum letzten Mal.

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Endlich fliegen!

... muss die Freiheit wohl grenzenlos sein...

… muss die Freiheit wohl grenzenlos sein…

Das wird jetzt ein bisschen Off Topic. Und pathetisch.
Aber irgendwie auch nicht. Diesmal kommen keine Autos vor, da müsst ihr durch. Dafür ein kleines Flugzeug. In den Chroniken der Abteilung „Leben und so“ steht in meinen 80er Jahren der riesengroße Wunsch, alles Mögliche ferngesteuert zu bewegen. Autos mit Elektromotor. Autos mit Verbrennungsmotor. Und ein großes Flugzeug, ebenfalls mit Verbrenner und schwarz-sexy-sündiger Graupner 8-Kanal-Fernsteuerung. Alle diese Modelle mit Rädern und Flügeln gibt es heute nicht mehr, aber der Wunsch des Fliegens ist immer geblieben. Über 30 Jahre nach meinem ersten, nie gestarteten Modellflugzeug stehe ich heute inmitten eines windigen Stücks trockener dänischer Heidelandschaft. Mit wild klopfendem Herzen und sonnigem Gemüt. In der einen Hand ein Flugzeug, in der anderen Hand eine Fernsteuerung und im Mund (mir fehlt die dritte Hand) das iPhone. Wegen der Fotos. Fotos von meinem ersten Mal…

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Ostwind

Wolken weg. Hallo Norden.

Wolken weg. Hallo Norden.

Die Wettervorhersage ist verheerend.
Ich meine… auf der iPhone Wetterapp ist sie immer verheerend, aber heute Morgen sprechen sie auch auf den norddeutschen Radiosendern von fiesem Sturm, heftigem Schnee und heimtückischer Glätte. Rund um Schleswig. Wie schön, dass ich a) vorgestern für ein Foto testweise die Sommerreifen auf den Kölner Salzschlucker gezogen habe, um die Felgen optisch ein bisschen zu akklimatisieren und b) gleich aufbreche zu einem 310 Kilometer Trip von Hamburg an die dänische Westküste. Also noch weiter nach Norden, an Schleswig vorbei. Leicht nervös und irgendwie pathetisch küsse ich mein halbfinnisches Fräulein Altona und mein viertelfinnisches Sandmädchen. Die kleine drückt mir zartschmelzend lächelnd Olaf, das Schaf aus Uelzen in den Arm. „Damit du nicht so alleine bist, Papa„. Dann hängt sie mir eine selbstgebastelte Perlenkette um. Jungs weinen nicht. Behauptet jedenfalls Robert Schmidt von Die Heilung. Ich sehe das anders und vermisse die beiden schon im Erdgeschoss vor der Haustür. Seufz. Aber so eine einsame Schreib-Aus-Arbeitszeit hat abgesehen vom Vermissen auch viele gute Seiten. Glaube ich. Der Wind weht eisig durch die Straßen. Erste Schneeflocken tanzen über den Asphalt.

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Im dritten Winter…

Vorsorge, leider dimensionswuchernd

Vorsorge, leider dimensionswuchernd

… wird alles besser 😀
Das habe ich mir zumindest vorgenommen. Ich bin ein Großmeister der optimistischen Vorsätze, die ich dann allesamt wieder breche. Schon in den 90ern stand ich breitbeinig im Kieler Irish Pub in der Bergstraße und schmetterte „It’s nothing new, I am breaking my intentions“ zur schranzig ausgepegelten Telecaster. Der immer randvoll gefüllte Saal mit randvoll gefüllten Iren, Briten und Walisern tanzte und gröhlte mit. Das Lied kannte trotzdem niemand, wie denn auch, es war ja von mir. Aber ich schweife schon im ersten Absatz ab. Äh… Vorsätze. Genau. Im ersten Winter habe ich meinen antiken Taunus durch Eis und Schnee gescheucht. Zwar war da weder Eis noch Schnee, aber es war Winter. Im zweiten Winter (das ist *jetzt*) lasse ich ihn bei Eis und Schnee stehen und degradiere den neu erworbenen Scorpio zum Salzschlucker. Immerhin, erstmalig in meiner Autogeschichte! Und im dritten Winter…? Mein Vorsatz beinhaltet eine gute Konservierung und den Einsatz sogenannter Radhaus-Innenschalen. Landläufig „Lokaris“ genannt, von der herstellenden Firma abgeleitet. Mit denen stehe ich jetzt hier, und sie passen nicht ins Auto. Also, innen rein meine ich.

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