Franken. Nicht Bayern.

Richard und ich

Richard und ich

Siebenmeilenstiefel sieben Geschichten lang
In Hummeltal legt man nicht so sehr Wert darauf, FRRRANKE (bitte das R rollen) und kein!! Bayer zu sein. Schließlich ist Franken mitten in Bayern. In Hummeltal wird aber, wie überall in Bayern, gern Fleisch serviert. Lecker und reichlich. Während in meinem Magen vier Grillwürste, drei Steaks, einige Grillkäse (von allem zu viel) und ein paar Hackbällchen mit den ohnehin nicht abgezählten einheimischen Bieren eine Polka zur afrikanischen Musik tanzen, kommen mir die seltsamsten Gedanken. Was war denn das da heute? Sehr geerdet, aber irgendwie doch nicht. Hitlers Lieblingskomponist und tote Sänger zwischen Prunk und Pose? Das Fleisch, ich sage es euch. Das macht komische Sachen.

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Heinz Körner

Er ist es wirklich

Er ist es wirklich

Siebenmeilenstiefel sieben Geschichten lang
YPS. Habt ihr früher auch jede Woche das YPS Heft gekauft? Als Micky Maus zu doof wurde? Die erste Geschichte in jedem YPS Heft: Yinni und Yan, das Reporterteam mit dem tappsigen Kabelträger Yorick, der immer von sich in der dritten Person sprach. Ich habe damals jede einzelne Episode verschlungen, und ich habe lange, bildreiche Fanpost an Heinz Körner geschrieben. Der war der Zeichner dieser Geschichten. Und der war sich damals nicht zu schade, dem kleinen Jens ebenso episch zurück zu schreiben. Damit hat er meine eigene Zeichnerei maßgeblich losgetreten, ohne das zu ahnen.
Über 30 Jahre später kratze ich all meinen Mut zusammen und rufe mein Idol an. Und – ich besuche ihn zu Hause, mit Ehefrau, Kuchen und Zeichentisch.

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Wermanns Märgel

Ein Ausflug in die Kindheit

Ein Ausflug in die Kindheit

Siebenmeilenstiefel sieben Geschichten lang
Ich habe ein Bild von einem Haus im Kopf. In meinen blassen Gedanken liegt es am Ende einer kleinen Straße auf der linken Seite, irgendwo in Golsar im Harz. Es ist weiß, mit einem flachen Dach, und davor steht ein schmaler, brauner Zaun. Keine Blumen. Ein paar perlige Waschbetonstufen führen zur dunklen Haustür aus Holz. Diese letzten, verschwommenen Erinnerungen eines sieben oder acht Jahre alten kleinen Jungen dürften mit die letzten Bilder sein, die mir von einem Familienausflug der vollständigen Familie Sandmann geblieben sind. 1978? 1979? Ein Jahr später gab es diese kleine Familie nicht mehr. Aber mein Patenonkel Norbert und seine Bärbel gibt es noch immer. Sie wohnen in diesem Haus, sagen sie, und heute fahren wir auf unserer zweiten Etappe zurück ins Jahr 1978. Und wenn ihr den Titel nicht versteht – das ist so ähnlich wie maggel Jeans on. My aggel Jeans on. Tscht tscht.

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Quedlinburger Platte

Harzer Geläut

Harzer Geläut

Siebenmeilenstiefel sieben Geschichten lang
Ach ja, warum nicht mal in den Harz…?“ äh… das konnte ich bis heute genau beantworten. Weil ich den Harz mit Ü-70 Veranstaltungen, Geranienkästen und Schlagerkonzerten in Baumärkten verbinde. Der Harz ist in meinem Kopf immer das schlimme Ende der Messlatte für Spießigkeit gewesen. Aber mit zunehmendem Alter werde ich a) spießiger, b) ruhebedürftiger und c) offener dafür, eingefahrene Meinungen mal zu überprüfen. Den Anfang der kleinen Reise durch die Welt macht deshalb ein Hotel in Quedlinburg. Fachwerkstadt, ehemalige DDR, noch nie dagewesen. Ich kenne hier niemanden, habe aber was mit der Website des Etablissements zu tun. Also lautet die Devise: mal hinfahren und mit offenen Augen gucken. Kommt ihr mit und werft alle Vorurteile weg, bestätigt sie oder macht euch sonstwelche Gedanken?
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Profilbilder

Mut zur Rille. Über 1000e von Kilometern

Mut zur Rille. Über 1000e von Kilometern

Ein komischer Titel für den Anfang einer Reise. Für den Auftakt eines klassischen Roadtrips. Die kommenden sieben kleinen Blog-Schnippsel werden ohnehin nicht so, wie ihr das kennt/erwartet/wollt, sondern sind geprägt von Gedanken, Fragen und Kilometern. Insgesamt 2500 davon, sucht euch aus ob Gedanken, Fragen oder Kilometer. Liebe Menschen um mich rum werden nicht jünger. Im Gegenteil. Sie leben, sie lieben und hassen, sie durchwandern jeder für sich eine kleine, eigene Welt – und sie sterben. Mein halbfinnisches Fräulein Altona, mein viertelfinnisches Sandmädchen und ich satteln den alten Daimler und brechen auf zu einer Reise an die Grenzen der Republik und über sie hinaus. Bevor niemand mehr da ist. Manchmal geht das schnell. Heute bekommt der Kombi noch neue Wanderstiefel.

