Schweizer Käse Loslassen

Bereit für die große Reise

Ich kann nicht gut loslassen. Autos kommen und gehen. Einige bleiben nur kurz, andere bleiben lange. Einige sind nur etwas schrägere Transportkisten für den notwendigen Weg von A nach B, andere haben eine lange Geschichte und begleiten einen ganzen Lebensabschnitt emotional und bleibend. Der 1971er VW K 70 gehört zu meinen Autos mit Geschichte. Mit eigener, persönlicher Geschichte aus meiner Kindheit und nach über 10 Jahren auch mit einer neueren, selbst erlebten Geschichte in der Welt der Erwachsenen. Aber so viele Geschichten sich auch stapeln – ein Tag hat nur 24 Stunden und ein Jahr hat nur 365 Tage. Ich habe inzwischen gelernt, dass ich das nicht ändern kann. In meinem Leben ist kein Platz mehr für einen kleinen, liebebedürftigen Goldklumpen aus Salzgitter. Und die Rumsteherei macht ihn nicht besser. Jetzt wohnt er wieder in der Schweiz, wo er mal herkam.

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Der Neue in der Klasse

Guckt euch diese Nase an!

Das dunkelblaue Coupé gleitet über das Kopfsteinpflaster, der Vierzylinder knurrt bajuwarisch-sonor im Standgas – was für eine Form. Und was für ein ungewöhnlicher Auftritt: Ein Gesicht wie ein traurig guckender Hai. Die Augen einer melancholischen Sphinx, mit einer schmalen, verchromten Niere, die gleichzeitig Nase und Zähne zu sein scheint. Keine B-Säule, ein klassisch flach abfallendes Dach und ein Heck wie direkt aus einer italienischen Sportwagenschmiede: Der BMW 2000 CS scheint von einem anderen Planeten. So wunderschön und so schnell auf der linken Spur der Autobahnen der 60er Jahre. Wer denkt sich bloß so ein Auto aus?

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Kein Laut.

Bäume, Wasser und viel Ruhe

Eine Woche jenseits der Akustik. Raus aus Kiel, raus aus Hamburg. Raus aus dem Lärm, den Baustellen und den hektischen Stadtteilen voller geistig nicht zurechnungsfähiger Nihilisten. Nicht in einen niedersächsischen CenterParc mit Ballermann-Kinderbespaßung und All-Inclusive-Verpflegung nebst 24-Stunden-Alkoholflatrate, sondern in ein finnisches Haus an einem finnischen See, ohne Nachbarn. Die Kinderbespaßung übernehmen wir selbst (das nennt man „Familie“) und zu essen gibt es auf Birkenholz gegrillte Saunawürste mit süßem Senf und penibel dosiertes, sündhaft teures Dosenbier. Eine Welt voller Wald mit leckeren Beeren, duftenden Kiefern und Mücken. Und Stille. Eine epische Stille.

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Waldgeister

Liegt da einfach so rum.

Verlassenes macht mich traurig und nachdenklich. Verlassene Häuser, verlassene Menschen oder verlassene Autos. Hinter allem steckt eine Geschichte, selten alltäglich, manchmal tragisch, meistens wegen der oberflächlichen Betrachtung unergründlich. Lebewesen oder Gegenstände in einem Zustand, in dem sie so nicht sein sollten. Oder an einem Ort, an dem man sie nicht erwartet hat. Alles auf dieser Welt wurde irgendwann einmal geliebt, gekauft, genutzt. Diese Gedanken drehen in meinem Kopf ein paar Runden und vermischen sich zu wirrem Zeugs, während ich in meinem eben gerade geparkten Auto sitze und in den tiefen, finnischen Wald blicke. Ganz weit hinten, jenseits alles Straßen, sehe ich die Umrisse eines verlassenen, alten Autos. Ich muss da glaube ich mal hinstapfen.

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Die Tiefgarage

Sehr sehr weit unten

Helsinki ist groß und besteht vor allem aus Häusern für Menschen. Deshalb sind, wie in jeder anderen Hauptstadt auch, die Übernachtungsmöglichkeiten für Kraftfahrzeuge aller Art nur begrenzt vorhanden. Unser etwas schräges Hotelli mit einem netten, aber zwielichtigem Mann an der Rezeption bietet über den Erwerb von Aktien und betonierten Eigentumsanteilen ein paar Quadratmeter in einer Tiefgarage an, wo das bedachboxte Reisemobil einigermaßen sicher und vor allem fern der Augen korrupter Abschleppunternehmer 24 Stunden verweilen darf. Soweit die Theorie. Dass es sich hier um einen magischen Ort in der Nähe des Erdmittelpunkts handelt, wurde mir vorher nicht mitgeteilt. Herum, herum, herum, herum…..