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Laubsägearbeiten

Ritze ratze Gänsehaut

Ritze ratze Gänsehaut

Ja ist denn schon… Advent? Wird die Säge rausgeholt, um Ochs und Esel nebst Zimmermann, jüngst niedergekommener Jungfrau und kleinem Jungen im Holztrog aus bunt bedrucktem Balsaholz herauszutrennen? Nein. Überhaupt nicht. Die Sonne ballert hemmungslos von hamburgs Sommerhimmel, und heute säge ich kein Balsa, sondern Hydraulikleitungen durch. Mitten auf einem öffentlichen Parkplatz, unter einem alten Auto liegend. Das klingt nicht wie Weihnachten, das klingt wie ein vorsätzlicher Tötungsdelikt aus einem Film der 70er. Dabei versuche ich eigentlich nur, meinen alten XM wieder aus der Hüfte zu heben. Und das mit einer unkonventionellen Methode, die krass polarisiert, aber am Ende erfolgreich ist. Ich beginne das Massaker mit einem Fußmarsch durch Hamburg. Kommt ihr mit?
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Beat und Blut

Dann mal hoch und den Anfang vom Ende begründen

Dann mal hoch und den Anfang vom Ende begründen

Mein schwarzgebackenes Baguette quietscht, klappert und klötert vorn im Motorraum, das hab ich ja irgendwann schon einmal beschrieben. Beizeiten tausche ich da mal das Nockenwellenrad, die Umlenkrolle und den Spanner aus. Und die Lichtmaschine. Liegt alles schon rum, aber das ist eine andere Geschichte 🙂 Heute poltert es plötzlich dumpf und brutal metallisch vom Unterboden her. Vor allem im Stand. Als ambitionierter Straßenschrauber pumpe ich den Franzosen in der Mittagspause ganz hoch, lege mich bequem drunter und hoffe inständig, dass der Auspuff nicht direkt hinter dem Krümmer abgerissen sei. Ist er nicht. Nur die Haltegummis vom Mitteltopf haben nach 20 Jahren Dauer-Dieseln aufgegeben. Ich bin so glücklich, dass ich direkt zu Citroën in Hamburg fahre und jemanden gegen Bezahlung bitten möchte, die mir doch bitte neu drunterzuhängen. Umgehend. Ich fahre glücklich hin. Und ich laufe sehr unglücklich zu Fuß zurück.

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Verdammte Versuchung

Kölner mit Eskimoaugen

Kölner mit Eskimoaugen

Mandelaugen. Verschmitzt, ein bisschen Eskimo >:D
Der weiße Kahn mit der großzügig über den stumpfen Lack verteilten Patina stand vor der „Schatzkammer“ in Flintbek, heftig begossen vom pladdernden Regen, der in diesem Sommer in Kiel sehr präsent ist. Die Statthalter der riesigen Trödelscheune hatten den dänischen Scheunenfund aber (gottseidank) schon verkauft, er wartete nur noch frierend auf seinen Abholer. Irgendwie sah er ganz traurig aus, wie er da nass und grau rumlag. Schützenswert. Tja, schade – schon weg. Sichtlich berührt guckt mein halbfinnisches Fräulein Altona noch einmal zurück, als wir wieder wegfahren. Komisch, was manche Autos ganz unerwartet mit einem machen.
Zwei Wochen später. Heute bin ich bei Örg, wir dampfen ’ne Rille in der Abendsonne und quatschen benzingetränkten Unsinn über Blech. Männerfreunde halt. Ich erzähle von dem alten weißen Auto, was nun weg ist. Er grinst, lässt mich episch mit Händen und Füßen fuchtelnd fertig berichten und sagt dann: „Komm ma mit. Der steht da oben„.

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Was vom Tage übrig blieb

Taxi ohne Herz - das steht jetzt in der Halle

Taxi ohne Herz – das steht jetzt in der Halle

Menschen haben ein Herz. Also, die meisten. Wenn man wie ich glaubt, dass Autos eine Seele haben, ist das Herz eines Autos wohl der Motor. So sagt man ja auch landläufig. Mit dem menschlichen Herz kenne ich mich mangels eines abgeschlossenen Medizinstudiums nicht aus, mit dem Herz des Autos zumindest ein bisschen. Erinnert ihr euch noch an meinen alten Taxi-Kombi? Ja, genau. Der war zwar ein bisschen platt, aber der Motor rappelte durchaus kerngesund und selbstzündend durch meine Welt. Und dieser Motor ist nun draußen – und wartet auf einen neuen Körper, während der alte Körper endgültig zum Abdecker wandert. Man wundert sich, wie viel Motor in so einem ganz normalen Mittelklasse-Kombi stecken kann!
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Bass Bumm Orange

Mehr Capri ist fast nicht möglich.

Mehr Capri ist fast nicht möglich.

„Verkaufe Ford Cabri“.  ——  Mit b!
Wer so bescheuert ist muss sich im Internet nicht wundern, wenn keiner die zum Kauf angebotene Karre findet. Mann mann mann 😀  Umso schöner für den Kieler Dirk Matuszewski, der bekam deshalb den Capri zum Schnäppchenpreis – auch wenn das Teil eine durchlöcherte Möhre war. Eine damals noch nicht orange. Aber wehe, wenn sie losgelassen: Heute donnern Dirk und ich mit seinem RAL 2004 Traumwagen durch Schleswig-Holstein, entlang des Nord-Ostsee-Kanals. Mit einem kleinen Stop in der Nähe von Holtenau bei Kiel, da liegt ein Schiff mit der gleichen, brüllenden Farbe. Kommt ihr mit?

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Gestutzte Flügel

Pathos im Detail. Ich war mal eine Wasserpumpe.

Pathos im Detail. Ich war mal eine Wasserpumpe.

Ich bin ein wenig weiser und sehr viel schmutziger.
Die Überschrift ist eher von echtem Pathos als von fucking SEO-Optimierung gezeichnet, auch dieses erste Bild hier zieht nicht auf den ersten Blick Massen von lesehungrigen Geschichtenfreunden an. Aber wisst ihr was? Das ist mir heute sowas von egal. Wer diese Geschichte sucht, der wird sie finden. Denn es gibt ansonsten keinen vollständigen, bebilderten Bericht vom Tausch der legendären Wasserpumpe an einem Citroën XM 2.5 Turbodiesel. Weil sie anscheinend noch niemand getauscht hat. Und… seit heute kann ich verstehen warum. Ich bringe ein paar Erkenntnisse mit, die beunruhigend sind. Immer noch kryptisches Gerede? Ja. Lustig oder? 🙂 Aber kommt doch einfach mit in den Regen, mit unter die Haube meiner alten Karre, und werdet dabei virtuell so nass und so dreckig wie ich!

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Schlangengrube!

Das sieht nach einer Lebensaufgabe aus

Das sieht nach einer Lebensaufgabe aus

Ja doch. JA DOCH!! Es stand quasi im Prospekt: „WENN an der Karre mal was in Motornähe kaputt geht – dann viel Spaß, dann kommst du da echt schlecht ran“. Urks. Die Wasserpumpe ist undicht. Glaube ich. Denn gesehen hat sie noch niemand. Es ist 1997 in der Nähe von Paris dermaßen viel komfortverbesserndes Geschläuch um diesen Diesel rumgebaut worden, dass ich nicht mal SEHEN kann wo das Problem liegt. Irgendwo seitlich am Motor. Vielleicht. Oben ist es trocken, unten läuft es raus. Dazwischen ist nur Gummi, Plastik und Stahl zu sehen. Aber auf dieser Seite kann es nur die Wasserpumpe sein. Oder? Oh Mann. Kommen Sie mit auf eine kleine, schmutzige Reise in den Motorraum eines Citroën XM Turbodiesel?

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Das Schweigen der Socken

Loslassen im Norden

Loslassen im Norden

Der Tag war lang, sehr, sehr lang. Ich glaube, ich habe über 3000 Wörter geschrieben und sechs Fotopostings getextet, währenddessen ich drei Liter Kaffee trank, drei luftige Weizenbrötchen inhalierte und einen großen Bogen um alles Gesunde, vor allem um Vitamine machte. Herrlich. Mit fehlt noch so was wie ein letzter Satz, und mir fehlt eine Chance, den Speicher im Kopf danach zu löschen. Runterkommen, abschalten, ich schlafe sonst echt schlecht. Grenen. Der sandige Zipfel im Norden von Skagen, Dänemark. Da, wo sich Nord- und Ostsee gute Nacht sagen. Zufällig bin ich in der Nähe, ich glaube da finden sich Lösungen.

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Un(d) endlich Sand

Noch steht er da, der Turm

Noch steht er da, der Turm

Es gibt einen einsamen Ort hoch im Norden, wo die Natur ihre zerstörerische Kraft eindrucksvoll demonstriert. Sie gibt Anschauungsunterricht am Beispiel eines sterbenden Leuchtturms, eines 100 Jahre alten Bollwerks aus Stein, gebaut um den Elementen zu trotzen. Nix trotzen. Erst hat sich der Sand die vier umliegenden Häuser geholt, und jetzt bleiben Rubjerg Knude Fyr nur noch ein paar Jahre, bis er die Steilküste runterkippen wird. An seinem Lebensabend ist er noch einmal für den Aufstieg geöffnet worden. Ich hasse Abschiede, aber die tragische Kraft unter den alten Steinen zieht mich dort hin. Um ein erstes und vermutlich letztes Mal nach oben zu steigen. Um Lebewohl zu sagen.

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