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Die italienische Natter

Irgendwo in Umbrien?

Dieser Alfa ist wie zu viel Kaffee mit Kofferraum. Aufwühlend, hektisch und dabei gar nicht mal so unpraktisch. Die Welt um einen herum scheint langsamer zu werden, oder macht mich das Adrenalin schneller? Die italienische Giulia Super packt ihren Fahrer auf wenig subtile Art und Weise, und das macht sie zur ehrlichen Haut aus Blech und Gummi. „Cuore Sportivo“, nicht übertrieben aufdringlich, ohne breite Blechwülste, aber alle sind sich einig: Was für eine tolle Karre! Ich habe einen ambitionierten Händler bei Ahrensburg kennengelernt, der mir dieses Prachtstück für einen Ausritt zur Verfügung gestellt hat. Steigen wir ein und geben wir ihr die Sporen.

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Sharknose aus München

Ferenc und die Amazonit Nase

Mit einem kleinen Spielzeugauto der Firma SIKU in einer wahrhaft seltsamen Farbe ging alles los. BMWs Sechser Coupé aus den 70ern weckte damals Begehrlichkeiten, heute weckt es Erinnerungen. Großer Reihensechser vorn längs, Heckantrieb, zwei Türen mit vier Plätzen und eine zeitlose, sportlich gedrungene Karosserie. Die Haifischnase hat es Ferenc Kempermann aus Hamburg seit seiner Kindheit angetan. Und endlich hat er sie in 1:1, in der gleichen Farbe wie damals sein SIKU Auto.
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Bullerbü mit Kater

So schön, das kann nur Kulisse sein.

„Ich heiße Lisa. Ich bin ein Mädchen. Das hört man übrigens auch am Namen. Ich bin sieben Jahre alt und werde bald acht. Manchmal sagt Mama: »Du bist ja mein großes Mädchen, du kannst mir also heute beim Abwaschen helfen.« Und manchmal sagen Lasse und Bosse: »Kleine Mädchen dürfen nicht mit uns Indianer spielen. Du bist zu klein.« Daher weiß ich nicht, ob ich eigentlich groß oder klein bin. Wenn die einen finden, dass man groß ist, und andere, dass man klein ist, so ist man vielleicht gerade richtig.“
Das sind die ersten Zeilen aus „Wir Kinder aus Bullerbü“. Auf dem Land- und Seeweg Richtung Suomi pendel ich heute von Norwegen nach Schweden, ins Reich von Astrid Lindgren. Lisa, Lasse und Bosse finde ich nicht. Aber einen alten Mann und seine Katze. Schnallt euch an. Aber hinten nicht, wenn das geht ist euer Auto zu neu.

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Wikingerdiesel

Über den Dächern von Oslo

Über den Dächern von Oslo

„Halbfinnisch“. Könnt ihr euch vorstellen, was das bedeutet? Also klar, „niedersächsisch“ kann ich noch erklären, da zieht es mich mehrmals im Jahr in eine kaum bekannte Stadt in der Lüneburger Heide, in der ich mich aber geborgen fühle, weil ich da aufgewachsen bin. Aber „halbfinnisch“… das ist, wenn eine genetische Programmierung alle fünf bis sechs Jahre an die Innenseite des Schädels klopft. Man isst dann mehr und mehr frisch gepflückte rote und blaue Beeren, googelt (im Rest von Europa längst vergessene) Skispringer mit Alkoholproblemen und nimmt wieder Kontakt zu Verwandten auf, die inmitten von Kiefern und Birken zwischen kalten Seen ihr Leben im Einklang mit den Mücken leben. Diese Perioden enden dann immer mit der Buchung von mindestens einer Autofähre und einem Mökki irgendwo auf diesem großen, felsigen Stück nordischer Erde, das gerade mal so viele Einwohner zählt wie Hamburg und Kiel zusammen. Sie hat gebucht. Aber nicht den direkten Weg. Oslo soll auch schön sein, Stockholm sowieso, also ist es kein Long way to Tipperary, sondern to Pertunmaa. Ein Umweg. Packen, volltanken und los.

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Vati auf’m Auditreffen

Alles voller Audis hier

Vatertag? Prost. Himmelfahrt? Amen. Traditionen sind doch herrlich. Aber vielleicht liegt das in diesem Fall auch einfach daran, dass es sich um einen seit … öh … na ja schon fast zwei Jahrzehnte alten Kult handelt, der noch aus den Frühzeiten meines Audi V8 Daseins stammt. Das klassische Treffen am Vatertag, für alle Väter und Nichtväter, auf jeden Fall mit dem Auto und mindestens mit einem Audi. Mindestens. Wie in den letzten Jahren geht’s (nein rollt’s) nach Fehrenbötel (bei Wahlstedt, das ist bei Bad Segeberg, das ist in Schleswig-Holstein, Deutschland, wenig Bäume, viel Regen). Und im Wandel der unaufhaltsam fortschreitenden Zeit fahren nicht mehr alle einen Audi V8 🙂 So langsam hab ich das Treffen mit ein paar Andersfahrenden unterwandert, aber das macht den Abend nicht schlechter. Bier, Grillfleisch, Feuertonne und Bollerwagen. Väter? Vielleicht. Aber das war ja zu erwarten.

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Roadtrip im Karmann Ghia

Das kann ja nur ein guter Tag werden

Wer in den 50ern und 60ern einen feuerroten Karmann Ghia fuhr, der oder die hatte definitiv Geschmack. Und noch heute (oder heute wieder!) lässt er die Herzen höher schlagen! Auch das Herz von Brigitte – sie hat sich den lang gehegten Traum erfüllt und sich den kleinen Roten gekauft, von dem sie damals nur geträumt hatte. Heute leiht sie den Oldtimer ihrer Tochter Pia und meiner Tochter Mira. Ich fahr mal ein Stück hinterher und mache ein paar Fotos. Mal schauen, ob der Held von damals – ohne Bluetooth und Zentraldisplay – auch das Herz der jungen Menschen von heute erobern kann.

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Kochen mit 12 Töpfen

SO schön kann Sportwagen sein!

Heute gibt’s entgegen meiner Einstellung doch mal Katzenfotos für euch 🙂 Jaguars E-Type ist einer der begehrtesten Sportwagen der Insel. Mit einer der längsten Serienmotorhauben der Automobilgeschichte, schönen geschwungenen Formen und kernigen „Triebwerken“ wurde die damals innerhalb des Genres relativ preiswerte Konstruktion zum ewigen Klassiker und zur Ikone. Es gibt nur noch wenige der Roadster mit dem gewaltigen Zwölfzylinder in Deutschland, und einer davon steht heute hier bereit. Ich erfülle mir einen ewigen Traum, mache gleichzeitig etwas [Werbung] für einen befreundeten Oldtimer Spezialversicherer und nehme euch mit auf eine höchst emotionale Reise.

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Krümmer geht’s nicht!

Das linke ersetzt das im Hintergrund... irgendwo...

Das linke ersetzt das im Hintergrund… irgendwo…

Ihr habt es fast geschafft. Durchhalten! Ich war heftig hin- und hergerissen, vor allem eure fröhlichen, gar frenetisch jubelnden Kommentare wenn ich offen über eine Trennung nachdachte… hatten mich eigentlich dazu bewogen, den Glupschi auf jeden Fall zu behalten 😀 Den Schuss ins Herz gab mir letztendlich eine Erkenntnis an einem dieser Sonntag Nachmittage. Ich will den gerissenen Ansaugkrümmer gegen einen fast neuen tauschen, habe alles vorbereitet und bin guter Dinge… Die Vögel piepen und die Bienen summen… und dann ist da  dieses eine, doppelte Kabel vom Temperaturfühler zum Steuergerät im Weg, jenes, was die beiden Lüfter vorn regelt. Kann ein zweiadriges, 30cm langes Kabel einen dazu bewegen, ein komplettes Auto aufzugeben und zu verkaufen? Ja. Oder um es mit den Worten von Dr. Sand zu sagen: „Das bisschen Leukämie, stellen Sie sich doch nicht so an“

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Die Göttin aus Frankreich

Im Angesicht der Göttin

Es war und es ist ein unwirkliches Auto, das der französische Designer André Lefèbvre da verwirklichte: Citroëns DS ist ein Designwunder für Andersdenkende, ein Technologieträger für Experimentierfreudige und trotzdem ein konzeptionell einfach aufgebautes Auto. Ich betrete eine DS21ie HA Pallas von 1972, quasi den Palast der Göttin, mit norddeutscher Demut. Und mache damit gleich ein bisschen [Werbung] für einen Oldtimer-Spezialversicherer, dem ich sehr wohlgesonnen bin. Kommt ihr mit auf diese Reise?

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